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Eine Fahrt im NASA-Marsrover

Ab in die Zukunft!

Eine Fahrt im NASA-Marsrover



Dass die NASA unbemannte Vehikel auf unseren knallroten Nachbarn schießt, ist ja fast schon ein alter Hut. Mittlerweile sind es derer schon sechs an der Zahl, da haben die Amerikaner also schon ganz ordentlich Erfahrung gesammelt. Nun präsentieren sie das Konzept für einen Marsrover mit Besatzung und wir können alle eine Runde mitfahren.

Text: Jakob Stantejsky



In Cape Canaveral, Florida, durfte CBS This Morning in die Marsauto-Studie der NASA einsteigen und das ganze Ding in Ruhe aus allen Winkeln beäugen. Wer gedacht hat, bei so einem Fahrzeug ginge es ausschließlich um Praxistauglichkeit, hat sich getäuscht. Denn designt haben den Marsrover die Parker Brothers, aus deren Federn unter anderem auch schon die Tron-Motorräder aus dem gleichnamigen Film stammen. Dementsprechend schaut das Gefährt nicht nur erwartet spacig, sondern auch wirklich lässig aus. Die Maße muten mit über sieben Metern Länge, knapp vier Metern Breite und mehr als drei Metern Höhe ziemlich gigantisch an für ein Fahrzeug, das quer durchs Weltall transportiert und sicher gelandet werden soll.

Wär’s nicht sinnvoller, einfach einen Rolls-Royce raufzuschießen? Da käme man dann auch gleich standesgemäß an am roten Planeten. Ein Labor brächte man in dem nämlich sicher auch unter und eigentlich sollte man bei der ersten Begegnung doch lieber auf Eleganz anstatt Aggressivität setzen. Schließlich wollen wir doch gute Beziehungen mit den Marsmännchen!

50 Years of Driving Performance / Nürburgring 2017

Mercedes-AMG Project One: F1 für die Straße

Who the f*ck is Bugatti?

Das AMG Project One ist ein F1-Wagen für die Straße



Dagegen sieht selbst der neue Bugatti Chiron fast schon wieder ein bisschen alt aus. Denn wenn sich der schnelle Mercedes-Ableger AMG auf der IAA zum 50. Geburtstag einen neuen Sportwagen schenkt und dafür gleich die Kategorie des „Hypercars“ in Anspruch nimmt, dann steckt unter der strömungsgünstigen Karbon-Karosserie nichts Anderes als reine Formel 1-Technik, die auf Biegen und Brechen in das Korsett der Straßenverkehrsordnung gebracht wurde.

Von Thomas Geiger



„Das hat vor uns noch keiner gemacht“, sagt AMG-Chef Tobias Moers. Und selbst bei Ford oder McLaren werden sie dem kaum widersprechen. Denn so nah Autos wie der legendäre GT oder der fast noch berühmtere F1 am Rennwagen geblieben sind, war die Ausgangsbasis da immer ein Tourenwagen und kein Formel-Fahrzeug. Und auch die Leistung von mehr als 1.000 PS ist nahezu unerreicht – selbst wenn der Bugatti da mit 1.500 PS einen soliden Vorsprung hat.



Wie ernst es Moers und seiner Mannschaft mit der Nähe zwischen Rennsport und der Raserei für Ultrareiche ist, belegt nicht nur der Schattenriss, den die schnellen Schwaben zuletzt immer wieder gezeigt haben und der genau über die Silhouette von Lewis Hamiltons Silberpfeil passt. Sondern am Rande des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring hat sich AMG zum ersten Mal etwas tiefer in die Karten schauen lassen und den Antrieb vorgestellt, der das „Project One“ zum ultimativen Überflieger machen soll. Und sieht tatsächlich verdammt nach Formel 1 aus. In seinem Zentrum steht ein gerade mal 1,6 Liter großer V6-Motor, der direkt hinter der Kabine montiert wird. Nach den gleichen Skizzen wie für die Formel 1 ebenfalls im englischen Brixworth gebaut, bringt ihn ein elektrischer Turbo auf bis zu 11.000 Touren. So schnell dreht sonst kein anderes Straßenauto. Er wird kombiniert mit vier weiteren E-Maschinen, von denen zwei auf die Vorderräder wirken. Gespeist werden sie mit denselben Akkus, die Mercedes auch in der Formel 1 einsetzt. „Nur dass wir die Kapazität etwa vervierfachen und so im Alltag bis zu 25 Kilometer elektrischer Reichweite bieten“, sagt Moers. Wobei kaum anzunehmen ist, dass irgendjemand dieses Auto im Flüstermodus fahren wird oder durch den Hybridantrieb tatsächlich Sprit sparen will.



Viel eher lässt sich mit diesem Paket eine Fahrdynamik erreichen, die ihresgleichen sucht. Nachdem AMG schon beim SLS e-cell mit Torque Vectoring an vier einzelnen Rädern experimentiert hat, sollte das Project One um die Ecken gehen wie kein anderer Sportwagen und so dem Bugatti lässig davonfahren können. Selbst wenn der auf der Gerade mehr als 400 km/h schafft.

Und auch auf der Gerade ist das Rennen längst noch nicht gelaufen. Zwar gibt es noch nicht mal ansatzweise offizielle Daten. Doch als definitiv schnellster Silberpfeil aller Zeiten sollte der Überflieger in weniger als 2,5 Sekunden von 0 auf 100 sprinten und bei 350 km/h noch reichlich Luft nach oben haben.



Aber nicht nur bei Antrieb, Fahrleistungen und Fahrverhalten dringt Mercedes in neue Sphären vor. Sondern auch beim Preis sprengen die Schwaben den Rahmen und eifern den knapp drei Millionen Euro des Bugatti Chiron nach. Denn wer ab 2019 einen der gerade mal 275 Project One fahren oder in seine klimatisierte Sammler-Garage stellen möchte, der sollte sich – so hört man aus Kreisen der potentiellen Kunden – auf rund 2,8 Millionen Euro einstellen. So kommen manche Schnellfahrer schon zum Hyperventilieren, noch bevor sie das erste Mal Gas gegeben haben.

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SO schaut der 8er wirklich aus!

Die Katze ist aus dem Sack

SO schaut der 8er wirklich aus!



Harald Krüger ist sauer. Denn auch wenn der BMW-Chef regelmäßig Rekord-Quartale verkünden kann, fährt ihm Mercedes immer weiter davon. Und als wäre das nicht schon ärgerlich genug, stiehlt sogar die mittlerweile ein wenig angestaubte S-Klasse aus Stuttgart ausgerechnet seinem neuen Flaggschiff die Schau und lässt den frischen Siebener schon wieder alt aussehen. Daher setzt BMW zum Gegenschlag an: Wenn die Bayern in dieser Woche beim Oldtimer Concours vor der Villa D’Este am Comer See das Tuch von ihrer jährlichen Studie ziehen, enthüllen sie ein luxuriöses Coupé und graben dafür sogar eine berühmte Nummer aus: „Concept 8 Series“ steht auf dem Kennzeichen.

Von Thomas Geiger



Die Limousine mit dem Stern kommt offenbar besser an beim Geldadel rund um die Welt. Außerdem betreiben die Schwaben die bessere Portfolio-Politik und bieten mit zwei Radständen, dem extralangen Maybach, sowie Coupé und Cabrio einfach mehr Auswahl. Doch das will sich Krüger nicht länger vorwerfen lassen und lässt keinen Zweifel daran, dass dieses Auto mehr wird als ein neuer Sechser, wenn es ziemlich genau so im kommenden Jahr in Serie geht: „ Es ist das nächste Modell beim Ausbau unseres Angebots im Luxus-Segment und wird dort neue Maßstäbe bei den Coupés setzen. Damit untermauern wir unseren Führungsanspruch im Luxussegment.“



Das Design des Zweitürers strotzt nur so vor Kraft. Die Niere ist flach und breit, die Haube lang, die von einer riesigen Kieme bestimmte Flanke stark tailliert, das Dach ist niedrig und das von einem kessen Schwung gekrönte Heck eine potente Provokation für jeden, der diesem Auto hinterherfahren muss. Wie ein Stinkefinger im Samthandschuh zeugt es von der schier unbändigen Kraft, die in diesem Coupé steckt. Dazu gibt es ein Interieur, das den Balanceakt zwischen extremer Sportlichkeit und ultimativem Luxus versucht: Alles ist auf den Fahrer zugeschnitten und sehr funktional gehalten, erläutert Designchef Adrian van Hooydonk. Doch das Ambiente ist vom Feinsten: Zartes Leder, handgeschliffenes Aluminium, Merino und Swarovski-Glas in Rauchquarz-Optik zeugen von Exklusivität und ultimativem Luxus.



Die Karosserie des Achters mag eigenständig sein, doch die Konstruktion teilt sich das Coupé mit dem Siebener. Das gilt für das Fahrwerk mit Allradantrieb und Hinterachslenkung genauso wie für den gewichtssparenden Karbonkern in der Struktur und natürlich für die Motoren. Zum Start im nächsten Jahr dürfte es deshalb einen 840i mit 326 und einen 850i mit 450 PS und für die Europäer vielleicht auch noch einen 750 d mit 400 PS geben. Nur wie es weiter oben aussieht, ist noch nicht klar: Mit der Nähe zum Siebener passt auch der 610 PS starke V12 unter die Haube und würde den 8er wie in seiner ersten Karriere von1989 bis 1999 zum ultimativen Luxuscoupé machen. Aber weil BMW-Designchef Adrian van Hoydonk das Auto als pures „Driver’s Car“ positioniert wissen will, würde auch der gute 600 PS starke V8-Motor aus dem nächsten M5 passen. Doch wenn es BMW ernst meint mit der Retourkutsche gegen Mercedes, dann dürfen die Bayern nicht kleckern, sondern müssen klotzen – und einfach beide Varianten bringen.



Klotzen statt kleckern – das gilt auch für den weiteren Ausbau der Modellpalette. Deshalb ist das Achter Cabrio längst beschlossene Sache. Und aller Voraussicht nach wird es auch wieder ein Gran Coupé geben, das dann gegen den viersitzigen AMG GT antreten könnte. Obwohl BMW seinen vornehmen Zweitürer damit gar vollends in die Oberklasse befördert, müssen sich die Kunden vom Sechser übrigens nicht verabschieden. Denn jetzt, wo diese Nummer frei wird, pappen sie die Bayern an das Heck des nächsten GT, der so aus der Fünfer-Familie zu einer eigenen Baureihe aufsteigt.

William CROZES@AUTOMOBILES CITROËN

Citroën macht mit dem C5 alles anders

Knuddel-Kraxler

Citroën macht mit dem C5 alles anders



Von wegen Vorstadt-Panzer! Wenn sich Citroen nun als eine der letzten Großmarken erstmals mit einem selbst entwickelten Geländewagen auf die SUV-Welle schwingt, wollen die Franzosen beweisen, dass man mit einem Kraxler auch kuscheln kann.

Von Thomas Geiger



Der im April auf der Motorshow in Shanghai enthüllte C5 Aircross, der zu Schätzpreisen von gut 20.000 Euro aufwärts gegen Tiguan & Co. antritt, verkneift sich deshalb nicht nur alle Aggressionen beim Auftritt und bekommt stattdessen ein bewusst defensives Design mit sanft abgerundeten Ecken und weichen Flächen. Sondern er lockt auch mit besonders weichen Sitzen und – typisch für Citroen – mal wieder einem neuen Fahrwerk. Als erster Hersteller puffern die Franzosen ihre Stahlfedern mit hydraulischen Anschlägen, spannen so einen Bogen zu den Luftkissen der legendären DS, und versprechen einen Komfort, wie ihn in dieser Preisklasse kein anderer Geländewagen bietet.



Von diesem Anspruch, dem Softie-Look und den abgerundeten Rechtecken als ständig wiederkehrendes Designmerkmal einmal abgesehen, ist der C5 Aircross allerdings ein vergleichsweise vorhersehbares Kind der so genannten EMP2-Architektur und eng verwandt mit Konzernmodellen wie dem neuen DS7 oder dem Peugeot 3008. Das gilt für das Format mit 4,50 Metern Länge, 2,73 Metern Radstand und knapp 500 Litern Kofferraum genauso wie für die Ausstattung mit Assistenzsystemen wie der automatischen Abstandsregelung, einer aktiven Hilfe bei Spurführung und -wechsel, der 360-Grad-Kamera oder für die Antriebe.



Denn genau wie seine Plattformbrüder gibt es den C5 Aircross mit Drei- und Vierzylindern für Benzin und Diesel, die wohl eine Spanne von 130 bis 200 PS abdecken werden. Und genau wie 3008 und DS7 wird er als erstes Modell von Citroen zum Plug-In-Hybriden aufgerüstet, der immerhin bis zu 60 Kilometer weit stromern soll. Die beiden Elektromotoren drücken aber nicht nur den Verbrauch und steigern die Leistung auf 300 PS. Weil einer der Stromer außerdem die Hinterachse antreibt, wird der C5 zumindest in dieser Version tatsächlich zum SUV und wühlt sich mit Allrad auch durch schweres Terrain.



Markenchefin Linda Jackson setzt zwar große Stücke auf ihre SUV-Offensive, die bei uns noch in diesem Jahr mit einem C3 fürs Grobe in der Liga von Opel Mokka und Mazda CX-3 beginnen wird, und erwartet viel vom neuen C5 Aircross: „Er steht für mehr Persönlichkeit, mehr Komfort, mehr Wohlbefinden an Bord und wird ganz eindeutig seinen Beitrag zum weiteren Wachstum der Marke leisten.“ Doch bis sich das auch in den europäischen Bilanzen der Franzosen niederschlägt, wird es noch ein wenig dauern. Denn während der SUV-Rausch für Citroen in China bereits nach der Sommerpause beginnt, kommt der C5 Aircross bei uns erst Ende 2018 auf den Markt.


MOVING

Renault R.S. 2027 Vision: Formel 1 der Zukunft

Die Formel 1 der Zukunft

Renault R.S. 2027 Vision



Viel wird zurzeit diskutiert über den Zustand der Formel 1. Gibt es zu wenige Überholmanöver, klingen die Autos schwachbrüstig und wieviele Zylinder sollte ein Königsklassefahrzeug mitbringen? Meinungen gibt es viele, Vorschläge daher auch. Renault präsentiert auf der Shanghai Auto seine ganz persönliche Vorhersage für die etwas fernere Zukunft – den R.S. 2027 Vision.

Text: Jakob Stantejsky



Nachdem die Formel E in der jüngsten Vergangenheit durchaus vielen Leuten zu gefallen weiß, verdichten sich die Hinweise darauf, dass vielleicht auch die Königsklasse des Motorsports dem Trend gegen fossile Brennstoffe irgendwann einmal nachgeben muss. In diese Kerbe schlägt auch Renault mit der Studie R.S. 2027 Vision. In zehn Jahren stellen sich die Franzosen einen Formel 1-Wagen also einerseits flacher und schnittiger denn je vor, andererseits sehen sie die Zukunft des Antriebs in einer Hybrid-Variante.



Die Leistung soll darunter aber keinesfalls leiden, ganz im Gegenteil. Von ca. 1300 PS ist die Rede, während das Gewicht der Autos auf schlappe 600 Kilo sinken soll. Heutzutage bewegen wir uns bei 950 PS auf 700 Kilo. Die enorme Power soll ein V6-Hybridmotor liefern, der zusätzlich noch mit Turboaufladung daherkommt. Angesichts der Entwicklung, die die Technologie in zehn Jahren noch durchmachen kann, erscheinen diese Zahlen eigentlich gar nicht so utopisch. Die Frage wird eher sein, was denn vom futuristischen Design überbleiben wird.




Das ewige Streitthema KERS wird uns auch in Zukunft erhalten bleiben, Renault glaubt sogar, dass es 2027 ganze 500 kW leisten können wird, was eine gigantische Veränderung im Vergleich zu den 120 kW von heute darstellt. Last but not least wagt Renault auch von Allradantrieb zu sprechen, wobei die Vorderachse vom Elektromotor befeuert wird. Der soll zeitweise sogar alleine arbeiten, da durch den kleineren Tank (60 Liter statt 105) sonst übermäßig viele Boxenstopps nötig wären.

Was vom R.S. 2027 Vision überbleibt, steht noch in den Sternen. Einen spannenden Ausblick bietet die Studie aber allemal. Und ganz ehrlich; wir können uns mit dem Gehörten durchaus anfreunden.

MWprovocator

Mirrow: Das Auto aus dem Drucker

Das Auto aus dem Drucker

Mirrow spielt Zukunftsmusik



Mirrow? Was ist das denn? Kann man das essen? Letzteres wissen wir nicht sicher, doch beim Rest können wir vielleicht dienlich sein. Mirrow ist ein russisches Startup, das Konzeptautos für die nicht allzu ferne Zukunft entwirft. Der Clou dabei? Alle Autos stammen quasi vollständig aus dem 3D-Drucker und sind die Stadttauglichkeit in ihrer Vollkommenheit.

Text: Jakob Stantejsky



Die fertigen Autos sollen so aussehen, wie ihr es ganz oben sehen könnt. Das Polymer-Metallgerüst weiter unten entspricht aber im Wesentlichen dem Chassis der Studien, größer wird da nichts mehr. Die Besonderheiten der Bauweise sind unter anderem die einfache Massenherstellung, große Stabilität und Raumersparnis. So bringt Mirrow in einem smartgroßen Gestell vier Leute unter und ist zuversichtlich, auch noch Motor etc. etc. leicht in die Winzkarosse quetschen zu können.

Einen guten Eindruck des Innenraumpotentials verschaffen die folgenden Bilder, denn ein ganzes Fahrrad kriegt man garantiert in keinen smart. 800 Dosen Red Bull wahrscheinlich auch nicht, aber die braucht man auch eher selten. Wobei, Geschmäcker sind ja verschieden.



Wir sind auf jeden Fall gespannt, was von Mirrow in Zukunft noch bleibt. Geldgeber hat das Startup mittlerweile gefunden, für die Serienproduktion reicht es selbstverständlich noch nicht. Doch wenn die Russen ihre Versprechen wahr machen können, ist es gut möglich, dass Mirrow in nicht allzu ferner Zukunft die Nummer eins am Stadtmobilitätsmarkt wird. Denn sinnvoll, durchdacht und praktisch sind die Konzepte mit ihrem viel-Platz-auf-wenig-Raum-Gedanken allemal, jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob sie auch tatsächlich produziert werden.


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Lucid Air will den Markt erobern

Tesla-Killer, die 137.:

Der Lucid Air will den Markt erobern



Gefühlt alle paar Wochen macht ein neuer Autohersteller auf sich aufmerksam, indem er als Tesla-Killer tituliert wird. Ganz frisch reiht sich Lucid Motors nun ein. Die Amerikaner wollen 2019 ihr erstes Elektrofahrzeug auf den Markt bringen, das dann sogleich massiv einschlagen soll: den Lucid Air. Da ist man sich ganz sicher – mal wieder.

Text: Jakob Stantejsky



Nachdem Lucid Motors Ende 2016 vollmundig ankündigte, ihren eigenen Tesla-Konkurrenten auf die Straße bringen zu wollen, war das Aufsehen groß. Das Design der Studie kam ausgezeichnet an und die versprochenen Zahlen lesen sich mehr als nur gut. Denn bereits das Einstiegsmodell soll 400 PS und eine Reichweite von 385 Kilometern aufweisen und das zu – jetzt kommts – nur 56.500 Euro! Der Vergleich mit Tesla: Das Model S mit annähernd gleicher Leistung kommt auf weniger schlanke 100.000 Euro. Wenn der Lucid Air hält, was versprochen wird, muss man ihm also tatsächlich sehr viel zutrauen.

Zuallererst wird 2019 aber die Launch Edition auf den Markt kommen, die mit 95.000 Euro zu Buche schlägt und dafür 1000 PS und 500 Kilometer Reichweite im Gepäck hat. Erst wenn alle 255 Launch Edition-Lucid Airs verkauft sind, darf der Otto-Normalverbraucher auf das wesentlich günstigere Basismodell spitzen. Billig ist aber halt noch immer was anderes. Wenn ihr aber sichergehen wollt, könnt ihr schon jetzt euren Lucid Air reservieren: 2.500 Dollar werden fürs Einstiegsmodell fällig, 25.500 Dollar sind es bei der Launch Edition.


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Das Panorama des Genfer Autosalons

Von Praxis bis Luxus

Das Panorama des Genfer Autosalons



Der Genfer Autosalon ist mittlerweile in vollem Gange, Enthüllungen gibt es an allen Ecken und Enden. Ein kleiner Rundgang durch die zahllosen Stände zeigt uns: Es gibt viele viele News, doch kaum Neues.

Von Thomas Geiger



Er ist keine Schönheit, seine Fahrleistungen sind bescheiden und er hat nicht einmal ein Lenkrad. Doch, glaubt man Johann Jungwirth, gehört Autos wie dem VW Sedric die Zukunft. Denn der oberste Digital-Stratege aus Wolfsburg glaubt fest daran, dass autonome Shuttles mit Elektroantrieb den Verkehrsinfarkt in den Megacities von morgen zumindest hinauszögern können. Deshalb will er alles dafür tun, dass die gerade auf dem Genfer Salon enthüllte Konzernstudie kein Einzelstück bleibt, sondern bald schon tausende solcher Glaskästen durch die Städte surren, sobald der Kunde sie mit dem Knopf an der neuen VW-Fernbedienung ruft.

Der absolute Gegenentwurf zu dem vielleicht vernünftigsten VW seit dem Käfer dreht am anderen Ende der Messe auf dem Stand von Mercedes. Dort läutet die Tochter AMG die Feiern zum 50. Geburtstag mit einem feuerroten Showcar ein, aus dem binnen Jahresfrist er erste viersitzige Supersportwagen der schnellen Schwaben wird. Zwar ist auch der GT mit Familienanschluss ein nach AMG-Maßstäben vernünftiges Auto, weil er einen V8-Motor mit einer elektrischen Hinterachse kombiniert und so zum ersten „Performance“-Hybrid aus Affalterbach mutiert. Doch die Vorstellung, in diesem Auto einmal das Steuer aus der Hand zu geben, mag einem nun wirklich nicht in den Kopf.



Hier die Vernunft, da das Vergnügen, das sind die die Extreme, zwischen denen die PS-Branche ihr Programm beim großen Frühjahrsgipfel gespannt hat. Und anders als früher sind das vor allem die einzigen beiden Studien, die auch nur halbwegs Weitblick und Visionskraft haben. Denn was sonst noch zu sehen ist an Neuheiten im Palexpo, das mag schön sein oder schnell, praktisch oder preiswert, aber vor allem ist es bodenständig und fest im Hier und Heute verhaftet. Denn weil die Zukunft so ungewiss ist und es bis dahin noch länger dauert, als die meisten Kunden akzeptieren wollen, machen die Autohersteller lieber weniger Lust auf übermorgen, sondern halten sich an Bewährtes, fahren auf Sicht und gehen lieber kein Risiko ein: Viele News und doch nichts Neues, so lässt sich deshalb der erste Rundgang über den Genfer Salon zusammen fassen.



Vor diesem Hintergrund ist es vielleicht auch kein Wunder, dass in Genf eine Fahrzeuggattung ihr Comeback feiert, die neben all den SUV und CrossOver fast schon in Vergessenheit geraten war: der Kombi. Nicht umsonst dreht sich deshalb der neue Insignia gleich auch als Sports Tourer auf dem Opel-Stand, BMW rückt den neuen Fünfer als Touring ins Rampenlicht und Hyundai zeigt die Neuauflage des i30 mit großer Klappe. Und zu diesen erwartbaren Neuheiten gesellt sich eine, die so recht keiner auf dem Zettel hatte. Denn selbst Porsche mischt jetzt mit bei den Lifestyle-Lastern und baut den Panamera als Kombi – selbst wenn die Schwaben dieses Wort nie über die Lippen bekommen werden und ihn stattdessen lieber Sports Turismo nennen.

Die SUV geben das Terrain aber nicht kampflos ab, sondern natürlich geht der Boom auf der Buckelpiste weiter: Zu den echten Neuzugängen gehören der Range Rover Velar, der als Designerstück mit besonders schnittiger Form die Lücke zwischen Evoque und Range Rover Sport schließen soll, sowie der DS7 Crossback, mit dem sich die vornehme Citroen-Schwester gar endgültig vom Massengeschäft emanzipieren möchte. Dazu kommen neue Varianten wie der zum Allspace mit sieben Sitzen gestreckte VW Tiguan, Wiederholungstäter wie die zweite Generation von Volvo XC60 und Renault Koleos, Updates wie der geliftete Renault Captur, Übertreibungen wie das Mercedes-Maybach G650 Landaulet und Überläufer aus dem Van-Segment: Denn bei Opel wird der Meriva zum Crossland X und mit dem Aircross zeigt Citroen, dass auch der C3 Picasso bald auf Stelzen durch den Schlamm fährt.



Dazu gibt es noch eine Reihe von Neuheiten aus der Fraktion für Brot und Butter – vor allem Kleinwagen und Stadtflitzer. So zeigt Ford in Genf zum ersten Mal vor großem Publikum den neuen Fiesta, gleich auch als ST mit 200 PS, bei Seat dreht sich der neue Ibiza im Rampenlicht und Kia zieht das Tuch vom nächsten Picanto. Und wer es eine Nummer größer mag, der steigt im neuen Opel Insignia Grand Tour ein oder lässt sich vom VW Arteon eine halbe Klasse über den Passat locken.



Und natürlich steht Genf auch weiterhin für Traumwagen in allen Preisklassen – von bezahlbaren Exoten wie der offenen Mercedes E-Klasse oder der neuen Alpine A110 bis hin zu sündteuren PS-Pretiosen wie dem neuen McLaren 720S, dem offenen Pagani Huayra oder dem Ferrari 812, der zum schnellsten und stärksten Serienmodell in der Geschichte der Italiener wird. Auch der VW-Konzern mischt tapfer mit auf der Überholspur, zeigt den Audi A5 als RS-Modell, lässt Bentley mit einer offenen Studie von einem kleinen Roadster träumen und schickt den Lamborghini Huracan als „Performante“ mit noch mehr Lust und Leistung ins Rennen.

Das beißt sich nur auf den ersten Blick mit der Vision vom autonomen Robo-Taxi. Denn auf Lust und Leidenschaft muss man auch in der Welt von Sedric nicht verzichten, verspricht Digital-General Jungwirth: Der knuffige Glaskasten ist schließlich keine VW-Studie, sondern ein Konzernmodell und deshalb eine Plattform für alle Marken – darauf können Audi oder Skoda genauso zurückgreifen wie Bentley oder Lamborghini.


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Mercedes-AMG GT Concept: Es ist da!

Da ist er!

Der Bruder des Mercedes-AMG GT



Gestern habe ich euch (und mir selbst) noch den Mund mit einem ersten Teaser wässrig gemacht, heute gibt es schon Bilder aus allen Perspektiven: Der Mercedes-AMG GT bekommt ein Geschwisterchen mit vier Türen, Allrad und einem Hybridantrieb.

Text: Jakob Stantejsky



Zuallererst: Ja, es handelt sich hierbei um ein Konzept und nein, es ist nicht bekannt, wann es tatsächlich auf den Markt kommen soll. Doch das gute Stück wirkt doch schon sehr nah an der Serienreife, daher kann man wohl von einem Release irgendwann in näherer Zukunft ausgehen. Details mögen sich noch verändern (wie etwa die Kamera-Rückspiegel), doch im Großen und Ganzen erwarten wir uns das Mercedes-AMG GT Concept so, wie es jetzt dasteht.



Moment mal, einen Mercedes-AMG GT gibt es doch schon? Ganz richtig, dennoch haben die Stuttgarter ihrem neuesten Spross denselben Namen gegeben. Vielleicht ändert sich daran noch etwas, aber im Moment ist das doch eher Nebensache, wenn man sich diese Schönheit anschaut. Einzig der monströse mittige Auspuff wirkt ein Wenig zu dick aufgetragen, aber der Rest ist Balsam für die Seele – äh, das Auge.



Eine der größten Überraschungen lauert unter der Haube: Dieser Mercedes-AMG GT fährt nämlich nicht nur auf der Verbrenner-Basis eines 4 Liter Twin Turbo-V8, sondern bekommt Unterstützung von einem Elektroaggregat, das die Gesamtleistung auf 805 PS katapultieren soll. Die wiederum beschleunigen das Gefährt in weniger als drei Sekunden von null auf hundert – laut Mercedes-AMG. Das Konzept weist übrigens nur mit einer simplen Plakette auf seine Hybridität hin: EQ Power+ ist da zu lesen. In Zukunft wird dies die Bezeichnung für alle Performance-Hybriden aus Stuttgart, wir sind schon gespannt, was da noch kommt. Bis dahin beten wir allerdings dafür, dass das Mercedes-AMG GT Concept so auf die Straße kommt.

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Mercedes-AMG GT kommt als Limo

Move over, Panamera!

Der Mercedes-AMG GT mutiert zur Limousine



Der Porsche Panamera hat mit diversen Varianten in den letzten Wochen die Schlagzeilen an sich gerissen. Was die Zuffenhausener aus dem 911er gezaubert haben, kommt offensichtlich gut bei den Leuten an. Wieso sollte man also nicht auf diesen Zug aufspringen, denken sich augenscheinlich die Nachbarn bei Mercedes. In diesem Sinne tauchte vorgestern das erste und – bis dato – einzige Bild eines Mercedes-AMG GT Konzepts auf, das das Panamera-Rezept nachkochen will. Und gestern haben die Stuttgarter auch noch ein Teaser-Video nachgeschossen, welches ihr weiter unten bewundern könnt.

Wie es eben meist so ist, kann man auf den gebotenen Bildern nicht viel erkennen; zumindest, was das große Ganze angeht. Der Name und die zu erkennende Form lassen uns jedoch darauf schließen, dass hier eine Limousine auf Mercedes-AMG GT-Basis entsteht. Dementsprechend wird die Motorisierung und Dynamik sicher in der allerersten Klasse mitspielen, oder sie sogar ordentlich aufmischen. Auf dem Genfer Autosalon erfahren wir höchstwahrscheinlich mehr und geben es dann selbstverständlich direkt an euch weiter! Unserer Erwartung nach hat das Ding das Potential zum Traumwagen.