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VW Arteon: Zu schön, um an Schönheit zu sterben

Zu schön, um an Schönheit zu sterben

Der VW Arteon



So Einiges hatten wir zum brandneuen VW Arteon schon zu berichten, doch gestern waren wir höchstpersönlich bei den Wolfsburgern zu Gast auf eine ordentliche Portion Testfahrerei. Ein kompaktes Fazit vorauszuschießen, fällt mir schwer, da der Arteon ziemlich viele Facetten aufweist. Aber das macht ihn umso interessanter.

Text: Jakob Stantejsky



Wir alle wissen ganz genau, dass der Arteon bei einem gewissen Publikum schon von vornherein verloren hat. Denn wer auf Image und Status schwört und das nötige Kleingeld in den Taschen (oder auf den Offshorekonten in der Karibik) herumkugeln hat, der wird sich nicht von Mercedes und BMW abwenden, um nur die Premiumkonkurrenz aus der eigenen Heimat zu nennen. Das weiß man bei VW allerdings ebenso und gibt sich realistisch – über diesen ominösen Oberklassebegriff will man gar nicht erst ins Rennen einsteigen, sondern fokussiert sich lieber auf die Stärken, die das neue Flaggschiff eindeutig mitbringt. Abgesehen davon legt sich der Arteon ja wahrlich nicht mit S-Klasse und Co. an, sondern ist eindeutig ein ganzes Stück darunter einzuordnen.



Wo liegt er denn nun, der Preis des neuen Volkswagen? Naja, man könnte sagen, dass die Niedersachsen eine neue Dimension innerhalb der momentanen Flotte auftun. Denn zum Einstieg muss man eine Latte überspringen, die bei knapp unter 40.000 Euro liegt. Dafür bekommt man jedoch nur den 1,5 Liter Benziner mit 150 PS in der nacktesten Ausstattungsvariante. Für das TDI-Topmodell werden mindestens 56.840 Euronen fällig, der TSI-Obermotz haut nochmal 2.000 drauf. Unter der Haube stecken dann 240, beziehunsgsweise 280 PS. Mehr als ein Zweilitervierzylinder schaut übrigens zurzeit noch nicht dabei raus, ein V6 ist aber in Planung und wird mit höchster Wahrscheinlichkeit bald kommen. Zurzeit kann man sich lediglich die beiden Topmotorisierungen zulegen, die dann auch mit Automatik und Allrad daherrollen, sowie den 150 PS Diesel. Das Benzinäquivalent und je eine 190 PS-Version, die dann sowohl für Schaltfaule als auch Puristen erhältlich ist, werden ebenfalls noch nachgereicht.



Klar ist: mit all den erhältlichen Extras knackt man die 70.000er-Marke locker mit Links aus dem Handgelenk. Für einen Volkswagen ist das tatsächlich ein gigantischer Preis, der die Meisten sicher mehr als einmal Schlucken lässt. Gut vergleichen lässt sich der Arteon übrigens mit dem Audi A5, der bei ähnlicher Motorisierung durchaus vergleichbare Preise aufweist. Monetär findet VW also ganz offensichtlich Anschluss an die Premiumhersteller. Ob der Arteon seinem Ingolstädter Konzernbruder aber tatsächlich den Rang ablaufen kann, wird sich erst zeigen müssen.

Um euch verraten zu können, ob VWs Coupé das Zeug dazu hat, fokussieren wir uns jetzt auf das Auto selbst und lassen die holde Marie im Folgenden aus dem Spiel.



Von außen betrachtet ist den Wolfsburgern wirklich ein ganz großer Wurf gelungen. Die flache Flunder hat ihre Kurven genau dort, wo sie sein müssen, gibt sich von vorn und hinten elegant und schnittig – einfach wahrhaft fesch! Das sogenannte Kurkumagelb hat es mir besonders angetan und passt zum Auto wie die Faust aufs Auge. Neu, unverbraucht und dennoch irgendwie gediegen und cool. Innen mutet der Arteon, sofern man genug in die Austattung investiert hat, ebenfalls schön schön an, von luxuriös ist er aber doch wieder ein Stückchen entfernt. Aber wie gesagt, er will ja nicht der neue Rolls-Royce werden. Für den Fahrer ist alles VW-typisch intuitiv und simpel zu bedienen, was einerseits ein Kompliment ist, andererseits jedoch erinnert es daran, dass VW nicht aus seiner Haut kann, um vielleicht mal ein anderes Auto auf die Räder zu stellen.

Fahrtechnisch kann der Arteon überzeugen. Sowohl der 240 PS-Diesel als auch der 280 PS-Benziner überzeugen mit einem raschen Antritt und einer schier unfassbaren Laufruhe. Denn kaum ein Auto nimmt mit 20 Zöllern ausgestattet jegliche Unebenheiten so sanft und schonend, beim Fahrwerk ist VW tatsächlich ein ganz großer Wurf gelungen, der Arteon schmiegt sich förmlich an die Straße. Man kann in VWs neuem Topmodell zweifellos Spaß haben, aber eben in vernünftigen Grenzen – was manchmal ein Bisschen schade ist.



Ein weiterer Punkt pro Arteon sind dessen Assistenzsysteme, die beinahe alles abdecken, was der technologieaffine Fahrer sich nur wünschen kann. Besonders die adaptive Abstands- und Geschwindigkeitserkennung hat es mir angetan. Die bezieht andauernd Streckendaten aus dem Navi und passt so den Speed auch an Kurven (ja, auch in der Stadt) an. An der Ampel hält der Arteon sanft hinter dem Vordermann und startet wieder durch, sobald dieser das tut. Das Kurvenlicht bedient sich ebenfalls der Navidaten und leuchtet so noch früher alles aus. Theoretisch wäre der Weg von zuhause in die Arbeit also möglich, ohne ein einziges Mal die Pedale zu betätigen, sobald man erstmal ausgeparkt hat. Während ich normalerweise eindeutig der Fraktion angehöre, die selber fahren will und eigentlich auf die meisten Assistenzsysteme in diese Richtung verzichten könnte, kann ich mir schon vorstellen, dass das auf so manchen Pendler einen gewissen Reiz ausübt. Denn auch wenn man natürlich weiterhin allzeit eingreifbereit bleiben muss, verliert der nervenzehrende Stop and Go-Verkehr so viel von seinem Schrecken. Das Ganze funktioniert aber wirklich verlässlich, in der Hinsicht gibt es keinen Grund zur Beschwerde.

Summa summarum bewegt sich der Arteon ein Wenig zwischen den Welten. Äußerlich eines der allerschönsten Serienautos der jüngeren Vergangenheit, gibt er sich verlässlich und durchaus innovativ. Leider muss VW den Kompromiss zwischen Komfort und Spaß irgendwo schließen und deshalb geht uns der letzte Punch ab. Der kommt aber vielleicht mit dem V6, denn so ein Fahrzeug sollte einen Motor haben, der seinen Ambitionen entspricht. Diese Hin- und Hergerissenheiten bei all den genannten Punkten könnte bedeuten, dass der Arteon eine sehr eigenständige Position auf dem Markt, abseits von Audi und Co. findet – und dann wiederum baut er sich vielleicht seine ganz persönliche Fangemeinde auf. Ich würde es ihm auf jeden Fall wünschen, denn wenn man mal von allem Drumherum absieht, bleibt eins unterm Strich stehen: Der VW Arteon kann, was er können will, ausgezeichnet und ist viel zu schön, um daran zu sterben.

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Was die Welt nicht braucht: Die Rallye-Limo

Heute bei „Was die Welt nicht braucht“:

Die Rallye-Limousine



Die Gambler 500 Rallye hat es sich zum Ziel gesetzt, alten, zurückgelassenen Fahrzeugen nocheinmal eine Bühne zu bieten, auf der sie überzeugen können. Logischerweise finden sich daher alle möglichen und unmöglichen Gefährte im Starterfeld, wie etwa eine zum Rallye-Fighter aufgemotzte Strech-Limousine. Gestatten: die Sketch Limo!

Text: Jakob Stantejsky



Die Rallye-Limo ist in der Disziplin „navigation challenge“ an den Start gegangen. Da die Gambler 500 doch relativ unbekannt ist, finden sich leider nicht allzu viele Infos zu Ergebnissen etc. Aber wenn wir ehrlich sind, ist uns das auch relativ egal. Denn schaut euch mal dieses Monstrum an, dass da durch den Dreck fetzt! Absurde Autos sind einfach immer noch die besten Autos – vor allem, wenn sie auch noch ordentlich Power mit im Gepäck haben.

Außerdem würden wir mit dem Ding schon liebend gern mal vor irgendeinem sündteuren Nachtklub auftauchen – oder eben den Bauernhof unsicher machen. In der Sketch Limo ginge beides perfekt, blöde Blicke wären da wie dort sicher. Ein rundum gelungenes Fahrzeug eben!

The Gambler 500 was born from a dream. A dream of giving forgotten, tossed aside and abandoned autos new life. A chance to become legendary.

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VW Arteon: Der neue Dienstwagen Nummer eins?

Der neue beste Dienstwagen?

VWs Arteon verspricht immer mehr



Während Audi längst in der feinen Gesellschaft angekommen ist, hat VW den Aufstieg noch immer nicht geschafft. Der Phaeton war zwar eine technisch ausgefuchste Luxuslimousine, ist bei den Kunden aber zumindest in Europa und Amerika durchgefallen, weil die Niedersachsen offenbar zu weit gesprungen sind. Und der CC war so nah am Passat, dass dafür niemand einen ernsthaften Aufpreis zahlen wollte. Doch jetzt nimmt VW wieder einen Anlauf und sucht mit dem Arteon einen neuen Weg ins Oberhaus. Das Auto, mit dem dieses Kunststück gelingen soll, basiert zwar wieder auf dem Passat, geht aber in Form und Format eigene Wege und leistet sich deshalb auch einen eigenen Preis, der rund 5.000 Euro über dem Passat liegt.

Von Thomas Geiger



„Der Arteon ist weder der Nachfolger des CC noch ein neuer Phaeton“, sagt Elmar-Marius Licharz, der in der neuen Baureihen-Struktur die großen Modelle aus Wolfsburg verantwortet. „Sondern wir haben ein komplett neues Auto entwickelt, das zwischen den beiden alten Modellen platziert ist.“ Die Basis dafür liefert der Modulare Querbaukasten, mit dem Licharz den Arteon weiter von Limousine und Kombi abgerückt hat. Nicht nur das Design im Stil der gerade mal zwei Jahre alten Studie ist völlig eigenständig und zeigt mit einem schier endlos breiten Kühlergrill, betont scharfen Linien, einer schlanken Silhouette über rahmenlosen Türen und einem fließenden Heck, das breiter und verführerischer ist als beim Tesla Model S, mehr Präsenz als jeder Passat. Sondern auch das Format hat VW verändert: Mit fünf Zentimetern mehr Radstand streckt sich der Arteon auf 4,86 Meter und überragt den Spießer mit Stufenheck um gute zehn Zentimeter. Und vor allem durften sich die Designer ein bisschen Lust und Leidenschaft erlauben, sagt Licharz: „Während wir beim Passat um jeden Liter Innenraum ringen, mussten wir diesmal nicht ganz so hart kämpfen und haben uns manchmal lieber für die schönere als die praktischere Linie entschieden.“



So buchstäblich gekünstelt der Name wirkt, so schlüssig ist die Mischung aus Verführung und Vernunft. Denn der Arteon ist tatsächlich ein Auto, das deutlich oberhalb des Passat angesiedelt ist und trotzdem irgendwie zu VW passt. So gibt er zwar von außen mit stolzen 20-Zöllern, LED-Scheinwerfern und Wischblinkern das ziemlich feudale viertürige Coupé, das laut und kräftig an die Tür zum Oberhaus klopft. Doch wenn man einsteigt, erlebt man ein Platzangebot, das so vernünftig ist, wie es sich für einen Ableger von Deutschlands Dienstwagen Nummer 1 gehört. Die Beinfreiheit im Fond ist deshalb größer als in jedem anderen VW-Modell diesseits des chinesischen Phideon, und weil die sensorgesteuerte Heckklappe wie beim Skoda Superb im Dach angeschlagen ist, bietet der Arteon Kofferraum ohne Ende: 563 Liter Stauraum gibt es schon bei aufrechter Rückbank und dieser lässt sich auf 1557 Liter erweitern.



Während Hinterbänkler den Aufstieg deutlich spüren, erlebt der Fahrer die Unterschiede zum Passat eher geringer: Ja, die breitere Spur und der längere Radstand lassen den Testwagen etwas ruhiger liegen, wenn er als Kilometerfresser über die linke Spur der Autobahn fliegt. Außerdem ist das Auto fast noch ein bisschen leiser als der Passat und auf einer kurvigen Landstraße trotzdem noch wunderbar handlich. Und die bekannten Assistenzsysteme haben noch einmal dazu gelernt, so dass zum Beispiel die LED-Scheinwerfer und die automatische Abstandsregelung nun auch auf Navidaten und GPS-Sensor bauen. Doch im Cockpit sieht man die gleichen digitalen Instrumente wie im Passat, den vertrauten Touchscreen hinter der Glaskonsole, die bekannte Klimazentrale und die übliche Schaltkulisse. Und auch unter der Haube wird es erst einmal nur alte Bekannte geben.



In der Startaufstellung stehen drei Benziner von 150 bis 280 PS und drei Diesel von 150 bis 240 PS, wobei die jeweils stärksten Motoren serienmäßig mit Allrad daherkommen. Damit schafft der Arteon zwischen 220 und 250 km/h und kommt auf Verbrauchswerte zwischen 4,4 Litern Diesel und 7,3 Litern Benzin – auch das ist eine gelungene Kombination von Vernunft und Verführung.



Wie nah der Arteon Audi & Co kommt, merkt man am ehersten im Top-Modell. Denn 280 PS und 350 Nm sind ein Pfund, mit dem man gut Wuchern kann. Mit dem DSG auf Sport und dem Fahrwerk auf stramm wird der Passat im feinen Zwirn tatsächlich zum Pulsbeschleuniger und die Verführung ist plötzlich größer als die Vernunft. Erst recht, wenn man in 5,6 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und bei 250 km/h noch so viel Dampf hat, dass man sich über ein bisschen weniger Vernunft bei den Entwicklern gefreut hätte.



Zwar fährt sich der Spitzenbenziner so, wie man es von einer sportlichen Limousine an der Schwelle zur Oberklasse erwartet. Doch wirkt der Vierzylinder einfach nicht souverän genug für einen Smoking. Nicht umsonst bieten die Konkurrenten in dieser Klasse allesamt zwei, zum Teil sogar vier Zylinder mehr. Das weiß auch Baureihenchef Licharz und will deshalb bald noch einen Trumpf aus dem Ärmel ziehen: Er plant nicht nur einen Shooting Brake, sondern liebäugelt auch mit einem Fünf- oder Sechszylinder, den die Kollegen bei Audi beisteuern sollen.



Verführerisch bei Design und Fahrleistungen, vernünftig bei Packing und Preisfindung – so könnte VW mit dem Arteon der Aufstieg ins Oberhaus nach Phaeton und CC vielleicht doch noch gelingen. Nicht umsonst sind doch angeblich aller guten Dinge drei.

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Audi bringt den A4 und den A5 als g-tron

Auf der Suche nach dem G-Punkt

Audi bringt den A4 und den A5 als g-tron



Der VW-Konzern will aus der Not eine Tugend machen: Weil das Image des Diesels ruiniert und der flächendeckende Einsatz des Elektroautos noch weit ist, bringt der verhinderte Weltmarktführer den Erdgasantrieb – mal wieder – als Brückentechnologie auf die Tagesordnung. Den Anfang macht jetzt Audi. Denn nachdem die Bayern bereits 10.000 A3 g-tron verkauft haben, bringen sie im Juni auch den A4 Avant und den A5 Sportback mit Erdgas-Umrüstung an den Start.

Von Thomas Geiger



Der CO2-Ausstoß ist schließlich schon bei fossilem Gas um ein Viertel niedriger, und wenn man das Erdgas aus regenerativen Quellen nutzt, kann man den CO2-Ausstoß um rund 80 Prozent verringern. Außerdem emittieren Erdgasmotoren keinen Feinstaub und billiger ist der Sprit dank Steuerbonus obendrein. Deshalb wollen die Niedersachsen den Absatz über alle Konzernmarken bis zum Jahr 2025 verzehnfachen und dafür ihr Angebot dramatisch erweitern.



Kombi und Coupé-Limousine fahren beide mit einem 2,0 Liter großen Vierzylinder, der nach dem Umbau von 29 Teilen sowohl mit Benzin als auch mit CNG betrieben werden kann. Er leistet 170 PS, bringt bis zu 270 Nm an die Vorderachse und bringt es je nach Karosserie- und Getriebevariante in 8,4 Sekunden auf Tempo 100 und danach auf bis zu 226 km/h.

Beim Anlassen schüttelt er sich ein wenig stärker und man hört das lautere Knurren der härteren Verbrennung. Doch schon knapp jenseits der Schrittgeschwindigkeit geht das im Rauschen des Windes und dem Rollen der Reifen unter. Dann muss man schon sehr genau ins Cockpit schauen und nach der grünen CNG-Leuchte suchen, wenn man wissen will, welchen Sprit der Motor gerade verbrennt.



Anders als bei früheren CNG-Modellen hat man dabei in A4 und A5 nicht mehr die Wahl. Sondern erst einmal verheizt der Vierzylinder die 19 Kilo Gas, die in den vier Kohlefasertanks unter dem hinteren Wagenboden untergebracht sind. Nur wenn das nach bis zu 500 Kilometern verbrannt und keine Erdgastankstelle in der Nähe ist, saugt er aus dem auf 25 Liter geschrumpften Benzintank, der für weitere 450 Kilometer Reichweite an Bord ist.



Also alles im grünen Bereich? Nicht ganz. Denn ein paar kleine Kröten müssen g-tron-Fahrer trotzdem schlucken: Der Kofferraumboden ist wegen der Gasflaschen um knappe vier Zentimeter angehoben und das Ladefach im Souterrain entfällt. Der Avant fasst deshalb jetzt nur noch 415 und der A5 noch 390 Liter. Die Technik bringt rund zwei Zentner mehr Gewicht, die man vor allem in schnellen Kurven spürt. Und natürlich gibt es den Umbau ab Werk nicht zum Nulltarif: Zwar liegen die beiden Saubermänner bei einem Preis von 40.300 Euro für den Avant und 40.800 Euro für den Sportback auf dem Niveau eines entsprechenden Diesels und sind damit rund 3.000 Euro teurer als die vergleichbaren Benziner. Doch wenn man für 100 Kilometer aktuell nur auf eine Treibstoffrechnung von aktuell vier Euro kommt, rechnet sich der Aufpreis nach 20 bis 30.000 Kilometern, verspricht Produktmanager Tobias Block.



Audi setzt bei der Suche nach dem G-Punkt aber nicht nur auf neue Modelle mit sauberem Antrieb und Fahrleistungen ohne Kompromisse. Sondern die Bayern wollen zusammen mit den Konzernmarken zudem den Ausbau des Tankstellennetzes forcieren und die Zahl der Zapfpunkte bis zum Jahr 2025 in Deutschland mehr als verdoppeln. Und sie produzieren auch noch den passenden Kraftstoff dazu. Denn um den CO2-Vorteil von Erdgas voll auszuschöpfen, ersetzen sie fossiles durch regeneratives Gas, für das die Phrasendrescher aus dem Marketing den Begriff e-Gas ausgeknobelt haben. Das wird in einer eigenen Anlage im Emsland produziert, in der aus überschüssiger Windenergie erzeugter Wasserstoff mit dem CO2 aus Bioabfällen zu Methan umgewandelt und dann ins Erdgasnetz eingespeist wird. Dabei produziert Audi exakt so viel e-Gas, wie die g-tron-Fahrer verbrauchen und übernimmt zumindest für die ersten drei Jahre auch die Mehrkosten für den sauberen Sprit.



Auch Produktmanager Block weiß, dass die Erdgastechnologie nun wirklich nichts Neues ist und dass der Vorstoß von VW schon viele Vorläufer hatte. Doch der Produktmanager ist guter Dinge, dass es diesmal klappen könnte. Dabei helfen ihm nicht nur die drohenden Feinstaub-Fahrverbote, die für Erdgasmotoren nicht gelten werden, sondern ein Stück weit auch die Fehler der eigenen Firma. Denn nicht zuletzt der Dieselskandal hat einen Stimmungswandel bewirkt, der alternative Antriebe plötzlich wieder attraktiv erscheinen lässt: „Das Umweltbewusstsein“, so hat es Block jedenfalls beobachtet, „hat in den letzten Jahren spürbar zugenommen.“

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Das Ende des Heckantriebs im M5

Auf allen vieren

Das Ende des Heckantriebs im M5



Bei der einstigen Audi Quattro GmbH – heute Audi Sport – schwören sie seit dem ersten Tag darauf. Beim schnellen Mercedes-Ableger AMG haben sie es zumindest vor einer Modellgeneration erkannt. Und jetzt haben sie es auch bei BMW gekneißt: Je mehr Leistung die Werkstuner aus ihren Motoren kitzeln, desto schwerer wird es, die Kraft nur über zwei Räder auf die Straße zu bringen. Daher hat der neue M5 Allradantrieb.

Von Thomas Geiger



Wenn die Bayern ein Jahr nach dem Generationswechsel beim Fünfer Anfang 2018 den nächsten M5 von der Leine lassen, wechselt er ebenfalls auf alle Viere und kommt als erstes Powermodell aus Garching diesseits von X5 und X6 serienmäßig mit Allradantrieb. Nur so kann man die mehr als 600 PS und die deutlich über 700 Nm unseres weiterentwickelten 4,4-Liter-V8-Motors jederzeit und überall bedenkenlos genießen“, sagt Frank van Meel, der die Scharfmacher aus Garching anführt und den Sinneswandel für die sechste Generation des Fünfers zu verantworten hat.



Das neue System nennen sie in Garching M xDrive und machen damit nicht nur auf dem Heckdeckel ihre Eigenständigkeit deutlich. Denn statt einfach die Standardsoftware des Fünfers zu übernehmen, haben sie das Steuergerät neu programmiert und zur zentralen Schaltstelle für den maximalen Fahrspaß aufgerüstet. Bis zu 4.000 Stellgrößen von der Längssperre nach der achtstufigen Automatik über die Quersperre an der Hinterachse bis zur Kennlinie des Gaspedals werden nun alle fünf Millisekunden ausgelesen und mit einer völlig variablen Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse so optimiert, dass man das Potential des M5 jederzeit optimal auskosten kann. „So kombinieren wir die Agilität und Präzision des Standardantriebs mit der Souveränität und Traktion des Allradantriebs,“ sagt van Meel: „Damit lässt sich der neue BMW M5 sowohl auf der Rennstrecke wie auf der Straße auch bei besonderen Witterungsbedingungen gewohnt sportlich und zielgenau dirigieren.“



Die erste Testfahrt mit den noch stark getarnten Prototypen ein knappes Jahr vor der Markteinführung auf dem sonst hermetisch abgeriegelten BMW-Testgelände in Miramas geben dem M-Chef recht: Egal ob bewässerter Handling-Parcours oder trockene Tempo-Strecke – auf der Geraden stürmischer denn je, fühlt sich der M5 in Kehren und Schikanen immer und überall ein Eitzerl sicherer an, ohne dass der Spaß auf der Strecke bleibt. Man kann vor Kurven etwas später bremsen, sich enger an den Innenrand herantrauen und nach dem Scheitelpunkt früher wieder aufs Gas steigen, ohne dass die Kehrseite der Limousine ein gefährliches Eigenleben entwickelt.



„Das schafft im Alltag das nötige Vertrauen in so einen leistungsstarken Antrieb und bringt auf der Rundstrecke wertvolle Zeitvorteile“, sagt van Meel, der nichts vom Wettrüsten bei Leistung und Beschleunigungswerten hält. „Von 0 auf 100 beschleunigt man bei einem Rennen nur einmal, doch von der besseren Querdynamik profitiert man in jeder Kurve.“ Trotzdem hat der M-Chef natürlich eine diebische Freude am vergnügten Grinsen der Testfahrer, wenn der neue M5 den Kickdown mit einem Standardsprint in weniger als 3,5 Sekunden quittiert. Und interessiert registriert er das wissende Nicken, wenn die Limousine auf der langen Geraden selbst bei Vollgas noch so viel Luft hat, dass sie das offizielle Limit von 250 km/h weiterhin mit links erreicht und auch bei der üblichen Anhebung auf 300 km/h noch nicht am Ende ihrer Möglichkeiten ist.



Nach schon jetzt über zwei Jahren Entwicklung und Abstimmung hat BMW für den M xDrive zwar eine Abstimmung gefunden, die eigentlich immer passt. Erst recht für eine potente Business-Limousine, die vom Nürburgring in der Regel doch nicht mehr sieht als den VIP-Parkplatz. Doch weil immer ein bisschen Playstation mitspielt bei solchen PS-Protzen und weil man dem Kunden zumindest das Gefühl lassen will, er wisse und könne es besser als die Elektronik, gibt es gleich fünf unterschiedliche Modi für das Zusammenspiel der beiden Antriebsachsen und die Gewichtung bei der Kraftverteilung.



So lässt sich der Spaß schon im Standardmodus mit einer etwas längeren Leine für ESP & Co steigern, man kann die Kraftverteilung im Setup 4WD Sport ein wenig weiter nach hinten verlagern und parallel dazu den Einfluss der Stabilitätssysteme beschränken. Und man kann den M5 auf Knopfdruck ein paar Generationen zurückversetzen und ihn sehr zur Freude des Reifenhändlers zu einem reinen Hecktriebler ganz ohne elektronisches Fangnetz machen. Werden die Schwimmwinkel dabei Schritt für Schritt etwas weiter und der Einfluss des Gaspedals auf die Lenkung etwas größer, wird die Limousine dann zu einem quirligen Querschläger, der keinen Spaß mehr versteht und dafür umso mehr Spaß bereitet.



Dann allerdings fährt man mit erhöhtem Risiko und empfindet den neuen M5 viel ungestümer und weniger gut beherrschbar als seinen Vorgänger – obwohl sich die beiden in der Theorie plötzlich ganz nahe sind. Vor allem aber lernt man die Limousine dann plötzlich aus einer neuen Perspektive kennen. Und das kann man ganz wörtlich nehmen: Denn spätestens wenn man das Heck im Seitenfenster statt im Rückspiegel sieht, so langsam aus der Kurve getragen wird und am Ende der Testfahrt froh ist, wenn man den Schaden mit einem Rechen und einem Rasenmäher wieder gerade ziehen kann, weiß man, dass Allradantrieb bei über 600 PS und mehr als 700 Nm wirklich keine schlechte Idee sind.



Zwar sind mit dem M xDrive für den M5 die Dämme gebrochen und wer das Auto einmal mit Allrad gefahren hat, der möchte den Traktionsvorteil nicht mehr missen. Doch deshalb gleich auf eine breite Allradoffensive zu schließen, hält M-Chef van Meel für voreilig. Natürlich kann man davon ausgehen, dass auch der nächste M8, der in knapp zwei Jahren den M6 beerbt, die Technik übernimmt. Schließlich teilen sich Limousine und Coupé die gleiche Plattform. Doch schon beim Gedanken an M3 und M4 hat legt sich van Meels Stirn bei der Frage nach dem Allradantrieb in Falten und an einen M2 auf allen Vieren will er gar nicht erst denken.

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Honda Civic Limousine: Kompakt ganz groß?

Ein Kompakter mit Mittelklasseherz

Die Honda Civic Limousine



Bisher lag der Fokus des Honda Civic eher auf der Kompaktklassenkonkurrenz. Doch wenn die Japaner zum Fünftürer jetzt die Limousine nachreichen, dann verschiebt sich dieser ein wenig. Denn mit 4,65 Metern Länge, reichlich Platz auf allen Plätzen und einem Kofferraum von gewaltigen 519 Litern ist das Stufenheck dem Golfplatz längst entwachsen und schielt frech in die Mittelklasse.

Von Thomas Geiger



Das kommt nicht von ungefähr. Vor allem natürlich, weil der zehnte Civic ein globales Projekt ist, auch jenseits des Atlantiks verkauft wird und es die Amerikaner schließlich gerne eine Nummer größer haben. Aber das Wachstum passt auch den Europäern gut in den Kram. Schließlich wurde vor zwei Jahren der Accord eingestellt und Honda hat deshalb oberhalb des Civic keine andere Limousine mehr zu bieten. Da passt so ein Aufsteiger an der Nahtstelle zur Mittelklasse gut ins Programm.



Zumal der Civic den Klassensprung beim Antrieb gut rechtfertigen kann. Unter der Haube steckt schließlich ein Vierzylinder-Turbo, der zwar nur 1,5 Liter Hubraum hat, dafür aber auf 182 PS kommt und entsprechend engagiert zur Sache geht. 240 Nm reichen für einen Sprint von 0 auf 100 in 8,1 Sekunden und dass dem Auto bei 210 km/h schon wieder die Luft ausgeht, wird die eher rationale Kundschaft bei Honda weniger stören. Schon deshalb nicht, weil der downgesizte Motor zwar absolut vibrationsarm läuft, sich auf der Autobahn aber ordentlich in den Vordergrund spielt und alles andere als ein Leisetreter ist.



Auch bei der Ausstattung haben die Japaner so einen Sprung gemacht, dass sich der Civic vor Passat & Co. nicht verstecken muss. Er hat zwar kein animiertes, aber immerhin digitales Cockpit, eine große Touchscreen-Navigation und schon in der Grundausstattung mehr Assistenten, als manche Importmodelle in der Mittelklasse gegen Aufpreis bieten. Nicht umsonst sind Spurführungshilfe mit Lenkunterstützung genauso serienmäßig wie die automatische Abstandsregelung und die vorausschauende Notbremse.

Nur beim Ambiente hakt es noch ein wenig. Denn auch wenn alles hübsch ordentlich angerichtet ist, sich vornehm anfasst und man an jeder Ecke über eine praktische Ablage bis hin zur multifunktionalen Mittelkonsole stolpert, fehlt der düsteren Plastiklandschaft die Finesse, der Glanz und der Glamour, die in der Mittelklasse mittlerweile sogar die Koreaner bieten. Da merkt man dann doch, dass der Civic im Grunde seines Herzens ein Kompakter geblieben ist, der nur ein bisschen aus dem Leim gegangen ist.



Das gilt übrigens auch für die Preise, die, wie das ganze Auto, zwischen den Klassengrenzen angesiedelt sein. Weil es die Limousine, anders als den Fünftürer, nicht mit dem 129 PS starken Dreizylinder gibt und die Ausstattung so umfangreich ist, geht es erst bei 25.520 Euro los. Für ein kompaktes Stufenheck, das in der Praxis mit Autos wie dem Toyota Corolla oder dem Mazda 3 konkurriert, ist das eine stolze Ansage. Aber für eine Limousine, die es zumindest auf dem Papier mit einem Passat oder gar einem Dreier aufnehmen kann, ist das fast ein Schnäppchen. Erst recht, wenn der Viertürer nominell auch noch etwa 2.000 Euro günstiger ist als das gleich angetriebene aber besser ausgestattete Schrägheck.



Natürlich wissen sie auch bei Honda, dass sie es trotz des guten Platzangebots, der umfangreichen Grundausstattung und des virtuellen Preisvorteils nicht wirklich mit Passat & Co aufnehmen können. Erst recht nicht, weil die Japaner auf dem in dieser Klasse so wichtigen Flottenmarkt keine Rolle spielen. Doch ändert das nichts an ihren Erwartungen. Nachdem sie bislang nur wenige Hundert Limousinen veekauft haben, wollen sie den Anteil jetzt auf 20 Prozent steigern und über 1.000 Viertürer pro Jahr auf die Straße bringen.

Mercedes-Benz Concept A Sedan, 2017

A-Klasse-Limousine: Bekenntnis zum Stufenheck

Bekenntnis zum Stufenheck

Die A-Klasse-Limousine kommt



Mercedes plant für die zweite Generation der Modularen Frontantriebsarchitektur MFA eine deutliche Ausweitung der Modellpalette: Statt bislang fünf wollen die Schwaben künftig ganze acht Fahrzeuge gegen Golf & Co in Stellung bringen. Und damit sich der Nachwuchs unter den Mercedes-Kunden darauf schon so langsam einstellen kann, zeigen die Stuttgarter jetzt auf der Messe in Shanghai als ersten Ausblick auf die Neuzugänge die seriennahe Studie einer A-Klasse-Limousine.

Von Thomas Geiger



Zugeschnitten auf Konkurrenten wie das Stufenheck des Audi A3 oder die nur in China angebotene Limousine des BMW 2er und vor allem für dem Export nach Asien und Amerika gedacht, wird der Viertürer mit 4,57 Metern zum Baby-Benz der Millenials und beerbt so den legendären 190er. Dabei ist er zwar nicht ganz so fancy und stylish wie der CLA, wirkt aber sportlich und schick genug, um nicht gleich als Auto für Rentner und Langweiler abgestempelt zu werden. Erst recht nicht, wenn das Showcar den Panamericana-Grill der AMG-Modelle trägt und mit spektakulären UV-Gittern in den Scheinwerfern die Blicke fängt.

Während Designchef Gorden Wagener einmal mehr die Kunst des Verzichts übt, noch ein paar Linien aus dem Blech nimmt und die glatten Flächen dafür noch stärker skulpturiert, ohne daraus wie beim letzten Modellwechsel gleich wieder eine große Revolution zu machen, haben die Ingenieure ein deutlich dickeres Lastenheft: Sie müssen vor allem innen mehr Platz schaffen und den Bonsai-Benz auf Augenhöhe mit C-Klasse & Co bringen, ohne dass die Kosten aus dem Ruder laufen.



Das wollen sie vor allem mit Assistenz und Infotainment bewerkstelligen, hört man aus Stuttgart und erfährt von Prototypen, die innen eine ähnliche Bildschirm- und Bedienlandschaft haben wie die E-Klasse – die Blackberry-Tasten am Lenkrad und das Touchpad auf dem Mitteltunnel inklusive. Dazu gibt es eine Panorama-Kamera fürs einfachere Rangieren, aus den schmaleren Scheinwerfern strahlen LED-Brenner und im Bordcomputer arbeitet ein Vital Coach, der die MFA-Modelle zu Langstrecken-Autos machen soll. Denn so, wie es Mercedes auf der CES in einem Maybach demonstriert hat, wird es künftig auch in den kleinsten Modellen spezielle Wellness-Programme geben, die den Fahrer mit Licht und Luft, Massage und Musik stimulieren oder entspannen. Und zum ersten Mal sollen bei A-Klasse & Co die Sitze so programmiert werden, dass der gesamte Bewegungsapparat angeregt wird und man fitter aus- als einsteigt. „Denn Sitzen ist das neue Rauchen“, sagt Ergonomiechef Götz Renner mit dem Kompakten der Volkskrankheit Nummer 1 den Kampf an.



Während zumindest innen also doch wieder eine kleine Revolution angezettelt wird, gibt es unter dem Blech vor allem Evolution. Denn im Grunde bleibt es wohl bei den bekannten Drei- und Vierzylindern, die alle ein bisschen mehr Leistung bekommen und ein bisschen weniger verbrauchen werden. Und wo bislang die B-Klasse den Stromer gab, wird künftig wohl am ehesten die A-Klasse oder der GLA optional der elektrischen Submarke EQ zugeschlagen.

Wer dagegen in der alten Welt verharrt, für rund 100 PS mit dem Basismodell kalkuliert und nach oben bis etwa 250 zählt, der liegt wahrscheinlich nicht ganz daneben. Außer er denkt an AMG. Denn die schnellen Schwaben sind diesmal gut für 400 PS und sollen sich so auch auf der Überholspur die Pole-Position sichern.



Die weiterhin nur als Fünftürer lieferbare A-Klasse als direkter Golf-Gegner, die B-Klasse als Alternative zum BMW Active Tourer, CLA und CLA Shooting Break als Designerstücke, der GLA als kleinstes SUV mit Stern und dazu noch die A-Klasse-Limousine – das sind allerdings nur sechs Varianten. Die siebte wird, so viel ist ebenfalls schon klar, ein zweiter Geländewagen, der etwas kantiger wird als der GLA und unter dem Namen GLB läuft. Nur über die achte muss man weiter spekulieren- Doch nachdem Mercedes nun wirklich kein weiteres Cabrio mehr braucht und die Kritik am BMW Grand Tourer nicht zur Nachahmung animiert, wird es wohl gerade mit Blick auf China auf eine Langversion der Limousine oder des GLB hinauslaufen.



Zwar sind nicht alle Kompakten Selbstläufer und direkte Konkurrenten wie das Stufenheck des Audi A3 tun sich zumindest bei uns schwer im Kampf gegen das Spießer-Image. Doch davon lässt sich Mercedes keine Angst einjagen. Denn erstens hat Designchef Wagener eine Karosserie entworfen, die so schnittig und straff ist, dass sie kaum Staub ansetzten kann. Und zweitens sind die zwei Millionen Exemplare der ersten Generation von A-Klasse & Co eine solide Basis: „Dieser Erfolg zeigt, dass unsere Kunden von der aktuellen Kompaktwagen-Generation komplett begeistert sind“, sagt Vertriebschefin Britta Seeger: „Daher sind wir äußerst zuversichtlich, dass wir mit dem geplanten Ausbau diese Erfolgsgeschichte weiter fortsetzen werden.“


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Der VW Arteon greift an!

Aller guten Dinge sind drei?

Der VW Arteon greift an!



Phaeton und Passat CC gehören nun beide der Vergangenheit an. Doch auch wenn sich VW gerade neu sortiert und aus gegebenem Anlass vor allem auf bezahlbare Elektromobile setzt, wollen die Niedersachsen die zahlungskräftige Kundschaft oberhalb des Passat nicht von der Leine lassen. Deshalb fahren sie jetzt in Genf ihr neues Flaggschiff Arteon auf die Bühne und wollen bereits im Juni mit der Auslieferung beginnen.

Von Thomas Geiger



„Der Arteon ist weder der Nachfolger des CC noch ein neuer Phaeton“, sagt Elmar-Marius Licharz, der in der neuen Baureihen-Struktur die großen Modelle aus Wolfsburg verantwortet. „Sondern wir haben ein komplett neues Auto entwickelt, das zwischen den beiden alten Modellen platziert ist.“

Zwar basiert das Auto genau wie damals der CC auf dem Passat. Doch mit dem Modularen Querbaukasten als Basis hat Licharz den Arteon deutlich weiter von Limousine und Kombi abgerückt. Nicht nur das Design im Stil der gerade mal zwei Jahre alten Studie ist völlig eigenständig und zeigt mit betont scharfen Linien, einer schlanken Silhouette über rahmenlosen Türen und einem fließenden Heck, das breiter und verführerischer ist als beim Tesla Model S, mehr Präsenz als jeder Passat. Sondern auch das Format hat VW verändert: Mit fünf Zentimetern mehr Radstand streckt sich der Arteon auf 4,86 Meter und überragt den Spießer mit Stufenheck um gute zehn Zentimeter. Und vor allem durften sich die Designer ein bisschen Lust und Leidenschaft erlauben, sagt Licharz: „Während wir beim Passat um jeden Liter Innenraum ringen, mussten wir diesmal nicht ganz so hart kämpfen und haben uns manchmal lieber für die schönere als die praktischere Linie entschieden.“



So buchstäblich gekünstelt der Name wirkt, so schlüssig ist das Konzept. Denn der Arteon ist tatsächlich ein Auto, das deutlich oberhalb des Passat angesiedelt ist und trotzdem irgendwie zu VW passt. So gibt er zwar von außen mit stolzen 20-Zöllern, LED-Scheinwerfern und Wischblinkern das ziemlich feudale viertürige Coupé, das laut und kräftig an die Tür zum Oberhaus klopft. Doch wenn man einsteigt, erlebt man ein Platzangebot, das so vernünftig ist, wie es sich für einen Ableger von Deutschlands Dienstwagen Nummer 1 gehört. Die Beinfreiheit im Fond ist deshalb größer als in jedem andren VW-Modell diesseits des chinesischen Phideon, und weil die sensorgesteuerte Heckklappe wie beim Skoda Superb im Dach angeschlagen ist, bietet der Arteon Kofferraum ohne Ende, verspricht Licharz: 563 Liter fasst er schon bei aufrechter Rückbank und lässt sich auf 1557 Liter erweitern. „Wir haben einen deutlich größeren Innenraum als Konkurrenten wie das BMW Vierer Gran Coupé oder der Audi A5 Sportback“, unterstreicht Licharz. Und wem das noch nicht reicht, dem würde der Baureihenleiter am liebsten noch einen Shooting Brake verkaufen, um den er gerade heftig mit dem Vertrieb ringt.



Während Hinterbänkler den Aufstieg deutlich spüren, erlebt der Fahrer die Unterschiede zum Passat eher geringer: Ja, die breitere Spur und der längere Radstand lassen den Testwagen etwas ruhiger liegen, wenn er mit hohem Tempo über die einsamen Landstraßen fliegt. Doch im Cockpit sieht man die gleichen digitalen Instrumente wie im Passat, den vertrauten Touchscreen hinter der Glaskonsole, die bekannte Klimazentrale und die übliche Schaltkulisse. Und auch unter der Haube wird es erst einmal nur alte Bekannte geben. Zum Start im Sommer plant Licharz mit drei Benzinern von 150 bis 280 PS und drei Dieseln von 150 bis 240 PS, wobei die jeweils stärksten Motoren serienmäßig mit Allrad kommen.

Zwar sieht der Arteon tatsächlich nach einem Aufstiegskandidaten aus und es könnte im dritten Anlauf vielleicht doch noch einmal etwas werden mit VW auf dem Weg in der Oberklasse. Doch bei aller Liebe zum Luxus meiden die Niedersachsen diesmal einen Begriff, den sie früher vielleicht ein bisschen überstrapaziert haben: „Premium“ kommt ihnen diesmal nicht über die Lippen. Aber vielleicht könnte genau das der Schlüssel zum Erfolg werden.

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Mercedes-AMG GT kommt als Limo

Move over, Panamera!

Der Mercedes-AMG GT mutiert zur Limousine



Der Porsche Panamera hat mit diversen Varianten in den letzten Wochen die Schlagzeilen an sich gerissen. Was die Zuffenhausener aus dem 911er gezaubert haben, kommt offensichtlich gut bei den Leuten an. Wieso sollte man also nicht auf diesen Zug aufspringen, denken sich augenscheinlich die Nachbarn bei Mercedes. In diesem Sinne tauchte vorgestern das erste und – bis dato – einzige Bild eines Mercedes-AMG GT Konzepts auf, das das Panamera-Rezept nachkochen will. Und gestern haben die Stuttgarter auch noch ein Teaser-Video nachgeschossen, welches ihr weiter unten bewundern könnt.

Wie es eben meist so ist, kann man auf den gebotenen Bildern nicht viel erkennen; zumindest, was das große Ganze angeht. Der Name und die zu erkennende Form lassen uns jedoch darauf schließen, dass hier eine Limousine auf Mercedes-AMG GT-Basis entsteht. Dementsprechend wird die Motorisierung und Dynamik sicher in der allerersten Klasse mitspielen, oder sie sogar ordentlich aufmischen. Auf dem Genfer Autosalon erfahren wir höchstwahrscheinlich mehr und geben es dann selbstverständlich direkt an euch weiter! Unserer Erwartung nach hat das Ding das Potential zum Traumwagen.


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Der Panamera steht unter Strom

Attacke auf Tesla?

Der Panamera steht unter Strom



Wer einen Porsche sein Eigen nennt, gilt zurecht gemeinhin nicht gerade als Klimaschützer. Doch jetzt öffnen sich die Schwaben weiter für umweltbewusste Gemüter und versprechen reichen Rasern ein reines Gewissen. Denn ausgerechnet die neue Top-Version des Panamera rüsten sie nun ebenfalls mit einem Plug-In-Hybriden auf und stellen so zum ersten Mal einen Stromer an die Spitze der Baureihe.

Von Thomas Geiger



Das Paket, das sie dafür schnüren, kann sich bei Vollgasfetischisten genauso sehen lassen wie bei Tesla-Fans und Klimaschützern. Denn auf der einen Seite schafft der neue Panamera Turbo S E-Hybrid den Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,4 Sekunden schneller, als man seinen sperrigen Namen aussprechen kann, und fährt mit einer elektrischen begrenzten Spitzengeschwindigkeit von 310 km/h allen Zweifeln davon. Und auf der anderen Seite kann er mit dem im besten Fall in 2,4 Stunden aufgeladenen Akku immerhin bis zu 50 Kilometer ohne Verbrenner fahren und dabei ein Tempo von 140 km/h erreichen. Und weil die Politik einen Faible für Plug-Ins hat, sinkt rein rechnerisch der Verbrauch auf 2,9 Liter und stempelt den Sprintkönig unter den Luxuslinern auch noch zum Sparmeister.



Als Basis dafür dient den Entwicklern das gleiche Paket wie im gerade vorgestellten Panamera 4 E-Hybrid. Nur dass sie diesmal den 100 kW-Motor und den 14,1 kWh großen Lithium-Ionen-Block aus der E-Abteilung nicht mit einem V6-, sondern gleich mit einem V8-Benziner zusammenspannen. Statt 550 stehen dann als Systemleistung 680 PS im Datenblatt und das maximale Drehmoment klettert auf 850 Nm. Kein Wunder, das Porsche den Spitzenstromer ausschließlich mit Allradantrieb ausliefert, weil so viel Kraft selbst die 21-Zöller auf der Hinterachse alleine wahrscheinlich überfordern würden.



Zwar verspricht der Panamera Turbo S E-Hybrid Rasen ohne Reue und ist zugleich ein eindrucksvolles Bekenntnis dafür, wie ernst es Porsche mit der Elektrifizierung seiner Modellpalette meint. Und außerdem ist es eine lautstarke Warnung an Tesla, dass die bequemen Zeiten im Grünen Bereich schon vor der Premiere des Mission E so langsam zu Ende gehen. Doch Porsche wäre nicht Porsche, wenn sich die Schwaben das gute Gewissen nicht teuer bezahlen ließen. Zwar ist der Turbo S wie üblich auch besonders gut ausgestattet und hat neben der Luftfederung und der Hinterradlenkung für die Langversion zum Beispiel gleich auch Keramikbremsen an Bord. Doch mit 185 736 Euro für den kurzen und 199 183 Euro für den langen Panamera ist der Turbo S eben auch gute 30 000 Euro teurer als der normale Turbo. Aber es hat ja niemand gesagt, dass Sparen ein billiges Vergnügen ist. Erst recht nicht, wenn man es dabei auch noch eilig hat.