The Grand Tour

Farmkhana mit Jeremy Clarkson

Wenn Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May sich daran machen, irgendetwas zu parodieren, bleibt meist kein Auge trocken. In diesem Fall nimmt sich Ersterer Ken Block und sein Gymkhana vor. Denn wer braucht auserlesene Locations in London, wenn man auch in einem hochgezüchteten Subaru über den Bauernhof zu fetzen kann? Das ist Farmkhana!

Text: Jakob Stantejsky / Foto: The Grand Tour

Ich finde es einfach zum Schreien komisch, wie perfekt The Grand Tour den Ton von Gymkhana trifft und doch permanent eine derart abstruse Parodie bleibt. Außerdem kann man sich das Filmchen ruhig mehrere Male geben, denn in dem Spektakel stecken zahllose (absichtliche) Logikfehler. Pedale schnell zu bedienen macht ja Sinn, aber wenn Jeremy Clarkson leichtfüßig und völlig sinnbefreit einen Stepptanz hinlegt, kann ich nur laut losprusten. Oder wie kommt es, dass der Brite das Steuer wild herumreißt, aber im nächsten Shot von außen schnurgerade dahinschießt? Ein besonders subtiles Highlight: Bei 2:19 röhrt der Motor auf, der Drehzahlmesser schnellt in die Höhe – doch der Tachometer bewegt sich kein Bisschen. Scheint fast so, als wäre diese Aufnahme im Leerlauf geschossen und dann willkürlich irgendwo ins Video geklatscht worden. Es muss eben nicht immer die Faust aufs Auge sein, weniger ist in diesem Falle lustiger.

Das grandioseste, ja glorioseste, Feature an Farmkhana ist aber zweifellos Jeremy Clarksons Gesicht. Viel bescheuerter und gleichzeitig verbissener kann ein menschliches Lebewesen nicht mehr dreinschauen und wer den Engländer mit seinen (normalerweise) zahllosen Kommentaren kennt, weiß: Auch das blödeste Gfries 2018 ist einfach nur gespielt und das macht es umso schöner. Ein komplettes Behind the Scenes-Video würde ich liebend gern bieten können, doch derweil muss die Torszene unten reichen. Aber daran kann man schon recht gut erahnen, was für ein uferloses Chaos Jeremy Clarkson wohl veranstaltet hat.