Urban Hero

Der Toyota Yaris im Motorblock-Check

Vor einigen Monaten erst berichteten wir euch von unserer Kreisverkehrshatz durch die Niederlande im Toyota Yaris. Mittlerweile durften wir auch im schönen Wien Hand an den spritzigen Flitzer legen und ihn in seinem natürlichen Lebensraum erleben. Dabei ist nicht nur Laune aufgekommen, sondern wir konnten auch die praktischen Vorzüge des kleinen Japaners genießen.

Den Überlandaspekt haben wir schon im eben erwähnten Artikel im April eingehend untersucht und beschrieben – auch in heimischen Gefilden ändert sich nichts an der relativen Laufruhe und Zügigkeit, die der Yaris seinen Insassen auch bei 130 gönnt. Klar, völlige Stille ist etwas anderes, aber es sind deutlich lautere Kleinwagen auf den Straßen dieser Welt unterwegs, insofern gibt es in dieser Hinsicht ein großes Lob an Toyota. Doch kommen wir zur wahren Kernkompetenz des Yaris: Der Großstadt! Denn hier spielt der hauchdünn unter vier Meter lange Flitzer seine Karten am besten aus. Denn wo der 1,5 Liter-Motor mit seinen 111 PS auf der Langstrecke irgendwo doch an seine Grenzen stößt (siehe 0 auf 100: 11 Sekunden), so präsentiert er sich beim Ampelsprint frech und zeigt den anderen Verkehrsteilnehmern gern auch mal die breiten Rücklichter. Wenn man dann auch noch das Glück hat, einmal auf ein paar leere Straßenzüge zu treffen, erfreut man sich auch an der Kurvenlage des Urban Heros namens Toyota Yaris. Ruckzuck und zickzack flutscht man kreuz und quer durch die Gassen und Straßen – dank der geringen Größe entsteht auch in der Stadt fast so etwas wie Freiheitsgefühl.

Ein eher cooles Feeling kommt hingegen im Cockpit auf, wo eine gelungene Mischung aus oldschooligen Tasten und einer rasch zu bedienenden digitalen Welt gefunden wurde. Ja, die Materialqualität ist nicht überall das Knallgelbe vom Ei und so Mancher wird an der eigenständigen Ästhetik der Mittelkonsole garantiert etwas auszusetzen haben, doch echten Anlass zum Motzen gibt es wahrlich nicht. Die Sitzgelegenheiten lassen nämlich nichts zu wünschen übrig und ziehen einen gekonnt in ihre weiche Umarmung. Selten sitzt man so bequem in einem Kleinwagen – auch wenn die Fahrt dank Stau und Co. doch einmal sehr an den Nerven zerrt. Summa summarum ist der Yaris von innen her gesehen ein sehr simples Auto, was aber absolut keine Kritik sein soll. Eher ist damit gemeint, dass sich jeder schnell zurecht findet und alles sehr straight und schnell zu bedienen ist. Die großen Ablenkungen kann und will man sich im Stadtverkehr sowieso nicht leisten und alles, was gebraucht wird, wird hier gefunden.

Außen geht es ähnlich klar und direkt zu. Das Design des kleinen Toyotas entbehrt zwar nicht der für asiatische Kleinwagen typischen Flippigkeit, doch zeigt es sich doch soweit zurückhaltend, dass sich kaum Unkenrufe wegen zu massiver Spacigkeit finden dürften. Von vorne fühlt man sich beinahe an die noblen Brüder von Lexus erinnert, hinten sorgen die weit in den Kofferraumdeckel gezogenen Rückleuchten für ein breites und somit kräftiges Auftreten. So klein und spritzig der Yaris auch ist, bleibt er insgesamt doch eher erwachsen als verspielt.

Fesch, praktisch und zusätzlich noch spaßig – mehr verlangt man doch von einem Auto normalerweise nicht, oder? Der Toyota Yaris bringt all das mit und bietet sogar noch ein besonderes Feature: Denn der spritzige Japaner hat ein Talent, mit dem er die Stadt zur Landstraße verwandelt. Zumindest fühlt man sich genauso frei – und schon das allein ist absolute Oberklasse in einem Kleinwagen verpackt.