Vector W8

Raumschiff auf Rädern

„Vector Aeromotive Corporation“ hieß die Firma, die 1990 den faszinierenden W8 herstellte. Das Design von Gerald Wiegert gepaart mit neuestem Raumschiffmaterial machte ihn zum außergewöhnlichen Supercar vergangener Tage.

Von Karl Jereb

1990 begeisterte ein ungewöhnliches doch gleichzeitig aufregendes Fahrzeug die Motorwelt. In den drei Jahren seiner Produktion wurden nur 22 Stück des Vectors W8 gebaut und lediglich 19 davon ausgeliefert. Nicht zuletzt durch den immensen Druck, den er auf die Brieftaschen der Haute-Volée ausübte. Er kostete nämlich umgerechnet rund 335.000€, was auch dem Einsatz von damals neuestem Material aus der Luftfahrt geschuldet ist. Heutzutage kann man gut erhaltene Exemplare für über 1,4 Millionen Euro ersteigern, wenn mal einer am Markt auftaucht.

Den Besitzer überdauern

Der Einsatz von Kevlar, Kohlefaser und Nieten, die in der Raumfahrttechnik zum Einsatz kamen, sollten den Vector bei sorgsamer Handhabung nahezu unkaputtbar machen. Das Semi-Aluminium Monocoque gleicht dem des Raumschiffes Enterprise. Für die damalige Zeit waren Bildschirme und derart viele Knöpfe eine Sensation, so dass sich die wenigen Besitzer erhöhter Aufmerksamkeit sicher sein konnten. Doch auch Motorenseitig bietet der Vector eine erstaunliche Maschine. Ein 6 Liter V8-Motor von Chevrolet befeuert den W8 in nur 4,2 Sekunden auf 100 km/h. Die Kraftübertragung geschieht über ein 3-Gang-Automatikgetriebe. Für damalige Verhältnisse ähnelte er eher einer Rakete als einem Fahrzeug. Mithilfe des Twin-Turbos generierte er rund 650 PS, doch auf dem Dynamo testeten die Hersteller die maximal mögliche Leistung bei vollem Ladedruck, was einen erstaunlichen Wert von 1200 PS bei „14 lbs of boost“ erbrachte. Dank dieser Werte schaffte der Vector W8 sage und schreibe 354 km/h. Das „Road & Track Magazin“ schrieb damals, dass er keine Gegner hat, außer vielleicht den damals erst angekündigten McLaren F1. Leider wurde die Firma 1993 verkauft und die Produktion des W8 eingestellt, denn 19 Stück sind eindeutig zu wenig. Wenigstens können wir uns heute an den Bildern der Hightech-Flunder ergötzen.