Mit dem Volvo S60 T6 stellt die schwedische Marke auch dieses Jahr wieder das Pacecar für den Histo Cup. Löbliches Engagement in der heimischen Rennsportszene, noch dazu mit dem Topmodell der Baureihe. Doch was macht so ein Safetycar, wenn es gerade keine Rennen zu betreuen gibt? Ein Erfahrungsbericht.

Text: Philipp Stalzer

Der Histocup sorgt an 8 Terminen im Jahr, von April bis September, auf Rennstrecken in und um Österreich für das wunderbare „Rennsport wie damals“-Gefühl. Startberechtigt ist in verschiedenen Klassen, was auch damals schon Rang und Namen im Tourenwagen- und Rennsport hatte. Ford, BMW, Alfa, Opel, Porsche, Jaguar – um nur einige zu nennen, wuseln laut und bunt in durchwegs ernsthaftem Tempo im Kampf um den Sieg um die Strecken. Doch wer passt auf, sollte mal was geschehen?

Schwedische Rakete

Zum wiederholten Mal stellt die österreichische Zweigstelle von Volvo das Safetycar für die klassische Rennveranstaltung zur Verfügung. Moment mal, Volvo? Auf einer Rennstrecke? Auf den ersten Blick vielleicht ungewohnt, aber mit den Eckdaten des S60 T6 lässt sich anständiges Tempo, um die gierige Rennwagenmeute bei Bedarf in Schach zu halten, ganz gut realisieren. Das Topmodell presst aus einem 2 Liter großen 4-Zylinder Turbobenziner beachtliche 306 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment, die über eine 8-Gang Automatik mit Contenance aber Nachdruck an die Vorderräder geschickt werden. Die ausgewachsene Mittelklasselimousine lässt sich so erstaunlich behände um die Ecken werfen und auch beim Zwischensprint auf der Autobahn verhungert man keineswegs, wenngleich man den 5- und 6-Zylinder Aggregaten in den bisherigen Topmodellen natürlich nachweint.

Ausflug ins Asphaltige

Der Weg führt uns nach Spielberg – auch an seinem freien Wochenende hat der S60 T6 Sehnsucht nach dem Rummel auf der Rennstrecke. Zwar darf er bei der „fremden“ Veranstaltung offiziell nicht mitmischen, aber ein Plätzchen im Infield ist für den in der superknalligen Irrsinnsfarbe „Rebel Blue“ gehaltenen und mit dem R-Design Paket aufgebrezelten S60 frei. Die markige, zweiflutige Auspuffanlage, ein angedeuteter Diffusor und ein lässiger Abrisskanten-Spoiler kräftigen die Heckansicht, dynamisch wirkende Aluräder und ein Frontdesign das zwischen grimmig und freundlich changiert komplettieren den sportlichen R-Design Auftritt, tragen aber nicht zu viel auf. Typisch Volvo eben.

Die markige, zweiflutige Auspuffanlage, ein angedeuteter Diffusor und ein lässiger Abrisskanten-Spoiler kräftigen die Heckansicht, dynamisch wirkende Aluräder und ein Frontdesign das zwischen grimmig und freundlich changiert komplettieren den sportlichen R-Design Auftritt, tragen aber nicht zu viel auf. Typisch Volvo eben.

Wohnlicher Innenraum des Volvo S60 T6

Ebenfalls dem R-Design Paket zu verdanken sind die bequemen, wie auch Seitenhalt bietende Sitze, die in feinstem Nappaleder und sportlichem Alcantarabezug gehalten sind. Auch auf der Langstrecke traumhaft, wenngleich die Sitzposition für groß gewachsene Menschen gerne etwas niedriger ausfallen könnte. Das Cockpit, vor allem der Voll-LCD-Tacho, wirkt modern – in die Bedienlogik muss man sich aber eine Weile einarbeiten.

Immer noch ein Hingucker: die „Wasserfall“-Mittelkonsole, bei der die vollständige Telefontastatur die „Knöpferflut-Nörgler“ auf den Plan rufen wird. Special Feature des Safetycars: der Becherhalter ist mit der Steuerung der Dachgallerie besetzt – macht ohnehin mehr Spaß.

Freizeit-Spaß der Histocupler unter sich

Nach der Stippvisite in Spielberg trifft sich der Safetycar-S60 auch noch mit ein paar „alten Bekannten“ aus dem Histopcup im Freizeitdress. Die habens besser als die Rennwagen, können sie sich doch die meisten Zeit in ihrer Garage ausruhen. Manchmal fadisieren sie sich dabei schon, aber dem Werterhalt und -zuwachs zuliebe müssen sie das eben aushalten. Der ist so erstaunlich hoch, dass sich ein brandneuer S60 T6 schon recht locker ausgeht mit dem Verkauf eines sehr gepflegten E30 M3 Sondermodells, die um mittlerweile rund 70.000 Euro den Besitzer wechseln. Die Basis eines S60 T6 R-Design beginnt nämlich ab 51.750 Euro.

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