VW Freizeitmobile – Camper & Glamper

Reisen ohne festen Wohnsitz

Die VW Nutzfahrzeugsparte offeriert auf Basis von T6, Caddy und Amarok – demnächst auch Crafter – eine breite Palette an Konfektions-Freizeitfahrzeugen. Die können zur luxuriösen mobilen Bleibe weiter aufgepeppt werden.

Text: Beatrix Keckeis-Hiller
Fotos: Hersteller

Jeder reist auf seine Weise. Manche kommen mit einer Kreditkarte als Gepäck aus. Andere peilen keinerlei festen Urlaubswohnsitz à la Hotel und Pension an. Die wollen individuell wegfahren, örtlich beweglich bleiben und trotzdem einen möglichst kompletten Haushalt dabeihaben. Das kann man sich – abgesehen von der Möglichkeit des Zeltens (was aber gepäcktechnisch einigermaßen einschränkt) – mit einem Wohnwagen einhandeln. Wer aber so ein recht unhandliches Anhängsel nicht mitziehen mag, der ist möglicherweise mit einem Reisemobil besser bedient. Vor allem wenn man es vorzieht, nicht dorthin zu fahren – und zu verweilen – wo schon viele andere sind, sondern vorhat, abgeschiedene Plätze (aufzu)suchen.

California Dreaming

Campingmobile liegen im Trend. Tendenz steigend. Dementsprechend nimmt die Zahl der Anbieter zu. Die Volkswagen Nutzfahrzeugsparte ist mit einer Reihe von Modellen vertreten, teils mit Fahrgestellen, teils mit Basis-, teils mit kompletten Aufbauten. Der Transporter, mittlerweile bei T6 angelangt, ist eine fixe Größe, als konfektioniertes Freizeit-Mobil namens „California“. Als Nachfahre des legendären „Bulli“, den frühen VW-Bus-Umbauten fürs Reisen, ist er jetzt ein Objekt der Träume jener, die im Urlaub von festen Wohnsitzen unabhängig sein wollen.

Die Grundversionen heißen „Beach“, „Coast“ sowie „Ocean“ und sind je nachdem rudimentär oder bereits recht elitär grundausgestattet: mindestens mit Ausstelldach, Bett und Campingmöbeln. Zusammengebaut werden sie in Handarbeit, in einem Zweigwerk der VW Nfz-Zentrale in Hannover, im Manufaktur-Werk Limmer, wo man den Tischlern, Installateuren, Elektrikern etc. gegebenenfalls beim Kücheneinbau, der Verkabelung und weiteren Montageschritten zuschauen kann.

Auch klein ist campingfein

Aber auch mit den kleineren Nützlingen wie dem Caddy kann man campen. Die entsprechende Sonder-Version heißt ebenfalls „Beach“, sie wird in der Standard- und in der Langvariante offeriert, mit serienmäßig beidseitigen Schiebetüren, wahlweise als Benziner, Diesel oder Erdgas-Trieblig und optional mit Allradantrieb. Zur Aufpreis-Mitgift gehören Kühlfach, Outdoor-Möbel, flexible, ausbaubare Sitze, Vorzelte und Zusatzheizung.

Erst recht tauglich für individuelle Abwege, vor allem in weniger wegsames Gelände, ist der Amarok. Harte Naturen kommen vielleicht mit der Ladefläche als Schlafplatz aus. Addiert man das Hardtop bleibt’s auch dann halbwegs gemütlich, wenn das Wetter nicht ganz freundlich ist. Ist eine Cargo-Box an Bord, ist auch das Gepäck geordnet verstaubar.

Unabhängigkeit im Unwegsamen

Doch das ist alles, selbst wenn – wie im Falle des Top-California – topausgestattet erst einmal eine Basis, eine Grundlage für weitere Aus- und Umbauten. Volkswagen kooperiert dafür mit zertifizierten Umbau-Spezialisten unterschiedlicher Größenordnungen. Alle, ob Groß- oder Kleinunternehmen, fertigen individuelle Lösungen für das Reisen ohne festen Wohnsitz an. Dabei ist vieles, fast alles, möglich. Nicht alleine auf der am häufigsten gewählten Basis, der des Transporters, die zu einem steigenden Prozentsatz mit Allradantrieb und zumindest basaler Offroad-Tauglichkeit ausgestattet ist.

Besonders eindrucksvoll ist etwa ein Anbau für den Amarok, realisiert von Geho-Cab, zum Verkauf, aber auch zur Vermietung. Mit Anleihen aus dem Bootsbau wiegt die leere Aufsatz-Kabine aus Carbon, samt Türe, Fenster und Luken gerade einmal 210 Kilo. Die mögliche Einrichtung kann von geräumigem Schlaf- sowie Sitzbereich, Stauräumen, Küche, WC, Dusche alle erdenklichen Stückeln spielen, inklusive Weinkeller in einem Bodenfach. Mit 130-Liter-Frischwassertank und Solaranlage auf dem Dach ist der Pick Up wirklich tauglich für ein paar Tage Einsamkeit, ob in der marokkanischen Wüste oder im isländischen Hochland.

Andere Anbieter, wie etwa bimobil und Tischer, haben eine isolierte, robuste und offroadtaugliche Aufbauvariante in Sandwich-Bauweise realisiert, die auch für sich alleine stehen kann – mit unkompliziertem Abkoppelungs- und Andockverfahren (auch das Ab- sowie Wiederaufbauen der Pritsche ist so simpel wie möglich ausgedacht und machbar). Das Innenraum-Konzept der Wohnkabine mit bis zu fünf unterschiedlichen Grundrissen ist auf Wunsch mit Holzmöbeln ausgestattet und bietet dabei immer noch Platz genug, einen schmalen Scooter einzuladen oder ein, zwei Fahrräder.

T6, Caddy, Amarok, Crafter

Eine Reihe weiterer Unternehmen hat in Zusammenarbeit mit Volkswagen Nutzfahrzeuge eine breite Palette an Um- und Aufbaulösungen im Programm, soferne man nicht selbst Hand anlegen will – oder kann – um seine persönliche Interpretation eines mobilen Reisehauses für Urlaub und Freizeit zu realisieren. Schließlich will nicht jeder im hart verdienten Urlaub von Papptellern essen, mit Löskaffee durchkommen und sich den Rücken auf schlechten Matratzen krummliegen. Die Mehrzahl der Aufbau-Spezialisten hat sich auf den Transporter spezialisiert. Die Bandbreite reicht von der einfachen und simplen, im Spirit des Ur-Bulli gehaltenen, bis zur hochkarätigen Luxus-Ausstattung mit dezidierter Wintertauglichkeit. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich der Amarok. Steigend ist die Nachfrage nach Camping-Caddys.

Nachfolgend eine Auswahl an spezialisierten Unternehmen, die VW Reisemobile veredeln, unter Bedachtnahme darauf, dass die Umbauten auch im schnöden Alltag verwendbar bleiben. Behl Mobile: T6, bimobil: Amarok, T6, Campmobil Schwerin: Caddy, Campocito: T6, DiPa: T6, Fischer: T5, T6, Flowcamper: T6, Geho-Cab: Amarok, Multicamper: T6, Polyroof: T6, Reimo: Caddy, T6, Spacecamper: T6, Terracamper: T6, Tischer: Amarok, Werz: T6, Woelcke: Amarok.