VW Golf GTD

Askese mit Fahrspaß

Mit dem Golf GTD zeigt VW abermals auf beeindruckende Weise, wie man heutzutage „dieseln“ kann.

von Gregor Josel

Der Golf: Die eierlegende Wollmilchsau aus Wolfsburg muss immer und überall beste Performance abliefern. Als Namensgeber und Segment-Kaiser hat man es eben nicht leicht im Leben. Ausrutscher kann man sich auf Benchmark-Niveau keinesfalls leisten. Dass man das bei Volkswagen verstanden hat, zeigt die deutsche Marke nun ja schon seit vielen Jahrzehnten. Und auch in der siebenten Generation kann der Golf wieder mal alles. Ob als emissionsfreier e-Golf, mit viel Platz als Variant oder als Supersportler GTI: Mit dem Golf deckt VW ein breites Spektrum an Bedürfnissen ab. Quasi als Draufgabe hat VW seit Kurzem auch den GTD im Programm, der das Gute aus verschiedenen Welten vereinen und als Top-Diesel Fahrspaß und niedrigen Verbrauch in Einklang bringen soll. Optisch gleicht der GTD seinem Benzin-Pendant GTI auf weiten Strecken. Unaufgeregt, unaufdringlich, aber doch mit der gewissen sportlichen Note: Der GTD setzt eher auf Understatement anstatt auf zu Belzebub-Ausstrahlung.

Alltagstauglich unauffällig

Das ist auch gut so, denn damit ist der GTD, wie auch sein GTI-Bruder, vollkommen alltagstauglich und auch unauffällig. Wie der neue Golf GTI verlässt auch der Golf GTD das Werk Wolfsburg serienmäßig mit Bi-Xenonscheinwerfern inklusive Abbiegelicht. Der beim Golf GTI rot lackierte Streifen an der Frontpartie glänzt beim GTD indes in dezent-edlem Chrom. Dieser Chromstreifen erstreckt sich bis in die Scheinwerfer und unterteilt sie in einen oberen Bereich mit LED-Tagfahrlicht und Bi- Xenonelementen sowie einen unteren Part mit dem Blinker. Darunter erschließt sich der eigens für die GT-Modelle gestaltete Stoßfänger mit den rechts und links integrierten LED-Nebelscheinwerfern (optional) sowie glänzend schwarz lackierten Luftleitelementen und dem unteren Kühlergrilleinsatz mit schwarzer Wabenstruktur. Über serienmäßig weiß beleuchtete Edelstahl-Einstiegsblenden entern die Passagiere den Innenraum. Fahrer und Beifahrer nehmen auf Sportsitzen mit einem klassischen GT-Karo-Stoffmuster Platz. Die Sitze lassen sich perfekt auf den jeweiligen Bedarf abstimmen – von super sportlich bis langstreckentauglich ist dabei alles drin.

Assistenten, Assistenten …

Als erster Golf GTD startet die sportliche Langstreckenikone – über Technologien wie das XDS+ und die Progressivlenkung hinaus – mit serienmäßigen Systemen wie einer Müdigkeitserkennung und Multikollisionsbremse durch. Zu den optionalen Hightech-Features gehören indes die automatische Abstandsregelung ACC, das Umfeldüberwachungssystem Front Assist plus City-Notbremsfunktion, der Spurhalteassistent Lane Assist oder die neueste Generation der adaptiven Fahrwerksregelung DCC. Am beeindruckendsten am neuen Golf GTD ist jedenfalls die Antriebseinheit: Der 2,0 l-Common- Rail-Turbodiesel des GTD leistet 184 PS und atemberaubende 380 Nm Drehmoment und reißt an der Antriebsachse mit unglaublicher Vehemenz. Erstaunlich ist der mehr als souveräne Durchzug im unteren Drehzahlbereich. Ein echter Spaßmacher, dieser Diesel! Auch das Motorgeräusch gibt sich durchaus dezent und fällt nicht weiter auf. Speziell ist jedenfalls der Verbrauch, denn all dies gelingt dem GTD bei einem Durchschnittswert von gerade mal 6,0 l auf 100 km.