Die Luxuslimo der Zukunft

VW ID Vizzion

Der Phaeton ist Geschichte und der Ausflug in die Oberklasse für VW erst einmal vorbei. Doch so ganz wollen die Niedersachsen noch nicht von der Idee des Aufstiegs lassen – und setzen dabei einmal mehr auf den Elektroantrieb. Als fernen Ausblick auf das vierte Modell ihrer ID-Familie haben sie deshalb jetzt in Genf den ID Vizzion präsentiert, der in ein paar Jahren doch noch den Phaeton beerben könnte.

Von Thomas Geiger

Das Schaustück misst 5,11 Meter und fährt mit der bislang größten Ausbaustufe des Modularen Elektro-Baukastens MEB: Zwei E-Motoren leisten zusammen 225 kW und ermöglichen ein Spitzentempo von 180 km/h. Und der 111 kWh große Lithium-Ionen-Akku im Wagenboden reicht im besten Fall für fast 700 Kilometer – da wird es dann selbst für einen Tesla eng.

Was den ID Vizzion zu einem würdigen Phaeton-Erben macht, ist allerdings weniger der souveräne Antrieb. Sondern er verspricht den Kunden einen Luxus, den sie sonst auch für Geld und gute Worte nicht kaufen können: Zeit. Denn noch konsequenter als die anderen ID-Modelle ist diese Studie auf das autonome Fahren ausgelegt und hat deshalb gar kein Lenkrad und keine Pedale mehr. Stattdessen übernimmt ein digitaler Chauffeur die Arbeit am Lenkrad und die Passagiere parlieren mit einem virtuellen Host, der sie und ihre digitale Lebenswelt so gut kennt, dass er ihnen die meisten Wünsche schon von den Augen abliest.

Bis es soweit kommt, wird es allerdings noch fünf, eher zehn Jahre dauern. Doch langweilig wird den Ingenieuren und Entwicklern bis dahin nicht. Schließlich will allein die Marke VW bis zum Jahr 2025 mehr als 20 Elektroautos auf den Markt bringen – und schon in zwei Jahren soll es mit dem ID für die Kompaktklasse beginnen.