Mit den Neuauflagen des VW T6 Multivan und des VW Caddy sind keine Revolutionen geschehen. Kritiker werden unken, dass sie optisch kaum als neue Modelle auszmachen sind. Dafür haben sich die Techniker der subtilen Verfeinerung verschrieben. Auf Tuchfühlung mit den PKW, nur mit unendlich viel Platz für Menschen und Dinge.

Text: Philipp Stalzer

In der VW Nutzfahrzeugsparte ist grad mächtig was los. Die beiden Zugpferde der Abteilung, der Caddy und der Transporter, sind fast gleichzeitig modernisiert und erneuert worden. Natürlich gibt es sie wie üblich als Kastenwagen, den Transporter auch als Pritsche oder Fahrgestell, den Caddy sogar als Camping-Mobil – aber vor allem die Versionen die das Platzangebot eines Nutzfahrzeuges mit dem Komfort eines PKW verbinden, kommen bei der Kundschaft extrem gut an und erfreuen sich stetigem Verkaufszuwachs. Vermutlich der Anreiz, zwei luxuriöse und auch stylische Sondermodelle zum Marktstart von Caddy und Multivan zu schnüren. Die „Generation“-Editionen.

VW T6 Multivan Generation SIX

Vor allem in seiner exklusiv für das Sondermodell vorbehaltenen rot-weißen Zweiton-Lackierung zieht der T6 Multivan „Generation SIX“ alle Blicke auf sich. Die Meinungen reichen vom „Patrioten-Lack“ über „Rotkreuz-Sonderedition“ bis hin zum passenden Dienstwagen für Zirkusclowns. Natürlich ist auch das Editionsmodell in dezenteren Farben erhältlich, auch wenn die Lackierung charmant an die „Bullis“ der ersten Generation erinnert. Gar nicht retro geht’s im Innenraum zu, da ist Komfort auf Luxusklasse-Niveau angesagt. Leder-Alcantara Sitze, ein gut positionierter Naviscreen der aktuellen Gerätegeneration bei VW der als Farbklecks im Cockpit mit einem roten Panel witzig eingerahmt ist.

Sonst dominiert klare VW-Bedienung, zurückhaltendes Design und auf die aktuellen Assistenzsysteme wie u.a. Abstandsradartempomat und Toter-Winkel-Warner muss im Bus-Segment auch nicht mehr verzichtet werden. Der 2-Liter Top-Diesel mit 204 PS macht dem Multivan ordentlich Beine – sollten alle sieben Sitzplätze belegt und der Kofferraum mit Urlaubsgepäck gut befüllt sein, auch kein Fehler. Positiv aufgefallen auf erster Testfahrt ist der sanfte „Comfort-Modus“ des adaptiven Fahrwerks, damit gleitet der T6 sanfter dahin als sein recht resch gefederter Vorgänger – das schlägt sich auch generell im Geräuschniveau nieder, das merkbar gesenkt wurde. Alles in allem ist der T6 ein rundum verfeinerter und in allen Details modernisierter Nachfolger. Behalten hat er seinen Grundcharakter aber auch leider seinen stolzen Preis – das mit noch einiger Sonderausstattung aufgerüstete Testauto schlägt mit knapp 80.000 Euro mit voller Wucht zu Buche. Die preiswertere Variante ist da durchaus der „kleine Bruder“ Caddy.

…aber vor allem die Versionen die das Platzangebot eines Nutzfahrzeuges mit dem Komfort eines PKW verbinden, kommen bei der Kundschaft extrem gut an und erfreuen sich stetigem Verkaufszuwachs.

VW Caddy Generation Four

Der VW Caddy hat eine steile Karriere hinter sich. Vor einigen Jahren noch als „Installateurs-Express“ belächelt, musste manch Mitarbeiter von kostenbewussten Firmen in den damals noch sauren Apfel beissen und mit einem bestuhlte und mit Fenstern ausgerüsteten „Caddy Family“ als Dienstwagen vorlieb nehmen. Das Motiv war damals wie heute: der Vorsteuerabzug. Dass der Mix aus Raumangebot und Sitzplätzen für Menschen statt dem Laderaum auch für junge Familien ein Killer-Argument ist, hat sich nach und nach herauskristallisiert und VW hat die Personenvarianten des Caddy stetig nachgebessert. Jetzt, in Generation Vier, kann man getrost von Komfort auf gutem PKW-Niveau sprechen und das Sondermodell „Generation Four“ macht dem alle Ehre. Exklusive Lackierung in „Fortanarot“, Details in glänzend schwarz und chrom außen sowie 17-Zoll Aluräder machen klar: dies ist kein „Installateursauto“.

Innen geht’s fein mit speziellen Details weiter. Die Dekorleiste im Armaturenbrett in rot bringt ähnlich wie beim T6 „Generation SIX“ einen Farbklecks ins innere, ein spezieller Sitzbezug kommt auch zum Einsatz. Lederlenkrad, ein Farb-Touchscreenradio sowie eine manuelle Klima sind serienmäßig, Infotainment und sonstiges Sonderausstattungen können natürlich individuell dazugewählt werden. Der VW Caddy „Generation Four“ beginnt bei 23.247 Euro mit einem 84 PS-Benzinmotor und dem kurzen Radstand. Das Sondermodell ist auch als „Caddy Maxi“ und mit manchen Motorisierungen als Allradler oder mit Automatik erhältlich.

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