Wieso nicht, wenn’s funktioniert?

Was wir vom McLaren Senna halten!

Da hat McLaren am Wochenende eine Bombe in Form einer ultimativen Fahrmaschine hochgehen lassen: Der McLaren Senna soll das extremste, für die Straße zugelassene, Fahrzeug des britischen Herstellers sein, das es je gab. Aha. Und was ist mit dem P1?

Text: Maximilian Barcelli

Ungeschickter Name

Dass die Resonanz des McLaren Senna in der Online-Autowelt nicht ganz so berauschend ist, hat zweierlei Gründe. Da wäre zum einen der Name, den viele Menschen in den sozialen Netzwerken kritisieren. Und auch wir müssen zugeben: Ganz geschickt war das wirklich nicht, ein Auto nach dem großartigen Ayrton Senna zu benennen. Trotzdem verstehen wir die Entrüstung nicht ganz. Man sollte Fahrzeuge doch eigentlich nicht nach deren Namen bewerten, sondern nach deren Können. Wie sich ein Auto grundsätzlich fährt, wie üppig das Platzangebot ist (bei Hypersportwagen eher unwichtig), wie hochwertig und modern der Innenraum ist, ob alles sauber verarbeitet wurde, das Preis-Leistungsverhältnis (unglaublich wichtig!) – das sind so ein paar Sachen, die meinungsbildend sein sollten. Und ja, auch das Aussehen spielt da keine kleine Rolle. Womit wir beim zweiten Kritikpunkt, der in der Online-Welt umherspukt, wären.

Wilde Optik

Denn so richtig schön ist diese Maschine nicht, so ehrlich muss man mal sein. Ganz besonders nicht in Anbetracht der Tatsache, dass McLaren ja eigentlich immer auf eine cleane Optik gesetzt hat und nie ganz so wild war, wie beispielsweise Lamborghini. Sogar der McLaren P1 wusste um einen edlen Auftritt – und dieser ist ja auch kein Kind von Traurigkeit. Ach, und apropos P1. Der Senna soll das extremste Fahrzeug sein, das McLaren je auf die Straße gestellt hat? Wir verstehen schon: Die Fahrleistungen (wir kommen später zu diesen) sind ein Traum, das Gewicht purer Irrsinn. Doch ist diese Aussage schon ein wenig respektlos gegenüber dem P1, immerhin leistet der Hybrid-Bolide mehr als 900 PS, die wiederum auch nur etwa 1,5 Tonnen bewegen müssen. Es ist also nicht gerade so, als könnte dieses Monstrum dem neuen Senna nicht die Stirn bieten. Aber gut, soll so sein.

Wieso der McLaren Senna so wild aussehen musste, liegt nun mal daran, dass dieses Vehikel eine reine Fahrmaschine ist. Es sieht so aus, damit es funktioniert. Denn der Senna, der nicht einmal 1,2 Tonnen wiegt, muss ja irgendwie vom Abheben gehindert werden. Deshalb das ganze Spoilerwerk und die ganzen Splitter, die den Wagen halt sehr exzentrisch aussehen lassen. Aber wenn’s funktioniert, wieso nicht? Und außerdem, wenn man von Mut und Können verlassen über die Rennstrecke rauscht, während der McLaren noch nicht einmal ansatzweise am Limit ist, bleibt sowieso keine Zeit, um über das Exterieur nachzudenken.

Zahlen, Daten und Fakten

Im McLaren Senna verrichtet ein V8-Motor, den zwei Turbolader zwangsbeatmen, seine Arbeit. Abliefern tut dieser 800 PS und ebenso viele Newtonmeter Drehmoment, was bei einem Gewicht von nur 1198 Kilogramm ein Leistungsgewicht von 1,49 Kilogramm pro Pferdestärke bedeutet – Wahnsinn. Damit die Leistung auch an der Hinterachse ankommt, sorgt ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das vermutlich zum Niederknien ist. Auch zum Niederknien, nur im negativen Sinne, der Preis: Dieser beträgt in Deutschland 922.250 Euro – in Österreich dürfte dann noch ein satter NOVA-Aufschlag dazukommen. Der McLaren Senna ist auf 500 Stück limitiert und wird am kommenden Genfer Autosalon erstmals vorgestellt. Produziert wird ab dem dritten Quartal 2018.