Wenn der F-Type zu soft ist:

Der Lister Thunder

Nach dem Sturm folgt der Donner: Gut zwei Jahrzehnte nach dem Lister Storm GT baut der britische Sportwagenhersteller Lister nun wieder ein Fahrzeug für die Straße. Dabei greifen die Engländer ins Regal von Jaguar und schärfen die Krallen des F-Type noch einmal ordentlich nach.

Text: Maximilian Barcelli

Mit 495 PS beginnt das V8-Vergnügen im Jaguar F-Type, Schluss ist erst bei 575 Pferdchen. Doch offensichtlich reicht das manchen noch nicht. Beispiel? Gerne! Lister präsentiert dieser Tage seinen neuesten Sportwagen, den Lister Thunder. Der Brite basiert auf seinem Landsmann, dem Jaguar F-Type. Allerdings ist die Raubkatze deutlich bissiger geworden, Lister presst aus dem 5-Liter-V8-Kompressormotor saftige 666 bhp. Damit soll der Thunder in 3,2 Sekunden auf 60 mp/h (was etwa 97 km/h sind) sprinten.

Doch nicht nur am Motor wurde ordentlich rumgewerkelt. So wurde die Raubkatze auch einer Diät unterzogen: Die Carbon-Frontschürze sowie der Heckdiffusor, der ebenfalls aus dem leichten Material besteht, sorgen nicht nur für eine verbesserte Aerodynamik und stärkerem Abtrieb, auch das Gewicht wird auf läppische 1650 Kilogramm runter gedrückt. Um dieses Gewicht beim Standard-F-Type, der ja auch kein Kind von Traurigkeit ist, zu unterbieten, muss man mindestens auf zwei Reißzähne verzichten und „nur“ mit sechs Zylindern auskommen.

Der überarbeitete V8 sowie die Reduktion des Gewichts sorgen nicht nur für angemessenen Vortrieb, auch die Höchstgeschwindigkeit kann sich sehen lassen: Mit 335 km/h Spitze fühlt sich der Lister Thunder auf englischen Straßen wohl wie die Raubkatze im Gehege.

Zwei Haken hat die ganze Sache jedoch: Den Einstiegspreis von etwa 160.000 Euro und die geringe Stückzahl von nur 99 Fahrzeugen.

Bilder: © Lister