Unter den 12 Rennterminen im Jahr 2015 sticht einer besonders hervor: die WTCC auf der Nordschleife, der immer noch legendärsten und forderndsten Rennstrecke aller Zeiten.

Text: Philipp Stalzer

Das Motto der WTCC (World Touring Car Championship) lautet: real Racing, real Cars. Im Gegensatz zur DTM, der Formel 1 oder auch der World Rally Championship WRC sind die Rennwagen in der WTCC noch sehr eng mit ihren Serien-Pendants verwandt. Der Stil der Veranstaltungen erinnert an die DTM der 80er-Jahre: schnell, aber nicht zu schnell, harte Zweikämpfe und gelegentliche Remplereien gehören zum spannenden Programm. Der neue Höhepunkt im Rennkalender: mit der WTCC auf der Nordschleife feiert die legendäre „grüne Hölle“ die Rückkehr einer Weltmeisterschaft auf die anspruchsvollste Rennstrecke der Welt. Im Rahmen des 24h-Rennens am Nürburgring ist der vierte Lauf der Saison abgehalten worden. Mit bivalenten Eindrücken gingen die Fahrer ins Rennen.

Im Gespräch mit Fahrer Norbert Michelisz

Norbert „Norbi“ Michelisz ist Ungarns WTCC-Profi und Verfolger des übermächtigen Citroen-Teams auf seinem Honda Civic WTCC. Im Gespräch hat er Motorblock verraten, dass er mit gemischten Gefühlen ins Rennen auf der Nordschleife geht. Er hatte vorher noch keine Erfahrungen mit der Strecke und hat sich rechtzeitig mit Simulationsfahrten zu Hause und Testfahrten mit einem Straßenauto auf den schwierig zu merkenden, über 25 Kilometer langen Streckenverlauf eingegroovt. Aufgrund des langen Streckenverlaufs waren auch nur wenige Test- und Abstimmungsrunden mit den Autos möglich. Nach 3 Runden ist der Tank schon leer, die übliche Renndistanz eines WTCC Rennens ist 65 Kilometer. Etwa 10 Runden mussten reichen um Fahrer und Auto auf die Strecke zu adaptieren. Ihre Dramatik zeigte die Nürburgring Nordschleife auch gleich während der Abstimmungsfahrten, als Norbert Michelisz sich nach einem Reifenschaden bei hoher Geschwindigkeit zu drehen begann (siehe Video). „Wie durch ein Wunder berührte ich die Banden links und rechts neben der Strecke nicht.“ berichtete Michelisz. Die Gefahr, die die enge und mit kaum Auslaufzonen ausgestattete Strecke ausströmt hat zweierlei Effekt auf den ungarischen Rennfahrer: „Einerseits hat man eine gehörige Menge Respekt vor der Strecke, andererseits spornen einen die verheerenden Folgen eines Unfalls zu absoluten Höchsleistungen an.“ Die volle Konzentration in jeder einzelnen Millisekunde des Rennens ist gefragt. Norbert Michelisz’ Rezept um gegen die übermächtigen Dauer-Gewinner von Citroen kühlen Kopf zu bewahren: die Strecke respektieren und sich mit Geduld ans Limit herantasten.

„Einerseits hat man eine gehörige Menge Respekt vor der Strecke und den geringen Auslaufzonen, andererseits spornen einen die verheerenden Folgen eines Unfalls zu absoluten Höchsleistungen an.“

Rennergebnis

Die ersten drei Plätze konnten in der ersten Rennhälfte die drei Citroens von Lopez, Loeb und Muller für sich entscheiden. Norbert Michelisz schaffte es den Citroen von Ma Qinq Hua hinter sich lassen und konnte den vierten Platz für sich behaupten. In der zweiten Rennhälfte behauptete WTCC-Urgestein Yvan Muller den Sieg für sich, vor Lopez und Monteiro. Honda-Pilot Michelisz ist nach einer glücklicherweise glimpflich ausgefallenen Kollision mit einer gebrochenen Radaufhängung leider ausgefallen und erreichte sein gutes Ergebnis im ersten Lauf leider nicht noch mal. Die Citroen-Dominanz ist somit weiter ungebrochen in der Gesamtwertung.

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