Seat Leon ST TGI: Dauertesttagebuch #4

Unser Seat Leon mit CNG-Antrieb ist nun schon weitgereist. Vom Urlaub in Polen bis zur Frankfurter Buchmesse war so manche coole Tour dabei. Doch wie schlägt sich der Dauertester im städtischen Alltag?

Wie man es sich von einem klassischen Kompakt-Kombi erwarten darf, wird der Seat Leon ST TGI mit allen platztechnischen Herausforderungen spielend fertig. Ob wir nun den Fotografen für ein Shooting im Kofferraum sitzen haben oder die Freundin uns wieder zum IKEA geschleift hat – bisher hat noch alles gemütlich sein Plätzchen gefunden. Das Schöne am Leon ist, dass er größenmäßig trotzdem nicht ausufert und deshalb auch immer noch ein Parkplatz zu finden war. Das wird eine Klasse drüber schon öfter mal schwierig, vor allem wenn man spät nach Hause kommt. So weit, so stadttauglich also.

Apropos Platz finden: Ein Örtchen zum Tanken findet sich bei 15 CNG-Tankstellen in Wien immer, schon nach wenigen Wochen kannten wir die Liste quasi auswendig. Klar, Benzin kann man in der Stadt wahrscheinlich an hunderten Tankstellen zu sich nehmen, aber wer braucht das schon? Vor allem, wenn drei Viertel davon hoffnungslos überteuert sind? Der CNG-Preis liegt immer konstant bei knapp über einem Euro pro Kilogramm, eine Tankfüllung ist mit nicht mal 20 Euro bezahlt. Und damit ist man dann eine ganze Weile in Wien unterwegs, da erscheint sogar eine Öffi-Fahrkarte plötzlich recht kostspielig. Und egal wohin es einen gerade verschlägt, bis zur nächsten passenden Tränke ist es nie weit.

Besonders lieben gelernt haben wir gerade in den letzten Tagen auch die Sitzheizung, die in Windeseile den Allerwertesten zum Glühen bringt. Die vermummten, sich gegen den Wind stemmenden Gestalten am Gehsteig tun einem da nur mehr leid. Auch angelaufene Scheiben sind mit der rasant arbeitenden Lüftung und den Heizdrähten hinten in nullkommanix Geschichte, das haben wir bei anderen Fahrzeugen auch schon um ein Vielfaches langsamer erlebt.

Doch wir sind nicht nur wohlig und mit grünem Gewissen unterwegs, sondern erfreuen uns auch am knackigen Design des Leon. Denn nette Extras wie die schwarzen Felgen geben dem altbekannten (und allseits beliebten) Kompaktwagen nochmal einen coolen Twist. In den Seat Leon ST TGI steigt die ganze Redaktion gerne ein. Zur Not auch alle zugleich, Platz genug gibt es ja.

Alles in allem besteht unser Dauertester nicht nur punktuelle Härtetests mit Bravour, sondern hat uns auch im Alltag noch nie enttäuscht. 130 PS sorgen immer für forschen Vortrieb und der Platz auf dem Raum ist halt vor allem in der Stadt ein unschlagbares Argument. Dank des Leon ST TGI müssen wir auch nicht mehr allzu heftig weinen, wenn die Chefitäten uns mal wieder all die Lambos und Rolls‘ entreißen, die wir ja ach so häufig in der Redaktion begrüßen dürfen. Denn auf unseren Seat verlassen wir uns mittlerweile nicht nur, sondern haben ihn auch echt liebgewonnen.

Der erste Cybertruck-Kunde: Die Dubaier Polizei

Der Tesla Cybertruck hat bei seiner Präsentation große Wellen geschlagen. Kein Wunder angesichts des äußerst schrillen Designs. Jetzt hat sich schon der erste Kunde angekündigt, nämlich die Dubaier Polizei. Denn wer zur Hölle auch sonst?

Text: Jakob Stantejsky

Mit diesem Tweet macht die Behörde unmissverständlich klar, dass sie gerne einen der elektrischen Pickups in die illustre Riege ihrer Dienstfahrzeuge aufnehmen will. Dort tummeln sich schließlich auch schon Exoten wie der Bugatti Veyron, der Nissan GT-R oder der McLaren MP4-12C – um nur einige zu nennen. Der Cybertruck wird also gar nicht weiter auffallen. Obwohl … doch, wird er. Denn dieses Teil ist einfach zu bizarr.

Auch Lambo entwirft für Gran Turismo

Manche Autos haben klingende Namen, manche nicht. Und manche haben so sperrige Bezeichnungen, dass man sich bei der Aussprache fast verletzt. So auch der Lambo V12 Vision Gran Turismo, den Lamborghini für das Rennspiel Gran Turismo Sport entworfen hat.

Text: Jakob Stantejsky

Von Peugeot über Audi bis hin zu McLaren – sie alle haben schon ein Konzeptauto für Gran Turismo Sport entworfen, dass man in dem Rennspiel dann auch tatsächlich über die Piste prügeln kann. Im Frühling 2020 kommt der nächste futuristische Boliden dazu, diesmal aus dem Hause Lamborghini. Der V12 Vision Gran Turismo sieht zwar so fetzig aus wie noch kein Lambo zuvor (und das will was heißen), doch der Antrieb ist vergleichsweise altmodisch.

Im Heck des virtuellen Boliden werkelt nämlich derselbe Motor wie im Sián, es gibt ihn also de facto bereits. 785 PS kommen aus dem namensgebenden V12, 34 Elektro-Pferde kommen aus einer E-Maschine noch hinzu. Unter dem Strich bedeutet das 819 PS in einem Auto, das selbst nur 800 Kilo wiegt. In der Realität werden wir das Ding wohl nie ausprobieren können, denn es gibt nur ein 1:1-Modell, nicht einmal ein funktionales Unikat ist geplant. So schade das ist, so sehr können wir die Entscheidung nachvollziehen. Denn die Produktion dieses raumschiffartigen Einsitzers hätte wohl mehrere Millionen an Budget verschlungen. Außerdem kann so jeder den Lambo V12 Vision Gran Turismo fahren, der ein paar hundert Euro für eine Playstation 4 und das Spiel hat.

Der Thor24 hat 4.000 PS und kostet 11 Millionen Euro

Es gibt Momente, da spricht man nicht mehr von Amerika, sondern von ‚Murica. Der Thor24 ist die Essenz solcher Augenblicke eingefangen im Körper einer Bestie, neben der Monstertrucks zu faden Kleinwagen verkommen.

Text: Jakob Stantejsky / Fotos: Thor24

Der Erbauer, Mike Harrah, schaut übrigens genau so aus, wie ihr euch das gerade vorstellt. Werft doch einfach einen kurzen Blick in die Galerie unten. In sieben Jahre dauernder Arbeit hat der Amerikaner aus einem Peterbilt 359-Chassis aus 1979 ein 4.000 PS starkes Monstrum gebastelt. Die Power entsteht in ZWEI V12-Dieseln, die mit ZWÖLF Turboladern und ACHT Flaschen NOS befeuert werden. Und was macht man mit einem derart unheiligen Unikat? Man verkauft es! 12.000.000 Dollar (knapp 11.000.000 Euro) hat Mr Harrah am 24. 11. dafür bei einer Auktion eingestrichen, da hat sich die Arbeit also ausgezahlt.

Die Motoren stammen übrigens aus Yachten und kommen gemeinsam auf insgesamt knapp ACHTUNDZWANZIG Liter Hubraum. Wir hoffen, dass der neue Besitzer des Thor24 den Kleinen auch regelmäßig ausführen wird. Wobei das angesichts des unfassbaren Radstands selbst in den USA fast nur auf den Interstates möglich sein dürfte. Doch selbst wenn es überall durchpasst, dürfte der Thor24 allein aufgrund zahlloser Schaulustiger wohl zum Verkehrshindernis werden.

Damit man im Interieur des Viechs auch was von all der Herrlichkeit hat, produziert zusätzlich noch ein Hubschraubermotor Strom für die Extras wie den 40 Zoll-Flachbildschirm und die gigantische Audioanlage. Ach ja, und zum Bremsen sind übrigens VIER Fallschirme mit an Bord, weil es sich sonst einfach nicht ausgeht. Vielleicht bleibt man der Straße also doch lieber fern.

Wenn ihr solch ein Machwerk erschaffen würdet, könntet ihr es verkaufen? Oder hat Mike Harrah hier sogar eine Marktlücke entdeckt? Wir sind mal kurz in der Garage, mal schauen was wir so zusammenbringen…

Maserati zeigt seinen neuen Sportwagen

Normalerweise läuft die Enthüllung eines brandneuen Sportwagens folgendermaßen ab: Gerüchte über die Entwicklung kursieren, dann gibt es eine Bestätigung, dann ein paar erste Spyshots und schlussendlich veröffentlicht der Hersteller die ersten Bilder. Maserati macht es anders und bringt die Erlkönig-Fotos zu einem neuen Sportler kurzerhand selbst.

Text: Jakob Stantejsky

Worum genau es sich bei dem abgebildeten Wägelchen handelt, ist noch unbekannt. Lediglich dass sich unter der Haube ein von Maserati höchstselbst entwickelter, brandneuer Motor befindet, das wurde verlautbart. Der sitzt in der hinteren Fahrzeugmitte und soll ganz besonders innovativ und ausschließlich Maseratis vorbehalten bleiben. Das Aggregat wird wohl im Mai 2020 gemeinsam mit der hier zu sehenden Hülle offiziell präsentiert.

Unter dem Strich wissen wir also so gut wie nix über dieses Teil. Der muskulösen Form mit den martialischen Lufteinlässen nach zu schließen, dürfen wir uns allerdings auf einen waschechten Supersportwagen freuen. Die Gerüchte, wonach Maserati schon bald komplett elektrisch werden will, können wir hingegen scheinbar zu Grabe tragen.

Probefahrt im Mercedes GLB und AMG GLB 35

Mercedes hat mit dem GLB einen interessanten Weg eingeschlagen. Denn ein als Kompakt-SUV getarnter Van mit sieben Sitzen ist uns davor noch nicht untergekommen. Und dann gibt es diesen Vernunft-Innovations-Hybriden auch noch als AMG. Was soll man davon halten?

Text: Jakob Stantejsky

Er erinnert ein bisschen an die gute alte G-Klasse, dieser GLB. Denn auch bei der handelt es sich ja um eine sehr funktionsbetonte Hülle, in der es dann ganz anders zugeht, als erwartet. Man denke nur an den G 63, in dem die Schere zwischen Optik und Motorisierung so weit auseinander geht wie bei keinem anderen Auto. Auf den ersten Blick ist der GLB also ein (Groß-)Familienvan, der trendbedingt zum SUV umgemodelt wurde. Doch so bieder das jetzt klingt, so begrenzt ist diese Ansicht. Denn das Auto ist nicht nur Mercedes-typisch auf erstklassigen Komfort, sondern auch auf feinste Ausstattung ausgelegt  – vom Interieur über die Assistenztechnologie bis hin zum Fahrwerk. Dieser Wagen ist nicht Mittel zum Zweck, sondern möchte auch seine eigene Note einbringen.

Auf die AMG-Version trifft das natürlich besonders zu. Als GLB 35 leistet der Zweiliter-Vierzylinder saftige 306 PS und ist natürlich auch optisch nachgeschärft worden. Der Spagat zwischen SUV und Sportwagen ist normalerweise bei den Performance-Modellen schon weit genug, doch jetzt handelt es sich auch noch um ein Fahrzeug, das von Beginn an als Siebensitzer konzipiert war – braucht da noch irgendwer eine AMG-Version?

Die Mitfahrer in der letzten Reihe sicher nicht, denn dort dürfte das Mulmigkeitsgefühl bei artgerechter Fahrweise das Vergnügen deutlich überwiegen. Aber zumindest am Fahrersitz macht er schon Spaß, der AMG GLB 35. Der kraftvolle Antritt passt gut zum stattlichen Vehikel, das von innen übrigens viel größer wirkt als von außen. Muss er auch, denn 4,6 Meter Länge sind eigentlich mitten in der Kompaktklasse anzusiedeln. Damit in ein Auto dieser Größe sieben Leute passen, mussten Designer und Ingenieure gleichermaßen tricksen, doch schlussendlich hat es echt funktioniert. Fünf Stunden will man in der dritten Reihe vielleicht nicht verbringen, aber mäßig lange Fahrten sind definitiv kein Problem. Und wenn man die Hinterbänkler dann abgeladen hat, legt man die Rück-Rücksitze einfach um und hat wieder einen schön fetten Kofferraum – bis zu 1.805 Liter können rein.

Auch offline brilliert der GLB übrigens. Auf einem wirklich eindrucksvollen Offroad-Parkour walzt er ungerührt steil bergauf, bergab, über Buckelpisten und Steilkurven. Auch das kann er also. Nachdem wir uns am AMG gütlich getan haben, kommt übrigens auch noch der 220d mit 190 selbstzündenden Pferden dran. Und so lustig die Affalterbacher Überarbeitung auch ist, dieser Motor will irgendwie besser passen. Denn die Gelassenheit und Souveränität des allradgetriebenen Diesels fügt sich hervorragend ins Bild.

Der gigantische Innenraum samt angenehmen Materialien und natürlich dem fortschrittlichen MB UX gibt den Insassen ein entspanntes Wohnzimmergefühl, das auch nach entsprechender Ruhe verlangt. Die hat man im AMG nur mit ausreichend Feingefühl, was einerseits ja Sinn der Sache ist, im Alltag aber wohl nicht immer ganz dazupasst. Für all jene, die voll und ganz auf Vernunft pur abfahren, hat Mercedes auch den 180d als Einstiegsmotor mit 116 PS im Programm, da geht es dann bei 41.650 Euro los. Zusätzlich gibt es noch einen Selbstzünder mit 150 und zwei Benziner mit 163 undd 224 Rossen.

Für Familien mit einem gewissen Bedürfnis nach Stil und Style könnte der Mercedes GLB ein echter Renner werden, schließlich opfert er nicht, wie viele andere Autos, die Praktikabilität dem Design, sondern verbindet beide zu einem idealen Ganzen. Mehr Raum auf diesem Platz gibt es derzeit wohl kaum und das macht den GLB gepaart mit seinem Premiumanspruch zu einer Alternative, die zurzeit keine Alternative hat. Und als AMG GLB 35 ist er halt einfach verdammt witzig. Wer sich der Rationalität also nicht ganz hingeben möchte, greift zum einzigen Familienvan-Performance-SUV dieses Planeten.

Audi RS 6 Avant: Der Lustkraftwagen

Er ist der heimliche Traum aller Handlungsreisenden und tief in der Sehnsucht der Familienväter verankert. Denn wenn Audi zum Jahresende den RS 6 Avant an den Start bringt, wird aus dem fast perfekten, aber dabei auch ziemlich unterkühlten Lastesel ein leidenschaftlicher Lustkraftwagen.

Von Thomas Geiger

Auf seinem Weg an die Spitze des Feldes legt der Kombi alle falsche Zurückhaltung ab und leistet sich ein Design so mutig und so provozierend, wie es das bei Audi schon lange nicht mehr gegeben hat: Der Kühlergrill ist so weit aufgerissen, als wolle der RS 6 all jene Autos verschlingen, die nicht rechtzeitig die linke Spur räumen, die weit über die 21-Zöller gezogenen Kotflügel scheinen fast zu platzen, so prall sind sie geformt. Und das Heck mit seiner markanten Chromspange um die dicken Endrohre ist eine einzige Provokation – nicht nur für all jene, die partout nicht an diesem Kombi vorbeikommen. Sondern auch für alle jene, die sich sorgen ums Klima machen. Denn diesem Auto sieht man von hinten schon an, dass man den CO2-Ausstoß hier besser in Kilo misst als in Gramm.

Für die einen der Quell der Freude und für die anderen der Kern des Übels ist ein V8-Turbo, der aus vier Litern Hubraum imposante 600 PS und – wichtiger noch – 800 Nm schöpft. Damit hat der RS 6 einen Punch wie ein Preisboxer und wer das Gaspedal mit mehr als dem kleinen Zeh berührt, der erlebt sein blaues Wunder.

Denn dann wird der spießige Kombi zum Supersportwagen, bäumt sich kurz auf und stürmt dann davon, als gebe es kein Morgen mehr: Von 0 auf 100 km/h dauert es nur 3,6 Sekunden und die üblichen 250 km/h sind eine Hürde, die er gegen einen geringen Obolus nur allzu bereitwillig überspringt. 280 und für einen weiteren Aufschlag sogar 305 km/h lässt Audi den Kombinations-Kraft-Wagen locker laufen und je länger man damit fährt, desto fester ist man überzeugt, dass auch dieser Grenze mit reiner Willkür gezogen ist. Denn atemlos wirkt der RS 6 selbst bei hohen Geschwindigkeiten nicht.

Dabei ist der RS 6 nicht nur auf der Geraden schnell. Sondern wahlweise mit Luft- oder Stahlfeder, aber immer straff und gut mit der Straße verbunden, lässt sich der Kombi trotz seiner stolzen fünf Meter und nicht gerade schmächtigen 2,1 Tonnen an der kurzen Leine auch über eine verwundene Berg- oder Küstenstraße mühelos entlang der Ideallinie führen. Erst recht, wenn die Hinterachslenkung mit an Bord ist. Dazu noch Bremsen vom Format einer Familienpizza und natürlich der obligatorische, wenn gleich etwas Hecklastig ausgelegte quattro-Antrieb, schon fliegt man schneller über die Landstraßen als es sich einer Familienkutsche geziemt und nach drei, vier Kurven hat man vergessen, dass man in einem Kombi sitzt, bei dem im Fond sonst gerne mal die Pampers-Fraktion plappert und dahinter Platz für bis zu 1.680 Liter Ladung bleibt.

Rasend schnell, extrem präzise und das Design pure Provokation – so deutlich wie der RS 6 hat sich schon lange kein Audi mehr aus der Deckung getraut und kein anderer kämpft so tapfer gegen das Vorurteil vom sterilen Streber. Doch so ganz können die Bayern offenbar nicht aus ihrer Haut. Denn spätestens wenn es um den Sound des Sportwagens geht, fehlt dem RS6 der letzte Biss und die Bestie klingt selbst im sportlichsten Fahrprofil, als hätte sie Kreide gefressen. Aber vielleicht ist das auch nur ein geschickter Trick. Denn ohne das wilde Brüllen und Bollern trifft einen beim Kickdown der Faustschlag in die Magengrube umso überraschender.

Toyota C-HR: Sanft im Abgang

Sieht weiterhin aus wie ein Krawallmacher, ist aber so entspannt wie noch nie: der Toyota C-HR hat ein Facelift spendiert bekommen.

Text: Maximilian Barcelli

Dass die größte Änderung nicht optischer Natur ist, wird beim ersten Blick auf das Post-Facelift-Modell klar. Als solches gibt sich der semi-neue C-HR nämlich nur dem geschulten Auge zu erkennen. Die Leuchten wurde ein wenig weiterentwickelt, es gibt frische Felgen, selbstverständlich dynamische Blinker und außerdem wird die Spoilerlippe jetzt in Wagenfarbe lackiert – das war’s quasi schon. Doch besonders beim C-HR ist das überhaupt kein Drama. Im Gegenteil.

Das ohnehin schon exzentrisch designte SUV hat sich seit seiner Einführung 2016 ja nicht mehr als satte 400.000 Mal in Europa verkauft, weil der 1,2 Liter-Benziner mit seinen 116 PS so ein Quell der Fahrfreude ist. Der C-HR; das war und ist ein Statement, mit dem man sich von der inzwischen sehr, sehr breiten SUV-Masse abgehoben hat. Und weil in zweiter Generation nun auch der Nissan Juke (etwas) massentauglicher geworden ist, steht der C-HR eigentlich konkurrenzlos dar.

Jetzt könnten sich die Herrschaften bei Toyota eigentlich bequem zurücklehnen und die Individualisten den „neuen“ C-HR mit seinen retuschierten Leuchten und der tollen Spoilerlippe in Wagenfarbe kaufen lassen. Tun sie aber nicht. Sondern: der C-HR bekommt eine neue Spitzenmotorisierung, nämlich die aus dem Corolla. Zwar ist das Hybridsystem mit dem klingenden Namen „Hybrid Dynamic Force“ noch immer kein Quell der puren Fahrfreude, doch er lässt das Gesamtpaket „C-HR“ sehr viel souveräner auftreten.

Dank einer von einem 2-Liter-Saugmotor und E-Maschine gemeinsam entwickelten Systemleistung von 184 PS muss das Planetengetriebe die Drehzahlen nicht mehr so hochhalten, um den gewünschten Schub zu generieren. Und wenn wir schon beim CVT sind: das ist in unseren Augen zwar auch jetzt noch weniger geschmeidig als ein Getriebe mit Stufen, allerdings ist es bemerkenswert, wie Toyota dieses Schritt für Schritt verbessert und ihm die Rüpelhaftigkeit austreibt. Die Motorenpalette wird weiterhin vom 1,2-Liter-Turbo, den quasi eh niemand kauft, und vom „1.8L Hybrid“ komplementiert.  

Jedenfalls erkennt man den C-HR auch ohne ihn zu fahren als Facelift-Modell – zwar, wie eingangs erwähnt, nicht von außen, aber von innen. Das Interieur bettet die Passagiere mit bedeutend mehr Leder und Softtouch in eine Wohlfühl-Atmosphäre. Außerdem schwimmt Toyota nicht nur punkto Exterieur-Design gegen den Strom. Statt eines vergrößerten Displays gibt es nämlich: mehr analoge Knöpfe. Die sollen die Bedienung intuitiver gestalten – und das tun sie auch. Dass da vorher noch niemand drauf gekommen ist … Aber klar, das hat auch seine Nachteile. So ganz aufgeräumt und modern wie das Interieur manch anderer Mitbewerber wirkt der C-HR nicht.

Fazit: Toyota erfindet den C-HR nicht neu. Wieso auch? Mehr als 400.000 verkaufte Exemplare sprechen für das schrullige Konzept. Doch das Facelift zahlt sich trotzdem richtig aus. Der neue Antriebsstrang überzeugt mit seinem souveränen Antritt und bringt dem SUV Manieren bei. Fahrwerk und Lenkung bleiben weiterhin auf der gut gefederten, komfortablen Seite. Sanft im Abgang, der Toyota C-HR. Sorry, musste sein.

Dieser Supra-Motor leistet jetzt über 1.000 PS

Mitte August dieses Jahres erregte die amerikanische Tuningwerkstatt Papadakis Racing großes Aufsehen, als sie ankündigte, den Serienmotor des neuen Toyota Supra auf über 1.000 PS aufmotzen zu wollen. Jetzt, gut drei Monate später, ist es vollbracht.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Papadakis Racing

Aus dem Reihensechser, der im Supra „lahme“ 340 Pferde von der Leine lässt, eine derartige Leistungssteigerung zu quetschen, ist natürlich ein Unterfangen, das mit reichlich Umbauten einhergeht. Dazu gab es ja auch schon ein eigenes Video. Jetzt waren die Bastler mit ihrem Baby auf dem Dyno und haben getestet, bis die Fetzen fliegen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Geschafft haben sie es schlussendlich: 1009 PS stehen beim letzten Versuch auf dem Bildschirm. Davor mussten die Tuner mit Öllecks und kleinen Explosionen fertig werden – ihre kreativen Problemlösungen sind dafür umso cooler. Aber seht doch einfach selbst!

So klingt die Aston Martin Valkyrie

Als uns die Aston Martin Valkyrie im Juli erstmals in Bewegung gezeigt wurde, blieb schon irgendwie ein übler Nachgeschmack. Nicht wegen des Hypercars an sich, sondern ob der Tatsache, dass sich die Walküre eher gemächlich fortbewegte und noch dazu der Motorensound durch Musik überlagert wurde. Aber jetzt wird alles gut.

Text: Jakob Stantejsky

Denn Aston Martin-CEO Andy Palmer, Special Operations- und Q-Verkaufschef Simon Lane und Chief Special Operations Officer David King haben vor kurzem auf Twitter Videos geteilt, die die Valkyrie beim Testen in Silverstone zeigen. Diesmal mit Vollgas und ohne störende Nebengeräusche. Wir bedanken uns recht artig und hören gern mal rein. Oder auch öfter.

Denn der frei saugende 6,5 Liter-V12 des Aston Martin-Monsters klingt schon verdammt gut und ziemlich nach der guten alten Formel 1-Ära. Kein Wunder, bei über 1.000 PS und bis zu 11.100 Touren pro Minute. Schön, dass Aston Martin auch uns Normalsterblichen das Konzert gönnt. Denn an den Mann bringen müssen die Briten die Valkyrie nicht mehr. Schließlich sind schon alle 150 Stück verkauft, obwohl sie noch nicht mal gebaut sind.