Bugatti baut 20 Chiron Noire

Was tun, wenn man nur ein Modell im Programm hat, aber trotzdem ordentlich Mäuse melken möchte? Na klar, man quetscht dieses Auto solange mit Sondereditionen aus, bis es mehr Chiron– als Golf-Varianten gibt. Daher zieht Bugatti nun das Tuch vom Chiron Noire.

Text: Jakob Stantejsky

Anfang dieses Jahres stellte Bugatti das Einzelstück La Voiture Noire vor, das für wohlfeile 11 Millionen Euro (ohne Steuern) den Besitzer wechselte. Und da blieben offenbar so viele reiche Pinkel enttäuscht zurück, dass sich die Franzosen dachten: „Hey, wir brauchen noch einen pechschwarzen Karbonhypersportler!“ Und zack, hier ist er, der Chiron Noire. Immerhin 20 Stück dieser Spezialversion legt Bugatti zum Schnäppchenpreis von je 3 Mille auf. Somit ist der Chiron um eine Version und Bugatti um ein paar Euros reicher.

Was kann er also neues? Nix. Tatsächlich wird er lediglich in unverkleidetes Karbon gehüllt, bekommt ein paar neue Statusinsignien mit auf den Weg und einige Details werden zusätzlich schwarz lackiert. Das war es dann aber auch schon wieder. Wahlweise kann man sich seinen Chiron Noire, wie auch das Basismodell, als Sport bestellen, dann ist das Chassis dynamischer abgestimmt. Das kostet dann halt einen Porsche 911 obendrauf. Der übrigens auch schön langsam vor Neid erblasst, angesichts der Artenvielfalt des Bugatti Chiron.

Die ersten F1-Parfums kosten 9000 Euro

Oder besser gesagt: kosteten. Denn eine allererste vorab-Limited Edition der im März 2020 auf den Markt kommenden F1-Düfte war schon im Paddock Club in Abu Dhabi zu erstehen. Die eigens dafür designten Fläschchen trieben den Preis selbst für Parfums in schwindelerregende Höhen.

Text: Jakob Stantejsky

„Agile Embrace“, „Fluid Symmetry“ und „Compact Suspension“ heißen die drei schon bekannten Varianten – mit insgesamt fünf verschiedenen soll man sich bald Formel 1-mäßig einsprühen können. Die Normalo-Versionen sollen dann auch „nur“ mit etwas über 200 Euro pro Portion zu Buche schlagen, dafür gibt es auch keine edelst durchdesignten Flaschen als Behältnis. Egal ob um 9.000 oder 200 Euro, ob die Welt überhaupt ein Formel 1-Parfum gebraucht hat, sei an dieser Stelle dahingestellt. Wobei … wenn die Dinger tatsächlich nach verbranntem Gummi und Benzin riechen, wäre es irgendwie schon wieder cool. Doch dahingehend haben wir leider nur verschwindend geringe Hoffnung.

Mitsubishi Space Star: Sternchen für die Stadt

Erfolg ist relativ und vor allem eine Frage der Betrachtung. Denn obwohl der Space Star im großen Heer der kleinen Autos kaum auffällt, ist er für Mitsubishi eine dicke Nummer. Schließlich ist Europa nicht nur der größte Gesamtmarkt für den Stadtflitzer aus thailändischer Produktion und nirgendwo werden davon so viele verkauft wie bei uns. Sondern mit 18.000 Zulassungen allein von Januar bis Oktober ist er auch der Bestseller der Japaner. Entsprechend liebevoll wird der Konkurrent von VW Up oder Kia Picanto auch gehegt und gepflegt und bekommt deshalb jetzt schon sein zweites Facelift.

Von Thomas Geiger

Wenn er im Februar zu Preisen ab 10.490 Euro (D) in den Handel kommt, kämpft er mit einem strahlenden Lächeln gegen seine mangelnde Bekanntheit und zeigt sich künftig mit einem riesigen Grill im Stadtverkehr. Außerdem gibt es ein paar mehr Assistenzsysteme wie eine Notbremsautomatik, eine Spurführungshilfe und einen Fernlichtassistenten sowie ein bisschen moderneres Infotainment. Denn während der Bordcomputer noch immer nur grobe Pixel anzeigt, spiegelt der Touchscreen in der Mitte jetzt auch iPhones und Android-Telefone und zeigt das Bild einer Rückfahrkamera.

Der jetzt auf 3,85 Meter gewachsene Winzling sieht ein bisschen frischer aus und fährt mit feingetuntem Set-Up etwas entspannter. Aber im Grunde ist auch der neue Space Star ganz der alte: Ein ebenso preiswerter wie handlicher Kleinwagen mit überraschend viel Platz, der sich an all jene Großstädter wendet, die wenig Ansprüche haben und vor allem nicht mitmachen wollen beim Schaulaufen auf dem Boulevard der Eitelkeiten. Mehr Sein als Schein, lautet sein Motto – selbst wenn er auf Wunsch mit LED-Leuchten strahlt und ein chromglänzendes Lächeln im Gesicht trägt. Denn für das viele Hartplastik im Innenraum zum Beispiel schämt sich der Space Star genauswenig wie für das Kunstleder auf den dünnen Sitzen, die dafür ein bisschen mehr Beinfreiheit für die Hinterbänkler schaffen.

Zu diesem Anspruch passt auch die Auswahl der Motoren: Denn mehr als drei Zylinder sind nicht drin. Im Einstiegsmodell knattert wie bisher ein 1,0-Liter mit 71 PS und 88 Nm, der nur mit ordentlich Drehzahl ein bisschen Laune macht. Wer rund 4.000 Euro drauf legt, bekommt neben der Top-Ausstattung einen 1,2-Liter, der mit 80 PS und 106 Nm auf dem Papier kaum stärker ist, in der Praxis aber sehr viel gelassener bleibt und sich bei entsprechend Drehzahl in der Stadt ganz lebendig anfühlt. Über Land wird es allerdings ein bisschen mühsam und auf der Autobahn richtig anstrengend. Denn wenn es schon bis Tempo 100 12,8 Sekunden dauert, mag man sich gar nicht vorstellen, wie viel Zeit bis zum Erreichen der 180 km/h Höchstgeschwindigkeit vergeht. Und wer dem Dreizylinder die Sporen gibt, kann den Verbrauch von 4,6 Litern natürlich vergessen.

Nein, der modernste Kleinwagen ist der Space Star nicht und auch nicht der peppigste. Doch während Fiat, Ford oder VW in diesem Segment bereits zum Totentanz laden und für ihre Stadtflitzer keine Zukunft mehr sehen, steht Mitsubishi in Treue fest zum Space Star. Und da kommt dann wieder die Sache mit dem relativen Erfolg ins Spiel. Während die Up-Zulassungen für VW relativ wenig sind und die Niedersachsen deshalb vergleichsweise leicht darauf verzichten können, täte sich Mitsubishi relativ schwer damit, sein erfolgreichstes Modell vom Markt zu nehmen.

Skoda Superb iV und Citigo e iV: Sinn und Unsinn

Sinn und Unsinn liegen oft nah beieinander. Punkto Mobilität macht sich das besonders bei der elektrischen bemerkbar. In diese steigt nun Skoda mit dem Superb iV und dem Citigoe iV ein. Höchste Zeit, lassen doch die von der EU aufgebrummten Flottenverbrauchsziele nicht mehr lange auf sich warten.

Text: Maximilian Barcelli

Das hat die Welt gebraucht: Einen vollelektrischen Pick-up, der in drei Sekunden von 0 auf 100 km/h sprintet und wie ein Tarnkappenbomber aussieht. Und angeblich auch so robust sein soll. Dachte man zumindest bis zur stilecht inszenierten Präsentation. Dass manche daran zweifeln, dass der Tesla Cybertruck tatsächlich die Mobilitätslösung schlecht hin ist, hat weniger mit zerbrochenen Fenstern zu tun und mehr mit dem sinnbefreiten Gesamtkonzept.

In Osteuropa ist man da mehr: down to earth. Keine vermeintlich unzerstörbaren Materialien, keine aberwitzige Leistung, sondern einfach nur zwei ausgereifte Fahrzeuge, die elektrifiziert richtig Sinn machen. Das tun aktuell nämlich echt nicht alle E-Autos. Mit so einem Audi e-tron, beispielsweise, kannst du zwar punkto Platzangebot geschmeidig nach Kroatien urlauben, nur nicht punkto Reichweite (Motorblock-Chefredakteur Franz J. Sauer könnte davon ein Lied singen, hat aber einen Testbericht geschrieben. Gott sei Dank, er singt nämlich nicht so gut.). Gleich verhält es sich natürlich auch mit dem Tesla Model X oder dem Jaguar I-Pace. Wann also macht ein E-Auto beim aktuellen Stand der Technik Sinn? Skoda liefert mit einem Teilzeit- und Vollzeit-Stromer die Antwort.

Unbestreitbar ist nämlich, dass Elektrofahrzeuge besonders im urbanen Bereich ihre Trümpfe ausspielen. Ladesäulen in vertretbarer Dichte, kurze Distanzen, mehr Reichweite durch geringere Geschwindigkeiten, außerdem produzieren sie weniger Lärm und auch, wenn die ökologische Gesamtbilanz dann vielleicht nicht mehr ganz Friede, Freude, Eierkuchen ist, so sind sie lokal emissionsfrei. Dementsprechend fragwürdig, zumindest Stand 2019, ist die Kombination von E-Antriebsstrang und dickem Langstrecken-Gefährt. Im Umkehrschluss ist eine E-Maschine in einem City-Flitzer umso nützlicher – und der Skoda Citigo hat City sogar im Namen! Ein perfect Match?

Absolut! Mit seinen nur 3,597 Metern Länge ist der kleine Skoda Citigo ohnehin ein optimales Auto in der Stadt. Und für diese bietet der Citigoe iV eine üppige Reichweite an. 260 Kilometer sind laut WLTP drin. Wer bewusst fährt, wird an dieser Marke auch tatsächlich kratzen können. Die 36,8 kWh große Batterie beliefert einen 83 PS starken Elektromotor. Klar, der ganz große Fahrspaß kommt da nicht auf, aber besonders in der Stadt bei geringerem Tempo treibt die Maschine dank der allzeit breiten Maximalleistung den kleinen Citigo durchaus souverän an. Viele Kickdowns sind freilich nicht zu empfehlen.

Aufgeladen werden kann der Akku übrigens mit bis zu 40 kW Gleichstrom. Dann soll dieser laut Skoda 80 Prozent Ladestand in weniger als einer Stunde erreichen. An der Haushaltssteckdose dauert dies knapp unter 13 Stunden, ist also quasi über Nacht möglich.  

Beim Design gibt es keine Überraschungen: Bis auf das ein oder andere Badge und natürlich dem fast gänzlich geschlossenen Kühlergrill, der auch in Wagenfarbe lackiert ist und sich somit optisch zurückhält, sieht der Citigoe iV so aus wie seine Geschwister mit Verbrenner-Herz. Kleines Auto, nicht unter-, nicht übermotorisiert und mit einer satten Reichweite gesegnet – Skoda macht vor, wie sinnvoll Elektromobilität sein kann. Wobei „vormachen“ mit Blick auf VW e-up! und Seat Mii electric nicht allzu wortwörtlich zu nehmen ist.

Bei all der (berechtigten) Lobhudelei: Ein Detail im Innenraum fällt negativ auf – eh bei allen drei: Zwar ist es durchaus legitim, dass nicht die edelsten Materialien grandios verarbeitet werden, aber ein halbwegs ordentliches Infotainmentsystem gönnt die Konkurrenz ihren Kleinstwagen teilweise ja auch. Darüber tröstet uns aber der Preis hinweg: 21.350 Euro sind nämlich schon eine Ansage. Nimmt man sämtliche Boni von Staat und Porsche Bank in Anspruch, kostet der Skoda Citigoe iV sogar nur knapp über 16.000 Euro.

Die Tschechen elektrisieren allerdings nicht nur ihr kleinstes Pferd im Stall, sondern auch ihr größtes. Gott sei Dank aber nicht komplett. Denn wie vorhin erwähnt, saugt das E-Auto-Konzept aus jedem noch so feinen Langstreckenfahrzeug jegliche Langstreckentauglichkeit. Doch der Skoda Superb wird auch als iV von einem Verbrenner angetrieben. Konkret handelt es sich um den 1,4-Liter-TSI mit 156 PS. Unterstützt wird dieser von einem Elektromotor, gesamt offerieren die beiden Aggregate 218 PS.

Natürlich ist der Superb auch als iV extrem fein – luxuriös im Innenraum, fabelhaft gedämpft und fesch anzusehen. Die elektrische Komponente wirkt sich zusätzlich entspannend aus: In der Stadt segelt man geschmeidig dahin, bis zu 57 Kilometer Reichweite sollen möglich sein. Eine vielleicht etwas optimistische Angabe. Doch selbst wenn der Superb nur 40 Kilometer rein elektrisch schafft, so gestaltet sich die tägliche Pendlerei emissionsfrei und günstiger. Und weil der Superb iV über einen Benzinmotor verfügt, steht auch dem Kroatien-Urlaub nichts im Weg. Optisch gilt für den Superb iV ähnliches wie für den elektrischen Citigo: Vor allem der Kühlergrill ist ein Alleinstellungsmerkmal. Einstiegspeis: Faire 44.160 Euro für die Limousine, für den Kombi wird etwas weniger als ein Tausender zusätzlich fällig.

Ausgereifte Konzepte anstelle von übertriebenen Marketing-Cars: Skoda zeigt mit dem Citigoe iV und dem Superb iV, dass Elektromobilität, bei all den unbestreitbaren Nachteilen, die sie aktuell mit sich bringt, durchaus Sinn machen kann. Entweder im Kleinwagen, mit dem man ohnehin überwiegend im urbanen Gefilde unterwegs ist. Oder aber in einer großen Limousine respektive einem großen Kombi – solange ein Verbrennungsmotor für die größeren Strecken parat steht.