Seat Leon ST TGI: Dauertesttagebuch #7

Der Leon ist tot. Lang lebe der Leon: Nach rund einem halben Jahr im Dauertest verlässt uns der kompakte Erdgasler aus Spanien. Nicht aber, ohne vorhin noch Verstärkung zu rufen.

Text: Maximilian Barcelli

Allerdings übernahm nicht die brandneue Generation den Dauertest-Posten, zumindest noch nicht. Es ist aber kein Schaden, sich mit einem auslaufenden Modell zu beschäftigen, im Gegenteil. Und punkto Optik müssen wir zugegeben, dass einstweilen der „Alte“ unser Herz höherschlagen lässt. Schon klar, Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Außerdem hat sich die neue Generation bei uns noch nicht in Fleisch und Blut präsentiert – oder besser: in Blech und Öl. Dennoch – und jetzt wird’s ein paar Zeilen verdammt subjektiv – bevorzuge ich (noch) das Design des auslaufenden Leon. Nicht, weil Generation 4 schlecht aussieht. Tut sie ja nicht. Sondern weil Generation 3 so hübsch ist.

Die geometrische, klare, ernste Formensprache wurde mit dem Wechsel bewusst aufgegeben, die neue Generation sieht verspielter aus. Wie gesagt: Persönlich hatte ich immer eine Freude mit dem erwachsenen, sportiven Design der dritten Generation. Aus dem Quartett der VAG-Kompakten hat der Spanier irgendwie am meisten Sexappeal. Warum wir überhaupt so viel über das Design labern? Unser neuer Dauerttest-Leon erstrahlt jetzt endlich in einer Farbe, die sein fesches Exterieur gebührend in Szene setzt. Nicht die einzige Neuerung.

Die Gänge des Seat Leon werden nun händisch sortiert. Zwar ist an der großartigen Automatik nichts auszusetzen, aber irgendwie passt das manuelle Getriebe zum Wesen des Leon. Das ist nämlich grundsätzlich sportlich, insbesondere in der FR-Ausstattung. Und nicht nur vom optischen Standpunkt aus betrachtet: Das das Fahrwerk ist – ohne allerdings ruppig oder unkomfortabel zu sein – dynamisch ausgelegt und die Lenkung arbeitet sehr präzise. Da passt das knackige, unmissverständliche 6-Gang-Getriebe mit dem gut in der Hand liegenden Schaltknauf gut dazu.

Genauso wie die Sitze: Waren die beim Vorgänger – also beim vorangegangenen Dauertester, nicht beim Leon 2 – nicht gerade erwähnenswert, weil: stinknormale, solide Stoffsitze, so trumpft unser neuer Dauertester mit fabelhaften Sportsitzen auf. Die machen nicht nur einen weit wertigeren Eindruck, sondern sorgen auch für guten Seitenhalt. Bequem sind sie sowieso. Zusammengefasst: Es ist schon faszinierend, wie ein paar veränderte Ausstattungsmerkmale das Wesen eines Fahrzeuges verändern können. In unserem Fall, und der hat es gern sportlich: Zum Positiven. Auch, wenn das Navi beim Kreuzerlmachen ausgelassen wurde.

Apropos Navi: Vor allem im Innenraum macht sich bemerkbar, dass es dann doch Zeit für eine neue Generation wurde. Zwar ist alles vorhanden, was man so braucht – mal abgesehen vom Navigationssystem – aber modern sieht er nicht aus. Das hat aber auch seine guten Seiten: Die Bedienung, etwa von der Klimaanlage, ist dank analoger Lösungen deutlich intuitiver.

Der Motor unsres neuen Dauertesters wird weiterhin mit Erdgas befeuert. Wir sind gespannt, wie dieser mit dem manuellen Getriebe harmoniert. Der erste Eindruck: Zwar ist das Triebwerk auf Effizienz, auch auf finanzielle, ausgelegt, ein Stück mehr Spritzigkeit lässt sich aber erahnen. Mit einem zweiten Eindruck melden wir uns in Bälde.

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Der Auto Salon Genf ist abgesagt!

Zurzeit kriselt praktisch jede Automesse vor sich hin und leidet unter sinkenden Besucher- und Ausstellerzahlen. Nur der Auto Salon Genf konnte auch dieses Jahr mit einem fetten Programm wie eh und je locken. Doch schlussendlich wird nun ausgerechnet die vielleicht wichtigste Automobilmesse überhaupt nicht stattfinden: Wegen des Coronavirus wurde jetzt offiziell abgesagt!

Text: Jakob Stantejsky

Über den Virus selbst müssen wir euch an dieser Stelle wohl nichts mehr erzählen, der dominiert derzeit sowieso jegliches Medium. Der konkrete Grund für die Absage ist eine heute gefällte Entscheidung des Schweizer Bundesrats, der ab sofort bis zum 15. März 2020 sämtliche Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern strikt verboten hat. Somit bleibt den Veranstaltern gar keine andere Wahl, als den Auto Salon Genf, der vom 5. bis zum 15. März stattgefunden hätte, schlichtweg abzusagen.

Allein schon aufgrund der gigantischen logistischen und terminlichen Herausforderungen rund um die Messe können wir uns nicht vorstellen, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden könnte. Wie genau mit dem Disaster umgegangen wird und welche (finanziellen) Folgen es hat, muss erst noch festgestellt werden. Sicher ist bislang nur, dass bereits gekaufte Eintrittskarten rückerstattet werden.

So sehr wir alle Genf und all die spektakulären Neuheiten, die auch dieses Jahr wieder präsentiert worden wären, lieben, so unstrittig und verständlich ist die Entscheidung des Gesetzgebers in der Schweiz. Mit rund 600.000 Besuchern aus aller Welt hätte der Auto Salon eine regelrechte Tauschbörse für den Coronavirus dargestellt. Und egal welche Meinung man zu der grassierenden Panik rund um die Krankheit hat – in so einem Fall ist Vorsicht definitiv unendlich viel besser als Nachsicht. Wir halten euch über die Nachwirkungen der Absage und die in der Luft hängenden Neuvorstellungen jedenfalls auf dem Laufenden.

Mercedes-AMG GLE und GLS 63: Schwer in Ordnung

Über fünf Meter lang, mehr als zwei Tonnen schwer und eine Sitzposition hoch über der Straße – nein, Sportwagen gehen irgendwie andeers. Doch von solchen Vorurteilen lässt sich AMG nicht beirren. Wenn die schnellen Schwaben zu geschätzten Preisen zwischen 125 und 150.000 Euro (D) die 63er-Versionen von GLE und GLS an den Start bringen, dann wollen sie beweisen, dass auch Schwergewichte sportlich sein können und dass es nur genügend Power braucht, um die Gesetze der Physik auszuhebeln.

Wo es bislang nur die halbgaren 53er mit einem 435 PS starken V6-Motor gab, sorgt deshalb künftig der 4,0 Liter große V8-Benziner in jeder Hinsicht für Aufmerksamkeit: Bei der Vollgasfraktion wegen seiner Leistungsdaten, bei Geltungssüchtigen wegen des nachgeschärften Designs, bei den Klimaschützern und SUV-Kritikern wegen des ungünstigen Verhältnisses von Sinnhaftigkeit und Benzinverbrauch und bei allen anderen, weil der Motor natürlich wieder einen Klang hat wie Donnerhall.

Im GLE gibt es das Turbo-Triebwerk, das als kleines Feigenblatt immerhin einen Mild-Hybrid mit 48 Volt-Technik und 22 PS elektrischer Boostleistung bekommt, wie üblich als 63er mit 571 PS und 750 Nm oder als 63 S mit 612 PS und 850 Nm. Beim GLS geht AMG gleich in die Vollen und bietet nur die Top-Version an.

Obwohl es die Geländewagen dem Motor buchstäblich schwermachen, hat er mit den weit über zwei Tonnen schweren Dickschiffen leichtes Spiel und wuchtet beide Modelle im besten Fall in 3,8 Sekunden auf Tempo 100. Und wer danach erleben will, wie dehnbar physikalische Grundgesetze sind, der lässt den rechten Fuß einfach stehen und stürmt kurz darauf mit 280 Sachen über die linke Spur. So muss es sich anfühlen, kurz bevor ein Jumbo-Jet bei einem ganz ähnlichen Tempo abhebt.

Damit genau das nicht passiert, hat AMG ordentlich am Fahrwerk gefeilt, die intelligente Luftfeder samt Wankausgleich neu programmiert, die Lenkung direkter abgestimmt und natürlich auch größere Bremsen eingebaut. Und ein paar Sitze mit mehr Seitenhalt sowie ein Lenkrad mit besserem Grip gibt es natürlich obendrein.

Das Ergebnis ist ein Fahrverhalten, das einem Sportwagen tatsächlich erschreckend nahekommt: Wenn der GLE 63 S laut brüllend einen Berg hinauf stürmt wie ein wütender Bär, dann ist von seinem Gewicht und Größe jedenfalls kaum mehr etwas zu spüren. Mit hecklastigem Allrad und Sperrdifferential an der Hinterachse überraschend handlich, dank der 48 Volt-Motoren an den Federbeinen allen Fliehkräften zum Trotz immer hübsch aufrecht und mit Bremsscheiben groß wie Pizzateller stets unter Kontrolle, spricht er der Physik Hohn und erweist sich als veritables Muscle-Car.

Doch weil auch solche Power-SUV die meiste Zeit als Pampersbomber genutzt werden, haben die AMG-Modelle noch eine zweite Seite: Unten im Tal, auf der Autobahn und in der Stadt geben sie die komfortablen Cruiser, die lässig durch die Kurven carven, die Auspuffklappen politisch korrekt geschlossen halten und aus ihrer Kraft eine Souveränität schöpfen, die jede ernsthafte Eile überflüssig macht. Weil man GLE und GLS in der AMG-Version ihre Power schon von weitem ansieht, müssen sie sich nicht ständig beweisen.

Für die Klimabilanz und das Ziel vom CO2-neutralen Autohersteller mögen die beiden Dickschiffe Gift sein, schließlich liegt der Verbrauch schon auf dem Prüfstand bei bis zu 11,9 Litern und den CO2-Ausstoß kann man fast in Pfund statt in Gramm messen. Doch dafür dürften sich die Kassenwarte freuen. Denn selbst wenn es noch keinen offiziellen Preis gibt, kann man ganz sicher von deutlich sechsstelligen Tarifen ausgehen. Und da wird dann auch der eine oder andere Euro hängen bleiben, mit dem Daimler sine Saubermänner subventionieren oder im Zweifel seine CO2-Strafe an Brüssel bezahlen kann.

Video: Dieses Auto bekommt Schlittschuhe

Den Winter gibt es ja eigentlich eh nicht mehr. Zumindest nicht bei uns. In Russland gehört Schnee noch zum Alltag und deshalb sind clevere Lösungen für den Straßenverkehr gefordert. Wie zum Beispiel Schlittschuhkufen, mit denen man kurzerhand die Vorderreifen ersetzt.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Screenshot via Garage 54

Heckantrieb eignet sich hier natürlich hervorragend. Denn während die Hinterachse weiter fleißig anschieben kann, sorgen die Kufen vorne für perfekten Halt in der Kurve. Ist ja auch logisch, schließlich schneiden die Dinger quasi durch Eis und Schnee, Grip ist also kein Problem. Ganz im Gegenteil, man muss wohl eher aufpassen, keine allzu wilden Lenkmanöver vorzunehmen, sonst „überknöchelt“ das Auto unter Umständen noch.

Wie gut das Experiment aufgeht, seht ihr im Video. So dynamisch und präzise haben wir auf Schneefahrbahn kaum je ein Automobil dahinrauschen sehen, so viel ist klar. Und driften ist mit dem Setup ebenfalls leicht gemacht. Ach Winter, wo bist du nur?

Ausdauerrennen für alle: 24 Hours of Lemons

Der Rennsport ist wohl eine der exklusivsten Arten von Wettstreit überhaupt. Je nach Klasse sind große bis gigantische Investitionen nötig, um mittendrin statt nur dabei zu sein. 24 Hours of Lemons wehrt sich gegen diesen Zustand und sagt: „Racing isn’t just for rich idiots, it’s for all idiots.“ Gut gesprochen!

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Screenshot via 24 Hours of Lemons

Genauer gesagt handelt es sich bei 24 Hours of Lemons nicht nur um eine Anspielung auf das weltberühmte Rennen von Le Mans, sondern um eine Ausdauerrennserie, bei der die Boliden maximal 500 Dollar gekostet haben dürfen. Einzig Sicherheitsequipment, Bremsen, Räder und Reifen liegen außerhalb dieser engen Budgetbegrenzung, damit zumindest die Sicherheit so weit wie möglich gewährleistet ist. In den 500 Dollar ist übrigens nicht nur der Kaufpreis der „lemon“, wie die Veranstalter die halbschrottreifen Mühlen nennen, inkludiert, sondern auch sämtliche Tunings und Umbauten.

Die Rennserie für wirklich jedermann spielt sich vor allem in den USA ab, einige Events finden allerdings auch in Australien und Neuseeland statt. Auf dem zugehörigen Youtube-Kanal findet ihr allerhand Rennrückblicke und andere Videos zum Thema. Bei solch fragilen Vehikeln geht da auch alles mögliche schief und sorgt für Entertainment. Wie man auch an der Homepage erkennen kann, nimmt sich 24 Hours of Lemons nicht sonderlich ernst und will seinen Teilnehmern einfach nur das bieten, worum es beim Motorrennsport eigentlich gehen sollte: Einfallsreichtum, Bastlerei und Spaß – alles in Unmengen und vor allem letzteres mehr als in so mancher Millionen-Rennserie.

VW Atlas Cross Sport: Stylischer Riese

Bislang war er vor allem die erste Wahl für die so genannten Soccer-Mums und für Väter mit dem Sinn fürs Praktische. Denn wenn amerikanische VW-Kunden ein Auto mit vielen Plätzen und noch mehr Platz suchen, dann führt am Atlas kein Weg vorbei. Doch jetzt will der große Geländewagen auch Kunden mit etwas mehr Eigensinn ködern – und wird deshalb als Cross Sport vom People-Mover zum Puls-Beschleuniger.

Von Thomas Geiger

Dafür hat der Atlas vor allem beim Design gehörig Rückenwind bekommen und erlaubt sich deshalb eine schnittigere Linienführung: Das Dach ist etwas flacher, die Heckscheibe stärker geneigt und der Überhang um eine Handbreit gekürzt, so dass der Riese wieder unter die Fünf-Meter-Marke schrumpft. Das kostet zwar innen die dritte Sitzreihe, während der Kofferraum nach wie vor ein riesiges Ausmaß hat und man bei 2,98 Metern Radstand in der zweiten Reihe weiterhin fürstlich sitzen kann. Aber dafür fühlt man sich jetzt am Steuer nicht mehr wie ein Busfahrer und muss im Rückspiegel nicht immer in lauter grinsende Kinder-Grimassen schauen.

Hinter dem wuchtigen Grill mit den riesigen Scheinwerfern stecken zunächst zwei Motoren, von denen – oh Wunder – keiner ein Diesel ist. Das Basismodell fährt mit einem 2,0-Liter-Turbo mit 238 PS, die Top-Version mit einem V6-Sauger, der aus 3,6 Litern Hubraum 280 PS holt.  Beide kommen mit Automatik und einem Allradantrieb, der samt der Fahrprogramme aus dem Tiguan stammt. Kein Wunder, schließlich nutzen auch der Atlas und mit ihm der Cross Sport als Basis den MQB.

In den USA ist der Atlas als großer Gleiter ausgelegt und sein schnittiger Bruder macht da keinen Unterschied. Auch der Cross Sport lässt es deshalb eher gemütlich angehen, bügelt die Straße glatt wie ein Seidentuch und nimmt mit seiner achtstufigen Automatik nur gemächlich Fahrt auf. Und so tapfer er sich in den wenigen Kurven schlägt, die man im Land der endlosen Geraden finden kann, macht er im aktuellen Set-Up keinen Hehl daraus, dass seine Heimat die Highways sind. So sehr er den Puls mit seinem Design beschleunigen will und so viel Seitenhalt die etwas sportlicheren Sitze auch bieten, so ruhig und entspannt ist man mit dem gemütlichen Riesen deshalb unterwegs.

Zwar ist der Cross Sport tatsächlich der leidenschaftlichere Atlas. Doch weil VW in den USA noch mehr als bei uns eine bürgerliche und rationale Marke ist, haben die Niedersachsen auch vernünftige Argumente für den Nachzügler – und den Preis deshalb um rund 1.000 Dollar auf 31.595 Dollar gesenkt.

Wer da jetzt als Europäer neidisch wird, die Währungstabelle zückt auf einen gro0ßen Geländewagen für kleines Geld hofft, dem erteilt Wolfsburg eine deutliche Absage. Zwar passt der Cross Sport mit seinem geschrumpften Format nicht nur nach Wyoming, sondern auch nach Wien. Doch selbst wenn aus den knapp 30.000 Euro auf dem Weg über den Atlantik mit Steuern, Spesen und ein bisschen mehr Luxus 40.000 Euro würden, wäre der Riese schlicht zu billig. Den außerhalb des eigenen Managements ohnehin nur schwer verkäuflichen Touareg könnten die Niedersachsen dann einstampfen und was der Atlas an Rückenwind hätte, würde dem Tiguan böse ins Gesicht blasen. 

Mitsubishi Space Star: Einzelkämpfer

34 Prozent aller Fahrzeuge, die Mitsubishi hierzulande verkauft, sind Space Stars. Ein für die Marke wichtiges Auto also, dessen Sternstunde erst schlagen könnte.

Text: Maximilian Barcelli

Die Botschaft ist unmissverständlich: Wir halten fest am Kleinstwagen. Oder am Kleinwagen? Mit seinen 3,85 Metern Länge – das sind rund fünf Zentimeter mehr als beim Vorgänger – ist der Mitsubishi Space Star irgendwo zwischen VW up! und Polo oder, sollte Ihnen das japanische Automobilhandwerk mehr zusagen, Toyota Aygo und Yaris positioniert. Wo man ihn letztendlich einordnet, so oder so werden es Autos dieser Klasse zukünftig schwer haben. Schuld ist die europäische Politik: dass immer mehr Assistenzsysteme vorgeschrieben werden, ein großes Paket erwartet die Hersteller 2022, ist freilich nicht sinnlos. Weil die Gesetzgebung allerdings nicht zwischen verschiedenen Segmenten differenziert, muss die teure Technik auch in günstige Kleinwagen eingebaut werden – und das rentiert sich einfach nicht (oder macht sie weniger günstig).

Außerdem stehen nächstes Jahr die utopischen Flottenverbrauchsgrenzwerte von 95 Gramm CO2 an, was rund vier Liter Benzin pro 100 Kilometer entspricht. Ein Wert, der selbst für Kleinstwagen nicht gerade einfach zu erreichen ist. Wohl müsste Hybridtechnologie nachgerüstet werden, die allerdings teuer ist und den Platz in einem eh schon kleinen Auto weiter einschränken würde – falls es sich überhaupt ausgeht. Und wozu das ganze? Um dann ein Auto für 10.000 Euro zu verkaufen? Dann lieber ein 2,5 Tonnen schweres, luxuriöses E-SUV bauen.

All das könnte dazu führen, dass der Mitsubishi Space Star in absehbarer Zukunft allein auf weiter Flur steht. Kann er das ausnutzen? Optisch sicherlich! Das Exterieur gibt sich wohltuend harmonisch, aus Fernost kennt man ja oft anderes. Mit dem Facelift geht ein neues Frontdesign einher, das den Space Star nun klar als Mitsubishi erkennbar macht. Außerdem gibt’s zwei neue Lackierungen: „Diamond Weiß“ und „Sand Gelb“. Auf dicke Hose macht das Heck: dort (naja, genaugenommen ja am Dach) thront ein gewaltiger Spoiler. Darunter geben sich die Stoßfänger recht muskulös. Passt vielleicht nicht perfekt zum freundlichen Charakter des Space Star, dafür erinnert’s uns ein bisserl an etliche Nippon-Flitzer aus den 90ern, quasi neu interpretiert. Cool!

Aus den 90ern stammt auch das Interieur: Zwar ist der Space Star digital voll auf Höhe der Zeit – rechnet man ihn den Kleinstwagensegment zu sogar etwas darüber. Doch etwas vom liebevollen Design des Exterieurs könnte auch der Innenraum ganz gut vertragen. Hartplastik gibt’s hier echt ausreichend. Schon klar, der Space Star hausiert nicht gerade in der Luxusklasse, aber hey! Auch VW, Toyota und Co. spendieren ihren Kleinsten Zierleisten oder ein bisserl mehr Stoff.

Das ist dem Space Star aber spätestens beim Blick auf den Preis verziehen: die Neuauflage startet mit einem Aktionspreis von 8.990 Euro. In der Liste stehen mindestens 11.990 Euro, was letztendlich aber auch ein mehr als faires Angebot ist: immerhin ist der Space Star von den Abmessungen her eher Klein- als Kleinstwagen – auch wenn man irgendwie dazu neigt, ihn als City-Flitzer einzuordnen.

Könnte daran liegen, dass er sich so spritzig fährt: natürlich strotzen die beiden Dreizylinder-Saugmotoren nicht vor Kraft (71 und 80 PS), doch die drehfreudigen Triebwerke mit Touren bei Laune zu halten, hält selbst bei Laune. Und für den Stadtverkehr, für den der Space Star ja grundsätzlich konzipiert ist, reicht die Leistung noch und nöcher. Ein kleines Manko finden wir bei der Lenkung: dass diese nicht viel übrig für Feedback hat, passt ja zu einem Stadtauto, allerdings muss recht viel gekurbelt werden.

Alles in allem ist der aufgefrischte Mitsubishi Space Star nicht nur subjektiv ein grundsympathisches Auto, sondern auch objektiv ein tolles Angebot. Preislich im Kleinstwagensegment zuhause, bietet er mehr Platz und wartet außerdem mit diversen Assistenzsystemen wie Auffahrwarner mit Fußgängererkennung und Notbremsassistent, Spurhalte- sowie Fernlichtassistenten auf. Keine Selbstverständlichkeiten in diesem Segment. Und die paar wenigen Mankos, so könnte man argumentieren, schärfen den Charakter. Perfektion langweilt.

Das beste Drift-Video der Welt!

Ken Block kennt ihr alle? Okay, perfekt! Vergesst den Typen sofort wieder. Denn wir haben hier ein Drift-Video, das doppelt so gut ist wie alle zehn Gymkhanas gemeinsam. Der Star ist niemand geringerer als der einzig wahre, one and only Fiat Multipla!

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Screenshot via Oliver Amon

1 Minute und 40 Sekunden eurer wertvollen Zeit müsst ihr investieren, wenn ihr euch das großartigste Autofilmchen dieser Galaxis geben wollt. Und glaubt uns, das einzig enttäuschende daran ist die Tatsache, dass es sich nicht um Spielfilmlänge handelt. Ob Asphalt, Dreck, Wasser, verfallene Gebäude – der Fiat Multipla geht quer wie Walter Röhrl in einer Waschmaschine. Achsbruch? Wurscht. Lackschäden? Gibt’s nicht. Dieses Video ist nur für Hartgesottene! Bonus: Harold ist auch dabei! Also los geht’s, schaut euch das gefälligst an!

Der neue RS 6 Avant im Drag Race gegen M5, AMG E 63 und Panamera!

In der illustren Runde der potenten Business-Limousinen und -kombis aus Deutschland ist die frische Generation des Audi RS 6 Avant quasi der Neuankömmling. Wie schlägt er sich?

Text: Maximilian Barcelli / Beitragsbild: Carwow via YouTube

Das will der YouTube-Channel Carwow herausfinden – standesgemäß mit einem Drag Race. Dazu bittet er die gesamte deutsche Konkurrenz des Power-Kombis aus Ingolstadt zum Viertelmeilen-Rennen. So tritt der Audi RS 6 Avant gegen Mercedes-AMG E 63 S T-Modell und Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo an. Auch der BMW M5 Competition darf sich im Drag Race beweisen, auch wenn es vom gedopten 5er keinen Kombi gibt, so wie es vom RS 6 keine Limousine gibt.

Audi RS 6 Avant

Als Favorit geht der Power-Kombi von Audi jedenfalls nicht ins Rennen. Mit 600 PS, die ein doppelt zwangsbeatmeter 4-Liter-V8 erwirtschaftet, ist der Ingolstädter das „schwächste“ Fahrzeug des Quartetts. Nach 3,6 Sekunden Vollstoff steht Landstraßentempo an. Wenn man ihn von den elektronischen Fesseln befreit, rennt er bis zu 305 km/h schnell.

Mercedes-AMG E 63 S 4MATIC+ T-Modell

Ebenfalls mit zwei Turboladern bestückt, die den vier Litern Hubraum Sauerstoff einflößen, leistet der Achtzylinder im heftigsten Kombi von Mercedes 12 PS mehr als der Konkurrent aus Ingolstadt. Zwar nimmt das E 63 S T-Modell dem RS 6 auch ein Zehntel beim Paradesprint ab, ist die Strecke allerdings lang genug, muss die E-Klasse den Audi mit einem Geschwindigkeitsüberschuss von 15 km/h passieren lassen.

BMW M5 Competition

Der BMW M5 tanzt nicht nur punkto Karosserieform aus der Reihe: mit 4,4 Litern verfügt sein selbstverständlich ebenfalls doppelt aufgeladener V8 auch über mehr Brennraum. Als Competition – und ein solcher tritt im Rennen an – leistet das Triebwerk 625 PS, die den Münchner in rekordverdächtigen 3,3 Sekunden auf Tempo 100 katapultieren. Schluss ist wie beim Audi bei 305 km/h.

Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo

Knapp, aber doch gewinnt der Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo das Duell um den längsten Namen. Seine Chancen stehen aber auch beim Drag Race gut: immerhin offeriert sein 4-Liter-V8 satte 680 PS. Die erarbeitet der BiTurbo jedoch nicht alleine: eine E-Maschine unterstützt. Das macht den Zuffenhausener zwar schwerer – Stichwort Batterie – dafür verbraucht er aber auch nur drei Liter. Oder so. Die 100er-Marke knackt der Panamera in 3,4 Sekunden, das Spitzentempo liegt bei ungeschlagenen 310 km/h.

Video: 1.250 PS-Elfer macht einen Wheelie

So simpel Drag Racing auch ist, so beeindruckend ist es zu sehen, was dabei herauskommt, wenn Tuner keinerlei Rücksicht auf Kurvenfahrt nehmen müssen. Das Ergebnis sind oft völlig irre Boliden, die vor allem mit sich selbst zu kämpfen haben, so wie dieser Porsche 911 Turbo S.

Text: Jakob Stantejsky

Konkret scheint der umgebaute Ex-Kurvenräuber vor allem mit seiner überbordenden Kraft nicht ganz zurechtzukommen, denn beim Vollgasstart lassen die unglaublichen 1.250 (ja, eintausendzweihundertfünfzig) Hinterrad-Pferdestärken die Front des deutschen Sportwagens rund einen halben Meter in die Luft steigen.

So abträglich solche Stunts normalerweise der Performance sind, die Viertelmeilenzeit der Rakete kann sich dennoch ganz gut sehen lassen: 9,27 Sekunden mit einer Endgeschwindigkeit von 260,71 km/h gehören schon in die Spitzenklasse. Bei solchen Leistungen muss man erst mal so bescheiden sein und auf dem Boden bleiben … hä hä hä.