Wie man einen 400 km/h schnellen Bugatti Chiron filmt

Die kurze Antwort: Mit einem Helikopter, einem Caterham und, eh klar, einem zweiten Chiron. Die 10:53 Minuten lange Antwort seht ihr im Video unten.

Text: Maximilian Barcelli

0-400-0 – ein Rekord, den Bugatti für die Ewigkeit aufgestellte. In dem Fall hielt die Ewigkeit allerdings nur einige Tage lang, Koenigsegg zog nach: Während der Chiron rund 42 Sekunden benötigte, um von 0 auf Tempo 400 zu beschleunigen und dann wieder zum Stillstand abzubremsen, gelang dem Agera RS dieser Stunt in nur 37 Sekunden.

So oder so ist das Video, das Bugatti im Zuge des Rekords auf den Social-Media-Kanälen veröffentlichte, ein sehr gelungenes. Hinter der Produktion steht die Firma „OUTRUN“. Und die gibt nun Einblicke in den Entstehungsprozess. Unteranderem zeigen der Blick hinter die Kulissen, wie man bei einem 400 km/h schnellen Chiron Car-to-Car-Aufnahmen tätigt – nämlich mit einem zweiten Chiron! Apropos Car-to-Car-Aufnahme: Auch die legendäre BMW M5-Werbung kommt im Behind-the-scenes-Video von „OUTRUN“ vor. Damit ihr es aber nicht suchen müsst, haben wir den Clip hier separat:

Wer jetzt Bock auf mehr Bugatti bekommen hat:

Hier gibt’s alle Infos zum neusten Sondermodell.

Oder – etwas bodenständiger – vielleicht ein Fahrbericht zum BMW M8?

Alt gegen neu: AMG A 45 S vs. A 45 AMG

Kräftemessen in der Kompaktklasse: Mit dem A 45 S hat Mercedes-AMG nicht nur den stärksten Serien-Vierzylinder am Markt, sondern auch gleich den stärksten Kompaktsportler (insofern man den M2 CS außen vor lässt). Entthront hat er den Audi RS 3. Wie schlägt sich der bereits drei Jahre alte Ingolstädter gegen den neuen König der Kompakten? Und kann der alte A 45 AMG mit dem neuen halbwegs mithalten?

Text: Maximilian Barcelli / Beitragsbild: Archie Hamilton Racing via YouTube

Fragen, die nun von Rennfahrer Archie Hamilton beantwortet werden. Der hat sich nämlich einen brandneuen Mercedes-AMG A 45 S zugelegt und lässt ihn gegen den Audi RS 3 sowie den alten A 45 AMG in einem Drag Race antreten. Aber der Reihe nach.

Vor dem neuen A 45 S war der RS 3 klarer Leistungskaiser im Segment. Nach dem Facelift 2017 erstarkte der Turbo-Fünfzylinder auf gerade 400 PS, die ihn in nur 4,1 Sekunden auf Tempo 100 wuchten. Auch die damalige AMG A-Klasse war ihm mit 381 PS unterlegen – zumindest am Papier.

Mit der neuen A-Klasse hielten freilich neue AMG-Boliden Einzug in die Welt der Hot Hatches. Zuerst der A 35 mit 306 PS, dann der A 45, der es als S auf satte 421 PS bringt. Am Papier darf sich also wieder Daimler als König der Kompakten betiteln. Wie es in der Realität aussieht, verrät euch das Video! So oder so muss sich die Konkurrenz der Ingolstädter auf Nachschlag gefasst machen, denn die brandneue Audi A3-Generation wurde eben präsentiert. Somit wird sich der neue RS 3 nicht mehr lange bitten lassen.

Hier geht’s zum Test des Mercedes-AMG A 45 S …  

… und hier zum Audi RS 3-Bericht.

Doms Charger gibt es jetzt auch aus Lego

Fast & Furious war einst eine Filmreihe über Autos, Tuning, Racing und Action. Heute drehen sich die Streifen um Explosionen, Stunts, Explosionen und FAMILIE. Dank Lego könnt ihr die guten alten Tage auferstehen lassen.

Text: Jakob Stantejsky

Denn Doms heftig getunter Dodge Charger ist und bleibt eines der automobilen Highlights der Blockbuster-Reihe. Den macht Lego Technic nun wohnzimmerfähig und liefert ihn in 1.077 Einzelteilen. Erstehen könnt ihr das Stück, beziehungsweise die Stücke, etwa hier um wohlfeile 84 Euro und 99 Cent. Mit dem Zusammenbauen müsst ihr euch allerdings noch einen knappen Monat gedulden, denn der Bolide erscheint erst am 27. April im Handel.

Derzeit dauern diverse Lieferwege dank Corona aber ohnehin circa genauso lang, also was soll’s, nicht wahr? Solltet ihr also einen Zeitvertreib brauchen oder jemanden kennen, der bald Geburtstag hat und entweder einen kleinen oder großen Kindskopf besitzt, dann ist dieser Lego-Baukasten wohl ein ideales Petrolhead-Geschenk. Mit 39 Zentimetern Länge, 16 cm Breite und 11 cm Höhe macht Doms Charger auch garantiert ordentlich was her. Wer sein Lego-Muscle Car bei dem einen oder anderen Stunt zerlegt, erhält außerdem eine Art interaktiven Blick hinter die Fast & Furious-Kulissen. Denn selbst der gute Dom hat im Laufe der Jahre wohl hunderte Stunden mit der Reparatur seines pechschwarzen Babys verbracht.

Sechsfachsieger

Seit 1964 wird jährlich der Car of the Year-Award von Motorjournalisten aus ganz Europa an das beste Auto des Jahres vergeben. Anfang März dieses Jahres konnte sich der neue Peugeot 208 zum Sieger krönen. Wenn man so durch die Jahrzehnte zurückblickt, ist der französische Löwe an der Spitze der Automobilwelt ein durchaus gewohnter Anblick.

Insgesamt sechs Mal stand man nun schon ganz oben auf dem Siegerpodest und konnte die meisten Punkte bei den Juroren erringen. Mit dem nun auch als Elektroauto erhältlichen 208 kann erstmals ein Kleinwagen aus dem Hause Peugeot den Titel für sich beanspruchen und rundet das breite Spektrum an bisherigen Gewinnern ab.

Den Anfang machte 1969 der Peugeot 504, den man in die Schublade „obere Mittelklasse“ stecken kann. Besonders bemerkenswert an dem meist als Limousine verkauften Wagen waren der Heckantrieb, die komfortable Einzelradaufhängung und sein legendäres Design. Auch in puncto Robustheit ließ sich der 504 nicht lumpen und war auch bei zahlreichen Rallyes teilweise siegreich im Einsatz.

Knapp 20 Jahre später, 1988, überzeugte dann der Peugeot 405 bei der Wahl und dominierte mit einem beinahe einstimmigen Beschluss. Das damals neuartige ABS war ebenso mit an Bord wie ein innovativer 90 PS-Turbodiesel. Insgesamt wurde das Mittelklassefahrzeug über fünf Millionen Mal verkauft.

Sowohl 2002 als auch 2014 entschied ein Kompaktwagen von Peugeot das Rennen jeweils für sich. Bei 307 und 308 handelt es sich sogar um direkt aufeinanderfolgende Generationen. Der 307 trumpfte bei seinem Sieg mit seinem neuen Konzept auf: kompakte Abmessungen außen, innen viel Platz, bequeme Fahreigenschaften und emotionales Design. Der sich auch heute noch im Einsatz befindliche 308 legte den Fokus verstärkt auf die sportlichen Werte – design- sowie fahrtechnisch. Dazu zählt auch das mittlerweile flächendeckend eingesetzte Peugeot i-Cockpit, in dem der Fahrer nicht durch, sondern über das Lenkrad auf die Instrumente blickt.

Zu guter Letzt folgte 2017 der 3008, der sich als allererstes SUV Car of the Year nennen durfte. Hier punktete Peugeot vor allem mit einem expressiven Design, das allseits zu gefallen weiß. Für mehr Utility sorgten die fünf unterschiedlichen, ans Gelände anpassbaren Fahrmodi, und auch bei den Assistenzsystemen und der Vernetzung erregte der 3008 bei seinem Debüt großes Aufsehen.

Unterm Strich macht das in den letzten sieben Jahren drei Peugeot-Siege beim Car of the Year-Award, man kann die Franzosen also in der jüngsten Vergangenheit durchaus als Dominatoren des Bewerbs bezeichnen. Bei der höchst gelungenen Mischung aus eigenwilligem, aber gefälligem Design, technischer Innovation und Fahrdynamik können wir als Vielfahrer (im Sinne von viele verschiedene Autos) der Wahl kaum widersprechen. Außerdem freuen wir uns viel zu sehr, dass Peugeot der Konkurrenz zeigt, dass es nicht immer der fade Einheitsbrei sein muss.

So könnte der nächste Audi RS 3 aussehen!

Nach VW Golf, Skoda Octavia und Seat Leon vervollständigt nun der Audi A3 das Kompaktwagen-Sortiment des VW-Konzerns. Auch die jeweiligen Sportversionen lassen wohl nicht mehr allzu lange auf sich warten.

Text: Maximilian Barcelli / Bilder: X-Tomi (1), Hersteller (3)

Wobei manche Kraftpakete sogar schon enthüllt wurden: So müssen wir uns zwar noch etwas auf den VW Golf R gedulden, vom GTI zogen die Wolfsburger hingegen schon den Vorhang. Und auch der Skoda Octavia RS iV wurde bereits vorgestellt. Wie das „iV“ suggeriert, fährt er mit dualem Antriebsstrang. Vierzylinder und E-Maschine erwirtschaften mit vereinten Kräften 245 PS.

Die gleiche Motorisierung gibt es auch im neuen Cupra Leon. Wer sich für E-Mobilität wenig erwärmen kann, wird – zumindest bei den Spaniern – trotzdem fündig: Drei Benzinmotoren mit 245, 300 oder 310 PS sind neben der teilelektrischen Variante zu haben.

Vom vierten Kompakten, eben jenem aus Ingolstadt, sind solch Sportversionen noch in Ferne, wenn auch nicht in weiter. Eh klar, immerhin wurde der erst vor kurzem präsentiert. Fix ist aber, dass sowohl ein S3, als auch ein RS 3 wieder kommen werden. Letzterer selbstredlich mit Fünfzylinder, der wohl auf über 400 PS aufgeblasen wird, um dem Mercedes-AMG A 45 S so richtig einzuheizen. Wie der kommende Audi RS 3 aussehen könnte, zeigt der Renderer X-Tomi.

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Gepostet von X-Tomi Design am Freitag, 27. März 2020

Hier geht’s zum Test der letzten Generation des Audi RS 3.

Und wie sich sein großer Bruder fährt, der RS 6, lest ihr hier.

Drag Race: Bloodhound LSR vs. Chiron vs. F1

Man mag es kaum glauben, doch der Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge stammt immer noch aus dem Jahre 1997. Dafür liegt er immerhin bei 1.227,99 km/h und stellt also jedes Passagierflugzeug locker in den Schatten. Der Bloodhound LSR soll diese Marke endlich knacken. Mittlerweile kommt er bei den Tests auf 1.010,67 km/h.

Text: Jakob Stantejsky

Dass da weder der monströse Bugatti Chiron noch ein Formel 1-Bolide mithalten können, muss wohl kaum bewiesen werden. Doch bei diesem virtuellen Drag Race geht es auch nicht (vorrangig) um die Endgeschwindigkeit, doch die Beschleunigung der drei Kontrahenten im Vergleich zu sehen, mutet ziemlich cool an.

Wie man deutlich erkennen kann, lassen die beiden hochgezüchteten Automobile den Bloodhound LSR anfangs richtig lahm wirken. Sobald der allerdings Fahrt aufgenommen hat, scheinen seine beiden Gegner quasi stillzustehen, so schnell schießt er an ihnen vorbei. Tatsächlich benötigt der Bloodhound LSR über sechs Sekunden, bevor er auf 100 km/h kommt – da können sogar viele Kompaktsportler locker mithalten.

Dass die Rakete auf Rädern den Landgeschwindigkeitsrekord brechen wird, scheint ob der fehlenden nur 17 km/h ziemlich festzustehen. Allerdings will man seine Überlegenheit gleich ordentlich einzementieren und zielt daher auf rund 800 Meilen pro Stunde, was knapp 1.300 km/h entspricht. Bis dahin muss noch einige Arbeit geleistet werden, die der Coronavirus mit seinen Auswirkungen derzeit nicht gerade einfacher macht. Es wird deshalb schon jetzt erwartet, dass der geplante Rekordversuch 2021 nicht zustande kommen wird und noch weiter vertagt werden muss.

Der leiseste Auspuff – mit 9 Töpfen

Erst letzte Woche haben wir euch den lautesten Auspuff präsentiert, den die Bastler bei Garage 54 zustande bringen konnten. Jetzt wird es Zeit, das Gegenteil zu vollbringen und ein superleises System zu entwickeln. Wie immer ist die Lösung der Russen vor allem optisch höchst elegant.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Screenshot via Garage 54

Wenn Sportwagen durch die Gegend heulen, kann das schon was. Das klingt einfach kraftvoll. Den nagelnden Diesel des Nachbarn oder den nervtötenden Dreizylinderbenziner eines Kleinwagens will aber eigentlich niemand hören. Mit diesem simplen System sind Verbrenner einen Schritt näher an der Stille eines Elektroautos: Jeder Zylinder bekommt nicht nur ein Rohr für seine Abgase spendiert, sondern auch noch jeweils zwei Auspufftöpfe, die sich charmant an Windschutzscheibe und Dach schmiegen. Als Heckspoiler dient ein gigantischer neunter Auspufftopf, aus dessen zwei Endrohren dann endgültig kein Laut mehr dringt.

Das ist nicht nur superpraktisch (vor allem das Metallgewirr vor der Nase des Fahrers), sondern schaut auch noch ultracool aus. Oder so. Aber hier geht es ja schließlich auch nicht um ein alltagstaugliches System, sondern ein Realität gewordenes Gedankenexperiment. Nur blöd, dass der Motor jetzt offenliegt und mit seinem Geratter die Idylle erst wieder zerstört. Mit einer entsprechend zugeschnittenen und extra gedämmten Motorhaube sollte sich auch dieses Problem beseitigen lassen und der alte Fiat könnte zum leisesten Verbrennungsauto der Welt werden.

Virtuelle Hintergründe von Audi für Videokonferenzen

Während die Corona-Krise das Leben für viele entschleunigt, kommt das Marketingteam von Audi erst richtig in Fahrt.

Text: Maximilian Barcelli / Beitragsbild: Audi USA

So haben die Ingolstädter Bilder und Videos veröffentlicht, auf denen die vier Ringe des Markenlogos zu sehen sind – allerdings nicht wie eigentlich verbunden, sondern voneinander getrennt. Ein Hinweis auf „Social Distancing“. Nun legt Audi USA nach.

If only your video conference meetings could go from 0-60 in 3.5 seconds. Introducing Audi #ZoomBackgrounds. Download here: audi.us/backgrounds

Gepostet von Audi USA am Freitag, 27. März 2020

Weil aktuell eben „Social Distancing“ angesagt ist, sind viele Unternehmen auf Homeoffice umgestiegen. Dadurch kommt es freilich zu mehr Videokonferenzen und an dementsprechend großer Beliebtheit erfreut sich gerade die Plattform Zoom. Diese ist nicht nur dafür bekannt, mit gespeicherten Daten recht unvorsichtig umzugehen, man kann während des Online-Meetings auch einen virtuellen Hintergrund wählen, was natürlich alles entschädigt. Immerhin erfährt so niemand, dass ihr noch im Bett liegt oder eure Wohnung seit Wochen nicht aufgeräumt habt – und das trotz dem Mehr an Zeit, das zur Verfügung steht.

Hier die Rekordfahrt des Audi RS Q8. Und schon wieder fast acht Minuten totgeschlagen.

Zurück zu Audi: Die Marke hat nun via Facebook einen Dropbox-Link geteilt, über den sich einige Fotos runterladen lassen. Und die können wiederum als virtuelle Hintergründe für die Videokonferenz benutzt werden. Damit euer Chef weiß, dass er sich seinen 5er BMW sonst wohin stecken kann.

Der neue Audi A3!

Wer mehr über das Audi-Logo erfahren möchte, der möge hier klicken.

Außerdem geht’s hier zum ersten Test des brandneuen Audi A3.

E-Klasse auf Koreanisch: der Genesis G80

Andere Märkte, andere Sitten: Während in Europa der Name „Genesis“ eher Assoziationen mit Phil Collins auslöst, hat sich die Edelmarke von Hyundai etwa in Amerika als ernstzunehmende Konkurrenz zu Mercedes und Co. etabliert.

Text: Maximilian Barcelli

Lexus, Infinity, Genesis – Premium-Hersteller haben es in Europa ob der Dominanz der deutschen Marken nicht gerade leicht. Schade eigentlich, wie die brandneue Generation des Genesis G80 zeigt. Das Design des neuen Luxus-Liners aus Südkorea ist zwar sicher nicht jedermanns Sache (Wir outen uns gleich: unsere schon.), was man ihm aber sicher nicht vorwerfen kann, ist eine langweilige Optik. Gegen Fadesse und Einheitsbrei wehrt sich insbesondere das Leuchtendesign: Genesis setzt hier auf Doppelscheinfwerfer (Erinnern diese nur uns an Skoda?), die horizontal zueinander verlaufen. Und das nicht nur an der Front: Auch die Heckleuchten folgen dieser Designphilosophie, ja selbst die Blinker auf den Flanken sind jeweils doppelt ausgeführt.

Ansonsten verleiht besonders die Front, die mehr Kühlergrill als sonst was ist, der Limousine einen extrem bulligen Auftritt. Unter der langen Motorhaube werkelt auf Wunsch ein Vierzylinder-Benziner mit recht viel Hubraum (2,5 Liter) und 304 PS, ein Selbstzünder mit ebenso vielen Töpfen und 210 PS oder, das wohl angemessenste Triebwerk für ein Fahrzeug dieses Kalibers, ein 3,5-Liter-V6 mit 380 PS. Wobei ein solches Kaliber ist der Genesis G80 eigentlich gar nicht – zumindest punkto Gewicht. Dank dem Einsatz von Aluminium – 19 Prozent der Karosserie bestehen aus dem Leichtmetall – ist das Gewicht verglichen zum Vorgänger um über 100 Kilogramm auf 1.785 Kilogramm gepurzelt. Nicht schlecht für ein Auto, dass in Sachen Länge um nur fünf Millimeter die 5-Meter-Marke verpasst.

Das Fahrzeug steht auf einer Hinterradantriebsplattform, Allrad wird es allerdings geben – wenn auch nicht für den österreichischen Markt, für den es (vermutlich) ja genau gar nix gibt. Und natürlich sind allerlei hochmoderne Assistenzsysteme mit an Bord. Hochmodern und volldigital ist auch der Innenraum: satte 14,5 Zoll misst das Infotainmentdisplay und auch der Armaturenscreen braucht sich mit seinen 12,3 Zoll vor keinem Smartphone verstecken. Ansonsten macht das Interieur einen wohnlichen, aufgeräumten Eindruck. Schade, dass wir es wohl nie live zu Gesicht bekommen werden!

Wer auf den Geschmack von Premium-Limousinen aus Fernost gekommen ist:

Hier geht’s zum Lexus LS-Test.

Und hier zum Infiniti Q50-Bericht.  

BMW M8 Competition: Patrick Bateman’s Choice

Egal ob mit oder ohne M, der 8er von BMW ist optisch nicht nur ein Schmankerl, sondern ein ganzes Festmahl. Als M8 Competition jedoch mutiert das schneidige Coupé zu einem Wirbelsturm aus Luxus, Glamour, Raserei und Irrwitz. Habt ihr American Psycho mal gesehen oder, besser noch, gelesen? Für Patrick Bateman könnte ich mir kein passenderes Auto vorstellen.

Text: Jakob Stantejsky

Versteht mich nicht falsch, der BMW M8 Competition leidet weder an einer schweren Persönlichkeitsstörung noch bringt er leidenschaftlich gern Leute um, die ihm nicht Konzept passen. Bei einem Auto wären das wohl Fußgänger und Radfahrer, oder? Aber zumindest ein Waffenschein wäre für diese Maschine sehr wohl fällig. Denn mit 625 PS und 750 Nm Drehmoment schnalzt der M8 Competition schneller auf 100 km/h als Mr Batemans Axt in das Fleisch seiner Opfer. 3,2 Sekunden dauert der Sprint. Das ist, nur damit wir uns nicht falsch verstehen, ein waschechter Supersportwagenwert. Vor allem mit der Launch Control reißt es das Geschoss aus dem Stand derartig abrupt nach vorne, dass man sogar als Fahrer am Rande des Peitschenschlagsyndroms wandelt.

Innen herrscht aber dennoch totaler Luxus – Leder, Lack und High-Tech betten die beiden Insassen (ja, es gibt eine Rückbank und nein, auf der wollt ihr nicht sitzen) auf einer wohligen Wolke und sorgen für ein der höchsten Noblesse angemessenes Erhabenheitsgefühl. Solange man den M8 Competition im Komfort-Modus und das Gaspedal mit dem kleinen Zeh bedient, schnurrt man stattlich und gediegen umher, sogar die Federung gibt sich dann recht entspannt. Apropos Auftritt: Die Lackierung gehört wohl zum Schönsten, was je auf ein Automobil gesprüht wurde. Frozen Marina Bay Blue Metallic heißt die Farbe, die man salopp wohl einfach Mattblau nennen würde. Satt, ja geradezu fett wirkt der Ton, ohne jedoch zu dick aufzutragen. Wieviele Komplimente ich in einer Woche (diese nervtötenden Kollegen wollten das Auto ja auch mal fahren) mit dem BMW nur für die Farbe bekommen habe, das passt auf keine Kuhhaut.

Damit sind wir auch schon bei meinem Lieblingserlebnis mit dem BMW M8 Competition. Ich gurke gerade auf Parkplatzsuche durch meine Hood, als ein älterer Herr auf der anderen Straßenseite plötzlich wie wild zu winken beginnt. Volksnah wie ich trotz Luxussportvehikelbesitz bin, öffne ich das Fenster und lausche dem Begehr des Passanten. „Heast, is des da neiche M8?!? Derf i da amoi mitfoahrn, bittsche?!“ Mein Hinweis, dass ich nur mehr bis zur nächsten Parklücke unterwegs bin, wird abgetan: „Na wurscht, nur a paar Meter hoid!“ Also dann, Türe auf, Dude herein und: „NAAAAAA! Hat der so a AMBIENTEBELEUCHTUNG???!“ Tatsächlich, auch über die verfügt diese Höllenmaschine, in die Sie soeben eingetreten sind. In dreißig Metern Entfernung erblicke ich einen Parkplatz, der wird natürlich mit Vollgas angesteuert, man will dem Gast ja was bieten, der das mit quietschfidelem Gejohle quittiert. Endlich eingeparkt, steigt der gute Mann aus und brüllt seiner Frau, die beim Einstiegsort geduldig gewartet hat, über die ganze Straße hin zu: „HEAST, DES IS VÜ BESSER OIS SEX!!!!“ Danach verabschiedet man sich beglückt und geht seiner Wege. Der Herr ist begeistert ob des M8 Competition, ich ob dessen Wirkung auf völlig fremde Menschen, die ihre Contenance willig in den Wind schießen.

Doch auch wenn man den M8 schon kennt, schaut man permanent ziemlich blöd drein. Statt „man“ sollte ich wohl besser „ich“ schreiben. Denn jeder Gasstoß ist eigentlich unbegreiflich. Wie kann dieses knapp zwei Tonnen schwere Vieh so aberwitzig schnell sein in allem, was es tut? Über den Start haben wir ja schon gesprochen. Aber selbst bei 140, 150 beschleunigt man immer noch so energisch heraus, wie es andere Autos gerade einmal bei 100 km/h weniger schaffen. Und in der Kurve besitzt der M8 Competition nicht zwei, sondern gleich drei Gesichter. Einerseits kann man gemütlich, wenn auch knackig, durch die Gegend cruisen. Andererseits krallt er sich mit dem Allradantrieb auch gerne auf Biegen und Brechen in den Asphalt und hält Radien bei Geschwindigkeiten, die der Intuition völlig unmöglich scheinen. Und zu guter Letzt kann man den Antrieb auch auf reine Heckfetzerei umstellen, allerdings nur, wenn man auch das ESP deaktiviert. Wenn man sich das (zu-)traut, dann sitzt man in einer Höllenmaschine, die am Grat zwischen Genie und Wahnsinn wandelt wie sonst nur der hochintelligente und tödliche Patrick Bateman.

Da spielt dann das Heck Fangen mit dem Fahrer und der Adrenalinspiegel steigt bis zehn Zentimeter über die Haarspitzen. So elegant, schön und lässig der M8 Competition sich auch äußerlich und im Interieur präsentiert, so brutal kann er auch zu Werke gehen. Und während vom Beifahrersitz Stoßgebete gen Himmel emporsteigen, wünscht man sich als Fahrer eine niemals endende Straße ohne Ziel.

Ob der BMW M8 Competition jetzt wirklich so viel besser als Sex ist, muss jeder für sich beantworten und dann je nach Antwort seinen Partner als Anzahlung für dieses Fahrzeug abgeben. Denn mit einem Preis von 236.780 Euro spielt unser Testwagen schon in der Liga der ganz gewaltigen Gefährte mit. Immer wieder kommt da der Satz: „Ja, da kauf ich mir ja lieber gleich einen reinen Supersportwagen.“ Irgendwo verständlich, eh klar. Wenn schon Irrsinn, dann doch direkt komplett. Aber auch der BMW M8 Competition kann Supersportwagen. Nur dass er halt auch Luxus kann. Und irgendwie wird er dabei nicht zum halbgaren Kompromiss, sondern zu einer Medaille mit zwei Seiten, die beide geil sind. Patrick Bateman wirkt daneben fast schon handzahm.