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BMW X3 M und X4 M: Endlich konkurrenzfähig

Die Rückkehr der M-Ritter

BMW X3 M und X4 M: Endlich konkurrenzfähig

Bis zu 510 PS im Mercedes-AMG GLC 63 und maximal 440 PS im Porsche Macan Turbo mit Performance Paket – da konnte BMW bis dato nicht mithalten, war bei X3 und X4 bei 360 PS doch schon wieder Schluss. Mit dem neuen X3 M und X4 M ändert sich das nun.

Von Thomas Geiger

Weil die M GmbH nicht gerne das Nachsehen hat und in diesem Segment die Musik des Marktes nun einmal am lautesten spielt, legen sie in Garching jetzt endlich nach und rüsten die beiden Bestseller zu waschechten M-Modellen auf. Anschauen kann man die zwar zum ersten Mal auf der Motorshow im April in Shanghai, aber bestellen darf man zu (deutschen) Preisen ab 84.900 Euro für den X3 und 87.100 Euro für den X4 schon früher. Nur bis zur ersten Ausfahrt muss man sich bis nach den Sommerferien gedulden: Weil BMW erst die großen M-Märkte USA und China bedient, startet die Auslieferung bei uns nicht vor August.
Herzstück für das Powerplay in der Pampa und dem Urban Jungle ist ein neuer Reihensechszylinder mit drei Litern Hubraum, der zwar wieder mit Turbo kommt, aber deutlich höher drehen und deshalb näher an den alten Saugern sein soll. Es gibt ihn diesmal vom Start weg in zwei Versionen – mit 480 PS im Grundmodell und mit 510 PS in der jeweils 8.500 Euro teureren Competition-Variante.
Immer mit bis zu 600 Nm gesegnet, mit einem betont hecklastigen Allradantrieb, dem teilweise optionalen Hinterachsdifferential aus dem M5 und der bekannten Achtgang-Automatik gekoppelt, beschleunigt er im besten Fall in 4,1 Sekunden auf Tempo 100. Mit dem üblichen Limit von 250 km/h Spitze müssen sich die gedopten Mittelklasse-SUVs aus München auch nicht abgeben. Wer das M Drivers-Package mit bestellt, der bekommt bei Vollgas Auslauf bis zu 280 km/h.
Während sich die Designer außen einen lauen Lenz gemacht und außer den ersten 21-Zoll-Felgen in der Baureihe und den üblichen Retuschen an der Front, auf der Haube und am Heck nicht viel geändert haben, bedienen sich X3 M und X4 M im Innenraum weitgehend beim M5. So kommen Lenkrad, Instrumente und Mittelkonsole samt Infotainment aus der 600 PS starken Business-Limousine, lediglich die Sitze sind in den SUVs neu gestaltet worden
Dafür blieb wohl mehr Zeit fürs Fahrwerk: Straffere Federn und Dämpfer, bissigere Bremsen, eine schärfere Kennlinie fürs Getriebe und eine neue Lenkung mit mehr Präzision und weniger Unterstützung sollen X3 und X4 zu den sportlichsten SUVs in ihrer Klasse machen.
Dabei denkt der neue M-Chef Markus Flasch nicht alleine an die Gerade, sondern mehr denn je an Kurven und Kuppen. Für ihn sind die beiden neuen Muskel-Modelle deshalb auch mehr als nur besonders potente Geländewagen. „Wir sehen darin eigentlich eher einen M3 oder einen M4 mit erweitertem Aktionsradius und Einsatzgebiet“, sagt der Hausherr in Garching.
Die Verwandtschaft zu den Limousinen ist allerdings nicht nur philosophischer Natur, sondern wird demnächst auch faktisch zementiert. Denn zumindest der Motor aus X3 M und X4 M wird auch in der nächsten Generation des M3 und des M4 zum Einsatz kommen, deutet Flasch an. Nur mit wie viel Leistung, das will er noch nicht verraten. „Aber am Ende der Fahnenstange sind wir da noch lange nicht.“ Das sind ja mal Aussichten.

Maximilian Barcelli

Bei 7.000 Touren beginnt der Spaß für den mehr begeisterten denn begnadeten Autofahrer.

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