Noch vor dem Sommer

Ferrari bringt einen neuen Hybridsportler

Keine andere Marke lässt so sehr durchblicken, dass sie Turbomotoren gerne aus dem Portfolio schmeißen würde, wie die Traditionalisten aus Maranello. Doch weil der WLTP-induzierte Downsizingzwang auch vor Göttern in Rot nicht Halt macht und das leidige Turboloch einfach nicht verschwindet, muss eine Lösung her. Deshalb bringt Ferrari nun seinen zweiten Hybridboliden. Denn offenbar ist Elektro immer noch besser als Turbo.

Text: Jakob Stantejsky

„Innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate“ soll der neue Ferrari kommen und es handelt sich wohl um einen Wagen, der den Titel „Supercar“ verdient, so viel verraten die Italiener schon mal. Der F8 Tributo, der auf den Bildern zu sehen ist und in Genf letzte Woche vorgestellt wurde, war das erste von fünf für dieses Jahr angekündigten neuen Modellen. Hierbei handelt es sich noch um einen Biturbo-V8, denn ohne Turbo ist es schlicht nicht mehr möglich, die Leistung der Maschinen immer weiter zu steigern und dabei noch Herr der Verbrauchszahlen zu bleiben. Aber eigentlich können sie die Dinger in Maranello gar nicht leiden, denn ein Ferrari soll über die spontanen Qualitäten eines Saugers verfügen. Deshalb müssen sich Turbos bei Ferrari auch rigorosen Tests unterziehen, bevor sie als akzeptabel betrachtet werden. Doch egal wie modern, ganz verschwindet das Turboloch halt leider nie. Man kann halt nicht alles haben.

Wobei, vielleicht ja doch! Denn das letzte Problem, dass ein Elektromotor und damit in weiterer Folge auch ein Hybrid je haben wird, ist ein Leistungsloch im Drehzahlkeller. Nicht umsonst zerlegt das Tesla Model S Supersportwagen um Supersportwagen in Drag Races. Und wenn Ferrari einen Hybrid baut, dann hat der ordentlich Feuer unterm Arsch, wie der LaFerrari beweist. Ganz so brutal wird der ominöse Familienzuwachs wahrscheinlich zwar nicht werden, aber wir erwarten uns in Punkto Fahrleistungen einen waschechten Ferrari, auch wenn das manchen Traditionalisten sauer aufstößt.

Pläne, in Zukunft vielleicht mal einen V12 zu hybridisieren gibt es derzeit in Maranello leider nicht. Zwar wird man für den Zwölfzylinder als Kern der Marke weiterhin kämpfen, als Hybrid macht er nur vor allem deswegen wenig Sinn, weil diese Modelle ja zur Senkung des Flottenverbrauchs gedacht sind, damit in den Spitzenmodellen der Zwölfender seine Arbeit verrichten kann. Wir halten in den kommenden Monaten jedenfalls Augen und Ohren offen und geben Laut, sobald es News zum kommenden Hybrid-Ferrari gibt.