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Gemballa Marsien: Sandkastenspiele für Fortgeschrittene

Gemballa is back … und zwar wieder auf den richtigen Seiten der Zeitungen.

Zuletzt hat man den Namen Gemballa vor allem im „Vermischten“ gelesen oder in den Wirtschaftsnachrichten. Denn erst wurde der legendäre Porsche-Tuner Uwe Gemballa unter mysteriösen Umständen in Südafrika ermordet, und dann wurde seine Marke zwischen mehr oder minder erfolglosen Investoren aufgerieben. Doch jetzt tritt sein Sohn Marc Philipp in dessen Fußstapfen und wagt mit „Marsien“ einen Neuanfang, der all die schlechten Nachrichten vergessen machen soll.

Das könnte auch klappen. Denn was da als erster von bis zu 40 Umbauten gerade durch die Dünen am Golf fegt, bis der rote Sand die Sonne verdunkelt, ist noch viel spektakulärer als Autos wie der Avalanche oder der Mirage GT, mit denen Gemballa einst die extrovertierten Schnellfahrer aus der Reserve gelockt hat.

Entwickelt unter dem Projektnamen „Sandbox“ und inspiriert vom Safari-Porsche und den 959-Rennwagen für den Dakar-Einsatz hat Gemballa den 911 dafür zum Sandkastenspielzeug für die ganz großen Jungs umgebaut. Denn zur extrabreiten Karbon-Karosse mit dem Riesenflügel auf dem Heck und dem vornehm veredelten Rennwagen-Interieur samt Überollbügel und Hosenträger-Gurten gibt es vor allem ein ausgefuchstes Fahrwerk vom Partner KW, mit dem schon Vater Uwe zusammen gearbeitet hat.

Die Spezialisten aus Fichtenberg haben nicht nur Spur und Sturz modifiziert und elektronische Dämpfer installiert, sondern vor allem haben sie ein „Hydraulic Lift System“ eingebaut, mit dem man den Marsien auf Knopfdruck um satte zehn Zentimeter aufbocken kann. Eben noch ein spektakulärer Tiefflieger für die linke Spur wird er so zum Wüstenkrieger, der dank variablen Allradantriebs und dann 25 Zentimetern Bodenfreiheit spätestens mit den grobstolligen Offroad-Reifen jede Düne stürmt – und jedem Cayenne davon fährt.

Für die nötige Kraft sorgt dabei ein anderer Wegbegleiter aus der alten Gemballa-Clique: Kein geringerer als Alois Ruf nimmt sich des 3,7 Liter großen Boxers aus dem 911 Turbo an und sorgt für ein solides Leistungsplus. Statt 650 gibt’s im Marsien mindestens 750 und auf Wunsch sogar 830 PS, während Ruf das Drehmoment von 800 auf 930 Nm anhebt. Obwohl aerodynamisch womöglich nicht ganz so effizient wie das Werksauto schafft der Marsien den Sprint von 0 auf 100 km/h deshalb in 2,6 Sekunden und mit den richtigen Reifen pariert er mühelos die 330 km/h des Werksmodels.

Zwar kostet allein der Umbau 495.000 Euro – und da sind weder die Steuern dabei noch die rund 290.000 Euro für den Turbo S. Doch dem Erfolg des Projekts tut das offenbar keinen Abbruch. Denn nicht nur die „First Edition“ von zehn Exemplaren ist längst verkauft, sondern auch vom Rest der auf 40 Autos limitierten Kleinserie ist nicht mehr viel übrig – scheint also, als könnte sich die Nachrichtenlage diesmal tatsächlich drehen.

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