Gegen zu laute Autos

In Großbritannien kommen bald „Lärm-Blitzer“

Der Sound des heißgeliebten Geschosses gehört für viele Tuner genauso zum Unverzichtbaren wie Leistung und Optik. In Großbritannien will das Verkehrsministerium nun übermäßiger Lärmerei ein Ende bereiten und testet demnächst Radaranlagen, die auch die Lautstärke vorbeifahrender Vehikel messen können.

Text: Jakob Stantejsky

Erwischen die Lärm-Blitzer mit Ohrwascheln einen Radaubruder, bekommt der dann per Post die entsprechende Strafe zugeschickt – ganz wie bei herkömmlichen Radaranlagen. Auch bei stehenden Fahrzeugen, die im Leerlauf über das Geräuschlimit hochgedreht werden, sollen die Teile anschlagen. Zurzeit liegt die Grenze EU-weit bei 74 Dezibel. Ein Lamborghini Aventador, nur so zum Vergleich, hat 71,2 Dezibel im Typenschein stehen.

Serienmäßig wird sowieso kein Fahrzeug zugelassen, das den Grenzwert des Gesetzgebers überschreitet, doch Hinterhoftuner müssen sich vor den neuen Radaren in Acht nehmen. Denn wo Polizisten früher zumindest direkt auf der Straße nur nach Gefühl entscheiden konnten, könnten die Limits mit der technischen Neuerung knallhart durchgesetzt werden. In den kommenden Monaten werden die Lauscher in Großbritannien getestet und bei Erfolg flächendeckend eingesetzt. Ob sich andere Staaten ein Beispiel nehmen, bleibt abzuwarten.