In Genf soll ein neues Hypercar präsentiert werden

Gumpert lebt!

Der deutsche Sportwagenhersteller Gumpert zählt zu den ganz kleinen großen Autobauern und kann durchaus in einem Atemzug mit Nobel, Artega, Wiesmann, Radical und Ascari genannt werden. Denn alle haben etwas gemeinsam: Sie sind klein, bauen wahnwitzige Gefährte und tänzeln stets auf der finanziellen Nulllinie herum.

von Rainer Behounek

Roland Gumpert meldete bereits 2013 Insolvenz an. Der Ex-Audi-Manager, der an der Uni Graz Maschinenbau studierte, ist mit Roland Mayer auch Eigentümer von MTM. Mit ihm entwickelte er den ersten Gumpert, Apollo sein Name. Das war vielleicht ein Geschoss sag’ ich Ihnen. Mit einem Leistungsspektrum von 650 bis 860 PS und einem Gewicht von 1.150 Kilogramm war der Apollo ein wahres Biest, das reihenweise Rundenrekorde brach. 2009 stellte er auf der Nürburgring-Nordschleife mit 7:11,57 Minuten den Rundenrekord für straßenzugelassene Fahrzeuge auf. Und auf der Magnetwand des Top Gear Studios thronte er mit 1:17,1 Minuten über allen anderen, bis er vom Bugatti Veyron SS runtergestoßen wurde. Alle Gumpert Apollos knackten die 100 km/h-Marke in unter 3,2 Sekunden, die 200er Marke war in der höchsten Ausbaustufe in 8,6 Sekunden Geschichte.

Half alles nichts, die Automanufaktur schloss ihre Tore. Und wie der Phönix aus der Asche erwacht Gumpert 2016 zum Leben. Gerettet von der Hong Konger Investorengruppe Consolidated Ideal TeamVenture , die auch die italienische Sportwagenschmiede De Tomaso für läppische 1,05 Millionen Euro gekauft hat, lassen die Deutschen bereits in Genf erneut ihre Muskeln spielen und präsentieren Gerüchten zufolge einen neuen Supersportler. Noch ist unklar, ob es sich dabei um ein straßenzugelassenes oder ein reines Rennfahrzeug handelt. Im Team um Roland Rumpert sitzen unter anderem Reiter Engineering und JAS Motorsport – jeder der drei weiß, wie man Autos verdammt schnell um die Kurve kriegt – wir können als gespannt sein!