Für den guten Zweck

Mexiko verkauft beschlagnahmte Autos

Die mexikanische Regierung versucht sich diesen Sonntag als moderner Robin Hood und wird 77 beschlagnahmte Autos versteigern. Der erwartete Erlös von 1,5 Millionen Dollar soll an die Allerärmsten des Landes gehen.

Text: Jakob Stantejsky

Unter den ursprünglich Verbrechern und einem Ex-Politiker (den man im Endeffekt wohl auch zu den Verbrechern zählen darf) gehörenden Vehikeln finden sich Porsches, Corvettes, Mercedes und sogar ein Lamborghini Murcielago. Das extra für solche Zwecke gegründete Institut zur Rückgabe von gestohlenen Gütern an das Volk wird sämtliche Erlöse der Auktion an zwei Gemeinden im südlichen Oaxaca weiterleiten, die als die ärmsten im Staat gelten.

Zusätzlich zu den Autos werden auch noch Immobilien und Schmuck versteigert, die ebenfalls von organisierten Kriminellen stammen. Die Erlöse gehen dabei an Programme zur Rehabilitierung drogenabhängiger Jugendlicher, beziehungsweise an Gemeinschaften, die in den Bergen von Guerrero leben. Alles in allem finden wir den Ansatz der mexikanischen Regierung nicht nur löblich, sondern auch effizient. Die versteigerten Posten machen jemandem Freude, müssen vom Staat nicht mehr erhalten werden und unterstützen jene Teile der Bevölkerung, die es wirklich brauchen können. So ein Programm würde sich eigentlich in jedem Land gut machen – auch bei uns.