Pleiten, Pech und Pannen: Tesla Smart Summon

Auch wenn selbstfahrende Autos vor allem in Europa noch immer illegal sind, spendiert Tesla seinen Vehikeln schon jetzt immer ausuferndere autonome Features. Doch die Smart Summon-Funktion, mit der das geparkte Auto als Abholservice „bestellt“ werden kann, weist noch einige Kinderkrankheiten auf.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Tizian Ballweber

Mit dem Softwareupdate V10 verfügen Teslas ab sofort zumindest in Amerika über die Smart Summon-Funktion. Das bedeutet, dass man per Handy das geparkte Auto zu sich rufen kann und es surrt dann ganz fahrerlos zu seinem Besitzer. Wenn es also zu schütten begonnen hat während man im Kino war oder man beim IKEA einfach nur den Überblick am Parkplatz verloren hat, eilt der Tesla also sofort zu Hilfe. Dazu nutzt er lediglich das GPS-Signal des Smartphones, man muss also nicht im Konsolen-Stil selbst steuern.

Klingt doch super, oder? Prinzipiell ja. Doch unter Umständen haut das System auch mal daneben. So wie in den folgenden zwei Posts von Tesla-Fahrerin (?) Melayna Lokosky, die Smart Summon ausprobiert hat.

Nicht so fein, wenn der liebevoll gehegte Elektriker einfach über Randsteine und Grasflächen rumpelt und sich dabei vielleicht noch selbst etwas bricht. Aber auch der Verkehr macht den Teslas offenbar noch zu schaffen.

Verläuft bei Roddie Hasans Test des Features trotz Beinahe-Crash und Nachrang-Missachtung noch alles glimpflich, hat David Guardado unten nicht mehr so viel Glück. Sein Model 3 kollidiert trotz äußerst geringer Geschwindigkeiten mit einem ausparkenden Lexus und bringt seinen Besitzer auch in Schwierigkeiten mit dem Gesetz. Denn wer ist jetzt schuld? Mr Guardado? Tesla? Der Lexus-Fahrer? Eine Frage, deren Beantwortung dank mangelnder Präzedenzfälle wohl komplex ausfallen dürfte.

Aber genug der autonomen Pleiten, Pech und Pannen-Show. Wenn alles gut läuft, findet sich Tesla Smart Summon auch in engen, unangenehmen Gefilden gut zurecht. Aber darauf kann man sich offensichtlich noch nicht blind verlassen.