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Skoda Fabia: Essen im Auto

Haubenrestaurant auf Rädern

Skoda Fabia: Essen im Auto

Womit man sich vor allem bei Automobil-Connaisseuren unbeliebt macht, ist, ihren fahrbaren Untersatz vollzubröseln. Derlei lässt sich bloß verhindern, indem man statt Kebab, Hot Dog und Co. echte Hauben-Speisen hinterm Lenkrad vernascht.

Advertorial

Vom Navi des ­Fabia in den Stadtpark geführt, hatte Maria die Kellner schnell überzeugt, das Kalbswiener mit den Petersilienkartoffeln direkt ins Auto zu liefern. Foto: (c) Billy Sax
Text: Franz J. Sauer

Der schnelle Kebab, das flinke Hot Dog, ein McDonalds-Burger nebst Pommes auf schnell für zwischendurch. Wer erlag da nicht schon einmal der Versuchung, das gesunde Fast Food gleich im Auto zu versaugen, anstatt brav und artig auf die nächste Parkbank auszuweichen? Nun steht das Vollbröseln schön gepflegter Automobile auf dem Bußgeldkatalog echter Autofans ungefähr gleichauf mit dem Verursachen eines soliden Totalschadens. Wie lässt sich derlei also verhindern?
Challenge „Drive-in-Eating“ mit Bravour absolviert: Maria Reitzinger mit ihrem Steirereck-Lunchpaket. Foto: (c) Billy Sax
Der Beantwortung dieser Frage näherten wir uns mit einer Challenge namens „Haube to go!“ Wir würden uns den nagelneuen Skoda Fabia greifen, ihn mit einem Pärchen zufälliger Provenienz besetzen und diese beiden Protagonisten dann ersuchen, beim Haubenwirt ihrer Wahl vorzufahren und sich ein lukullisches Meisterwerk desselben direkt ins Auto liefern zu lassen. Damit sollte die Bröselfrage ein für alle Mal obsolet werden, vielleicht würden wir damit ja sogar einen neuen Trend des Drive-in-Eatings vom Stapel lassen.

Die Challenge bestand übrigens darin, schnell zu sein. Es war nämlich von vornherein davon auszugehen, dass sich die KellnerInnen eines gestandenen Nobellokals eher dagegen zur Wehr setzen würden, ins Auto zu servieren. Dann würde eine Menge Charme gefragt sein. Und so was kostet eben Zeit.
Wiens erste Adresse für Haubenküche: das Restaurant Steirereck – Meierei im Stadtpark. Foto: (c) Urs Schweitzer / Imagno / Getty Images
Erste Station: Wien. Zum Spielstart erscheint die charmante wie quirlige Maria Reitzinger gleich mal allein – der von ihr designierte Partner ist leider erkrankt, hat die Grippe, dazu Fieber und vor allem völlig belegte Geschmacksnerven. Also tritt Maria alleine an – und nimmt mit dem Steirereck im Stadtpark wohl nicht die einfachste Herausforderung punkto Automobilzustellung ins Visier. Die Familie Reitbauer gilt nämlich kaum als interessiert daran, ihrem Innenstadt-Gourmettempel eine Drive-in-Option hinzuzufügen. Bei dieser Einschätzung haben wir allerdings die Rechnung ohne den Charme unserer Maria gemacht – die noch dazu zuvor nie in nämlichem Restaurant gewesen war! Ohne die Dienste des Fabia-Navis hätte sie nicht mal zur richtigen Einfahrt des Stadtparks gefunden – was allerdings mit vereinten Kräften der modernen Technik (die sich in der Form übrigens bis vor Kurzem noch in keinem Fahrzeug dieser Klasse eingefunden hätte) dann doch gut funktioniert hat.

Jedenfalls zeigte sich das Personal des Steirereck überraschend flink und wie immer freundlich dazu bereit, ein Kalbswiener mit Petersilienkartoffeln ins Auto „to go“ zu liefern. Und wer hier nun das Potenzial zum „Bröseln“ sucht, hat noch nie Wiener Schnitzel im Steirereck gegessen.
Essen hinterm Lenkrad des Skoda Fabia: Maria Reitzinger genießt ihr Kalbswiener „to go“ – das Personal des Wiener Gourmettempels Steiereck lieferte die Bestellung prompt zum Auto. Foto: (c) Billy Sax
Zweite Station: Linz. Und mit den Freunden Melanie Obermeir und Attila Bojarsky gingen uns schnell zwei ausgewiesene Kenner der Linzer Lokalszene ins Netz, was punkto Challenge einen gehörigen Startvorteil beim Bezirzen des jeweiligen Servierpersonals bedeuten würde. Als erste Station fuhr das „First Couple“ (huh, heute können wir’s wieder …) das Linzer Brucknerhaus an, wo das „Bruckner’s“ eine der feineren Kantinen des heimischen Theaterbetriebs darstellt. In der Tat spielten Melanie und Attila ihre profunden Lokalkenntnisse mit Bravour aus, bereits nach 20 Minuten bekamen sie ein leckeres „Krebserlsupperl“ (Koch Shahin legt Wert auf BEIDE Diminutive!) mit frischen Krebsen aus der Traun durchs Autofenster serviert. Zack – und Challenge schon mal vorab gewonnen. Oder?
Unser „First Couple“ aus Linz: Melanie Obermeir und Attila Bojarsky auf der Suche nach einem Haubelokal in der Nähe. Foto: (c) Billy Sax
Nun ja, die Ernüchterung folgte auf dem Fuße. Weil: Das Bruckner’s hat, so wenig man das angesichts des Supperls auch verstehen mag, keine Haube, was die Spielregeln unserer Challenge nicht ganz erfüllt. Also musste das Linzer Paar ein weiteres Restaurant ansteuern.
Das Krebssupperl wurde vom Koch des „Bruckner‘s“ persönlich bis ins Auto geliefert. Foto: (c) Billy Sax
Das war mit dem sehr wohl haubengekrönten „Da Giuseppe“ in der Herrenstraße 23 auch schnell gefunden. Bloß hatte dort die Küche noch zu, am frühen Nachmittag. Dennoch zeigte sich Maitre Christoph Steinleitner kooperativ und servierte eine üppige Platte Antipasti auf Plastiktellern im Plastiksackerl frei Auto, auch das innerhalb einer Viertelstunde. Somit betrachteten auch die strengsten Schiedsrichter unserer Redaktion die Herausforderung als gemeistert. Und beide Essen haben wirklich gut geschmeckt.
Melanie und Attila genießen ihr Krebssupperl im Skoda Fabia. Foto: (c) Billy Sax
Wer hat also gewonnen? Linz oder Wien? Zwei gegen eine, dafür auch mit zwei benötigten Versuchen in der oberösterreichischen Metropole? Geht es um die bloße Schnelligkeit der Zustellung, so liegt die Lieferung des Krebserlsupperls in Linz hauchdünn in Führung. Die fehlende Haube des „Bruckner’s“ müssen wir hier fairerweise in Abzug bringen, was wiederum das Steirereck-Schnitzel von Maria in Pole-Position bringt. Dafür haben die Linzer zwei Speisen geliefert bekommen, die zweite sehr wohl vom Haubenwirt.
Die Haube hat in Linz das „Da Giuseppe“, Maitre Christoph Steinleitner servierte innerhalb einer Vierteilstunde Antipasti frei Auto. Foto: (c) Wikimedia / Christian Wirth / CC-BY-SA
Das Beste wird sein, wir einigen uns auf ein salomonisches Unentschieden. Geschmeckt hat es jedenfalls allen. Und der Fabia blieb sauber, man hätte quasi in ihm von den Sitzen oder den Teppichen essen können … Moment, da stimmt jetzt was nicht, oder?

Maximilian Barcelli

Bei 7.000 Touren beginnt der Spaß für den mehr begeisterten denn begnadeten Autofahrer.

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