Bentley Torcal: Der erste Elektro-Bentley

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Bentley Torcal Elektro-SUV in Front-3/4-Ansicht auf einer Bergstraße

Das Wichtigste in Kürze

  • Bentley Torcal: vierte Modellreihe der Marke, erstes rein elektrisches SUV von Bentley
  • Weltpremiere in London, entwickelt und gefertigt im Stammwerk Crewe
  • Bis zu 888 PS (653 kW) und 1.350 Nm, 0–100 km/h in 2,9 Sekunden (S-Modell)
  • Laut Werksangabe bis zu 600 km WLTP-Reichweite, Laden mit bis zu 400 kW
  • Zwei Ausführungen zum Marktstart: Basismodell und sportlicheres S-Modell

Bentley hat in London den Torcal enthüllt – die vierte Modellreihe der britischen Luxusmarke und zugleich das erste rein elektrische SUV in der über 107-jährigen Geschichte des Hauses. Entwickelt und gefertigt wird der Bentley Torcal im Stammwerk Crewe, gemeinsam mit einem Netzwerk britischer Zulieferer. Er ergänzt die bestehende Bentayga-Baureihe um einen vollelektrischen Antrieb, Bentley spricht selbst von einer „Blaupause für künftige Bentleys aller Antriebsarten“.

Bentley Torcal Elektro-SUV im Studio, Frontansicht mit Diamant-Kühlergrill
Der Bentley Torcal mit dem markanten, beleuchteten Diamant-Kühlergrill – Design-Zitat des Continental T. Foto: Bentley Motors / Porsche Holding

Wie stark ist der Torcal?

Der Torcal S ist laut Bentley bei aktivierter Launch Control der bislang stärkste Serien-Bentley überhaupt: 888 PS (653 kW) und 1.350 Nm Drehmoment beschleunigen den knapp fünf Meter langen Viertürer in 2,9 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 260 km/h. Das Basismodell kommt mit 821 PS und 1.194 Nm, sprintet in 3,4 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht 250 km/h. Zwei Permanentmagnet-Synchronmotoren treiben beide Achsen an, die Hinterachse ist zusätzlich mit Sperrdifferenzial ausgestattet.

Neu ist laut Hersteller auch das vollaktive Fahrwerk mit adaptiven Zweiventil-Dämpfern, die einzeln angehoben oder abgesenkt werden können und klassische Stabilisatoren ersetzen. Zusammen mit der serienmäßigen Allradlenkung – bis zu 5 Grad Lenkwinkel hinten – soll der Wendekreis auf 11,1 Meter sinken. Bentley beschreibt den Torcal als so komfortabel wie einen Flying Spur und so dynamisch wie einen Continental GT Speed.

Bentley Torcal Elektro-SUV im Seitenprofil vor Bergpanorama
Mit 5 Metern Länge ist der Torcal der bislang kürzeste Viertürer im Bentley-Portfolio. Foto: Bentley Motors / Porsche Holding

Wie weit reicht eine Ladung?

Die Hochvoltbatterie besteht aus 192 in Reihe geschalteten Lithium-Ionen-Pouchzellen, arbeitet mit 800 Volt Systemspannung und stellt netto 113 kWh zur Verfügung – bei zehn Jahren beziehungsweise 100.000 Meilen Garantie. Laut WLTP-Angabe des Herstellers soll der Torcal damit bis zu 600 Kilometer weit kommen. Schnellladen ist mit bis zu 400 kW möglich: 10 auf 80 Prozent Akkustand sollen in 16 Minuten erreicht sein, in nur sieben Minuten will Bentley rund 161 Kilometer Reichweite nachladen. Die finalen Verbrauchs- und Emissionswerte stehen laut Aussendung noch aus, sie folgen erst mit Abschluss der Typgenehmigung.

Was ist im Innenraum neu?

Bentley erweitert beim Torcal gezielt die Materialpalette: Gemeinsam mit der britischen Traditionsweberei Fox Brothers entstand der laut Hersteller weltweit erste Automobilstoff aus 100 Prozent Merinowolle, nach dem Responsible Wool Standard zertifiziert. Dazu kommen neue Furniere wie „Ombré Walnut by Mulliner“ aus recyceltem Walnussholz und Papier. Die Sitze bieten serienmäßig 16-fache elektrische Verstellung, Heizung, Belüftung und erstmals eine Massagefunktion; die Rücksitzbank lässt sich erstmals bei einem Bentley elektrisch klappen.

Besonders aufwendig ist der Antriebssound: Statt den Klang eines Verbrenners nachzubilden, ließ Bentley Musiker mit echten Instrumenten – Schlagzeug, Bratsche, Bassgitarre – eine eigene „Dynamic Symphony“ komponieren, angelehnt an den Rhythmus des klassischen Bentley-V8. Auch Blinkersound und Touchscreen-Signale sind eigens vertont, unter anderem mit dem Klang von Leder und Kristallglas.

Bentley Torcal von hinten mit schmaler LED-Lichtsignatur vor Sonnenuntergang
Schmale, durchgehende Heckleuchte statt üppiger Chromflächen: der Torcal am Abend. Foto: Bentley Motors / Porsche Holding

Zwei Modelle zum Marktstart

Zum Marktstart stehen ein Basismodell und der sportlicher gezeichnete Torcal S zur Wahl. Der S trägt schwarz abgesetzte Zierleisten, Spiegelgehäuse und Heckleuchten, dazu rote Bremssättel, Sportschweller und Heckdiffusor. Fünf Raddesigns zwischen 21 und 22 Zoll stehen zur Wahl, optional gibt es eine Keramik-Bremsanlage mit vorne 440-mm-Scheiben. Der Kofferraum fasst 460 Liter, unter der vorderen Haube liegen weitere 90 Liter Stauraum. Ein Vergleich mit anderen aktuellen Elektro-SUV zeigt, wie unterschiedlich die Ansätze der Hersteller derzeit ausfallen – bei Bentley bleibt der Anspruch klassisch: Luxus zuerst, Elektroantrieb als logische Konsequenz.

Bentley Torcal: Daten im Überblick

Modell Bentley Torcal / Torcal S
Antrieb 2 E-Motoren, Allradantrieb
Leistung 821 PS (604 kW) / 888 PS (653 kW) mit Launch Control
Drehmoment 1.194 Nm / 1.350 Nm
0–100 km/h 3,4 s / 2,9 s
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h / 260 km/h
Batterie 113 kWh netto, 800 V
Reichweite (WLTP, Herstellerangabe) bis zu 600 km
Laden bis 400 kW, 10–80 % in 16 Min.
Länge ca. 5.000 mm
Kofferraum 460 l + 90 l Frontstauraum

Bentley Torcal in der Galerie

Weitere Presseansichten des Bentley Torcal aus London, außen und in Fahrt:

Motorblock-Fazit

Der Torcal ist mehr als Bentleys Antwort auf elektrische Luxus-SUV der Konkurrenz – er ist der erste Beweis, dass sich die Marke einen reinen Elektroantrieb zutraut, ohne die eigene Identität zu verwässern. Eigens komponierter Sound statt künstlicher Motorgeräusch-Simulation, ein Innenraum mit neuen, nachhaltig gedachten Materialien und Fahrleistungen auf Sportwagen-Niveau ergeben ein stimmiges Gesamtpaket für Kundinnen und Kunden, die bislang keinen vollelektrischen Bentley wählen konnten.

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