Yamaha NMAX E: Der MAX hängt jetzt an der Steckdose

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Yamaha NMAX E 2027 in Avio Blue, stehend in der Front-Dreiviertelansicht vor einer Glasfassade

Yamaha baut seinen erfolgreichsten Stadtroller elektrisch nach: Der neue Yamaha NMAX E kommt als Modelljahr 2027, fährt in der 125er-Klasse und soll mit einer Akkuladung bis zu 104 Kilometer schaffen. Präsentiert wurde er zum EICMA-Auftakt in Mailand.

Das Wichtigste in Kürze

  • Yamaha NMAX E: elektrischer Sportroller der MAX-Familie, Modelljahr 2027, Farbe Avio Blue
  • 7,5 kW (10,2 PS) Spitzenleistung, 33,3 Nm Drehmoment, A1-Klasse wie ein 125er
  • 3,5-kWh-Akku, bis zu 104 km Reichweite (WMTC Klasse 1, Herstellerangabe)
  • Laden an der Haushaltssteckdose in 5,5 Stunden oder an öffentlichen Typ-2-Säulen
  • Preise sind aktuell noch nicht verfügbar.

Der NMAX ist das, was man in Wien, Graz oder Linz an jeder zweiten Ampel neben sich stehen hat: ein 125er-Roller, der sich unauffällig in den Alltag schiebt und dort bleibt. Genau diesen Bestseller schickt Yamaha jetzt an die Steckdose. Das Spannende daran: Der NMAX E ist kein umgebauter Benziner, sondern ein eigenständig konstruiertes Fahrzeug mit neuem Rahmen, neuem Antrieb und neuer Verkleidung.

Was steckt im Yamaha NMAX E?

Herzstück ist eine kompakte eAxle-Antriebseinheit, also Elektromotor und Getriebe in einem Bauteil, die per Riemen auf das Hinterrad wirkt. Die Nennleistung liegt bei 6,7 kW, kurzfristig stehen laut Yamaha 7,5 kW bereit, das sind rund 10 PS. Wichtiger für den Stadtverkehr ist das Drehmoment: 33,3 Newtonmeter liegen bereits bei 500 Umdrehungen an. Ein 125er-Einzylinder muss dafür erst ordentlich Drehzahl aufbauen, der Elektromotor schiebt praktisch aus dem Stand.

Yamaha NMAX E Elektroroller in Fahrt auf einer Stadtstraße, Front-Dreiviertelansicht
Akku und Antrieb sitzen zentral im neuen Rückgratrahmen, Yamaha verspricht so eine Gewichtsverteilung von 50:50. Foto: Yamaha

Drei Fahrmodi (S, T und E) verschieben den Schwerpunkt zwischen Temperament und Reichweite. Dazu kommen Traktionskontrolle, ABS und eine Rekuperation, die das Bremsgefühl eines Verbrenner-Rollers nachahmen soll. Gebremst wird vorne und hinten über 245-Millimeter-Scheiben, die 13-Zoll-Räder tragen Reifen in 110/70 und 130/70. Eine Rückwärtsfunktion hilft beim Rangieren in enge Parklücken.

Wie weit kommt der NMAX E?

Der fest verbaute Lithium-Ionen-Akku fasst 3,5 kWh und soll bis zu 104 Kilometer weit reichen. Der Wert gilt für den WMTC-Zyklus der Klasse 1 bei 25 Grad Akkutemperatur, im österreichischen Winter wird es also weniger. Für den typischen Pendelweg in die Stadt und zurück reicht es trotzdem mehrere Tage.

Typ-2-Ladeanschluss im Frontfach des Yamaha NMAX E
Der Typ-2-Anschluss sitzt im Frontfach, dahinter arbeitet ein lüfterloses 800-Watt-Bordladegerät. Foto: Yamaha

Geladen wird über ein integriertes 800-Watt-Ladegerät. An der Haushaltssteckdose dauert es von null auf 100 Prozent rund 5,5 Stunden, unterwegs nimmt der NMAX E Strom an öffentlichen AC-Säulen mit Typ-2-Stecker. Das ist der große Unterschied zu vielen Konkurrenten mit herausnehmbaren Akkus: Hier wird der Roller selbst angesteckt, wie ein E-Auto. Mit der App YOU Charge will Yamaha das Laden an öffentlichen Stationen samt Abrechnung bündeln, der Dienst startet allerdings zuerst in ausgewählten Märkten.

Alltag mit Stauraum und App

Weil der Akku L-förmig gebaut ist, bleibt unter der Sitzbank ein beleuchtetes Staufach, in das je nach Form ein Integralhelm passt. Bei Elektrorollern ist das keine Selbstverständlichkeit, dort frisst die Batterie oft genau diesen Platz. Vorne gibt es ein Fach mit USB-C-Anschluss, gestartet wird per Smart Key.

Beleuchtetes Staufach unter der Sitzbank des Yamaha NMAX E mit Integralhelm
Die L-förmige Batterie lässt unter der Sitzbank Platz für einen Helm, je nach Größe und Form. Foto: Yamaha

Die Sitzhöhe liegt bei 770 Millimetern, der Radstand bei 1.425 Millimetern, die Bodenfreiheit bei 135 Millimetern. Vorne federt eine 33er-Telegabel, hinten arbeiten zwei Federbeine. Das 5-Zoll-TFT-Display koppelt sich mit dem Smartphone, über die neue Yamaha Motor On App gibt es Turn-by-Turn-Navigation samt Verkehrsinfos.

5-Zoll-TFT-Farbdisplay des Yamaha NMAX E mit Fahrmodus T und Akkuanzeige
Das TFT zeigt Fahrmodus, Akkustand und Rekuperation und wechselt selbstständig zwischen Tag- und Nachtdarstellung. Foto: Yamaha

Welcher Führerschein reicht?

Yamaha stuft den NMAX E als A1-Äquivalent ein, also in dieselbe Klasse wie die Yamaha MT-125. In Österreich darf man ihn damit auch mit dem B-Führerschein und dem Code 111 fahren: Dafür braucht es mindestens fünf Jahre Autoführerschein und eine sechsstündige praktische Zusatzausbildung. Preise sind aktuell noch nicht verfügbar.

Yamaha NMAX E (2027) – Daten laut Hersteller
Antrieb eAxle-Einheit, Synchronmotor, Riemenantrieb
Leistung 6,7 kW Nennleistung, 7,5 kW (10,2 PS) Spitze
Drehmoment 33,3 Nm bei 500/min
Akku 3,5 kWh Lithium-Ionen, fest verbaut
Reichweite bis zu 104 km (WMTC Klasse 1)
Laden 800-W-Bordlader, 0–100 % in 5,5 h, Typ 2 (AC)
Sitzhöhe / Radstand 770 mm / 1.425 mm
Räder / Bremsen 13 Zoll, 245-mm-Scheiben, ABS, TCS
Führerschein A1 bzw. B mit Code 111
Preis noch nicht verfügbar

Motorblock-Fazit

Yamaha macht beim NMAX E vieles richtig, was andere E-Roller falsch machen: Stauraum für den Helm, ein echtes Fahrwerk statt Sparware und Laden am Typ-2-Kabel wie beim Auto. Die 104 Kilometer sind ein Laborwert, für den Stadtalltag aber ausreichend. Ob aus dem elektrischen NMAX ein ähnlicher Dauerbrenner wird wie aus dem Benziner, entscheidet am Ende der Preis. Wer bis dahin vergleichen will: Die Vespa Elettrica zeigt seit Jahren, dass der Stadtroller mit Stecker funktioniert.

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