BMW tankt Wasserstoff in Serie

3 Min. Lesezeit

BMW iX5 Hydrogen Prototyp bei der Erprobung in Aschheim

Das Wichtigste in Kürze:

  • BMW iX5 Hydrogen: aktuelle Prototypen absolvieren ein umfassendes Erprobungsprogramm, unter anderem Betankungstests in Aschheim
  • Angestrebt sind bis zu 750 Kilometer Reichweite (WLTP), eine Betankung in unter fünf Minuten und 0 auf 100 km/h in unter fünf Sekunden
  • Das Brennstoffzellensystem der dritten Generation startet in München in eine neue Bauphase
  • Die Serienproduktion der Brennstoffzellen läuft künftig im BMW Group Werk Steyr

Während batterieelektrische Antriebe die Debatte dominieren, arbeitet BMW unbeirrt an der zweiten Elektro-Option: dem Brennstoffzellenauto. Der BMW iX5 Hydrogen, den Motorblock schon 2023 als Zukunftsmusik einordnete, rückt der Serienreife ein Stück näher. Aktuelle Prototypen durchlaufen laut BMW Group PressClub Österreich ein umfangreiches Erprobungsprogramm unter Realbedingungen, unter anderem Betankungstests am Entwicklungsstandort Aschheim.

Was wird gerade getestet?

Im Zentrum der aktuellen Erprobung steht das Zusammenspiel aller Antriebskomponenten: Brennstoffzellensystem, Hochvoltbatterie, Elektromotor, Wasserstoffspeicher und die Steuerung des Gesamtsystems. Die Entwicklungsteams sichern die Funktion unter anspruchsvollen Umwelt- und Betriebsbedingungen ab und feilen an der Regelung unter hoher Last, mit dem Ziel, dass der iX5 Hydrogen am Ende so fährt, wie man es von einem BMW erwartet. Parallel zur Fahrzeugerprobung beginnt im Wasserstoff-Kompetenzzentrum München die nächste Bauphase des Brennstoffzellensystems der dritten Generation. Die vorangegangene Phase drehte sich um die Baubarkeit der Bauteile, jetzt geht es um robuste, serientaugliche Fertigungsprozesse.

BMW iX5 Hydrogen Prototyp bei der Erprobung in Aschheim, zweite Ansicht

BMW iX5 Hydrogen in Zahlen

BMW nennt für den iX5 Hydrogen ambitionierte Zielwerte: bis zu 750 Kilometer Reichweite nach WLTP, eine Betankung in unter fünf Minuten und einen Sprint von 0 auf 100 km/h in unter fünf Sekunden, Fahrleistungen auf dem Niveau des batterieelektrischen BMW iX5. Möglich macht das ein Zusammenspiel aus Brennstoffzelle, Hochvoltbatterie und dem sogenannten Energy Master, der als zentrale Steuereinheit für mehr Rekuperationsleistung und damit Effizienz sorgt.

Betankungsprozess des BMW iX5 Hydrogen Prototyps in Aschheim

Warum das für Österreich zählt

Die eigentliche Nachricht für heimische Leser liegt nicht im Datenblatt, sondern in der Fertigung: Die Serienproduktion der Brennstoffzellensysteme soll künftig im BMW Group Werk Steyr stattfinden. Erste Prüfstände und Produktionsanlagen stehen laut BMW bereits, Mitarbeitende werden schrittweise geschult. Aus Oberösterreich kommt damit nicht nur ein Elektromotor für die Neue Klasse, sondern auch das Herzstück eines Wasserstoffantriebs. Der iX5 Hydrogen selbst soll nach Abschluss der weltweiten Pilotflotten-Erprobung als erstes Wasserstoff-Serienmodell der BMW Group auf den Markt kommen, als Antriebsvariante im neuen X5 neben Benzin, Diesel, Plug-in-Hybrid und batterieelektrischem Antrieb.

Betankungsprozess des BMW iX5 Hydrogen Prototyps in Aschheim, zweite Ansicht

Motorblock-Fazit

Wasserstoff im Pkw galt lange als Nischenwette, BMW hält trotzdem daran fest, konsequent und in kleinen, nachvollziehbaren Schritten. Konkrete Zahlen zu Preis oder Marktstart in Österreich gibt es noch nicht, dafür aber einen sehr konkreten Produktionsstandort: Steyr. Wenn aus dem Prototyp Serie wird, hat Oberösterreich daran direkten Anteil. Das allein macht den iX5 Hydrogen für Motorblock-Leser interessant, lange bevor der erste Kunde betankt.

BMW iX5 Hydrogen im Überblick

Antrieb Wasserstoff-Brennstoffzelle + Elektromotor
Reichweite (Ziel, WLTP) bis zu 750 km
Betankungszeit unter 5 Minuten
0–100 km/h (Ziel) unter 5 Sekunden
Fertigung Brennstoffzelle BMW Group Werk Steyr (geplant)
Preis noch nicht verfügbar

Fotos: © BMW Group

Teilen: