Honda lässt Elektrofahrzeuge künftig während der Fahrt laden, kabellos und direkt aus dem Asphalt. Auf der Japan Mobility Show Bizweek und der CEATEC 2026 in Chiba hat der Hersteller die Basistechnologie gezeigt.
Das Wichtigste in Kürze
- Honda, Taisei und Taisei Rotec haben ein induktives Ladesystem für die Fahrbahn entwickelt (Dynamic Wireless Power Transfer, kurz DWPT).
- Demonstrationstests auf öffentlichen Straßen sind ab dem japanischen Geschäftsjahr 2027 geplant, das am 1. April 2027 beginnt.
- Den ersten Einsatz sieht Honda laut eigenen Angaben in Logistik und Transport.
- Preise und ein Termin für Österreich gibt es nicht, es handelt sich um eine Technologiestudie.

Wie funktioniert das Laden während der Fahrt?
Das System kombiniert drei Bausteine. Honda liefert die Sende- und Empfangseinheiten mit hoher Leistungsdichte, Taisei steuert ein hochdynamisches Gleichstromversorgungssystem bei, und Taisei Rotec bringt die Technik so in die Fahrbahn ein, dass sie dem Straßenbetrieb standhält. Das Fahrzeug nimmt die Energie über eine Empfangseinheit auf, ohne dass ein Kabel eingesteckt werden muss.
Honda verfolgt damit ein klares Ziel: Wer unterwegs Strom nachtankt, soll seltener zu Hause oder an der Ladesäule laden müssen. Die Technik ist laut Hersteller für unterschiedliche Fahrzeuge gedacht, vom elektrischen Pkw bis zum großen Nutzfahrzeug.
Wann kommt das System auf die Straße?
Die drei Partner wollen ab dem japanischen Geschäftsjahr 2027 Demonstrationstests auf öffentlichen Straßen durchführen. Dabei prüft Honda die Energieübertragungsleistung, die Installationsmethoden, die elektromagnetische Sicherheit und die Haltbarkeit der Fahrbahn. Zuerst soll die Technik in Logistik und Transport zum Einsatz kommen. Dort könnten weniger Ladestopps die größten Vorteile bringen.
Was zeigt Honda noch in Chiba?
Neben dem Fahrbahnladen stellte Honda eine Smartphone-App zur Fahrerassistenz vor. Sie basiert auf der hauseigenen Cooperative Intelligence (Honda CI), nutzt ein Smartphone und eine nachträglich am Fahrzeug montierte Kamera, erkennt Verkehrsteilnehmer und prognostiziert Risiken. Auto- und Motorradfahrer sollen visuell und akustisch gewarnt werden. Honda will die Technik auch für Bestandsfahrzeuge und Motorräder anbieten und verfolgt das Ziel, bis 2050 keine Verkehrstoten mehr bei Unfällen mit Honda Motorrädern und Automobilen zu verzeichnen.
Dazu kommen der Honda Avatar Robot, der mit einer mehrfingrigen Roboterhand Aufgaben aus der Ferne erledigen soll, und Honda DIVE, ein virtuelles Ride-Sharing-Erlebnis per VR-Headset, bei dem Menschen an verschiedenen Orten gemeinsam „unterwegs“ sind.
Motorblock-Fazit
Straßen, die Autos beim Fahren laden, klingen nach Zukunftsmusik, und das sind sie vorerst auch: Für Österreich gibt es weder Termin noch Pilotprojekt. Interessant ist die Stoßrichtung. Honda denkt Laden nicht als Pause, sondern als Nebenprodukt der Fahrt, und beginnt dort, wo Stillstand am teuersten ist, bei Lkw und Lieferflotten. Ob sich der Aufwand für Fahrbahnen rechnet, werden erst die Tests ab 2027 zeigen. Mehr zu Hondas aktuellem Auftritt lesen Sie in unserem Bericht zum Honda-Stand am Pariser Autosalon.




