Neun Monate, 55 Länder, mehr als 65.000 Kilometer: Die drei Mercedes-Benz S-Klasse Bertha, Carl und Gottlieb sind am 17. Oktober 2026 nach Stuttgart zurückgekehrt. Mercedes feierte die Heimkehr mit rund 15.000 Gästen.
von Oliver Luxenburger
Das Wichtigste in Kürze
- Drei S-Klasse Limousinen legten auf der Tour „140 Years. 140 Places“ laut Mercedes über 65.000 Kilometer durch 55 Länder auf sechs Kontinenten zurück.
- Start war am 29. Januar 2026, genau 140 Jahre nach dem Patent von Carl Benz für das erste Automobil. Das Ziel: das Mercedes-Benz Museum in Stuttgart.
- Beim „140 Festival“ begleitete ein Konvoi aus 140 historischen und aktuellen Fahrzeugen die Ankunft.
- Mercedes nutzte den Abend für die Weltpremiere des Mercedes-AMG GT SUV.
- Wien stand als eine der 140 Stationen auf der Route.
Wie weit sind die drei S-Klassen gekommen?
Die Zahlen sind beachtlich. Laut Mercedes legten die Limousinen im Schnitt rund 450 Kilometer pro Tag zurück, überquerten 67 Grenzen und mussten 28-mal die Uhr umstellen. Bertha und Gottlieb waren zeitweise parallel in verschiedenen Ländern unterwegs, bevor sie sich wieder vereinten. Zu den Stationen zählten unter anderem Rio de Janeiro, New York, Tokio, Kathmandu, Kapstadt, Istanbul und Wien.
Benannt sind die drei Fahrzeuge nach Bertha und Carl Benz sowie Gottlieb Daimler, den Pionieren der individuellen Mobilität.

Was musste die S-Klasse aushalten?
Mercedes nennt die Reise den wohl anspruchsvollsten Härtetest dieser Art für das Flaggschiff. Auf dem indischen Gebirgspass Umling La ging es laut Hersteller auf rund 5.800 Meter Höhe, in Indien fuhren die Autos durch Monsun und teils überflutete Straßen. In Kenia, Tansania und Sambia mussten Fahrwerk und Komfort auf unbefestigten Pisten bestehen. Die Klimatisierung kam in 13 Klimazonen zum Einsatz, die Temperaturen reichten von 8 bis über 35 Grad.
Das ist die Sicht des Herstellers, unabhängig überprüft ist sie nicht. Als Werbung in eigener Sache funktioniert die Tour trotzdem gut: Wer 65.000 Kilometer vorzeigen kann, hat ein Argument. Wie die Marke ihre Geschichte sonst erzählt, lesen Sie in unserem Beitrag 100 Jahre Mercedes-Benz: Wie der Stern zur Weltmarke wurde.
Was passierte beim 140 Festival?
Am Mercedes-Benz Museum in Bad Cannstatt feierten Fans, Partner, Mitarbeitende und Medien die Heimkehr. Der Konvoi zeigte Meilensteine der Markengeschichte, darunter eine Replik des Benz Patent-Motorwagens von 1886, das 300 SLR Uhlenhaut-Coupé, einen Ponton 220 S und den futuristischen C111. Dazu kamen aktuelle Modelle wie die elektrische G-Klasse und die elektrische C-Klasse. Am Abend spielte die Stuttgarter Band „Die Fantastischen Vier“.

Was ist das Mercedes-AMG GT SUV?
Den Höhepunkt setzte die Weltpremiere des Mercedes-AMG GT SUV. Es ist laut Mercedes das erste eigenentwickelte Full-Size-SUV von AMG und die zweite Neuheit auf der Plattform AMG.EA. Die technischen Daten haben wir bereits in Mercedes-AMG GT SUV: Bis zu 1.169 PS elektrisch zusammengefasst. Zugleich schlug AMG den Bogen zum 60-jährigen Markenjubiläum im Jahr 2027.

Wie geht das Jubiläumsjahr weiter?
Mercedes setzt „140 Years of Innovation“ bis Jahresende fort. Angekündigt sind weitere Mercedes-Benz Studios, unter anderem in Kopenhagen, Los Angeles, Sydney und Delhi, ein Duft für den Fahrzeuginnenraum mit Yuzu und Eukalyptus und ein Bildband zur Weltreise.
Datenblock
| Tour | „140 Years. 140 Places“ |
| Fahrzeuge | drei Mercedes-Benz S-Klasse (Bertha, Carl, Gottlieb) |
| Strecke (Herstellerangabe) | über 65.000 km, 55 Länder, 6 Kontinente |
| Zeitraum | 29. Januar bis 17. Oktober 2026 |
| Zielort | Mercedes-Benz Museum, Stuttgart |
| Festival | rund 15.000 Gäste, Konvoi mit 140 Fahrzeugen |
Motorblock-Fazit
Eine Weltreise als Dauertest ist ein starkes Bild, und Mercedes hat es konsequent zu Ende gebracht. Ob die S-Klasse dadurch zuverlässiger wird, lässt sich aus einer Aussendung nicht ablesen, die Zahlen stammen vom Hersteller. Das Fest in Stuttgart und die AMG-Premiere zeigen vor allem eines: Das Jubiläumsjahr wird bis zum letzten Tag als Bühne genutzt.




