Mercedes: 40 neue Modelle, viele Antriebe

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Blaues Mercedes-Benz Fahrzeug in Dreiviertelansicht auf einer Teststrecke

Mercedes-Benz will bis Ende 2027 mehr als 40 neue Modelle auf den Markt bringen, vollelektrisch und als Hybrid. Wie der Konzern das schaffen will, zeigt eine neue Technikoffensive: modulare Antriebe, eigene Zellchemie, Festkörperbatterien und Know-how aus der Formel 1.

Das Wichtigste in Kürze

  • Modelloffensive: mehr als 40 neue Mercedes-Benz Modelle bis Ende 2027
  • Elektro: EDU 2.0 mit 800-Volt-Architektur, zunächst für CLA, GLB, GLA, GLC und C-Klasse, später für E- und S-Klasse
  • Batterie: eigene Zellchemien, LNMO soll laut Hersteller bis zu 30 Prozent mehr Reichweite als LFP ermöglichen
  • Festkörper: EQS-Erprobungsträger fuhr 1.205 km von Stuttgart nach Malmö ohne Ladestopp
  • Formel 1: elektrischer Turbolader im neuen 1,5-Liter-Vierzylinder M 252 LS

Wie entwickelt Mercedes die Antriebe?

Am Anfang stehen anonymisierte Daten aus Milliarden realer Fahrkilometer der vernetzten Flotte. Daraus leitet Mercedes-Benz Fahrprofile ab, von Beschleunigung über Anhängerbetrieb bis zur Bergfahrt. Zuerst läuft alles in der Simulation, dann folgt der Prüfstand mit realen Last- und Temperaturbedingungen, erst danach das Fahrzeug.

Elektrischer Antriebsstrang eines Mercedes im Detail am Prüfstand
Antriebe werden am Prüfstand unter Last und Hitze vermessen, bevor sie ins Auto kommen. (© Mercedes-Benz)

Was steckt im Elektroantrieb?

Das Herzstück ist die elektrische Antriebseinheit EDU 2.0, die Mercedes-Benz selbst entwickelt und fertigt. Sie ist durchgehend auf 800 Volt ausgelegt, erstmals auch im Einstiegssegment, und nutzt Siliziumkarbid im Wechselrichter. Ein Zweiganggetriebe mit Klauenschaltung soll den Zielkonflikt zwischen Drehmoment, Höchstgeschwindigkeit und Verbrauch auflösen. Der Baukasten leitet sich vom Technologieprogramm VISION EQXX ab.

Blaues Mercedes-Benz Fahrzeug in Dreiviertelansicht auf einer Teststrecke
Bis Ende 2027 soll die Zahl neuer Modelle über 40 steigen, vollelektrisch und als Hybrid. (© Mercedes-Benz)

Für die Verbrenner und Hybride setzt Mercedes auf die modulare Motorenfamilie FAME. Benzin- und Dieselhybride mit ISG 2.0 sollen vom GLA bis zur S-Klasse laufen.

Was ist neu bei Zellen und Akkus?

Neben LFP und NMC arbeitet Mercedes an einer Mischung aus Lithium-Mangan-Oxid und NMC. Als nächster Schritt gilt LNMO ohne Kobalt und mit deutlich weniger Nickel. Laut Hersteller wären bei gleichem Gewicht und Bauraum bis zu 30 Prozent mehr Reichweite als mit LFP möglich.

Hochvoltbatterie von Mercedes-Benz im Labor
Die Batterie nennt Mercedes eine strategische Kernkompetenz neben der Antriebseinheit. (© Mercedes-Benz)

Bei Festkörperbatterien arbeitet Mercedes mit Factorial Energy und ProLogium zusammen. Ein EQS mit Lithium-Metall-Festkörperzelle schaffte unter realen Bedingungen 1.205 Kilometer von Stuttgart nach Malmö ohne Zwischenladung. Zum Serieneinsatz gibt es noch keine Angabe.

Was bringt die Formel 1?

Mercedes-AMG High Performance Powertrains im englischen Brixworth baut die Formel-1-Antriebe und tauscht Know-how mit der Serienentwicklung aus. Sichtbarstes Ergebnis ist der elektrische Turbolader im weiterentwickelten 1,5-Liter-Benziner M 252 LS, der im GLB 250 mit 170 kW plus 23 kW Elektroanteil antritt. Mehr dazu lesen Sie bei Mercedes: Der Turbo mit Formel-1-Gen.

Dunkelblauer Mercedes EQS in einem Studio von vorne
Ein EQS diente als Testträger der Festkörperbatterie mit 1.205 Kilometern Reichweite ohne Ladestopp. (© Mercedes-Benz)

Was heißt das für Österreich?

Mercedes-Benz Österreich in Eugendorf beschäftigt rund 317 Mitarbeitende. 2025 wurden hierzulande 10.960 Pkw und 5.714 Transporter zugelassen. Preise zu den neuen Modellen sind aktuell noch nicht verfügbar.

Motorblock-Fazit

Mercedes setzt nicht auf eine einzige Antwort, sondern auf Vielfalt aus Bauteilen, die sich über viele Baureihen teilen lassen. Das ist wirtschaftlich klug, aber auch ein Versprechen: Erst wenn Festkörperzellen und LNMO in Serie gehen, zeigt sich, was davon beim Kunden ankommt. Alle Reichweiten- und Leistungswerte sind Herstellerangaben.

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