Oktober 1996, Paris: Vor dem Louvre steht ein winziger Zweisitzer, erwartet werden 50 Gäste, gekommen sind fast 1.000. Dreißig Jahre später blickt smart auf den Abend zurück, der die Marke begründete, kurz vor der Weltpremiere des neuen smart #2.
Das Wichtigste in Kürze
- Anlass: 30 Jahre seit der Präsentation des smart Konzeptfahrzeugs am Louvre im Herbst 1996
- Zahlen: Erwartet wurden rund 50 Gäste, gekommen sind fast 1.000
- Serienstart: Weltpremiere des ersten smart fortwo auf der IAA 1997, auf der Straße ab 1998
- Heute: Der neue smart #2 feierte am 12. Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon Weltpremiere
Wie kam smart zum Louvre?
Für einen eigenen Auftritt auf dem Pariser Autosalon fehlte dem jungen Team 1996 das Geld. Es gab nur eine kleine Fläche auf dem Mercedes-Benz-Stand. Also zog die Mannschaft am Abend vor der Messeeröffnung um, auf den Platz vor dem Museum, kurz nach Schließung der Galerien. Das Showcar stand dort wie eine unvollendete Skulptur, vor schlichten, neutralen Kulissen und historischer Architektur.
Die Resonanz überraschte alle Beteiligten: Aus den erwarteten 50 Gästen wurden fast 1.000. Am nächsten Tag war der kleine smart-Bereich auf dem Salon dicht umlagert, obwohl kaum jemand technische Daten kannte. Johann Tomforde, damals der Kopf hinter der Idee, erinnert sich:
„Der PR-Gag entstand mit kleinem Budget, wenig Vorbereitungszeit und umso mehr Kreativität. Wir inszenierten das Showcar direkt vor dem Louvre wie eine unvollendete Automobilskulptur.“
Prof. Johann Tomforde, Designer und Ingenieur
Tomforde hatte schon in den 1980er-Jahren die Vision eines kleinen, sicheren und vollelektrischen Stadtautos. 1993 bekam sie Rückenwind, als er am Flughafen Amsterdam auf Mercedes-Benz-Vorstand Helmut Werner traf. Daraus wurde ein achtstündiger Workshop im Flugzeug nach Detroit.
Wozu die Tridion-Zelle?
Ein Jahr nach der Konzeptpräsentation feierte 1997 der erste Serien-smart fortwo seine Weltpremiere auf der IAA in Frankfurt, 1998 kam er auf die Straße. Im Zentrum stand die Tridion-Sicherheitszelle. Sie blieb nicht unter dem Blech verborgen, sondern wurde bewusst sichtbar gemacht und prägte die zweifarbige Optik. Kompakte Crashboxen an Front und Heck sollten die Aufprallenergie aufnehmen und die Zelle schützen, die leicht versetzten Sitze sollten bei einem Seitenaufprall aneinander vorbeigleiten.
Was hat der #2 damit zu tun?
Am 12. Oktober 2026 feierte der neue smart #2 auf dem Pariser Autosalon Weltpremiere, dreißig Jahre nach dem Abend am Louvre. Er überträgt die Idee des Stadtautos laut Hersteller mit ultrakompakten Maßen und einem Wendekreis von 6,95 Metern in die vollelektrische Gegenwart. Dazu kommen die nächste Generation der Sicherheitszelle, die Tridion Cell Evo, und die „Wheels-at-the-Corners“-Architektur. Mehr zum Modell lesen Sie in unserem Bericht zum smart #2.
Hinter dem Design steht Kai Sieber, Leiter von „Design smart“ bei Mercedes-Benz und einst Student von Tomforde. Er sagt, großartige Produkte definierten sich nie allein über technische Daten: Design müsse sich weiterentwickeln, ohne seine Identität zu verlieren.
Motorblock-Fazit
Der Louvre-Abend beweist, dass ein Auto nicht zuerst erklärt werden muss, um zu faszinieren. Aus einer Notlösung ohne Budget wurde der Gründungsmythos einer Marke, die heute in Europa ausschließlich elektrische Modelle anbietet. Mit dem #2 schließt smart dort an, wo sie begonnen hat: beim kleinen Zweisitzer für die Stadt.



