Der Hyundai Staria Electric ist ab sofort in Österreich bestellbar, gleich in drei Ausführungen: als neunsitziger Bus, als siebensitzige VIP-Variante und als dreisitziger Kastenwagen für den gewerblichen Einsatz. Mit 84-kWh-Batterie und 800-Volt-Architektur zieht Hyundai jene Ladetechnik, die bisher den Ioniq-Modellen vorbehalten war, in ein Segment, in dem lange Standzeiten an der Ladesäule bisher zum Alltag gehörten.
Das Wichtigste in Kürze:
- Hyundai Staria Electric ab sofort in Österreich bestellbar: als Bus (7- oder 9-Sitzer) und als N1-homologierter Kastenwagen
- 84-kWh-Batterie, 800-Volt-Architektur, 160 kW/218 PS, laut Hersteller bis zu 450 km WLTP-Reichweite (Kastenwagen)
- AT-Preise: Kastenwagen ab 51.650 Euro netto (61.980 Euro inkl. MwSt.), Bus 9-Sitzer ab 69.990 Euro, Bus 7-Sitzer (Prestige Line VIP) ab 89.990 Euro
- DC-Laden von 10 auf 80 Prozent soll unter optimalen Bedingungen rund 20 Minuten dauern
- Als Elektrofahrzeug von NoVA und motorbezogener Versicherungssteuer befreit, eine gesonderte staatliche Kaufförderung gibt es aktuell nicht

Der Hyundai Staria Electric bringt die 800-Volt-Technik der Ioniq-Reihe erstmals in ein Großraumfahrzeug. Foto: Hyundai
Was ist neu am Hyundai Staria Electric?
Der Staria war schon als Verbrenner ein Auto, das sich nicht über modische Etiketten erklären musste: 5,25 Meter Länge, zwei seitliche Schiebetüren, eine weit nach vorne gezogene Kabine. Jetzt bekommt dieses Konzept einen Antrieb, der dazu passt. Ein Permanentmagnet-Synchronmotor mit 160 kW beziehungsweise 218 PS und 350 Newtonmetern Drehmoment treibt die Vorderräder an, der Kastenwagen soll laut Hyundai in 8,6 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, die Busvarianten in 9,5 Sekunden, jeweils bei 184 km/h Höchsttempo.
Entscheidender als die Fahrleistungen ist die elektrische Architektur: Die 84-kWh-Batterie arbeitet mit einem 800-Volt-System, wie es bislang vor allem aus Ioniq 5, Ioniq 6 und Ioniq 9 bekannt war (mehr dazu im Motorblock-Artikel zum Ioniq 5 N). In einem Großraumfahrzeug bleibt diese Spannungsebene nach wie vor die Ausnahme.
Was kostet der Hyundai Staria Electric in Österreich?
Der neunsitzige Bus startet als Comfort Line bei 69.990 Euro, die siebensitzige Prestige Line VIP bei 89.990 Euro, jeweils inklusive Mehrwertsteuer, NoVA und Transportkosten. Der Kastenwagen beginnt bei 51.650 Euro netto beziehungsweise 61.980 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Eine gesonderte staatliche Kaufförderung gibt es derzeit nicht mehr: Das Programm „E-Mobilität 2025″ ist mit 31. März 2026 ausgelaufen.
| Kastenwagen | Bus, 9 Sitze (Comfort Line) | Bus, 7 Sitze (Prestige Line VIP) | |
|---|---|---|---|
| Leistung | 160 kW / 218 PS | 160 kW / 218 PS | 160 kW / 218 PS |
| Batterie | 84 kWh | 84 kWh | 84 kWh |
| WLTP-Reichweite | bis zu 450 km | bis zu 430 km | bis zu 430 km |
| DC-Laden 10–80 % | ca. 20 Minuten | ca. 20 Minuten | ca. 20 Minuten |
| Preis in Österreich | ab 51.650 € netto (61.980 € inkl. MwSt.) | ab 69.990 € | ab 89.990 € |
| Verfügbarkeit | ab sofort bestellbar | ||

Hyundai Staria Electric. Foto: Hyundai
Wie weit kommt er und wie schnell lädt er?
Der elektrische Kastenwagen soll laut WLTP bis zu 450 Kilometer weit kommen, bei 20,7 kWh Normverbrauch je 100 Kilometer. Für den Bus nennt Hyundai bis zu 430 Kilometer und 21,8 kWh je 100 Kilometer, wie üblich abhängig von Beladung, Geschwindigkeit und Außentemperatur. An einer starken Gleichstromsäule soll die Batterie unter optimalen Bedingungen in rund 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden, an einem 50-kW-Lader dauert das laut Hersteller rund 80 Minuten. Dreiphasiges AC-Laden ist mit bis zu 11 kW möglich, für 10 bis 100 Prozent nennt Hyundai rund siebeneinhalb Stunden. Über eine Vehicle-to-Load-Funktion lassen sich zudem externe Geräte mit bis zu 3,5 kW versorgen.
Was bietet der Kastenwagen als Nutzfahrzeug?
Der dreisitzige Kastenwagen richtet sich an Handwerksbetriebe, Zustelldienste und Serviceflotten. Sein Laderaum fasst maximal 4.935 Liter, drei Europaletten finden darin Platz. Hyundai nennt eine Nutzlast von bis zu 1.040 Kilogramm und eine gebremste Anhängelast von bis zu 2.000 Kilogramm. Zwei seitliche Schiebetüren und der Zugang übers Heck erleichtern das Beladen, eine feste Stahltrennwand trennt die Sitzplätze vom Laderaum.
Wie sieht es im Innenraum aus?

Cockpit des Hyundai Staria Electric: zwei 12,3-Zoll-Displays, aber weiterhin physische Bedienelemente. Foto: Hyundai
Im Cockpit sitzen zwei 12,3 Zoll große Bildschirme für Instrumente und Infotainment, für häufig genutzte Funktionen behält Hyundai physische Tasten. Beim neunsitzigen Bus reicht das Kofferraumvolumen von 831 bis 1.303 Liter, bei der siebensitzigen VIP-Variante mit ihren belüfteten Relax-Sitzen in Reihe zwei sind es je nach Sitzstellung 117 bis 431 Liter. Zur verfügbaren Sicherheitsausstattung zählen Notbrems-, Spurhalte- und Spurfolgeassistent, adaptiver Tempomat mit Stop-and-go-Funktion sowie Totwinkel- und Querverkehrsassistent. Wer sich noch an den ersten Staria bei Motorblock erinnert, findet die extreme Raumarchitektur unverändert wieder, jetzt ohne Verbrennungsmotor unter der Fronthaube.
Motorblock-Fazit
Dass Hyundai die 800-Volt-Technik der Ioniq-Baureihe in einen Großraum-Van und einen Kastenwagen trägt, ist mehr als eine Fleißaufgabe. Im Lieferverkehr und im Shuttle-Betrieb zählen kurze Ladepausen mehr als eine sportliche Nulldreißig-Zeit, und mit 20 Minuten für 10 bis 80 Prozent spielt der Staria Electric hier eine Stärke aus, die viele Elektro-Transporter bisher nicht boten. Beim Kastenwagen wirkt der Preis von 51.650 Euro netto für ein Nutzfahrzeug mit 4.935 Litern Ladevolumen durchaus konkurrenzfähig. Beim Bus schlägt die Raumarchitektur mit bis zu 89.990 Euro für die VIP-Version deutlich stärker zu Buche. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie gut die eigene Ladeinfrastruktur zum schnellen 800-Volt-System passt.











