Bugatti in Las Vegas: Alles auf Amerika

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Bugatti Destrier Einzelstück aus dem Programme Solitaire in der Dreiviertel-Frontansicht auf der Bühne beim Concours at Wynn Las Vegas

Zwanzig Jahre nach dem ersten Veyron auf amerikanischem Boden hat Bugatti sein US-Jubiläum beim Concours at Wynn Las Vegas gefeiert. Auf dem Rasen standen 20 Hypercars aus Kundenbesitz, im Mittelpunkt das Einzelstück Destrier. Die Zahlen dahinter zeigen, wie sehr die Marke aus Molsheim inzwischen von Amerika lebt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bugatti feiert 20 Jahre in den USA: 2006 startete dort der Veyron.
  • Nordamerika ist mit zwölf Vertragshändlern und 353 Fahrzeugen laut Bugatti der größte Einzelmarkt der Marke.
  • Jeder dritte Bugatti Tourbillon soll in die USA gehen.
  • Beim Concours at Wynn Las Vegas zeigte Bugatti 20 Hypercars aus Privatbesitz und den Destrier aus dem Programme Solitaire.

Las Vegas ist die Stadt, in der man alles auf eine Karte setzt. Bugatti hat das schon vor zwei Jahrzehnten getan, als der Veyron 2006 in den Vereinigten Staaten an den Start ging. Die Wette ist aufgegangen: Heute ist Nordamerika der wichtigste Einzelmarkt der Marke, noch vor jedem Land in Europa.

Zum Jubiläum kehrte Bugatti deshalb zum Concours at Wynn Las Vegas zurück, einem Treffen, das zwischen Hotelturm, Golfrasen und Sandbunker weniger nach Museum aussieht als nach Klassentreffen der Superreichen. Gezeigt wurden 20 Bugatti aus Privatbesitz, von frühen Veyron bis zu aktuellen Chiron-Derivaten.

Zahlreiche Bugatti-Hypercars auf dem Rasen vor dem Hotelturm des Wynn Las Vegas beim Concours at Wynn Las Vegas
Bugatti-Jubiläum in Las Vegas: Vor dem Hotelturm des Wynn reihten sich die Hypercars aus Kundenbesitz auf dem Golfrasen auf. © Bugatti

Wie wichtig sind die USA für Bugatti?

Sehr wichtig, und das lässt sich in Zahlen fassen. Zwölf Vertragshändler betreuen in Nordamerika laut Hersteller 353 Bugatti, das ist der größte Bestand in einem einzelnen Markt. Für die Zukunft legt Bugatti nach: Vom neuen Tourbillon, dem Nachfolger des Chiron mit V16-Hybridantrieb, soll jedes dritte Exemplar in den USA ein Zuhause finden. Wer in Europa auf einen Tourbillon hofft, teilt sich das Kontingent also mit einem sehr kaufkräftigen Nachbarn auf der anderen Seite des Atlantiks.

Hendrik Malinowski, Managing Director von Bugatti und CCO von Bugatti Rimac, sieht den Erfolg trotzdem nicht in Stückzahlen begründet, sondern in der Kundschaft. Sascha Doering, COO von Bugatti of the Americas, formuliert es noch knapper: „Es geht nicht nur um die Autos. Es geht um die Menschen, die die Leidenschaft für sie teilen.“ Ein Satz, der aus dem Mund eines Herstellers, dessen Autos Millionen kosten, ehrlicher klingt, als man meinen möchte. Bei diesen Stückzahlen kennt man seine Kunden tatsächlich beim Namen.

Vom Veyron bis zum Tourbillon

Viele der Besitzer in Las Vegas begleiten die Marke über mehrere Generationen. Sie kauften einen Veyron, dann einen Chiron und stehen nun beim Tourbillon an. Genau diese Treue hat die USA zum wichtigsten Bugatti-Standort außerhalb des Stammsitzes Molsheim im Elsass gemacht.

Bugatti Veyron, Chiron und weitere Bugatti-Hypercars aus Kundenbesitz in einer Reihe auf dem Rasen, im Hintergrund die Sphere in Las Vegas
Zwei Jahrzehnte in einer Reihe: Veyron und Chiron aus amerikanischem Kundenbesitz, dahinter die Sphere als Wahrzeichen des neuen Las Vegas. © Bugatti

Wer die Bugatti-Geschichte der letzten Jahre auf Motorblock verfolgt hat, kennt die Dimensionen: vom Veyron auf einer WRC-Sonderprüfung bis zur Chiron-Uhr um eine Million Dollar. Bei Bugatti ist selbst das Zubehör eine Klasse für sich.

Was ist der Bugatti Destrier?

Der Star des Abends war kein Kundenauto im üblichen Sinn. Der Bugatti Destrier ist die dritte Einzelanfertigung aus dem Programme Solitaire, nach dem Brouillard und dem F.K.P. Hommage. Gebaut wurde er für genau einen Kunden, seine öffentliche Premiere feierte er im August bei „The Quail“ während der Monterey Car Week.

Technische Basis ist der Bolide, Bugattis radikalstes Modell mit W16-Motor, eigentlich ausschließlich für die Rennstrecke gedacht. Beim Destrier wird aus diesem Rennwerkzeug laut Bugatti eine „Skulptur der Geschwindigkeit“: neue Karosserie, harmonischere Proportionen, Eleganz statt Flügelwerk. Das Programme Solitaire steht dabei noch über der Individualisierungsabteilung Sur Mesure und knüpft an die alte Tradition des Karosseriebaus an, die Bugatti seit mehr als einem Jahrhundert prägt.

Heck des Bugatti Destrier auf der Bühne, im Vordergrund Bugatti-Kollektionsjacken mit Monte-Carlo-Grand-Prix-Motiv
Der Destrier basiert auf dem Bolide, trägt aber eine völlig eigene Karosserie. Im Vordergrund Bugatti-Kollektionsstücke mit Monaco-Grand-Prix-Motiv. © Bugatti

Bugatti in Las Vegas im Überblick

Anlass 20 Jahre Bugatti in den USA
Ort Concours at Wynn Las Vegas
US-Start 2006 mit dem Bugatti Veyron
Händler Nordamerika 12 Vertragshändler
Fahrzeuge Nordamerika 353 (laut Bugatti)
Tourbillon-Anteil USA jedes dritte Exemplar
Star der Show Bugatti Destrier, Einzelstück aus dem Programme Solitaire

Motorblock-Fazit

Ein Jubiläum ist immer auch ein Blick in die Bilanz, und die liest sich bei Bugatti eindeutig: Das Geld für W16 und V16 kommt zu einem guten Teil aus Amerika. Dass jeder dritte Tourbillon in die USA geht, sagt mehr über die Zukunft der Marke als jede Festrede. Der Destrier zeigt dazu, wohin die Reise im obersten Regal führt: weg von der Kleinserie, hin zum Unikat für genau einen Besitzer. Für Europa bleibt die Rolle des Zuschauers, zumindest in Las Vegas.

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