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Dieser Bugatti Veyron fährt nackt

So sehr wir alle auf knackige Karosserien und brachiale Bodykits stehen, so faszinierend ist auch der Anblick der nackten Mechanik eines Sportwagens. Denn nichts stellt Macht so sehr zur Schau wie blankes Metall, Schläuche und Rohre. Vor allem, wenn darin 1.001 PS toben.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Screenshot via Royalty Exotic Cars

Wer den Youtube-Channel Royalty Exotic Cars kennt, weiß, dass hinter dem fröhlichen Aufgemotze diverser Vehikel eine Menge Geld steckt. Mal kauft man sich einen Lambo, nächste Woche einen Koenigsegg und jetzt musste eben ein Bugatti Veyron ins Haus. Der hat zwar 1.001 PS und braucht sicher von niemandem Nachhilfe, bekommt sie nun aber trotzdem.

Denn das edle Teil so so modifiziert werden, dass es rolling Burnouts hinlegen kann. Dafür muss auch am Motor herumgebastelt werden, schließlich ist der Veyron insgesamt eher auf sportliche Perfektion getrimmt und weniger auf proletoides Gummiverbrennen. Und wie es beim Autoschrauben halt so ist, muss man seine Fortschritte immer wieder mal zwischentesten. Und dauernd die Verkleidung an- und abschrauben nervt doch viel zu sehr. Also donnert dieser Veyron halbnackt durch die Gegend und bietet dabei nicht nur einen spektakulären Anblick, sondern auch famosen Sound. Außerdem sinkt durch die fehlenden Teile auch das Gewicht, was den Bugatti natürlich wiederum umweltfreundlicher macht … okay, jetzt wird es endgültig fadenscheinig.

4 Möglichkeiten, welcher neue Bugatti sich hinter diesem Tuch verbirgt

Bugatti kündigt neues Modell an. Vermutlich. Denn bis auf den untenstehenden Instagram-Post lässt uns die Hypercar-Marke im Dunkeln. Motorblock spekuliert und zählt vier Möglichkeiten auf, was sich hinter dem Tuch verstecken könnte.

Text: Maximilian Barcelli

Option 1: Ein neues Einzelstück

Ein Nettopreis von 11 Millionen Euro bei einer schon vorhandenen Basis, nämlich der des Chirons – da klingen die Kassen wohl ordentlich. Kann gut sein, dass Bugatti nach dem La Voiture Noire auf den Geschmack von Einzelstücken gekommen ist.  

Bugatti La Voiture Noire: der teuerste Neuwagen aller Zeiten.

Option 2: Ein neuer Hypersportler auf Chiron-Basis

2018 präsentierte Bugatti den Divo, ein semi-neues Modell, das auf der Chiron-Plattform aufbaut, den gleichen W16-Lackl nutzt, aber halt anders aussieht und auf 40 Exemplare limitiert ist. Möglich, dass die Franzosen nun ein weiteres Modell in Kleinserie und auf Chiron-Basis bringen.  

Bugatti Divo: ein Chiron zum doppelten Preis.

Option 3: Ein Chiron Grand Sport

Während es eine Cabrio-Version des Bugatti Veyron gab, war eine solche für den Chiron eigentlich nicht geplant. Doch das Leben läuft eben nicht immer nach Plan. Außerdem ging der Oben-ohne-Veyron im fünften Produktionsjahr des Coupés in Serie – und jetzt raten Sie einmal, in welchem Produktionsjahr sich der Chiron gerade befindet.

Bugatti Veyron Grand Sport: Fährt mit geschlossenem Verdeck 407, mit geöffnetem 360 und mit Notfall-Stoffverdeck 130 km/h Spitze.

Option 4: Ein komplett neuer Hypersportwagen

Genau deshalb gilt auch Option 4 als höchst unwahrscheinlich – so cool ein komplett neuer Bugatti auch wäre (solange es kein SUV wird, aber das lässt sich aufgrund des Fotos im konkreten Fall ausschließen). Immerhin wurde der Veyron zehn Jahre lang produziert und der Chiron wird erst seit 2016 gebaut. Wir würden uns aber wirklich gerne irren.

Bugatti baut 20 Chiron Noire

Was tun, wenn man nur ein Modell im Programm hat, aber trotzdem ordentlich Mäuse melken möchte? Na klar, man quetscht dieses Auto solange mit Sondereditionen aus, bis es mehr Chiron– als Golf-Varianten gibt. Daher zieht Bugatti nun das Tuch vom Chiron Noire.

Text: Jakob Stantejsky

Anfang dieses Jahres stellte Bugatti das Einzelstück La Voiture Noire vor, das für wohlfeile 11 Millionen Euro (ohne Steuern) den Besitzer wechselte. Und da blieben offenbar so viele reiche Pinkel enttäuscht zurück, dass sich die Franzosen dachten: „Hey, wir brauchen noch einen pechschwarzen Karbonhypersportler!“ Und zack, hier ist er, der Chiron Noire. Immerhin 20 Stück dieser Spezialversion legt Bugatti zum Schnäppchenpreis von je 3 Mille auf. Somit ist der Chiron um eine Version und Bugatti um ein paar Euros reicher.

Was kann er also neues? Nix. Tatsächlich wird er lediglich in unverkleidetes Karbon gehüllt, bekommt ein paar neue Statusinsignien mit auf den Weg und einige Details werden zusätzlich schwarz lackiert. Das war es dann aber auch schon wieder. Wahlweise kann man sich seinen Chiron Noire, wie auch das Basismodell, als Sport bestellen, dann ist das Chassis dynamischer abgestimmt. Das kostet dann halt einen Porsche 911 obendrauf. Der übrigens auch schön langsam vor Neid erblasst, angesichts der Artenvielfalt des Bugatti Chiron.

Der 300 mph schnelle Bugatti Chiron geht in Serie

Mit einem Bugatti Chiron knackten die Franzosen die 300 mph-Marke. Rekord, meint Bugatti. Eher nicht so, meinen wir. Denn der verwendete Chiron war ein modifizierter Prototyp und kein straßenzugelassenes Serienmodell. Obwohl der Rekord-Chiron jetzt in Kleinserie geht, bleibt das weiterhin so.

Text: Maximilian Barcelli

Denn manche Details bleiben weiterhin dem Prototypen vorenthalten. Dazu später mehr. Jedenfalls wollen wir die Leistung nicht kleinreden (nur relativieren). Dass ein Chiron über 490 km/h gefahren ist, ist verdammt mindblowing. Und muss gefeiert werden. Wie Bugatti am liebsten feiert? Genau, mit einem arschschnellen und arschteuren Sondermodell. Konkret: Mit dem Bugatti Chiron Super Sport 300+.

Der basiert auf den Prototyp – unschwer am Heck zu erkennen. Auch das Sondermodell verfügt nämlich über das verlängerte, aerodynamisch modifizierte Longtail. Die neue Abgasanlage, bereits vom Prototyp und Centodieci bekannt, schafft Platz für einen mächtigen Diffusor, der alleine dafür sorgt, dass bei Geschwindigkeiten jenseits der 400 km/h auch ohne Spoiler ausreichend Abtrieb generiert wird.

Und genau wie das Einzelstück, das die 300 mph gefahren ist und der Bugatti Centodieci, leistet auch das acht Liter große, vierfach turboaufgeblasene W16-Trumm im Chiron Super Sport 300+ 1600 und nicht nur 1500 PS, wie das beim „normalen“ Chiron, dem Divo und dem La Voiture Noire der Fall ist.

Bugatti Centodieci: 10 Stück zu je 8 Millionen Euro

Wenn Bugatti etwas anpackt, dann mit Gewalt. Das gilt auch für die Hommage an den legendären 90er-Sportwagen Bugatti EB110. Die nennt sich Centodieci, kostet 8 Millionen Euro und hat 1.600 PS.

Text: Jakob Stantejsky

Als ob man einen Grund bräuchte, solch ein derbes Gerät zu bauen. Hier heiligt der Zweck doch eigentlich die Mittel. Aber Stephan Winkelmann, Präsident von Bugatti, hat trotzdem einen parat: „Mit dem Centodieci verneigen wir uns vor dem Supersportwagen EB110, der in den 1990er-Jahren entstand und zu unserer traditionsreichen Geschichte gehört. Mit dem EB110 katapultierte sich Bugatti nach 1956 wieder mit einem neuen Modell an die automobile Weltspitze.“ Schön, wenn der Tradition gedacht wird. An die insgesamt 80 Millionen Euro, die die zehn Autos einspielen werden, hat da sicher niemand gedacht. Die acht Mille Einkaufspreis sind natürlich ohne Steuern angegeben.

So spektakulär der Centodieci auch dasteht und so gezielt er den EB110 zitiert, so sehr ist er unter der Haube ein Chiron. Der W16 wurde noch ein wenig nachfrisiert, sodass er nun 1.600 statt 1.500 Pferde auf die Bahn schickt – so ein Sondermodell muss sich ja schließlich auszahlen. Aus dem Stillstand rast man in 2,4 Sekunden auf 100, in 6,1 auf 200 und in 13,1 auf gemütliche 300 Sachen. Bei 380 km/h macht Bugatti elektronisch Schluss mit lustig. Tatsächlich wiegt der Centodieci auch noch 20 Kilogramm weniger als der Chiron, ist ihm also tatsächlich in jeder Hinsicht überlegen.

Warum Bugatti genau jetzt den EB110 ehrt, erschließt sich uns nicht hundertprozentig. Wobei wir uns natürlich nie beschweren würden! Vorausgesetzt wir bekommen einen der zehn Boliden als Testwagen. Oder gleich als Dauertester. Aber mit Tankkarte bitte.

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