Das Wichtigste in Kürze:
- Der Donkervoort P24 RS leistet laut Hersteller 600 PS (441 kW) aus einem 3,5-Liter-Biturbo-V6 mit softwareseitig wählbarer Leistungsstufe.
- Leergewicht laut Werksangabe nur 780 Kilogramm, macht den Kleinserien-Sportwagen zum bislang stärksten Donkervoort.
- Werkspreis ab 298.500 Euro exklusive Mehrwertsteuer und Optionen, Lieferzeit rund 18 Monate.
- Dank EU-Kleinserien-Homologation grundsätzlich auch in Österreich zulassungsfähig, weltweit auf 150 Exemplare limitiert.
- Nordamerika-Premiere bei der Monterey Car Week vom 13. bis 16. August.
Ausklappbare Scheinwerfer, ein Chassis aus Stahlrohr und Karbon, dazu ein Motor, der sich per Software auf 400, 500 oder 600 PS drosseln lässt: Der niederländische Kleinserien-Hersteller Donkervoort schickt mit dem P24 RS seinen bislang radikalsten Sportwagen ins Rennen und zeigt ihn jetzt erstmals in Nordamerika. Bei der Monterey Car Week in Kalifornien, einem der wichtigsten Sammlertreffen der automobilen Welt, tritt der Zweisitzer gemeinsam mit dem Vorgängermodell F22 an.
Was ist der Donkervoort P24 RS?
Donkervoort baut seit 1978 in Lelystad handgefertigte Leichtbau-Sportwagen, geführt wird der Familienbetrieb heute von CEO Denis Donkervoort. Seinen Namen trägt der P24 RS nach Phébe, der 2024 geborenen Tochter des Firmenchefs. Schon der D8 GTO-RS sorgte 2016 für Aufsehen, der P24 RS treibt dieses Prinzip auf die Spitze: zwei Sitze, Butterfly-Türen, ein zweiteiliges Karbon-Targadach und ein herausnehmbares Aero-Kit, das laut Hersteller bei 250 km/h für 90 Kilogramm Abtrieb sorgt, ohne die Höchstgeschwindigkeit zu kosten.

Das Chassis kombiniert Stahlrohrrahmen mit tragenden Karbon-Elementen, darunter erstmals eine einteilige Fort-Ex-Front-Struktur aus Karbon. Aktive Dämpfer von Tractive, optional mit hydraulischer Höhenverstellung, sowie eigens für den P24 RS entwickelte Nankang-CR-S-Reifen sollen für bis zu 2,3 g Querbeschleunigung sorgen, ganz ohne Aero-Kit. Serienmäßig bremsen Stahlscheiben mit AP-Racing-Sätteln, Keramikscheiben sparen optional 2,1 Kilogramm pro Ecke. Im Vergleich zu radikalen Leichtbau-Exoten wie dem BAC Mono bleibt der Donkervoort mit zwei Sitzen und Straßenzulassung aber alltagstauglicher.
Wie viel leistet der PTC-Motor?
Herzstück ist der neu entwickelte 3,5-Liter-V6 mit Donkervoorts „Power to Choose“-Technologie (PTC): Über die Motorsoftware lässt sich zwischen 400, 500 und 600 PS wählen, jeweils mit passender Drehmoment-Abstufung. In der stärksten Stufe liegen 800 Newtonmeter bei 4.500 Umdrehungen an, die vollen 600 PS (441 kW) hält der Motor laut Donkervoort von 5.500 bis zur Drehzahlgrenze bei 7.000 Touren. Möglich machen das eigens gefertigte Kugellager-Turbolader ohne Serienteile sowie 3D-gedruckte Ladeluftkühler, die mit je 1,4 Kilogramm zwischen Turbo und Drosselklappe sitzen und für kurze Ansprechwege sorgen. Donkervoort nennt für den Sprint von 0 auf 200 km/h 7,4 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 300 km/h, jeweils als Werksangabe.

Was kostet der P24 RS in Österreich?
Ab Werk in den Niederlanden nennt Donkervoort einen Einstiegspreis von 298.500 Euro exklusive Mehrwertsteuer und Optionen. Weil der P24 RS in Österreich im Einzelfall importiert und zugelassen wird, sind NoVA und motorbezogene Versicherungssteuer für den heimischen Markt aktuell nicht ausgewiesen. Möglich ist die Zulassung dank vollständiger europäischer Kleinserien-Homologation, die in allen Ländern gilt, die EU-Recht anerkennen, Österreich eingeschlossen. Eine eigene Importvertretung gibt es hierzulande nicht, Bestellungen laufen direkt über das Werk. Bei Auslieferungszeiten von rund 18 Monaten und einer typischen Wartezeit von etwa zwei Jahren ist der P24 RS ohnehin ein Auto für Geduldige. Eine rechtsgelenkte Version wird laut Hersteller derzeit noch geprüft.
Wann feiert er sein US-Debüt?
Vom 13. bis 16. August zeigt sich der P24 RS erstmals in Nordamerika, bei der Monterey Car Week in Kalifornien. Los geht es bereits am 12. August mit einer Ausfahrt des Supercar Owners Circle, es folgen Auftritte im Rahmen von „The Paddock“ am 14. August sowie beim Concorso Italiano und dem Monterey Motorsports Festival am 15. August. Donkervoort hat für die USA zudem eine neue Partnerschaft mit dem kalifornischen Händler ISSIMI geschlossen, der künftig als Servicepartner für die Westküste fungiert, an der Ostküste übernimmt das AJR Restorations. Fahrzeuge lassen sich über einen technischen Partner in Florida auch in den USA zulassen.

Donkervoort P24 RS im Überblick
| Preis | ab 298.500 Euro (exkl. MwSt. & Optionen, Werk Niederlande) |
| Motor | 3,5-Liter-Biturbo-V6, Power to Choose (PTC) |
| Leistung | 600 PS / 441 kW bei 5.500–7.000/min (laut Hersteller) |
| Drehmoment | 800 Nm bei 4.500/min (laut Hersteller) |
| Verbrauch / CO2 | 9,9 l/100 km, 231 g/km (WLTP, Herstellerangabe) |
| Leergewicht | 780 kg (laut Hersteller) |
| Verfügbarkeit | EU-Kleinserien-Homologation, ca. 18 Monate Lieferzeit, 150 Stück |
Motorblock-Fazit: Ein 780-Kilo-Auto mit 600 PS und Handschaltung ist im Jahr 2026 eine Ansage, gerade wenn die Konkurrenz auf Doppelkupplung und Batteriegewicht setzt. Für den heimischen Markt bleibt der P24 RS ein Exot: keine Vertretung, keine NoVA-Tabelle, dafür eine EU-Homologation, die die Tür zumindest offen hält. Der Auftritt in Monterey ist vor allem eines: ein Signal, dass der kleine niederländische Familienbetrieb jetzt auch jenseits des Atlantiks mitspielen will.









