Auf den Punkt: Die Alpine A390 GT ist der Einstieg in die neue vollelektrische Sport-Fastback-Baureihe der Franzosen: Allradantrieb mit drei E-Motoren, 400 PS, bis zu 551 Kilometer WLTP-Reichweite. In Österreich ist sie ab 67.500 Euro bestellbar.
Das Wichtigste in Kürze
- Modell: Alpine A390 GT, vollelektrisches Sport-Fastback mit fünf Türen und Allradantrieb
- Leistung: 294 kW/400 PS, 0–100 km/h in 4,8 Sekunden, 200 km/h Spitze
- AT-Preis: ab 67.500 Euro
- Reichweite: bis zu 551 km WLTP aus einer 89-kWh-Batterie
- Marktstart: Auslieferung an die Alpine Stores ab Mitte April, erste Kundenfahrzeuge Ende Juni 2026
Wenn man den Namen Alpine hört, assoziiert man diesen sofort mit der flachen Rennflunder A110. Außergewöhnlich im Styling, ohne Ecken und Kanten aber mit jeder Menge Performance und der großen Portion französischen Charmes unter der Haube. Mit der A390 verlässt Alpine das enge Revier, in dem die Marke jahrzehntelang zu Hause war. Die A110 bleibt das kompromisslose Leichtgewicht, die A390 ist die erste fünftürige Alpine überhaupt und richtet sich an Familien und Firmenkunden, ohne den sportlichen Anspruch der Marke abzulegen. Die GT-Version markiert dabei den Einstieg in die Baureihe, darüber steht die stärkere GTS mit 470 PS.
In Zeiten, wo sich Aerodynamik bei SUV´s im Besonderen wieder in Schuhschachteloptik widerspiegelt, steht die Alpine in einem dynamischen Design vor einem, das nicht nur Fans das Herz höher schlagen lässt. Auch hier: keine Ecken und Kanten, so als hätte der Designer sein Modell täglich gestreichelt und sich ertst nach einiger Zeit und reiflicher Überlegung gedacht: Ja, so soll es sein.
Auffällig ist vor allem, wie sehr die A390 GT nach A110 aussieht, obwohl sie deutlich mehr Auto ist. Die gedrungene Silhouette, die visierartige Heckscheibe und die dreieckige Lichtsignatur „Cosmic Dust“ an der Front ziehen sich als Familienmerkmale durch die gesamte Alpine-Modellpalette, wie sie zuletzt auch beim Renault Clio Esprit Alpine zu sehen waren. Gebaut wird die A390 in der Manufacture Alpine Dieppe Jean Rédélé in Frankreich, die Motoren kommen aus dem Werk Cléon, die Batteriezellen werden in Douai verbaut.

Was kann der Antrieb der Alpine A390 GT?
Drei Elektromotoren treiben die A390 GT an: einer an der Vorderachse, zwei weitere hinten, die laut Alpine jeweils ein Rad separat ansteuern. Zusammen leisten sie 294 Kilowatt, umgerechnet 400 PS, und beschleunigen den Fünftürer in 4,8 Sekunden auf 100 km/h, bei 200 km/h ist Schluss. Die Kraftverteilung zwischen den Achsen übernimmt das patentierte Alpine Active Torque Vectoring System, das laut Hersteller für ein neutrales bis leicht übersteuerndes Fahrverhalten sorgen soll. Die 89-kWh-Batterie soll bis zu 551 Kilometer WLTP-Reichweite ermöglichen. Serienmäßig lädt die A390 GT mit 11 kW Wechselstrom, optional steht ein 22-kW-Bordladegerät für kürzere Ladezeiten bereit.
Also wollen wir dem dem vom Hersteller zitierten „Sportwagen im Business-Anzug“ mal auf den Zahn fühlren. Das sportlich-elegante Design setzt sich im Innenraum fort, die A390 weiß sich allernorts zu verkaufen. Ihr Sitzgestühl ist sportlich, aber nicht ungut tailliert. Rasch findet man die richtige Sitzposition hinter dem Volant, welches auch einem Laien klar macht, hier pilotiert man kein Einkaufswagerl. Knöpfe für Rekuperationsgrad, „Turbo-Boost“ für das Überholen und das rasche Wechseln der Fahrmodi lassen uns wirklich den Fokus auf die Straße legen. Erstaunlich rasch hat man sich mit dem ganzen Multimedia-Schnickschnack angefreundet und vor allem die Sprachsteuerung arbeitet einwandfrei. Praktisch ist, dass man die ganzen nervigen Assistenten – wie übrigens bei allen Renaults, Dacias und Alpines – in einem personalisierten Menü zusammenfassen kann und dann bei jedem Fahrtantritt mit nur einem Knopfdruck alle auf einmal zum Schweigen bringen kann.

Punkto Fahrperformance gelingt es Alpine, dem Besitzer der A390 GT ein ständig dreckiges Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Ja, natürlich kann man auch ganz brav mit ihr im Verkehr mitfahren – wenn man möchte. Aber man hat kaum das Bedürfnis, denn auch wenn die erlaubte Stadtgeschwindigkeit mit dem kleinen Zecherlzucken erreicht wird, Ampelstarts und Auffahrten auf Autobahnen verlocken stets zu Unvernunft. Immerhin soll ja zügig eingereiht werden, da ist ein wenig Anpressdruck auf der Rückenlehne schon erforderlich. Klingt kindisch und unreif? Vielleicht. Spaß macht es allemal. Das Fahrwerk passt perfekt dazu. Sie klebt förmlich auf der Straße, ohne dass man jeden Kanaldeckel spürt, was den alltäglichen Fahrkomfort deutlich erhöht.
Was kostet die Alpine A390 GT in Österreich?
In Österreich startet die A390 GT bei 67.500 Euro und ist damit um 10.500 Euro günstiger als die stärkere A390 GTS. Als reines Elektroauto ist sie von der NoVA befreit. Bei den laufenden Kosten schlägt allerdings die motorbezogene Versicherungssteuer zu Buche, die seit 1. April 2025 auch E-Autos in Österreich trifft. Eine staatliche Kaufprämie für private Käuferinnen und Käufer gibt es 2026 nicht mehr: Das Fördergeld des Bundes fließt aktuell in den Ausbau der Ladeinfrastruktur, nicht mehr in den direkten Fahrzeugkauf.
Was uns zu Reichweite und Ladezeiten bringt: diese sind auch bei sportlichen Fahrweisen durchaus ausreichend. So informiert das Bordsystem zuverlässig, mit welchem Ladestand man das geplante Ziel erreicht. Und wenn man dann doch ein wenig über die Stränge geschlagen hat, füttert man die Alpine einfach an der Ladesäule und genießt dabei einen Espresso. Oder, je nach Strom-Infrastruktur, auch mehrere.

Datenblock: Alpine A390 GT
| Antrieb | vollelektrisch, Allrad mit drei E-Motoren, Alpine Active Torque Vectoring |
| Leistung | 294 kW/400 PS |
| 0–100 km/h | 4,8 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h |
| Batterie/Reichweite | 89 kWh, bis 551 km WLTP |
| Laden (AC) | 11 kW serienmäßig, optional 22 kW |
| Laden (DC) | bis 190 kW |
| Ladezeit (max): | von 15 auf 80% in 25 Minuten (Herstellerangabe) |
| Preis (AT) | ab 67.500 Euro |
Motorblock-Fazit
Die A390 GT ist der vernünftige Einstieg in eine Baureihe, die Alpine erstmals aus der Nische holt. 400 PS und Allradantrieb für 67.500 Euro sind kein Schnäppchen, liegen im Umfeld elektrischer Performance-Fünftürer aber im vertretbaren Rahmen, zumal die GTS-Version mit 470 PS gleich 10.500 Euro mehr kostet. Jedenfalls ist Sportwagenfeeling gut vorhanden, das Design wirkt gefällig aus jeder Ecke und auch Reichweite und Ladezeiten konnten im Echt-Test duchaus überzeugen.










