Der XPENG L03 kommt im vierten Quartal 2026 nach Österreich: ein 4,65 Meter langes SUV-Coupé, das mit bis zu 236 kW laden und bis zu 520 Kilometer Reichweite mitbringt. Es ist das bislang kompakteste Modell der Marke und auch preislich der Einstieg in die Welt von XPENG.
Das Wichtigste in Kürze
- Modell: XPENG L03, SUV-Coupé, 4,65 m lang, 1,92 m breit, fünf Sitze
- Antrieb: 180 kW/245 PS (Heckantrieb) oder 285 kW/388 PS (Allrad)
- Reichweite: bis zu 520 km WLTP (Long Range)
- Laden: bis zu 236 kW, 20 auf 80 Prozent in rund 18 Minuten
- Preis: 36.600 bis 47.600 Euro
- Marktstart: viertes Quartal 2026

Mit dem XPENG L03 erweitert die chinesische Hightech-Marke ihre Modellpalette nach unten. Die Chinesen, die den Markt hierzulande eher von oben aufgerollt haben und mit einem Premium-SUV sowie zwei noblen Limousinen gestartet sind, füllen nun ihr Portfolio mit einem Fahrezeug weiter auf, das in unseren Breitengraden erfahrungsgemäß gut ankommt. Wen der L03 konkret im Visier hat, wird auf den ersten Blick klar: Teslas Model Y soll etwas vom durchaus ansehnlichen Stückzahlenerfolg weggeknabbert werden.
Der Wagen ist 4,65 Meter lang, 1,92 Meter breit und 1,60 Meter hoch, der Radstand misst 2,85 Meter. Trotz der abfallenden Coupé-Dachlinie haben auch Fondpassagiere ausreichend Kopffreiheit, tatsächlich macht der Innenraum nicht nur ob der hellen Fahrben (es gibt ihn in grau und weiß) viel Raum frei. Der Kofferraum fasst 367 Liter nach VDA-Norm, dazu kommt ein „Frunk“ unter der Motorhaube mit 44 bis 89 Litern, je nach Variante.
Wie fühlt er sich an, der XPENG L03?
Schon von der Coupé-Limousine P7+, die wir im April in Barcelona fuhren, kennen wir den Appeal, mit dem XPENG sich das Attribut Oberklasse erkauft: Materialien und Sitzpolster. Alles ist weich, fauteuil-esque, das Leder fühlt sich zwar nicht nach der Connolly-Kuh eines Range Rovers an, aber doch nach gehobenem Lifestyle. Der Innenraum ist clean gezeichnet, kein Knöpfchen zu viel stört hier irgendwo. Insgesamt muss sich der Wagen Verwechselbarkeit in der Eindrucks-Beschreibung gefallen lassen. So erinnert das Innere (flaches Lenkrad, großer Screen, Mittelkonsole) sowohl an China-Mitbewerber Leapmotor, als auch an wie schon gesagt Tesla, aber auch manch deutsches Massenprodukt. Ob dies jetzt ein negatives Attribut ist, soll der individuellen Bewertung obliegen, schließlich sind es ja keine schlechten oder gar minderwertigen Automobile, mit denen wir den L03 hier vergleichen. Ans Herz griff mir allerdings der an die gloriosen Sechziger und Siebziger-Jahre bei Citroen erinnerte P7+ mehr.
Dafür liegen zwischen dem Fahrtermin mit dem Benz EQE-Konkurrenten und dem nun hier gezeigten Fahrzeug gefühlt hunderte Weiterentwicklungsjahre. Es ist immer wieder verblüffend, wie schnell die Chinesen lernen, und aber das Gelernte auch gleich in die Praxis umsetzen. Hier greift die KI, deren Strahlkraft man sich bei XPENG nahezu in jedem Marketingtext bedient. Tatsächlich kommt die sagenumwobene, künstliche Intelligenz bei XPENG nicht nur bei Robotik am Fließband, sondern auch bei Softwareentwicklung und Feedback-Verarbeitung großflächig zum Einsatz. Was sich beim L03 unter anderem darin zeigt, dass man den vielfältigen Assistenzsystemen ganz gut Manieren beigebracht hat. Während einen der P7+ gefühlt im Sekundentakt wegen irgendwas anbrüllte (aber auch dort wurde dies längst nachgebessert und per OTA-Updates auch bei den bereits ausgelieferten Autos nachgebessert, wir werde uns demnächst bei einer Testfahrt davon überzeugen) hilft der L03 tatsächlich proper mit beim sicheren Autofahren. Er korrigiert und greift erst spät, aber dezent ein, etwa beim Spurverlassen oder bei anderen, tatsächlichen Unaufmerksamkeiten. Die Tempolimit-Erkennung funktioniert hier hingegen ebenso wenig, wie bei den meisten Mitbewerbern, von tatsächlich autonomem Fahren sind wir, wenn das die Grundvoraussetzungen sind, noch eher weit weg.
Insgesamt muss sich der XPENG L03 Verwechselbarkeit gefallen lassen, ob das tatsächlich etwas schlechtes ist, darf jeder für sich selbst bewerten.
Im Gesamtbild fährt sich der L03 weich, dass er mit knapp 388 PS Leistung (in höchsten Leistungsklasse Performance, beim normalen Einstiegsmodell reichts aber auch noch immer für 245 Pferde) gut anschrauben kann, wenn denn überholt werden soll, wird wenig überraschen. Das Fahrwerk lässt sich ein bissl, aber nicht sonderlich viel schärfer stellen, immerhin reduziert sich dann das Wanken in schnell angegangenen Ecken beruhigend. Insgesamt ist das Modell aber auf Komfort ausgelegt, das stört auch niemanden, der es sich einmal in den gemütlichen Sitzen fläzig eingerichtet hat.
SUV in dem Sinn ist das freilich keiner, was man schon an den Felgen sieht, die beleidigt spielen, wenn sie es mit ein wenig Schotter zu tun bekommen. Zwar gibt es den L03 sowohl mit Allrad-, als auch mit Hinterradantrieb, das ist aber auch für die Straße gemeint und nicht für irgendwelche Feldwege. Insgesamt liefert man mit dem L03 tatsächlich viel Auto für überschaubares Geld, wiewohl die Marke sich energisch dagegen stemmt, den Markt – wie andere Mitbewerber aus China – über den Preis aufzurollen. Stolz verweist man stets auf die umfangreiche Kooperation mit Magna Steyr in Graz und auch der L03 wird vielleicht, wer weiß, wer weiß, ja dereinst mal in Graz zusammengebaut.
Wie fährt er vor?
Die Designer setzen auf Aerodynamik: Der Luftwiderstandsbeiwert liegt laut Hersteller bei 0,228, aktive Lufteinlassklappen in der Frontschürze helfen dabei. Bumerangförmige LED-Scheinwerfer (die frappant an diverse Polestars erinnern), rahmenlose Türen und Außenspiegel sowie ein Rückleuchtenband (ein bissl a la Porsche Macan) prägen den Auftritt. Serie sind 18-Zoll-Felgen, das Topmodell rollt auf 20 Zoll. Fünf Lackierungen stehen zur Wahl: Arctic White, Midnight Black, Rock Gray, Silver Frost und Phantom Purple. Für die Ultra-Version gibt es eine „Black Edition“ mit schwarzen Applikationen und Felgen.

Was leisten Antrieb und Akku?
XPENG setzt auf eine 400-Volt-Architektur mit LFP-Batterien. Die Varianten laut Hersteller (WLTP, vorläufig):
- RWD Standard Range: 58,3 kWh, 180 kW/245 PS, bis zu 445 km
- RWD Long Range: 71,2 kWh, 180 kW/245 PS, bis zu 520 km
- AWD Performance und Ultra: 71,2 kWh, 285 kW/388 PS, bis zu 440 km, 0 auf 100 km/h in 4,5 Sekunden
Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 180 km/h begrenzt. Die DC-Ladeleistung soll bei bis zu 236 kW liegen (Standard Range: 193 kW), von 10 auf 80 Prozent in 20 Minuten. Über V2L lassen sich externe Verbraucher mit bis zu 6 kW versorgen. Die Garantie beträgt sieben Jahre oder 160.000 km, auf die Hochvoltbatterie acht Jahre bis 160.000 km.

Wie üppig ist die Ausstattung?
Serie sind unter anderem Wärmepumpe, Panoramadach, Ambientebeleuchtung mit 256 Farben, elektrisch einstellbare, beheizte und belüftete Vordersitze, ein 15,6-Zoll-Touchscreen, ein 8,9-Zoll-Kombiinstrument und ein 26,8-Zoll-Head-up-Display. Sieben Airbags und ein Sicherheitskäfig aus ultrahochfestem Stahl schützen die Insassen. Eine Euro-NCAP-Wertung steht noch aus.

Die Ultra-Version bringt zwei Turing-AI-Chips, den Next Generation Pilot mit teilautomatisiertem Fahren auf Level 2+ (laut Hersteller in Österreich zulässig, eine europaweite Regelung wird zum 1. Jänner 2027 erwartet), ein 18-Lautsprecher-System und Massagesitze. Over-the-air-Updates sollen den Wagen laufend aktuell halten.

Was kostet der XPENG L03?
Die Preisliste beginnt bei 36.600 Euro für den L03 Standard Range. Der Long Range kostet 39.600 Euro, der Performance mit Allrad 42.600 Euro und das Topmodell Performance Ultra (ebenfalls mit Allrad) kostet 47.600 Euro. Die Werte sind laut Hersteller vorläufig, solange die Typgenehmigung nicht abgeschlossen ist. Wie XPENG den Einstieg im Detail positioniert, steht in unserem Bericht zum Österreich-Preis des L03.
Galerie
Motorblock-Fazit
XPENG schickt mit dem L03 ein Coupé-SUV in die Kompaktklasse, das bei Ladeleistung und Serienausstattung auf dem Papier mehr auffährt als der Preis vermuten lässt. Ob die Werte im Alltag halten, zeigt erst der Test. Der Einstieg bei 36.600 Euro macht den L03 jedenfalls zu einem Modell, das die etablierten Konkurrenten im Auge behalten sollten.










