Das Wichtigste in Kürze
- Modell: Peugeot RCZ Vision, elektrische Designstudie als Nachfolge-Idee für das RCZ-Coupé (2009 bis 2015)
- Antrieb: 368 kW (500 PS), Feststoffbatterie mit 1.000-Volt-Architektur auf STLA-One-Basis
- Reichweite und Laden: bis zu 600 km (WLTP, vorbehaltlich Homologation), 10 auf 80 Prozent in unter 10 Minuten
- Verfügbarkeit: Konzeptfahrzeug, weder Preis noch Serientermin für Österreich genannt
Manche Autos lassen sich nicht vergessen, weil sie nie ganz normal waren. Das Peugeot RCZ Coupé mit seinen zwei Buckeln im Glasdach war so eines. Jetzt zeigt Peugeot mit dem RCZ Vision, wie der Löwe ein solches Auto im Elektrozeitalter bauen würde: flach, breit, mit Glaskuppel von der Motorhaube bis zum Heck.
Was ist der Peugeot RCZ Vision?
Der RCZ Vision ist eine Studie, kein Serienauto. Peugeot nutzt sie als Schaufenster für die neue Designsprache „Feline Future“, die auf fünf Prinzipien beruht: Freiheit, Mut, Eleganz, innere Kraft und Instinkt. Design-Direktor Matthias Hossann spricht von einem Spannungsfeld zwischen katzenhafter Kraft und Präzision der Materialien. Übersetzt heißt das: Der Wagen duckt sich nach vorne, die Schultern sind kräftig, die Flanken tief modelliert, und die schlanke Glaskabine sitzt wie eine Blase auf dem breiten Körper.

Wie sieht der RCZ Vision aus?
Die drei „Krallen“ der Lichtsignatur sind extrem dünn und waagrecht gezogen, dazu kommt ein kompakter LED-Scheinwerfer, der den Blick des Löwen andeuten soll. Am Heck bündeln wieder drei Krallen alle Lichtfunktionen. Wie beim Original fährt ein aktiver Spoiler erst während der Fahrt aus und bleibt im Stand unsichtbar. Die Aluminiumfelgen messen 21 Zoll vorne und 22 Zoll hinten und tragen kleine dreieckige Details, eine Verbeugung vor den Rädern des ersten RCZ.

Das „Bubble Roof“, im Original ein Doppelkuppel-Dach, reicht beim RCZ Vision von der Haube bis zum Heck. Die Doppelkuppel bleibt erkennbar, damit hinten mehr Platz für die Rücksitze entsteht. Die Cockpit-Bögen wirken schlanker und scheinen zu schweben.

Was steckt unter dem Blech?
Technische Basis ist die Plattform STLA One von Stellantis. Das Herzstück ist eine Feststoffbatterie, entwickelt mit Factorial Energy. Sie speichert mehr Energie auf weniger Raum, und genau deshalb ist sie nur 110 Millimeter dick. Das erlaubt die flache Silhouette. Gemeinsam mit der 1.000-Volt-Architektur ergeben sich laut Peugeot 368 kW, das sind 500 PS, bis zu 600 Kilometer Reichweite und ein Verbrauch von 11,5 kWh/100 km. Die Werte sind Herstellerangaben nach WLTP, vorbehaltlich Homologation.

Geladen wird laut Peugeot in weniger als zehn Minuten von 10 auf 80 Prozent. Die Plattform ist zudem auf Steer-by-Wire-Systeme ausgelegt, also auf eine Lenkung ohne mechanische Verbindung zu den Rädern.
Was ist im Innenraum neu?
Innen setzt Peugeot auf das Hypersquare-Lenkrad und eine neue Generation des i-Cockpit mit transparenten Micro-LED-Displays. Das Display über dem Lenkrad zeigt nur das Nötigste, das schwebende Mitteldisplay lässt sich ganz abschalten und verschwindet dank transparenter Bauweise fast aus dem Blickfeld. „Besser statt mehr“ lautet die Devise, kein Wettrüsten bei der Zahl der Bildschirme. Für entspanntes Fahren gibt die Studie einen Ausblick auf automatisiertes Fahren der Stufe 2++ mit Freihandfunktion in der Stadt und auf der Landstraße.

Was kostet der RCZ Vision und wann kommt er?
Gar nichts und gar nicht, zumindest vorerst. Der RCZ Vision ist ein Konzeptfahrzeug, Preis und Serientermin für Österreich sind nicht bekannt. Peugeot-CEO Alain Favey sieht die Studie als Vision für ein Auto, das konsequent dem Fahrvergnügen gewidmet ist. Ob und wann daraus ein Serienmodell wird, lässt der Hersteller offen. Wie die Marke Fahrspaß elektrisch versteht, zeigte zuletzt der E-208 GTi.
Motorblock-Fazit
Der RCZ Vision ist vor allem eine Ansage: Peugeot will wieder emotionale Autos bauen, nicht nur vernünftige. Die Zahlen mit 500 PS, 600 Kilometern und zehn Minuten Ladezeit sind Studienwerte, und eine Feststoffbatterie in Serie bleibt die große Unbekannte der Branche. Aber das Design trifft einen Nerv, und für alle, die dem alten RCZ nachtrauern, ist das ein hoffnungsvolles Zeichen. Gebaut ist noch nichts.










