
Mercedes-AMG GLE 63 S und GLS 63: Neuer V8-Biturbo mit 612 PS
Mercedes-AMG schärft sein SUV-Spitzenduo nach: Der Mercedes-AMG GLE 63 S 4MATIC+ und der Mercedes-AMG GLS 63 4MATIC+ treten mit einem gründlich überarbeiteten V8-Biturbo an, der trotz schärferer Abgasnormen bei 450 kW/612 PS und 850 Nm bleibt. Neu ist ein Mild-Hybrid-System, das zusätzlichen Schub liefert, dazu ein geschärftes Design und ein Fahrwerk mit noch breiterer Spreizung zwischen Komfort und Sportlichkeit. Für Österreich sind Preis und Marktstart laut Mercedes-Benz noch offen.
Das Wichtigste in Kürze
- Neuer AMG M177 EVO V8-Biturbo (3.982 ccm) mit unverändert 450 kW/612 PS und 850 Nm, ergänzt um ein 48-Volt-Mild-Hybrid-System (ISG 2.0) mit zusätzlich 17 kW/23 PS und 205 Nm
- 0 bis 100 km/h laut Hersteller in 3,9 Sekunden (GLE 63 S) beziehungsweise 4,2 Sekunden (GLS 63), Höchstgeschwindigkeit elektronisch geregelt bei 280 km/h
- Neues AMG-Gesicht vorne und hinten, neu entwickelte AMG Performance Abgasanlage mit Klappensteuerung
- Serienmäßig AMG RIDE CONTROL+ Luftfederung, aktive Wankstabilisierung AMG ACTIVE RIDE CONTROL und elektronisches Hinterachssperrdifferenzial
- Preis, Marktstart und die genaue NoVA-Höhe für Österreich stehen laut Mercedes-Benz noch nicht fest

Was kann der neue Mercedes-AMG GLE 63 S besser als sein Vorgänger?
Auf dem Papier bleibt die Leistung gleich, unter dem Blech hat sich bei Mercedes-AMG trotzdem einiges getan. Der V8-Biturbo mit dem internen Kürzel M177 EVO leistet weiterhin 450 kW/612 PS aus 3,982 Litern Hubraum, das maximale Drehmoment von 850 Nm liegt zwischen 2.500 und 4.500 Umdrehungen an. Neu sind unter anderem eine Flat-Plane-Kurbelwelle, ein überarbeitetes Einspritzsystem und eine moderne Abgasnachbehandlung samt serienmäßigem Partikelfilter. Affalterbach begründet den Aufwand mit künftigen Abgasvorschriften, denen der Achtzylinder so gewachsen bleiben soll, ohne an Leistung einzubüßen.
Dazu kommt erstmals ein integrierter Starter-Generator mit 48-Volt-Bordnetz, der zusätzlich 17 kW/23 PS und 205 Nm beisteuert, beim Beschleunigen unterstützt und Energie beim Verzögern zurückgewinnt. In der Praxis soll das laut Hersteller für einen Sprint auf 100 km/h in 3,9 Sekunden beim GLE 63 S beziehungsweise 4,2 Sekunden beim GLS 63 sorgen, ehe bei 280 km/h elektronisch abgeriegelt wird.

Neues Gesicht, altbekannter Sound
Optisch fällt vor allem die neu gestaltete Front auf: größerer AMG-spezifischer Kühlergrill, vergrößerte Lufteinlässe für den durstigen V8 und eine eigene LED-Lichtsignatur. Am Heck markieren Doppel-Endrohre und eine markante Diffusor-Optik den Auftritt, die neue AMG Performance Abgasanlage lässt sich per Klappensteuerung von dezent im Comfort-Modus bis dynamisch in Sport+ regeln. Beim Fahrwerk setzt AMG auf die Luftfederung RIDE CONTROL+, die im Geländeprogramm „Trail“ die Bodenfreiheit um 55 Millimeter anhebt, dazu die aktive Wankstabilisierung AMG ACTIVE RIDE CONTROL mit elektromechanischen Stabilisatoren an beiden Achsen. Wer den Achtzylinder in der Mercedes-Welt zuletzt vermisst hat, findet ihn hier in aufgefrischter Form. Anders sieht es etwa in der E-Klasse aus, wo Mercedes-AMG längst auf einen Sechszylinder-Hybrid umgestiegen ist.

Was kostet der Mercedes-AMG GLE 63 S in Österreich?
Genau das lässt sich derzeit noch nicht beantworten: Mercedes-Benz Österreich nennt in der Pressemeldung weder einen Preis noch ein Marktstart-Datum, auf der heimischen Markenseite laufen beide Modelle bislang nur unter „Bald verfügbar“. Deutsche Fachmedien spekulieren auf Basis der Vorgängerpreise mit einem Einstieg jenseits von 170.000 bis 180.000 Euro, das ist allerdings eine unbestätigte Schätzung für den deutschen Markt und keine offizielle Zahl für Österreich.
Klarer lässt sich die steuerliche Dimension einordnen. Bei rund 299 bis 312 g/km CO2 (WLTP, je nach Modell) ergibt die seit 1. Jänner 2026 geltende NoVA-Formel des Finanzministeriums (CO2-Wert minus 91, geteilt durch 5, gedeckelt bei 80 Prozent, abzüglich 350 Euro Fixbetrag) einen Steuersatz von rund 42 bis 44 Prozent des Nettopreises, dazu kommt ab 155 g/km ein CO2-Malus von 80 Euro je Gramm, macht rechnerisch rund 11.500 bis 12.600 Euro zusätzlich. Ohne bekannten Nettopreis lässt sich daraus keine NoVA-Endsumme in Euro ableiten, doch die Richtung ist eindeutig: In dieser Klasse landet man beim Höchstsatz. Auch die motorbezogene Versicherungssteuer fällt entsprechend hoch aus: Nach der aktuellen BMF-Formel (0,72 Euro je kW über 59 kW plus 0,72 Euro je Gramm CO2 über 97 g/km) ergibt unsere eigene Berechnung rund 425 bis 435 Euro pro Monat beziehungsweise etwa 5.100 bis 5.240 Euro im Jahr. Wer die Rechnung nachvollziehen will, findet ein ähnliches Beispiel im Artikel zum GLS in seiner vorherigen Generation.
Daten im Überblick
| Modell | Preis (Österreich) | Leistung | Verbrauch (WLTP, Herstellerangabe) | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|---|
| Mercedes-AMG GLE 63 S 4MATIC+ SUV | noch nicht bekannt | 450 kW/612 PS + 17 kW/23 PS (Mild-Hybrid) | 13,6-13,2 l/100 km; CO2 308-299 g/km | Marktstart noch offen |
| Mercedes-AMG GLE 63 S 4MATIC+ Coupé | noch nicht bekannt | 450 kW/612 PS + 17 kW/23 PS (Mild-Hybrid) | 13,4-13,1 l/100 km; CO2 303-297 g/km | Marktstart noch offen |
| Mercedes-AMG GLS 63 4MATIC+ SUV | noch nicht bekannt | 450 kW/612 PS + 17 kW/23 PS (Mild-Hybrid) | 13,7-13,4 l/100 km; CO2 312-305 g/km | Marktstart noch offen |
Alle Angaben zu Leistung, Verbrauch und CO2 sind vorläufige Herstellerangaben (WLTP) laut Mercedes-AMG-Pressemeldung vom 17.06.2026, eine amtliche Bestätigung fehlt noch.
Motorblock-Fazit
Dass Mercedes-AMG seinen V8 nicht kampflos aufgibt, sondern ihn technisch weiterentwickelt, ist eine gute Nachricht für alle, die Achtzylinder-Sound und -Kraft schätzen. Der neue GLE 63 S und der GLS 63 bekommen unverändert viel Leistung, dazu ein moderneres Fahrwerk, mehr Personalisierung und ein Antriebskonzept, das für strengere Abgasnormen gerüstet sein soll. Was in Österreich fehlt, ist ausgerechnet das, was am Ende zählt: eine Zahl auf der Preisliste. Bis die feststeht, bleibt nur die Gewissheit, dass NoVA und motorbezogene Versicherungssteuer in dieser CO2-Klasse spürbar ausfallen werden.













