Audi Nuvolari: 405 Tage vom Skizzenblock zur Straße

4 Min. Lesezeit

Audi Nuvolari, Modelljahr 2026

Das Wichtigste in Kürze:

  • Audi Nuvolari: Hybrid-Supersportwagen, Weltpremiere am 4. Juni 2026 in Antibes, Straßendebüt beim Formel-1-Grand-Prix Monaco
  • Leistung: 736 kW/1.001 PS Systemleistung aus V8-Biturbo und drei Elektromotoren, 0–100 km/h in 2,6 Sekunden, 350 km/h Spitze
  • Auflage: weltweit auf 499 Fahrzeuge limitiert, Vertrieb exklusiv über persönliche Beratung statt Konfigurator
  • Preis: von Audi offiziell nicht genannt, kolportiert werden rund 590.000 Euro
  • Termine: Vorverkaufsinfos ab viertem Quartal 2026, erste Auslieferungen im ersten Halbjahr 2027

In 405 Tagen vom ersten Strich auf dem Papier zum fahrbaren Supersportwagen: Audi zeigt im Making-of zum Nuvolari, wie schnell ein Großkonzern arbeiten kann, wenn er will. Am Ende steht ein 1.001-PS-Hybrid, getestet von den eigenen Formel-1-Piloten, in einer Auflage von nur 499 Stück.

405 Tage durch halb Europa

Was Audi als Making-of veröffentlicht, ist selten so offen: von der ersten Skizze in Ingolstadt über Kältetests mit Versuchsträgern in Lappland, Leichtbau in Neckarsulm und den Windkanal in Ingolstadt bis zur Fahrwerksabstimmung in Südspanien und den Hochgeschwindigkeitstests im italienischen Nardò, quer durch Europa in gut einem Jahr. Chief Creative Officer Massimo Frascella bringt es so auf den Punkt: „Der Audi Nuvolari zeigt, dass mit dem richtigen Mindset und enger Teamarbeit eine schnelle Entwicklung möglich ist, ohne Kompromisse einzugehen.“ Audi-Chef Gernot Döllner beschreibt den Moment der ersten Ausfahrt so: „Als der Nuvolari zum ersten Mal fuhr, war das Schönste der Blick in die Gesichter der Menschen, die ihn entwickelt haben.“

Audi Nuvolari, Modelljahr 2026
Der Audi Nuvolari. Foto: Audi

Was testen die F1-Werksfahrer?

Beim Feinschliff steigen keine x-beliebigen Werksfahrer ein, sondern Gabriel Bortoleto und Nico Hülkenberg vom Audi Revolut F1 Team. Bortoleto testet auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Nardò, Hülkenberg auf dem Prüfgelände in Neustadt an der Donau. Ihr Urteil fällt technisch aus: „Die Beschleunigung und die volle Systemleistung von mehr als 1.000 PS, das ist eine echte Ansage“, sagt Hülkenberg. Bortoleto formuliert es emotionaler: „Das Auto ist extrem schnell, der Sound ist unglaublich. Ich brauche mehr Runden, ich will mehr von diesem Gefühl.“ Am 4. Juni 2026 stand die Weltpremiere in Antibes am Programm, wenige Tage später das Straßendebüt beim Formel-1-Grand-Prix in Monaco, einer der anspruchsvollsten Strecken überhaupt.

Audi Nuvolari, Baujahr 2026
Audi Nuvolari, Baujahr 2026. Foto: Audi

Wie viel Auto steckt drin?

Unter der Carbonhaut arbeitet ein Vierliter-V8-Biturbo mit 588 kW/800 PS, unterstützt von drei Elektromotoren, einer zwischen Verbrenner und Getriebe, zwei weitere an der Vorderachse. Zusammen liefert das System 736 kW/1.001 PS und laut Audi 2,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h, 200 km/h nach 6,8 Sekunden, Spitze bei 350 km/h. Technisch basiert der Nuvolari auf der Hybridarchitektur des Lamborghini Temerario, Audi hat sie eigenständig interpretiert, mit eigenem Design und eigener Abstimmung. Zugleich ist er das erste Serienfahrzeug mit der neuen Designsprache, die mit der Studie Concept C ihr Debüt gab, dafür wurde er bei den britischen CAR Genius Awards bereits als „Design of the Year“ ausgezeichnet. Während der Audi Q9 gerade als größtes SUV der Marke nach Österreich kommt, markiert der Nuvolari das andere Ende des Portfolios: das schnellste und teuerste Auto, das Audi je gebaut hat.

Systemleistung 736 kW / 1.001 PS
0–100 km/h 2,6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 350 km/h
Auflage 499 Stück weltweit
Preis (AT, Schätzung) rund 590.000 Euro
Marktstart Vorverkauf ab 4. Quartal 2026, Auslieferung ab 1. Halbjahr 2027

Was kostet er in Österreich?

Einen offiziellen Preis nennt Audi bislang nicht, auch die österreichische Modellseite verweist nur auf eine persönliche Kaufberatung durch den „Local Ambassador“ statt auf einen Konfigurator. Kolportiert wird hierzulande ein Preis um 590.000 Euro, der Vorverkauf soll laut Audi im vierten Quartal 2026 starten, die ersten Auslieferungen sind für das erste Halbjahr 2027 geplant. Verkauft wird der Nuvolari in Österreich über Porsche Austria, in überschaubaren Stückzahlen: Von weltweit 499 Fahrzeugen dürfte hier nur eine Handvoll ankommen.

Audi Nuvolari, Modelljahr 2026
Audi Nuvolari, Modelljahr 2026. Foto: Audi

Motorblock-Fazit

Der Nuvolari ist kein Auto, das viele Leserinnen und Leser je bestellen werden, aber er zeigt, wohin Audi will. In 405 Tagen vom Skizzenblock zur Straße, mit F1-Piloten als Testfahrern und einer Designsprache, die künftige Serienmodelle prägen wird: Das ist mehr Ansage als Verkaufsargument. Der Spagat zwischen einem Effizienzrekord wie dem Audi A2 e-tron und einem 1.001-PS-Showcase wie dem Nuvolari zeigt, wie breit Audi sein Portfolio derzeit auffächert. Der eigene Fuhrpark kommt trotzdem weiterhin ohne Nuvolari aus.

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