Auf den Punkt:
- Dacia zeigte Striker und Spring beim dritten „Dacia Talk“ in der Hellsklamm erstmals in Österreich – CEO Katrin Adt war persönlich dabei.
- Striker: Grundpreise laut Dacia unter 27.000 Euro (Hybrid), Kofferraum bis 600 Liter, Marktstart AT im 1. Quartal 2027.
- Spring: gesamte Modellpalette laut Dacia unter 20.000 Euro, bis zu 250 km WLTP-Reichweite, ebenfalls Marktstart AT im 1. Quartal 2027.
- Mit den beiden Neuen wächst das Dacia-Programm auf sieben Modelle – alle Werte vorläufig, die AT-Homologation steht noch aus.
Es gibt Automarken, die ihre Neuheiten unter Frankfurter Scheinwerferbatterien enthüllen. Und es gibt Dacia, das sich für seinen dritten „Dacia Talk“ eine Klamm in Niederösterreich aussucht, wo der nächste Hang steiler ist als jede PowerPoint-Kurve davor. Passt eigentlich ganz gut zu einer Marke, die Understatement zum Geschäftsmodell erklärt hat: Wer beweisen will, dass die Autos auch dort funktionieren, wo der Asphalt aufhört, braucht keinen roten Teppich, sondern einen Hang.
Zwei echte Neuheiten gab es in der Hellsklamm zu sehen: den Striker, einen Lifestyle-Kombi mit SUV-Attitüde, und den komplett neu entwickelten Spring, seit Jahren Dacias Antwort auf die Frage, wie billig ein E-Auto sein darf, ohne peinlich zu wirken. Dazu war Firmenchefin Katrin Adt persönlich angereist und erklärte zwischen zwei Geländepassagen, wohin die Reise geht: sieben Modelle statt bisher fünf, und ein Programm, das konsequent auf „so viel Auto wie nötig, so wenig Extra wie möglich“ setzt. „Dacia steht für ehrliche, robuste und leistbare Mobilität, die Menschen im Alltag begleitet und gleichzeitig Freude bereitet“, fasste Ralf Benecke, Managing Director von Dacia Österreich, den Nachmittag zusammen. Öffentliche Weltpremiere für beide Modelle ist im Oktober 2026 in Paris, ihre Österreich-Premiere hatten sie an diesem Nachmittag schon hinter sich.
Was macht den Striker zum Kombi mit Kampfnamen?
„Striker“, sagt Dacia, sei universell gemeint im Sinne von „einen Treffer landen“. Übersetzt heißt das: Der Neue soll dort treffen, wo bisher SUVs den Ton angeben. Offiziell verkauft Dacia ihn als Fahrzeug, das die erhöhte Sitzposition und Offroad-Attitüde eines SUV mit dem Platzangebot eines Kombis und der Effizienz einer Limousine verbindet – auf gut Wienerisch: ein Kombi, der sich für ein SUV hält, aber die Diät nie vergessen hat.
Mit 4,62 Metern Länge spielt der Striker in der C-Klasse der Kombis, bleibt mit 1,53 Metern Höhe aber deutlich flacher als die meisten SUVs seines Segments, die üblicherweise über 1,60 Meter hoch bauen. Die Bodenfreiheit liegt trotzdem bei ordentlichen 19 Zentimetern (4×2) beziehungsweise 20 Zentimetern (4×4) – SUV-Niveau, nur eben mit Kombi-Silhouette. Der Kofferraum schluckt laut Dacia bis zu 600 Liter, dazu gibt es einen cleveren dreiteiligen, wendbaren Ladeboden und eine elektrische Heckklappe mit Keycard-Handsfree. Sieben Farben stehen ab der Ausstattung Expression zur Wahl, darunter die zwei neuen Töne Frost-Grün und Cosmic-Blau – genau das changierende Blaugrün, in dem der Striker in der Hellsklamm vorfuhr.

Unter der Haube – beziehungsweise darunter, wo bei Hybriden ja ohnehin einiges an Technik verbaut ist – bietet der Striker zwei elektrifizierte Antriebe. Der Hybrid 155 kombiniert einen 1,8-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 109 PS und zwei Elektromotoren (davon einer mit 49 PS) zu einem Vollhybrid ohne Kupplung, der laut Dacia bis zu 80 Prozent der Stadtfahrten rein elektrisch bewältigt und mit CO2-Werten unter 100 g/km unterwegs ist. Wer lieber Allrad will, greift zum Hybrid 150 4×4: vorne ein 1,2-Liter-Mildhybrid mit 140 PS, hinten ein zusätzlicher 31-PS-E-Motor, der sich bei Bedarf bis 140 km/h zuschaltet – und mit Fahrmodi von Eco bis Off-Road auch dort mitkommt, wo der Striker in der Hellsklamm eigentlich nur zusehen durfte.
Was kostet der Striker, und wann kommt er?
Konkret wird es bei Dacia selten – aber diesmal hat der Importeur zumindest eine Hausnummer genannt: Die Grundpreise sollen laut Dacia unter 27.000 Euro für die Hybrid-Version starten. Ein fixer, konfigurierbarer AT-Preis nach Ausstattungslinie steht noch nicht fest, ebenso wenig wie Verbrauchs- und Emissionswerte im Detail – der Striker ist für den österreichischen Markt schlicht noch nicht homologiert. Der Marktstart in Österreich ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen, die Ausstattungslinien heißen Expression (Einstieg), Extreme (fürs Grobe, mit Panorama-Glasdach und Bergabfahrhilfe) und Journey (fürs Bequeme, mit elektrischer Heckklappe und beheizbarem Lenkrad).
Was kann der neue Spring?
Während der Striker der neue Name im Programm ist, bekommt der Spring nur ein neues Auto, aber den alten Namen. Verständlich, wenn man bedenkt, dass sich das Vorgängermodell seit 2021 in über vierzig Ländern mehr als 210.000-mal verkauft hat – meist an Menschen, für die es das erste E-Auto überhaupt war. Die zweite Generation steht auf der neuen Kleinwagenplattform RG-EV der Renault-Gruppe, wird weiterhin im slowenischen Novo Mesto gebaut und ist gegenüber dem Vorgänger um 15,4 Zentimeter länger und um 18,6 Zentimeter breiter geworden. Macht: 3,86 Meter Länge, 1,74 Meter Breite ohne Spiegel – aus dem Wackelkandidaten von früher ist ein Auto geworden, das auch optisch etwas hermacht.

Angetrieben wird der Spring von einem 60-kW-Motor (82 PS) mit 175 Nm Drehmoment, der ihn in 12,1 Sekunden auf 100 km/h bringt und bei 130 km/h abriegelt – keine Fluchtfahrzeug-Werte, aber für ein Auto, das laut Dacia im Schnitt 34 Kilometer am Tag zurücklegt, auch nicht nötig. Die LFP-Batterie mit 27,5 kWh nutzbarer Kapazität soll im WLTP-Zyklus bis zu 250 Kilometer schaffen. Geladen wird an der Haushaltssteckdose mit 3,7 kW in rund neun Stunden von 15 auf 80 Prozent; wer das optionale Schnelllladepaket ordert, drückt mit 11 kW AC auf 1 Stunde 55 Minuten oder mit 50 kW DC auf 28 Minuten. Der Kofferraum fasst bis zu 337 Liter, umgeklappt 1.283 Liter, und wer will, bekommt gegen Aufpreis sogar einen kleinen „Frunk“ unter der Fronthaube – 18 Liter, ideal fürs Ladekabel. Zwei Ausstattungslinien gibt es: Expression und Journey, beide mit demselben Antrieb und derselben Batterie – Dacia bleibt sich treu und spart sich die dritte Variante, die ohnehin niemand braucht.
Was kostet der Spring in Österreich?
Auch hier bleibt Dacia der Linie treu, die die Marke groß gemacht hat: Die gesamte Modellpalette des neuen Spring soll laut Hersteller unter 20.000 Euro liegen – ohne staatliche Förderungen, die es für den in Slowenien gebauten Spring in mehreren EU-Ländern nach wie vor gibt. Einen fixen österreichischen Einstiegspreis nennt der Importeur noch nicht; im Frühsommer 2026 war für die neue Generation bereits ein Richtwert ab 16.900 Euro im Gespräch, verbindlich wird die Zahl erst zur Markteinführung im ersten Quartal 2027.
Wie schlagen sich Duster und Bigster im Gelände?
Während Striker und Spring die Zukunft der Marke zeigten, durften die aktuellen SUV-Modelle beweisen, was sie im Gelände draufhaben. Der Duster trat mit 217 Millimetern Bodenfreiheit, Böschungswinkeln von 31 Grad vorne und 36 Grad hinten sowie 154 PS Systemleistung im Hybrid-4×4 an, die Anhängelast liegt bei bis zu 1.500 Kilogramm. Der Bigster, das Flaggschiff der Marke, zeigte sich mit 219 Millimetern Bodenfreiheit und ebenfalls bis zu 154 PS Hybrid-4×4-Leistung kaum weniger geländetauglich, punktete aber zusätzlich mit Platz: bis zu 667 Liter Kofferraum, umgelegt rund 2.000 Liter.



| Modell | Antrieb | Leistung | Reichweite / Verbrauch | Verfügbarkeit AT | Preis AT (Hersteller-Richtwert) |
|---|---|---|---|---|---|
| Dacia Spring | Elektrisch | 60 kW / 82 PS | bis zu 250 km WLTP (Herstellerangabe) | 1. Quartal 2027 | Modellpalette laut Dacia unter 20.000 € (ohne Förderung) |
| Dacia Striker Hybrid 155 | Vollhybrid | 109 PS + E-Motoren, CO2 <100 g/km | – | 1. Quartal 2027 | ab unter 27.000 € (laut Dacia) |
| Dacia Striker Hybrid 150 4×4 | Mildhybrid, Allrad | 140 PS vorne + 31 PS E-Motor hinten | – | 1. Quartal 2027 | Aufpreis zur Basis noch offen |
Motorblock-Fazit: Zwei neue Namen, eine Strategie, die sich nicht ändert: Dacia baut weiter Autos für Leute, die rechnen können. Beim Striker überzeugt vor allem die Idee dahinter – ein SUV-Ersatz, der bei der Bodenfreiheit nicht knausert, aber bei der Höhe auf Diät bleibt, und das zu einem Grundpreis, der noch unter 27.000 Euro anfangen soll. Beim Spring ist die Rechnung noch simpler: mehr Auto, mehr Reichweite, gleicher Preisrahmen wie bisher. Ob beides hält, was die Presseunterlagen versprechen, zeigt sich erst zur Homologation und zur echten AT-Preisliste Anfang 2027 – bis dahin bleibt es, wie so oft bei Dacia, ein Versprechen mit guter Reputation im Rücken.
TEXT: Gregor Josel




















