FordGTBox

Das Ford GT Musterköfferchen

Immer diese Entscheidungen!

Ford GT Musterkoffer



Weil der Ford GT halt nicht irgendein Auto ist, macht Ford bekanntlich um den Auswahlprozess geeigneter Besitzer für den Renner viel Wind. Potentielle Kunden wird die Auswahl dank eines eleganten Musterkoffers im Carbon-Look erleichtert.

by Patrizia Zernatto

Die meisten Automobilhersteller machen viel Wind um die Gustostücke in ihrem Stall, doch Ford macht daraus ein richtiges Spektakel. Nachdem der Andrang für den limitierten GT noch größer war als erwartet, hat sich Ford nach der heißen Bewerbungsphase dafür entschieden, den begehrten Supersportwagen zwei Jahre länger zu fertigen als geplant. Während Interessenten, die also in der ersten Runde durch die Finger schauten, jetzt auf eine erneute Chance hoffen können, sind die glücklichen Auserwählten bereits einen Schritt weiter – sie dürfen ihren GT jetzt in aller Ruhe zuhause zusammenstellen.

Die potenten Kunden bekamen dazu neben der Besitzer-Broschüre auch einen exklusiven Musterkoffer, das ganz spezielle Ford GT Order Kit. Schon allein dieses schmucke Köfferchen kann sich sehen lassen, den verpackt kommt das umfangreiche Muster-Kit in einer Carbon-Schachtel mit Schnellverschluss. Dort findet der GT-Fan neben den verschiedenen Lackfarben auch eine Auswahl an Felgen und kann das weiche Leder zart streicheln.

Daher sind wir eigentlich ganz dankbar, dass wir es nicht auf die Kundenliste schafften. Abgesehen von der knappen halben Million, die das Ford-Biest kostet, könnten wir uns bei all der Auswahl ohnehin nicht entscheiden.

Photo Credit: Ford Performance

Ferrari GTC4Lusso T_5

Sportler für alle Fälle: Ferrari GTC4 Lusso T

Ferrari GTC4 Lusso T

Sportler für alle Fälle

Nach dem Meeting im Büro zum kurzen Zwischenstopp am Strand mit Surfbrett. Und dann gleich weiter, um die Kids von der Schule abzuholen. Das alles in einem Ferrari. Das hat ordentlich Stil.

by Patrizia Zernatto

Nach dem großen Erfolg des viersitzigen GTC4 Lusso mit traditionellem V-12 Motor präsentiert Ferrari jetzt die sportliche V8-Turbomotor Variante, den GTC4 Lusso T.

Laut Ferrari “ist der Wagen für Fahrer gedacht, die ein Fahrzeug möchten, dass sportlich und vielseitig, gleichzeitig aber auch perfekt für die tägliche Verwendung geeignet ist.” Viel besser hätte das Marketingteam der italienischen Nobel-Sportwagenmarke das Werbevideo dazu nicht umsetzen können: spritzig geht es nach dem Meeting aus der Tiefgarage des Bürogebäudes und da die attraktive Familie zum Glück gleich zwei Exemplare des GTC4Lusso T ihr Eigen nennt, kann Mama noch schnell zum Surfen ans Meer, während Papa inzwischen die Kids von der Schule abholt. Gemeinsam geht es dann für die sportlichen Vorzeige-Eltern zum romantischen Sonnenuntergang. Was braucht man mehr?

Nun, wir brauchen nach all dem idyllischen Familienglück zumindest ein paar Daten und Fakten zum Fahrzeug. Wie bereits kurz angeschnitten, ist der neue GTC4Lusso T mit dem weiterentwickelten 3,9 Liter-V8-Turbo ausgestattet, der maximal 610 PS bei 7.500 U/min produziert. So bringt es der kompakte “International Engine of the Year 2016” auf 157 PS pro Liter Hubraum und verspricht dabei gleichzeitig im Vergleich zum 12-Zylinder auch einen verringerten Kraftstoffverbrauch.

Eine der Innovationen im GTC4 Lusso T ist das Variable Boost-Management. Es handelt sich dabei um eine Steuerungssoftware, die den Drehmomentverlauf so anpasst, dass er dem ausgewählten Gang entspricht um die kontinuierlich kraftvolle Steigerung bei immer höheren Drehzahlen garantiert. In Kombination mit dem leichteren Gesamtgewicht durch das gewählte Triebwerk samt Heckantrieb wurde die Reichweite des Wagens um beachtliche 30 Prozent verbessert.

Und wie fährt er sich, der V8 aus Maranello? Trotz der vier Sitze und der (nur) acht Zylinder verfügt selbst dieser Ferrari-Sprössling über ausgezeichnete Leistung und kraftvolle Beschleunigung über den gesamten Drehzahlbereich. Dank der Allradlenkung ist der Wagen noch agiler als bereits bekannt und glänzt durch rasiermesserscharfes Ansprechverhalten. Durch die Dual-Cockpit-Architektur wird das Fahrerlebnis sowohl für den Fahrer als auch für den Beifahrer zum Erlebnis. Der Fahrgastraum lässt, wie vom GTC4Lusso bereits bekannt, kaum Wünsche offen, doch wie gut es den Kids während rasanten Kurvenfahrten auf den “billigen” Plätzen wirklich ergeht, können wir nur erahnen. Vielleicht ist es ratsam, ein paar „Speibsackerln“ griffbereit zu halten.

Unser auserkorenes Motorblock Highlight ist allerdings -last but not least- der Sound. Der  GTC4Lusso T hat natürlich einen einzigartigen Sound erhalten, doch vor allem den unverwechselbaren V8-Klang kann der Italiener nicht abstreiten. Dafür sorgen neben der Flat-Plane-Kurbelwelle (zur Synchronisierung der Zündfolge im Motor) auch die gleich langen Auspuff-Endrohre (um die Druckwellen in der Turbine zu optimieren) und der Auspufftopf mit besonders großem Durchmesser. Auf der eigenen Website des Supersportlers kann man sich den Motorsound in den unterschiedlichsten Fahrsituationen anhören und dieses Auspuff-Konzert in Ruhe zuhause vorm PC genießen.

Photo & Video Credit: Ferrari

Lamborghini Winter 3

Stiere im Schnee

Stiere im Schnee

Drifts und Donuts Deluxe

Text: Maximilian Barcelli

Schnee kann etwas ganz Grässliches sein. In der Stadt verwandelt sich die weiße Pracht innerhalb weniger Stunden in einen Schuh vernichtenden Matsch. Nicht so cool. Der Gitta Oma mit alpinen Wohnsitz wird diese Barriere ebenfalls mehr Sorgenfalten als Freude bescheren. Auch nicht so cool. Dennoch, Schnee kann – abseits der eben genannten Beispiele – auch für eine Menge Spaß sorgen.

Schneeballschlachten, Schlitten fahren und das obligatorische Bauen eines Schneemannes erhellen sogar in Zeiten, in denen der wohlbehütete Nachwuchs nicht mehr weiß was es bedeutet ohne allwissende Mobiltelefone auszukommen, so manches Kindergemüt. Das auch Motorfreaks wie wir unseren Spaß im Schnee haben können, wissen wir schon seit dem BMW Winter Test Drive. Diesen Spaß mit Schnee und Fahrzeug kann man allerdings noch maximieren.



Man tausche einfach einen BMW X5 gegen einen Lamborghini Aventador und siehe da, der Fahrspaß wurde auf das absolute Maximum angehoben. Möglich gemacht hat dies der Konzern 2016 in Form einer Winter Akademie selbst. Auch 2017 soll uns ein weiterer Winter Drive erwarten. Wir freuen uns schon auf die Videos! Denn allein schon das Zusehen der Stiere, wie sie einen Drift nach dem anderen ins Weiße zaubern, lässt uns binnen Sekunden das matschige Schuhwerk vergessen und auch die Gitta Oma wird den meterhohen Schnee vor ihrer Haustür aus einem völlig neuen Blickwinkel betrachten.


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Seilziehen mal anders

Seilziehen mal anders

Mustang vs. Corvette

Text: Maximilian Barcelli

Man nehme ein paar amerikanische Motorfreaks, eine Corvette Z06 C5, einen Ford Mustang GT und fügt dem ganzen noch eine Kamera hinzu. Hat man all diese Zutaten benötigen die Motorfreaks auf der anderen Seite des Atlantiks noch ein belastbares Seil und wenn sie auch dieses haben, dann kann der Spaß so richtig losgehen. Mehr als 800 Pferdestärken, relativ fair auf die beiden Kontrahenten aufgeteilt, kämpfen um jeden Zentimeter Asphalt. Klänge sind zu hören, die einem in Nullkommanichts eine Gänsehaut bescheren.



Seilziehen zwischen zwei Fahrzeugen ist kein neuer Trend, dennoch verlieren Videos dieser Art kaum an Beliebtheit. Ob dies nun an der Rivalität liegt, die selbst beim sowohl räumlich als auch zeitlich weit entfernten Zuseher noch zu spüren ist oder an den euphorisierenden Geräuschen der auf Hochtour laufenden Motoren ist nebensächlich. Ob solche Videos tatsächlich die Leistung eines Autos wiederspiegeln sei dahingestellt, es sieht halt einfach geil aus. Also: Augen auf und genießen!


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Die neuen F1 Boliden

Das Warten hat (bald) ein Ende

Wie die neuen F1 Boliden aussehen könnten

Text: Maximilian Barcelli

In etwa zwei Monaten startet die Formel-1 in die neue Saison. Auftakt-Strecke ist wie gewohnt der Albert Park Circuit in Melbourne und am neunten Juli statten Hamilton, Rosberg und Co dann Österreich einen Besuch ab. Na, aufmerksam gelesen? Rosberg fährt natürlich nicht mehr mit (wobei natürlich ist dies nicht, immerhin ist er der amtierende Weltmeister).

Rosbergs überraschender Rücktritt allein lässt uns schon eine spannende Saison prognostizieren und wir können mit vorsichtiger Bestimmtheit sagen: Kommendes Formel-1 Jahr wird keine Gewöhnliches. Abgesehen von Valtteri Bottas, der frischen Wind ins Team von Mercedes bringt und ein gefährlicher Gegner Hamiltons sein wird, dürfen wir uns auf markante Design Veränderungen an den Fahrzeugen freuen.

So wird der Frontflügel breiter werden und um einiges aggressiver aussehen und auch die Reifen kriegen einiges an Breite dazu. Der Heckspoiler wird ebenfalls in die Breite gezogen, gleichzeitig wird dieser auch niedriger werden. Die Fahrzeuge werden angriffiger aussehen, ob sie das auch sind sei dahingestellt. Und breiter, sie werden ganz bestimmt breiter aussehen.

Ein Monat müssen sich die F1 Fans noch gedulden. Dann startet zwar nicht die neue Saison, allerdings wird der erste neue Rennwagen vorgestellt. Am 21. Februar wird Renault mit seinem R.S. 17 den Anfang machen. Zwei Tage nach Renault stellt Toto Wolffs Weltmeisterteam seinen neuen Boliden vor. Damit das Warten für unsere begeisterten Formel 1 Fans etwas erträglicher wird, liefert der britische Designer Sean Bull schon mal einen Vorgeschmack auf die neuen und breiteren Fahrzeuge und zeigt uns, wie sie aussehen könnten.

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cityKARTS

Noch keine Pläne fürs erste April Wochenende?

cityKARTS startet bald in die neue Saison

Text: Maximilian Barcelli

Es soll ja Menschen geben, die alles vorausplanen. Wirklich alles. Die wissen schon ganz genau, was sie in der zweiten November Woche 2018 vorhaben. Bewundernswert. Was ich am 1. April 2017 vorhabe, dass steht jetzt schon fest. Dann startet nämlich cityKARTS in die neue Saison.



cityKARTS ist ein Unternehmen – angesiedelt im 23. Wiener Gemeindebezirk – welches dem B-Führerscheinbesitzer die Möglichkeit bietet, ein GoKart durch die Straßen Wiens zu schleudern. Die Karts, die sich bis zu zwölf Stunden lang mieten lassen, haben eine stolze Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Damit lässt sich zwar in den endlosen 30er Zonen Wiens nicht viel anfangen, spaßig ist es trotzdem.



Der wahre Grund jedoch, weshalb man sich zu einer Unternehmung à la cityKART hinreißen lassen sollte, der hat nichts mit Spaß und Freude zu tun. Ganz im Gegenteil. Mit diesen GoKarts entkommt man einem Wiener Phänomen. Dem grantigen Autofahrer! Ihr glaubt das nicht? Seht selbst:


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Normal bis brutal: Antriebsmodi im Ford GT

Normal bis brutal

Die fünf Temperamente des Ford GT



Der neue Ford GT verführt nicht nur mit seinem sagenhaft schnittigen Design und traumhaften Performance-Werten, sondern bietet auch ein digitales Instrumenten-Display im Cockpit, an dem man jederzeit die Gefühlslage des Kraftsportlers erkennen kann.

by Patrizia Zernatto

Mit dem zehn Zoll großen, digitalen Instrumenten-Display erhält der Fahrer, wie im Rennauto auch, stets nur die wichtigsten Informationen. Dabei passt sich die Anzeige automatisch dank eines sehr leistungsfähigen Prozessors den fünf unterschiedlichen Fahr- bzw. Antriebsmodi des Supersportlers an. Das  Display gibt außerdem bereits einen Vorgeschmack über die kommenden Cockpits anderer Ford-Modelle, denn diese Technologie wird künftig auch in anderen Fahrzeugen eingesetzt werden. Stets hat man die wichtigsten Informationen zur Fahrsituation direkt vor Augen.

Der Armaturenträger der Zukunft

„Der extrem leistungsstarke Ford GT verlangt volle Konzentration und Aufmerksamkeit des Fahrers. Deshalb haben wir für den Ford GT dieses elegante Digital-Display entwickelt, das je nach Fahrmodus automatisch nur die für den Fahrer relevantesten Informationen anzeigt”, so Jamal Hameedi, Chief Engineer von Ford Performance. Daher sollen vor allem Schriftart, Ziffernanzeige, Farbe und die hochauflösende und kontrastreiche Display-Gestaltung die Reaktionsfähigkeit des Fahrers unterstützen.



Im Video von Ford Performance bekommt man einen kleinen Überblick über die fünf wählbaren Modi, doch da das wie alles im Ford GT recht schnell geht, weiter unten nochmals eine kurze Zusammenfassung:


N = Normal – die digitale Tachoanzeige befindet sich mittig, rechts davon der gewählte Gang, links oben der Tankfüllstand und die Öltemperatur; niedrige Drehzahlen stehen rechts unterhalb, hohe Drehzahlen (bis 7.000 U/min) rechts oberhalb des Tachos

W = Wet – bei Niederschlag und Glätte, Display-Informationen entsprechen dem „Normal“- Fahrmodus in blauer Grafikanzeige; unterhalb des Tachos wird nasser Asphalt simuliert

S = Sport – mittig wird der gewählte Gang dargestellt, rechts davon die gefahrene Geschwindigkeit; Grafikanzeige in Orange

T = Track – kontrastreiche Grafik auf schwarzem Hintergrund, die Geschwindigkeit und der gewählte Gang sind prominent, extra dazu Informationen zu Motortemperatur und zum Öldruck; auch der Tankfüllstand wird angegeben

V = V-Max (Höchstgeschwindigkeit) – komplett verändertes Display mit mittig liegendem Tachometer; Motortemperatur, Öldruck und der Turbolader-Druck erscheinen rechts, die Tankanzeige oben links

Photo & Video Credit: Ford Performance

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Brachialer denn je: Bentley Continental Supersports

Bentley extrem

Brachialer denn je: Bentley Continental Supersports



Der neue Bentley Continental Supersports übertrifft den Vorgänger der ersten Generation nicht nur in Geschwindigkeit und Power, sondern auch, was Performance und Handling betrifft – ganz abgesehen davon, dass er einfach extrem schnittig aussieht.

by Patrizia Zernatto

Einmalige Augenweide und reinrassige Bestie – der neue Continental Supersports vereint die pure Essenz der Marke Bentley in sich. In ihm schlägt noch immer ein 6-Liter-Zwölfzylinder Biturbo-Herz, allerdings liefert das satte 80 PS und 217 Nm mehr als im Vorgängermodell. Natürlich hat Bentley dafür ein wenig am Motor gespielt, die Ladeluftkühlung verbessert, einen neuen Drehmomentwandler verpflanzt und oben drauf gab es noch die perfekt abgestimmten Turbolader.

Beauty and the Beast

Die nun 710 PS starke Maschine katapultiert den heckbetonten Allrad-Luxus-Sportler in der Coupé-Variante mit einem maximalen Drehmoment von 1.017 Nm in 3,5 Sekunden von Null auf 100, aber das Cabrio ist dem hochgeschlossenen Bruder mit 3,9 Sekunden dicht auf den Fersen.





Damit ist der Continental Supersports das bei weitem leistungsstärkste Serienmodell der Briten und lässt sogar Bentley-unübliche Gegner wie Ferrari, Lamborghini oder Porsche problemlos stehen. Die Höchstgeschwindigkeit von 336 bzw. 330 (im Cabrio) km/h wird übrigens durch 420er-Carbon-Keramik-Bremsen gebändigt, die sich hinter den ultraleichten, neu geschmiedeten 21-Zoll- Leichtmetallrädern befinden. Diese Werte haben aber auch ihren Preis. Das Coupé startet bei knapp 265.000 Euro und das schnellste viersitzige Cabrio der Welt bringt es sogar auf über 290.000 Euro.





Auf “Extreme Bentley” kann man sich übrigens im Konfiguration seinen ganz persönlichen Supersports zusammenbauen. Dort kann man sich zum Beispiel auch einen der optional erhältlichen extra brachialen Heckspoiler (wie im Video zu sehen) hinten drauf packen. Gemeinsam mit neuen Seitenschwellern, getönten Scheinwerfern und Heckleuchten, glänzend schwarzen Titan-Endrohren, Lufteinlassschlitzen und neu geformten Stoßfängern hinten und vorne (alles aus Carbonfaser) kann man das Biest in ihm nicht verstecken. Als Extra könnte man sich dann dazu aber auch noch einen seitlich angebrachten “Supersports” Schriftzug leisten – nur um sicher zu gehen, dass auch wirklich alle wissen, womit sie sich da anlegen. Wer allerdings auf Understatement setzt, dem gefällt die hochglänzenden Carbonfaser-Motorabdeckung mit Supersports-Schriftzug vielleicht doch besser.


Photo & Video Credit: Bentley Motors

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Nissan Micra 2017 – Großjährig


Scheinbar ist es nun endgültig aus der Mode, dass Kleinwagen lieb oder niedlich sein sollen. So stellt der Nissan Micra 2017  künftig eines der erwachseneren Modelle des Herstellers dar. Blumenstrauß und schlagkräftig, sozusagen.

von Franz J. Sauer

Sie erinnern sich sicher (mein Gott, jetz fang ich meine Artikel schon an wie Heinz Prüller dereinst seine Moderationen) – einst gab es das Mausi. So diminuierte die gelernte Wienerin ihren Nissan Micra Mouse und klar war das nette kleine Wägelchen bloß dann männlich konnotiert, wenn der Markenname dazu genannt wurde. Ansonsten war es die „Micramaus“, meist in einem Wort gesprochen und – anders als etwa in der Bundesrepublik üblich – gerne auch einge-englischt, also ausgesprochen „Meikramaus“. Klein, kompakt, niedlich, doch aber sicher und aus heutiger Sicht eigentlich schon ein liebenswerter Klassiker, den sich in der Wolle gefärbte Autoisten wie etwa der Kollege Roland Scharf von Alles Auto schon mal in der Garage zur Seite legen, fürs Kuscheln auf die Nacht. Man kennt das ja – jahrelang fällt einem ein Auto nicht mal auf, auch wenns stundenlang vor einem herstaut und plötzlich, eines Tages – zusch! liebt man das nämliche Objekt. Und will es unbedingt haben.




Klein macht auf groß und das Dach schwebt frei in der Luft. Der neue Nissan Micra gefällt sich in der Rolle des Fashion-Victim.



Gut, bis wir die vorangegangenen, beiden Modellreihen des Nissan Micra zu lieben beginnen, werden wohl noch einige Jährchen in die Lande ziehen. Gar zu rund präsentierte sich das Stückchen Auto in den letzten 15 Jahren, herzlich wenig ernstzunehmen, obwohl von Anmutung und Fahrkomfort durchaus erwachsen. „Glupschi“ nennt meine zehnjährige Tochter das Auto ihrer Mutter, einen ebensolchen Micra von 2003. Sie fährt das Ding nun schon lange und mit vollster Zufriedenheit. Aber dennoch – eine Gefühlsebene zu uns Automännern will da noch nicht so recht aufkommen. Und das wird auch noch ein Weilchen so bleiben.

Gottlob ändern sich ja auch die Zeiten und neuerdings ist es ganz und gar uncool für ein Auto, lieb und nett und unter vollster Aufbietung des Kindchen-Schemas aufzutreten. Autos, seien sie auch noch so klein, wollen wieder erwachsen sein. Und der neueste Nissan Micra, immerhin schon die fünfte Generation seit 1983, fügt sich dieser Mode nur allzu beflissen.

Damit tritt der neue kleinste Nissan nun also weitaus erwachsener auf, als dies beispielsweise seine Verwandten Juke oder Note auf den ersten oder auch zweiten Blick tun. Der Kleine ganz groß, könnte man nun eine olle Kamelle vortrefflich bedienen. Oder man könnte einfach zugeben, dass es einem der neue Micra ziemlich leicht macht, ihn auf Anhieb zu mögen.

Basiswissen

30 Jahre gibts die Baureihe nun also. 3,5 Millionen Autos wurden seither in Europa verkauft (65.000 in Österreich). Die erste Generation mußte – mit leichten Retuschen – zehn Jahre lang halten. Die zweite Variante tauchte ebenso lang durch und blieb unauffällig – oder wissen Sie noch, wie der K11 aussah? Die dritte Version schließlich kam 2002 und polarisierte, Kindchenschema, Sie erinnern sich. Und versteckte unter dem herzigen Äußeren bereits eine Menge Oberklasse-Technik. 2010 wurde der Runde, optisch weitgehend unverändert, zum Global Car aufgemascherlt, das rundliche blieb der Generation vier.

Vollmundig gibt Nissan nun anlässlich des neuen Modells, der fünften Baureihe also, zu, dass der Micra bislang ein Mädelsauto war. Oder was für jüngere Leut‘. Nun war es Zeit für eine Revolution, schließlich greifen immer mehr ältere Menschen, die sogenannten „Golden Ager“ zu kompakten Autos. Und das Ziel von Nissan ist, so wird kolportiert, kein geringeres, als das „Kompaktsegment-Schlachtfeld gehörig aufzumischen“. Ausserdem gibt der neue Micra nun den herzhaften Europäer; hier (im Renault-Werk bei Paris, nebenbei) gebaut und auch FÜR hier gebaut.




Familienbande

Den Renault in seinen Genen kann der neue Nissan Micra kaum verbergen, was ja grundsätzlich und angesichts jüngster Modelle der französischen Konzernschwester durchaus ein Kompliment ist. Die unteren Türfalze wurden vielleicht ein bisschen zu kompromißlos von Clio und Co kopiert, vor allem wenn in Chrom ausgeführt. Besonders stolz zeigt sich Nissan auf die Bumerang-Scheinwerfer und die scharf gefalzten Rücklichter, die versteckte, hintere Türschnalle kennen wir ja schon vom Juke. Das schwebend gestaltete Dach (diesen Effekt erzielt man, wenn man die C-Säule dunkel anfärbelt) endet wie selbstverständlich in einem Heckspoiler, den man so auch gerne übersieht. Verschiedene Style-Applikationen für untenrum oder obendrüber sind anno 2017 conditio sine qua non, „Personalization“ heißt das Zauberwort und pflanzt sich logischerweise auch im Inneren fort.

Edle Materialien in Haptik wie Optik (mehrfarbig ist Trumpf) finden sich innen drinnen, auch hier ist Großjährigkeit angezeigt. Luxus lässt grüßen, alles fühlt sich fett und wertig an, die Taster sind griffig und richtig platziert und was das große Infodisplay in der Mitte alles kann, will man kaum glauben (Carplay, Touchscreen, alles da). Der Sound schließlich beeindruckt – und damit ist nicht jener des Dreizylinder-Motors gemeint, den unser Testfahrzeug verbaut hatte. Es geht um die Musik, wahlweise von CD (heutzutage schon eine Seltenheit!) oder vom streamenden Smartphone eingespielt: diese pumpt und poppt als wäre man in der Diskothek und auf die diesbezügliche Verwandtschaft mit BOSE ist man bei Nissan rechtschaffen stolz. Auch hier wurde personalisiert, vor allem aber ziemlich aufwändig geforscht. Man bekommt fast den Eindruck, es wurde mehr Hirnschmalz in Sound-Design als in Fahrwerk oder Motorneuerungen investiert. Originell jedenfalls: Lautsprecher finden sich in den Kopfstützen und bassen ordentlich an, ohne per Subwoofer irgendwelchen Platz im kompakten Kofferraum wegzuzwacken.



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Ein kurzer Rundgang ums Auto kurz vor Dubrovnik.

Aufhorchen lässt Nissan mit einem hauseigenen Carsharing-Modell für den Micra, das gleich zur Modelleinführung mit angeboten wird. Vorerst in Paris.

So fährt er sich

Womit wir endlich doch noch beim Fahrgefühl ankommen. Verblüffend präsentiert sich das Platzangebot. Man sitzt gemütlich, rundherum ist Raum und Luft, da ziept und zwickt es in einem Audi A4 Allroad mehr. Das Lenkrad ist fett, der Schalthebel noch fetter. Alle Anzeigen sind gut einsehbar, alles findet sich schnell. Und die Illusion, das alles ließe sich auch so erwachsen fortbewegen, hält an, bis man das Motörchen startet.

Bitte nicht falsch verstehen – für seine Eckdaten (0,9 Liter Turbo mit 90 PS) geht der Dreizylinder richtig gut, vor allem wenn man ihn hoch rauforgelt, da kommt dann fast schon Motorradfeeling auf. Bloß fehlt es ihm untenrum derart empfindlich an Morch, dass man ungern bergauf wo raus startet, vor allem wenn es gilt, sich schnell in den Fließverkehr einzupflegen.

Fließt er einmal, der Verkehr, dann überrascht die Leichtfüßigkeit des Wagens. „Keep the things rolling“ lautet die Devise und es geht hier schließlich nicht um Speed-Rekorde sondern um effizientes Fortbewegen im Rahmen europäischer Straßenverhältnisse. Und natürlich um minimalen Verbrauch – diesfalls unter 5 Liter im Mix.

Wie schon beim Vorgänger wurden einige Assistenz-Features aus der Mittelklasse geborgt, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Notbremsassistent, Totwinkel-Dings und Kameras rundherum. Die arbeiten akkurat, überraschen halt nicht mehr so besonders, weil sich das Auto eben so wenig nach Kompaktklasse anfühlt. Trotzdem gut zu wissen, dass sie alle da sind.

Nismo? Elektro? Sonst noch Derivate to follow? Weiß man heute noch nicht, will man auch noch nicht verkünden. Nicht mal, ob die Automatik ein Doppelkupplungsgetriebe sein wird, steht derzeit fest.



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Vorauseilender Gehorsam

Aufhorchen lässt Nissan mit der Präsentation nicht nur des Autos, sondern auch eines hauseigenen Carsharing-Modells namens „Get and Go„, das mit Erstauslieferung des Micra 2017 im März als Pilot in Paris startet. Man eilt hier den Trends voraus, nimmt an, dass die Leute neuerdings zwar neue Autos fahren, aber nicht unbedingt besitzen wollen. Also gestaltet man ein eigenes, aufwändiges Sharing-Modell, ganz socialmediakonform, also auch mit Freundschaftsanfragen und Dings. Am Monatsende gibts dann eine einzige Rechnung. Für Sprit, Service, Wartung, Leasingrate und was es sonst noch so alles im Webshop geben wird, wenn sich das ganze durchsetzt. Falls es das tut, wird das Angebot auf weitere Städte in Europa ausgeweitet. Wir sind gespannt.

Die Preise

Fünf Ausstattungsvarianten und zwei Motoren stehen ab Start zur Verfügung, der Einstieg beginnt bei schon eher wohlfeilen 12.605 Euro. Derlei lässt sich durch verschiedenste Konfigurationen hochlizitieren, als Tekna und mit allem drauf und dran kostet der neue Micra als Benziner 20.129 Euro, als Diesel (beide 90 PS, selbstgezündet aber auf vier Töpfen und mit deutlich mehr Drehmoment) 21.775 Euro.





Gefälligkeit, allenthalben. Im Steh’n, im Fahr’n, im Innern. So sieht ein modischer Kleinwagen aus. Und bleibt hoffentlich ebenfalls zehn Jahre lang frisch.

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Mercedes X-Klasse: Zu klein für die USA?

Aber die Amerikaner lieben doch ihre Pickup-Trucks!

Bei der Mercedes X-Klasse hat die USA das Nachsehen

Wie seit November 2016 bekannt ist, möchte Mercedes mit der X-Klasse endlich auch am bislang vernachlässigten Pickup Truck Markt mitmischen. Schon damals hieß es, dass es der Pickup wahrscheinlich erst in der nächsten Generation in die USA schaffen wird, doch selbst darauf hoffen die Amerikaner langsam nicht mehr.

by Patrizia Zernatto

„Das Auto ist ein Pickup ohne Kompromisse.” So hieß es von der Chefetage von Mercedes, doch einen Kompromiss kann man nicht verleugnen: In die USA schafft es die X-Klasse nicht. Doch warum?

Kein anderes Land liebt PickUp Trucks so sehr wie die USA. Vom Ford F-150 über den Dodge RAM bis hin zum Toyota Tundra und wie sie nicht alle heißen – man nehme den Amerikanern bitte nicht ihre PickUps. Doch Mercedes ist hier anderer Meinung. Die X-Klasse kommt zwar nach Kanada, aber in Amerika wird man zunächst nicht Fuß fassen und das freut die PickUp Fans hierzulande überhaupt nicht.

In Amerika genießt Mercedes-Benz gefühlt noch einen viel höheren Stellenwert als in Europa. “Oh wow, you’re driving a star?” – Gemeint wird hier natürlich das Markenlogo und mit dem neuen Lifestyle- und Luxuslaster möchten die Stuttgarter in ein vollkommen neues Segment vorstoßen. Nur nicht in den USA.

Zuerst zeigte sich Dietmar Exler, der Mercedes-Benz USA CEO, im Zuge der LA Auto Show nur ein wenig zurückhaltend: „Once the next version of the truck comes out, when we see the next iteration, there might be an opportunity to bring it in the medium and long-term. We want to bring it when we believe it makes sense as Mercedes to bring out the pickup truck.” so Exler. Man möchte also warten, wie sich der Mercedes PickUp in anderen Märkten schlägt.

Doch der eigentliche Grund liegt wohl eher in der “Midsize” Größe des Trucks, denn Exler sagte in einem Interview vor kurzem ebenfalls, „In the US, aligning the premium to the midsize is kind of a contradiction because a premium truck is a fullsize truck, therefore we do not see the US market as a relevant market or a suitable market for that truck.” Laut Marktstudien gibt es einfach keinen Platz für den mittelgroßen Deutschen. Man hat also so oder so Angst, dass sich die X-Klasse in Amerika als Flop herausstellt.

Das einzig Positive daran – wer sich in den USA trotzdem eine X-Klasse (teuer) importiert, imponiert damit auch sicher seinen Nachbarn.

Photo Credit: Mercedes-Benz