Teesdorf

Fahrsicherheitstraining: Wir Unbelehrbaren

Fahrsicherheitstraining beim ÖAMTC

Wir Unbelehrbaren

Text: Maximilian Barcelli

Teesdorf. Da kommen Erinnerungen hoch, die meisten allerdings von Stress geprägt. Hier, im Süden von Wien tat ich einst meine ersten (legalen) Schritte im Automobil. Auf dem Beifahrersitz saß der Papa mit verschwitzter Glatze und 180 Puls. Außerhalb des Fahrzeuges waren weitere verwirrte Führerscheinanwärter zu sehen, die verzweifelt das zehnte Mal versuchten ihr Fahrzeug von der Ampel zu bewegen, ohne den Motor abzuwürgen.

Einige Zeit später schlüpfte ich dann in die Rolle des gestressten Beifahrers – am Lenkrad meine Schwester die panisch die richtige Balance zwischen Gas und Kupplung finden musste.

Wir spulen nach vor. Viele Kilometer und einige Blitzer später, man ist weiser und älter geworden, schwirren dann ganz neue Fragen bezüglich des Fahrens im, mit etwas weniger Haaren bedeckten, Kopf herum. Wie auch immer. Das Autofahren per se ist natürlich kein Problem mehr. Die Neugier beruht nun auf weitaus kritischere Themen, als das Schalten beziehungsweise Losfahren.


© 2016 Google

Wie verhält es sich eigentlich im Grenzbereich? Was, wenn ich eine Kurve mal versehentlich mit einer Geschwindigkeit nehme, die nicht ganz so tranquillo ist?

Aber der Staat denkt ja gottlob für uns mit. Also beschloss man ab 2003 jeden Führscheinfrischling durch einen Schleuderkurs zu schicken, um seine Reflexe auch in Notsituationen zu optimieren. Wir fühlten dem Fahrsicherheitstraining auf den Zahn und durften feststellen, dass Kurven im Kamikazemodus zu fahren keine unlustige G’schicht ist.

Vor dem Vergnügen kommt bekanntlich ja die Arbeit, welche sich in einem mehrstündigen verkehrspsychologischen Gespräch offenbart. Schnell fahren ist gefährlich, das ist schlecht, das sollte man nicht machen und so weiter und so fort. Jaja. Aber die Praxis ist lehrreicher als in der Theorie. Wir sind beim Vergnügen angekommen.

Rein ins Auto und auf zu den ersten zwei Übungen. Slalom am Limit fahren hat schon was, der erste Wow-Effekt trat allerdings erst bei den Notbremsungen auf. Mit etwa 50 km/h brettert man da zwischen Hütchen durch, kommt man an der markierten Stelle an, heißt es bremsen was das Zeug hält. Nächster Versuch und die Geschwindigkeit wird um fünf bis zehn km/h erhöht – unfassbar, wie sich der Bremsweg durch eine so kleine Geschwindigkeitserhöhung verlängert.

Dann geht’s ans Eingemachte: Notbremsungen kombiniert mit Ausweichen vor simulierten Hindernissen. Schnelles Kurvenfahren. Abfangen eines ausbrechenden Hecks nebst wertvoller Erkenntnis: Bevor man sich nicht sicher ist, das Auto wieder einfangen zu können, sollte man einfach auf die Bremse steigen. Und wenn dabei die Reifen nicht quietschen, macht man etwas falsch. Last but not least: Die Schleuderplatte. Macht Spaß, der erweiterte Lerneffekt stellt sich ebenfalls ein.

Aus Spaß wird allerdings noch mehr Spaß, nämlich ohne Hilfssysteme. Das Auto einzufangen gelingt mir trotzdem, ein gutes Gefühl!

Abschließend ist zu sagen, dass das Fahrsicherheitstraining sowohl Spaß bietet, aber eben auch Lerneffekte. Es wird spielerisch vermittelt, wie verheerend sich ein paar km/h zu viel auswirken können.

Umso trauriger, wenn man bei der Fahrt nachhause die Tachonadel wieder jenseits der 130 ertappt. Manche Menschen sind halt unbelehrbar.

WüstenRennen

Offroad Drag Race in der Wüste

Bring a machine gun to a gun fight…

Offroad Drag Race in der Wüste



Ein Drag Race muss nicht unbedingt auf einem abgesperrten Race Track über die Bühne gehen. Vor allem für Offroad Champs wie den Mercedes-Benz G500 4×4², den Toyota Land Cruiser und den Nissan Patrol eignen sich Sanddünen doch viel besser.

by Patrizia Zernatto

Mercedes-Benz G500 4×4² gegen Toyota Land Cruiser und Nissan Patrol: Weder der Land Cruiser noch der Patrol brauchen sich vor dieser Challenge fürchten, möchte man meinen. Doch der G500 4×4²  hat ein paar Asse im Ärmel, mit deren Hilfe die Dünen im Eiltempo nicht nur so schnell wie möglich, sondern auch möglichst ohne Steckenbleiben überwunden werden.

Selbst die Testfahrer von CrankandPiston geben das offen zu. Daher ist der Ausgang auch nicht wirklich verwunderlich. Dass der Mercedes-Benz die Konkurrenz jedoch so vernichtend zerstört, hätten ich offen gestanden nicht gedacht. Das ist ja so, als wenn man mit einer Uzi zum Pistolenduell auftaucht.

Video Credit: crankandpiston



WIENER Handwerk-28

Crafter2Craftsmen

Eine Runde durch Europa

Crafter2Craftsmen-Tour

Was würden sie tun, wenn sie bei einem Ausdauertest 42.000 Kilometer durch Europa fahren? Im Rahmen der Crafter2Craftsmen-Tour waren die Ziele klar definiert: Handwerker, die eine originelle Geschichte erzählen können. Und so landete der VW Crafter auch im Waldviertel.

Text: Hannes Kropik



Matthias Göttenauer hat ein Faible für Autos. Und für Reisen. Als Geschäftsführer der Agentur experience verbindet er seine beiden Fachgebiete und organisiert seit Jahren Events und Projekte, bei denen das Fahrerlebnis im Mittelpunkt steht. Als er gelesen hatte, dass der neue VW Crafter ein Serviceintervall von 50.000 Kilometern hat, kam ihm wieder einer jener Ideen, die in eine längere Ausfahrt mündete: „Ich wollte ausprobieren, wie sich der Van auf einer Ausdauerfahrt tatsächlich verhält. Aber nur einfach sinnlos in der Gegend herumfahren wollte ich mit meinen Kollegen auch nicht, also haben wir beschlossen, Menschen zu besuchen, die irgendetwas besonders gut können und eine interessante Geschichte zu erzählen haben.“



Und so entstand das Projekt Crafter2Craftsmen-Tour, auf der der Crafter bis Ende Februar 2017 mehr als 42.000 Kilometer quer durch Europa und Marokko zurücklegen sollte. Anfang November 2016 startete die Reise in Hannover (wo der Crafter gebaut wird): „Als erstes haben wir den Kaffeeröster Andreas Berndt besucht. Wir haben vorher recherchiert und in jedem Land fünf handwerkliche Betriebe in die engere Auswahl gezogen.“

Letztendlich, so das Konzept, sollte in jedem Land nur ein spezieller Handwerker besucht werden. In den Niederlanden war es ein Betrieb, der nicht nur alte Windmühlen restauriert, sondern auch weltweit neue baut; in Frankreich der Bootbauer Jean-Marie Jezequel, der – in vierter Generation – Pläne nicht am Computer, sondern traditionell von Hand zeichnet. „Wir haben sehr viele spannende Menschen kennengelernt“, fasst Göttenauer zufrieden zusammen. „Und wir haben gesehen, dass Handwerk zwar nach wie vor traditionell und bodenständig ist, sich aber dennoch an die veränderten Zeiten anpassen kann.“



In Österreich machte die Crafter2Craftsmen-Tour im hohen Norden Station: Im kleinen Waldviertler Ort Reitzenschlag (bei Litschau nahe der tschechischen Grenze) besuchte die Craftercrew Familie Schuh, die aus Fischhäuten Leder herstellt und daraus verschiedenste Accesoirs vom Brillenetui bis zur eleganten Handtasche produziert. „So familiär wurden wir sonst nirgends aufgenommen. Herr Schuh hat uns nicht nur den ganzen Betrieb erklärt, sondern auch zum Mittagessen eingeladen. Es gab hervorragenden Karpfen aus eigener Zucht.“

Nach dem Waldviertel neigt sich die Reise langsam dem Ende zu, die 42.000-Kilometermarke wurde kurz danach in Polen geknackt. Interviews mit allen besuchten Handwerkern, sowie Videos von allen Stationen, gibt es auf http://crafter2craftsmen.com/de/

Der Crafter selbst wird seine Reise in Hannover beenden, wo er im VW Nutzfahrzeuge-Kundenzentrum ausgestellt wird: „Wir haben von jedem Handwerker ein kleines Souvenir mitgenommen, das im Wagen ausgestellt wird. Jedes Stück, etwa ein kleines Whiskeyfass aus Norwegen oder eine schottische Dudelsackpfeife, erzählt seine ganz eigene Geschichte.“

Mit dem Crafter selbst war Matthias Göttenauer sehr zufrieden: „Das Auto hat einwandfrei funktioniert. Aber ganz ehrlich: Ich wäre auch enttäuscht, wenn ein Nutzfahrzeug nach 40.000 Kilometern irgendwelche Macken hätte.“


Nissan signs actor Margot Robbie as its first electric vehicle ambassador

Der Nissan BladeGlider in Monaco

Hollywood-Star übernimmt das Lenkrad

Der Nissan BladeGlider in Monaco

Kaum ein Rennen ist so spannend und glamourös wie jenes in Monte Carlo. Nissan weiß diese Kulisse zu nutzen und stellt mit einem der Rennstrecke würdigen Video das neue Gesicht der „Intelligent Mobility“ vor.

Text: Maximilian Barcelli

Dass der Nissan-Konzern nicht nur SUVs oder atemberaubende Sportwagen bauen kann, sondern auch das Zeug dazu hat die Elektrobranche gehörig aufzumischen, bewiesen die Japaner bereits mit dem Nissan Leaf. Das weltweit meistverkaufte E-Auto beeindruckt mit einer tollen Reichweite und einem Preis, der umweltbewussten Familienvätern ein breites Lächeln ins Gesicht zaubert.

„Es ist eine aufregende Zeit für die Elektromobilität. Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein Elektroauto und ebnen damit den Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft.“
– Margot Robbie –

Der 2016 vorgestellte Prototyp Nissan BladeGlider wendet sich wiederum an ein ganz anderes Publikum und gewährt uns einen Einblick in die Zukunft der Elektromobilität. Drei Sitze, 272 Pferdestärken und ein futuristisches Aussehen sorgen beim alleinigen Betrachten des einstigen Konzeptwagens für Herzrasen. Keine fünf Sekunden benötigt der BladeGlider, um die 100er Marke zu knacken und Schluss ist erst bei einer satten Geschwindigkeit von 190 km/h. Aber damit nicht genug.



Um endgültig den Rahmen zu sprengen, setzt Nissan die hervorragende Schauspielerin Margot Robbie in den Prototypen. Brillierte Robbie schon im Film „Suicide Squad“ als Harley Quinn, ist sie in Nissans Prototypen nun zum endgültigen Traum sämtlicher Männer herangewachsen. Im Videoclip rast die hübsche Blondine in Hamilton-Manier durch die Crème de la Crème der F1 Rennstrecken und zeigt der Welt, dass sie nicht nur schön anzusehen ist.



Weil Monaco nun mal Monaco ist, bleibt das neue Gesicht der „Intelligent Mobility“ nicht allzu lang allein. Ein zweiter BladeGlider fordert Robbie zum Zweikampf heraus. Wer das Rennen gewinnt, seht ihr im Video! Übrigens, wer sich vom Nissan BladeGlider die Kinnladen runterklappen lassen möchte, dies ist beim Genfer Autosalon möglich.


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Schifahren wie echte Männer

Wasserschi – Winter Edition

Ein gebührender Abschied von der kältesten Jahreszeit

Text: Maximilian Barcelli

Angesichts des mittlerweile wieder eintretenden Warmwetters erhöht sich auch die Zahl der lächelnden Gesichter auf den Straßen. Die Plusgrade drücken aber auch den ein oder anderen ordentlich auf die Tränendrüse, denn hohe Temperaturen bedeuten Regen. Außer es ist sonnig. Sollte es aber Niederschlag geben, erwartet uns nun Regen und kein kitschiges Weiß, welches sich romantisch am Erdboden sammelt und die ideale Kulisse für einen Spaziergang mit der Liebe des Lebens (oder des letzten Wochenendes) bietet.

Abgesehen von langen Spaziergängen im Schnee bleibt auch eine weitere Aktivität aus. Der Frühling tötet Wolfgang Ambros und meine einzigen sportlichen Ambitionen, das Schifahren. Schluss mit den wundervollen Bergpanoramen und au revoir endlos fließendes Weizenbier.

Nicht nur Schifahren leidet unter dem schwindenden Schnee. Auch der Spaß des ländlichen Autofahrens wird auf ein Minimum reduziert, wenn der Asphalt unter den Rädern wieder Grip hat. Damit der Frühlingseinzug für Freunde des Winters, so wie ich einer bin, etwas erträglicher wird, offeriert uns die Team O’Neil Rally School ein Video, welches sogar den Sommerliebhabern ein breites Lächeln ins Gesicht zaubert und meine zwei liebsten Dinge miteinander vereint: Autos und Schi.


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Gefahrenzone Waschstraße

Wenn die einfachsten Dinge plötzlich nicht mehr funktionieren

Gefahrenzone Waschstraße

Die Waschstraße, auch bekannt als der größte Feind des gepflegten Lacks. Bei der Benutzung können so einige, zum Teil sehr teure Hoppalas passieren. Vom eben erwähnten Kratzer bis hin zur abgerissenen Antenne. Außenspiegel bleiben ebenfalls nicht immer verschont.

Text: Maximilian Barcelli

Dass ein gesunder Tollpatsch durchaus dazu gehört, um sein Fahrzeug tatsächlich beim Waschen zu beschädigen, ist unbestritten. Die Antenne lässt sich zwar schnell vergessen und auch das Zuklappen der Spiegel ist nicht das Offensichtlichste der Welt, allzu viele Arbeitsschritte sind dennoch nicht für die korrekte Benutzung einer Waschanlage zu erledigen. Kleiner Tipp an alle, die sich eine solch immense Aufgabe nicht zutrauen: Man kann ein Auto tatsächlich auch händisch waschen. Kostet weniger, schont den Lack, ist halt mit körperlicher Arbeit verbunden.

Der bitterste aller Waschanlagenfehler ist jedoch das Offenlassen der Fenster. Das Argument Innen- und Außenwäsche für den selben Preis zählt hier nicht. Und auch wenn die Dame im Video anfangs noch recht erfreut über ihren (vielleicht absichtlichen) Fehler scheint, der Gesichtsausdruck ändert sich nach kurzer Zeit und Eindringen von mehr Wasser schlagartig und veranlasst uns auf jeden Fall dazu, die Fenster vor dem nächsten Waschgang noch einmal genauer zu begutachten.


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Range Rover Velar: Familienzuwachs

Tease me!

Range Rover Velar vor Enthüllung

Bild: Land Rover



Am 1. März wird Land Rover ein neues Familienmitglied vorstellen. Schon jetzt haben sie uns gnädig ein (ja, eins!!!) Foto des neuen Velar, der zwischen Range Rover Evoque und Range Rover Sport angesiedelt sein wird, gezeigt.

Das ist teasing! Die können nicht nur Autos aufbauen, sondern auch Spannung.

Was erfahren wir darüber hinaus über den neuen Velar? Laut Gerry McGovern, Land Rover Chief Design Officer, wird der Neue der „avantgardistische Range Rover“ sein, der die Marke „mit einer neuen Dimension an Glamour, Modernität und Eleganz“ bereichert.

Bei der Namensgebung des neuen Velar greift Land Rover tief in die große Geschichte des Range Rover zurück, denn bereits die ersten Range Rover-Prototypen in den späten 1960er-Jahren trugen diesen Namen. Um die wahre Identität der damaligen Neuentwicklung zu verschleiern, suchten die Land Rover-Entwicklungsingenieure nach einem Tarnnamen für die 26 Vorserienmodelle des ersten Range Rover. Sie wählten Velar – abgeleitet vom lateinischen „velare“ für „verbergen“.

Wollen wir hoffen, dass Details nicht viel länger im Verborgenen bleiben.

Alex Hofmann

Alex Hofmann im Interview

Alex Hofmanns Ausblick auf die MotoGP-Saison 2017

„Stärkste MotoGP aller Zeiten“

Interview: Hannes Kropik / Fotos: Red Bull Content Pool, ServusTV

Alex Hofmann war Testfahrer für KTMs Einstieg in die MotoGP und wird als Experte alle WM-Rennen auf ServusTV kommentieren. Für motorblock.at analysiert der 36-jährige Schwabe schon jetzt die kommende Saison, erklärt die Chancen von KTM und verrät, auf welchen Außenseiter er als Weltmeister wetten würde.

Motorblock: In eine Debüt-Saison startet man ja nicht mit der Ansage: „Wir werden Weltmeister“. Was kann der Anspruch von KTM fürs erste volle Jahr in der MotoGP sein?

Alex Hofmann: Wenn man realistisch ist, und das ist KTM, dann hat man auch realistische Ziele. Ein Projekt wie die MotoGP muss man auf fünf Jahre anlegen. KTM hatte in der Vorbereitung im Vergleich zu anderen neuen Teams ein sehr sportliches Programm: Suzuki hat drei Jahre getestet, bevor es zuletzt richtig losging; Aprilla testet seit zwei Jahren im Rennbetrieb und war davor in der Super-Bike-WM schon auf sehr hohem Niveau unterwegs. KTM hatte relativ wenig Vorbereitungszeit und somit ist die erste Saison eigentlich ein reines Lernjahr.

Das heißt aber auch, dass die zwei Sekunden Rückstand in den ersten Tests nicht weiter beunruhigend sind.

Ganz im Gegenteil! KTM war zum allerersten Mal in Malaysia und das ist eine der längsten Rennstrecken im WM-Kalender. Wenn man irgendwo größere Abstände hat, dann dort. Man darf aber nicht außer Acht lassen: Sie haben eine Mammut-Aufgabe vor sich. Die Konkurrenz hat drei, vier Jahrzehnte Vorsprung an Erfahrung auf höchstem Niveau. Diese Erfahrung kann man nicht kaufen.

Du kennst alle Strecken des WM-Kalenders ganz genau: Wo könntest du dir positive Überraschung durch KTM vorstellen?

Es werden eher die flüssigen, schnellen Rennstrecken sein. Beim Saisonauftakt in Katar muss man abwarten, wie die Reifen mitspielen, aber generell könnte KTM dort schon gut funktionieren. Schwieriger wird es auf den kurvenreichen, komplizierten Strecken wie in Jerez werden, wo die Fahrbarkeit der Maschine gefragt ist. Auf solchen Kursen muss jedes Detail perfekt sitzen.

Ein besonderes Highlight für KTM wird natürlich der Heim-GP am Red Bull Ring sein. Das Rennen findet am 13. August statt, die Saison wird also schon ein Stück fortgeschritten sein – was wird man sich beim Österreich-GP von den Lokalmatadoren erwarten können?

Der Test im Vorjahr war gut, die Rennstrecke liegt dem Bike. Die Maschine wird bis zum Sommer noch viele weitere Evolutionsstufen durchlaufen, aber schon bei den ersten Tests in Spielberg war sie recht schnell. Ich denke, dass KTM vor heimischem Publikum ein gutes Wochenende haben könnte.

Aber die Konkurrenz schläft ja auch nicht …

Fakt ist: Die MotoGP wird 2017 aus technischer Sicht das stärkste Feld aller Zeiten haben. Ich kann mich nicht erinnern, dass so viele Werke auf so hohem Niveau waren. Die privaten Teams fahren mit 2016er-Ducatis, also mit Bikes, die vergangenes Jahr noch Rennen gewonnen haben! Man kann sich vorstellen, dass es nicht einfach sein wird, gegen Privatteams wie gegen das spanische Aspar-Team (Anm.: mit dem Spanier Alvaro Bautista und dem Tschechen Karel Abraham im Sattel) oder die Avintia-Truppe (mit Hector Barbera) anzutreten. Und was das reine Talent der Fahrer angeht: Wahrscheinlich haben wir nie ein besseres Feld gesehen, mehr Weltmeister sind nie in einer Klasse gefahren und mehr schnelle Motorräder waren nie dabei – deshalb wird es nicht leicht für KTM. Aber: Wenn man gefordert wird, dann rennt man auch schneller. Die Motivation, ganz oben mitzuspielen, ist extrem groß.

KTM hat mir Pol Espargaro und Bradley Smith zwei Fahrer geholt, die im Vorjahr auf Yamaha gefahren sind. War das Kalkül, weil der Umstieg von der Yamaha auf KTM einfacher sein könnte als von anderen Maschinen?

Sie haben sicher die besten Fahrer geholt, die am Markt waren. Die Top-Leute wollen jedes Wochenende um den Sieg kämpfen und sagen: Ihr müsst erst beweisen, dass das Bike siegfähig ist, dann können wir über einen Wechsel reden. Pol Espargaró war vergangenes Jahr einer der besten Privatiers im Feld, Bradley im Jahr davor. Und beide hatten extrem großes Interesse, einmal auf Werksmaterial zu fahren und endlich einmal Werksbetreuung zu bekommen.

Du hast deine Testfahrer-Karriere endgültig beendet und konzentrierst dich während der Saison auf deine Rolle als MotoGP-Experten auf ServusTV. Wie wirst du deine Rolle heuer anlegen?

Im Vorjahr hat sich das Team eingespielt, die Zuschauer mussten sich auch erst an uns gewöhnen und deshalb bin ich bei meinen Themen noch nicht ganz so in die Tiefe gegangen.

Heuer bekommen wir vor und nach den Rennen etwas mehr Sendefläche haben und mein Job wird sein, den Zuschauer der Technik und den Fahrern ein bisschen näher zu bringen.

Du hast ja einen sehr guten Draht zu den Fahrern – in welchen Sprachen kannst du dich mit ihnen unterhalten?

Vor der Kamera auf jeden Fall auf englisch. Das ist die Hauptsprache und gibt meinem Kollegen Christian Brugger die Möglichkeit, schnell zu übersetzen. Und zur Not könnte ich die Interviews auch auf spanisch, französisch und italienisch führen.

Vergangenes Jahr haben wir in der MotoGP neun verschiedene Sieger gesehen, die Weltmeisterschaft war sehr lange sehr spannend. Was wird uns heuer erwarten?

2017 wird von der Spannung her nahtlos an 2016 anschließen, wie ein super Hollywood-Film, der neu gedreht wird – aber tendenziell sogar mit einem besseren Drehbuch. Die neun verschiedenen Sieger werden eine Ausnahme bleiben, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir sechs Sieger sehen werden. Das Feld ist auf jeden Fall dichter beisammen als je zuvor.

Wenn wir dir einen Euro in die Hand drücken und bitten, damit für uns auf den Weltmeister 2017 zu wetten: In wen würdest du investieren?

Klar, Marc Maquez gilt es zu schlagen, er ist der Titelverteidiger. Aber wenn wir ein bisschen mehr riskieren wollen: Lass uns doch auf Maverick Vinales setzen, den jungen Teamkollegen von Valentino Rossi. Bei ihm ist die Quote besser und wir könnten vielleicht ein bisschen mehr verdienen …

Die MotoGP-Saison 2017 beginnt am 26. März auf dem Losail International Circuit mit dem Großen Preis von Katar. Alle 18 Rennen werden auf Servus TV übertragen. Highlight aus heimischer Sicht ist der GP von Österreich am 13. August am Red Bull Ring.

Die Konkurrenz hat auf KTM drei bis vier Jahrzehnte Vorsprung.




Ich denke, dass KTM vor heimischem Publikum ein gutes Wochenende haben könnte.



SCG2

Nordschleifenrekord für Glickenhaus?

Geh ma, Nordschleifenrekord vernichten!

Glickenhaus will mehr!



Die Nordschleife wird wohl auf ewig die renommierteste Rennstrecke der Welt bleiben. Da ist es nur natürlich, dass jeder den Rundenrekord halten will. Zurzeit gehört dieses Privileg dem Porsche 918, sofern man von Serienfahrzeugen spricht. Die letzte Dodge Viper schickt sich bereits an, den Rekord an sich zu reißen und jetzt mischt sich auch noch die Scuderia Cameron Glickenhaus ein. Und die wollen den Rekord nicht brechen, sondern vernichten.

Text: Jakob Stantejsky
Fotos/Video: Glickenhaus



6:11,13 Minuten lang hat die absolute Rekordfahrt auf der Nordschleife im Jahr 1983 gedauert, aufgestellt von Stefan Bellof im Porsche 956.007. Dies war jedoch ein reinrassiger Rennwagen, der nie im Leben eine Straßenzulassung bekäme. Da ist es doch recht beachtlich, dass der schon erwähnte 918er auch nur 6:57 Minuten benötigt hat, um die legendäre Strecke zu umrunden. Der Rennsportenthusiast Jim Glickenhaus macht sich nun daran, diese Zeit zu pulverisieren. 6:30 Minuten ist die angeblich von ihm angepeilte Zeit, das wäre mehr als nur eine ganze Welt schneller.



Zu diesem Zweck hat sein persönlicher Rennstall, die Scuderia Cameron Glickenhaus, den hauseigenen Rennboliden SCG003C (C für „Competizione“) zum Straßenfahrzeug umgemodelt, das fortan auf den Namen SCG003S (S für „Stradale“) hört. Dank eines Twinturbo-V8 mit 800 PS, 4,4 Liter Hubraum und 850 Newtonmeter maximalem Drehmoment soll der SCG003S den Rundenrekord tatsächlich auf den Asphalt knallen können. Auch die Aerodynamik ist minutiös abgestimmt und soll perfekte Bedingungen schaffen. Wer jetzt denkt, das klinge alles einfach nach einem Rennboliden, sei eines Besseren belehrt: Der SCG003S besitzt auch Features wie Fahrmodiauswahl und Klimaautomatik, damit ist auch die Fahrt heim nach dem Rekord gemütlich möglich. Vorgestellt wird das Monster übrigens am Genfer Autosalon 2017.


smart forfour electric drive Toulouse 2017; Farbe Bodypanels: white
Farbe Tridionzelle: electric green

smart forfour electric drive Toulouse 2017; Color body panels: white
Color tridion safety cell: electric green

Stromverbrauch kombiniert:
Wh/km 131
CO2-Emissionen
g/km 0

Combined  power consumption
Wh/km 131
CO2 emissions
g/km 0

Der Smart Forfour bleibt ein Stadtauto

Den Wurzeln treu

Der Smart Forfour bleibt ein Stadtauto



Die Konkurrenz im Elektrosektor schläft nie und arbeitet stetig daran, immer größere und bessere Akkus in ihren Autos zu verbauen. Nur Smart macht bei diesem Wettrüsten nicht mit. „Denn unser Focus ist der Stadtverkehr“, sagen die Schwaben und begnügen sich deshalb mit einer Batterie-Kapazität von 17,6 kWh und einer Reichweite, die in der Theorie bis zu 160 Kilometer misst und in der Praxis meist bei etwas mehr als 100 Kilometern liegen wird.

Von: Thomas Geiger



Beim Smart Fortwo leuchtet diese Strategie noch auf Anhieb ein, weil es im Auto erstens ohnehin nicht mehr Platz für einen größeren Akku gibt und weil man mit dem Zwerg zweitens gar nicht auf die Langstrecke gehen möchte. Doch wenn die Mercedes-Schwester mit dem Zweitürer und dem Cabrio im Frühjahr zum ersten Mal auch den Forfour elektrisiert, muss man schon ein bisschen weiter ausholen mit der Argumentation. Denn der Viersitzer bekommt den gleichen Akku und schafft damit sogar nur 155 Kilometer. Dabei hat Smart uns doch nun schon seit bald zwei Jahren weißzumachen versucht, dass der Forfour ein erwachsenes Auto sei, mit dem man sehr wohl auch mal übers Land fahren kann. Als Elektroauto dagegen wird er nach der Sichtweise der Schwaben zum Stadtfahrzeug mit erweitertem Nutzwert, weil die Einkäufe etwas umfangreicher sein dürfen, weil man jetzt auch den Hund mit in den Stadtpark nehmen oder mal das eigene Kind und den Nachbarsjungen von der Schule abholen kann. Nur zur Oma oder in den Wochenendurlaub schafft er es dann eben nicht mehr. Zumindest nicht ohne ein paar Boxenstopps.



Wer sich auf diese Einschränkung einlässt, erlebt den Smart als nahezu ideales Elektroauto und erkennt im Forfour ED zugleich den besten Smart. Mit dem vom Allianzpartner Renault zuglieferten 60 kW-Motor geht es jetzt in der Stadt nämlich richtig flott zur Sache: Beim Ampelsprint lassen die 160 ab der ersten Umdrehung verfügbaren Newtonmeter frech die kleinen Reifchen quietschen und wenn man in etwa 5,0 Sekunden schon bei 60 Sachen ist, schaut mancher GTI-Fahrer ziemlich dumm aus der Wäsche. Man muss ihm ja nicht verraten, dass der Smart jenseits der Stadtgrenzen keine Chance hat, weil der Sprint auf Tempo 100 mit insgesamt 12,7 Sekunden außerordentlich langatmig ist und dem Viersitzer bei 130 km/h ohnehin die Luft ausgeht. Dazu der auch beim Viertürer noch immer winzige Wendekreis von 8,65 Metern, die wunderbar stabile Straßenlage durch den vom zentnerschweren Akku weiter abgesenkten Schwerpunkt und endlich eine sämige Beschleunigung ohne Schaltpausen – so wird der Smart zum Autoscooter und die Innenstadt zum Rummelplatz. Und ganz nebenbei ist man endlich das nervige Geknatter des Dreizylinders los, das Lärmjunkies allerdings gegen Aufpreis durch ein Fiepen zur Warnung für die Fußgänger ersetzen können.



Morgens ins Büro, mittags zum Einkaufen und nach dem Feierabend noch schnell zum Sport – wer sein Leben auf kleinem Raum führt, der kommt auch mit 17,6 kWh durch den Tag und lernt dann sogar die Vorzüge der beschränkten Batteriekapazität zu schätzen: Weil ein schwächerer Akku weniger Platz braucht, wird der ohnehin nicht gerade riesige Kofferraum des Smart nicht weiter geschmälert und man kann auch noch immer die Rücksitze aufstellen als wären es Kinosessel. Statt ihn tagesweise zu laden, ist der Forfour ED selbst an der Haushaltssteckdose nach sechs Stunden zu 80 Prozent voll, kommt an der Wallbox auf eine Standzeit von drei Stunden und tankt die 80 Prozent ab Herbst mit einem Schnellader in weniger als 45 Minuten. Aber das beste Argument für den kleinen Akku ist sein niedriger Aufpreis. Natürlich ist auch der smart Forfour ED eigentlich viel zu teuer. Schließlich kostet er fast doppelt so viel wie der Basis-Benziner. Doch erstens können die Schwaben so die lächerlichen 660 Euro Preisunterschied zum Zweitürer halten. Und zweitens ist er mit 22 600 Euro schon vor Abzug der Förderung nicht so weit aus der Welt, dass er nicht mehr als Zweitwagen in Frage käme. Spätestens da schließt man sich dann der aus der Not geborenen Daimler-Argumentation an und erkennt, das weniger tatsächlich mehr sein kann.