RENAULT CAPTUR (J87) - PHASE 2

Persönlich, persönlicher, Captur

Die perfekte Mischung

Persönlich, persönlicher, Captur!

Das SUV hat sich zu einer unglaublich beliebten Fahrzeuggattung gemausert, ganz besonders sticht da der kompakte hervor. Ist ja auch nicht weiter verwunderlich, kombinieren diese Fahrzeuge das Beste vom SUV mit Stadttauglichkeit.



Text: Maximilian Barcelli

Meine Liebe zu französischen Autos ist seit meiner Fahrt im Renault Mégane (aber auch einigen anderen) ziemlich groß geworden. Ein klasse Auto, mit einem Innenraum, fast wie der eines deutschen Premium-Herstellers. Der Peugeot 3008 trägt ebenfalls zu meiner Präferenz bei, er fährt sich großartig, hat eine unglaublich leichtgängige Lenkung und das Interieur strotzt nur so von digitalen Instrumenten. Aber nicht so, dass es zwanghaft futuristisch aussieht, sondern einfach zeitgemäß.

Ein beinahe perfektes Auto, für einen Städter wie mich aber zu groß. Wer auf Komfort, Überblick und Respekt auf der linken Spur nicht verzichten möchte, auf der anderen Seite aber auch nicht stundenlang auf nervenzerfetzende Parkplatzsuche gehen möchte, der ist mit einem Kompakt-SUV, wie der frische Renault Captur einer ist, gut aufgestellt.



Die Franzosen spendieren der europäischen Nummer eins im B-SUV-Segment und der hausinternen Nummer zwei eine neue Frontpartie, stylishe LED’s und neue Assistenten. Was bei Renault aber ganz großgeschrieben wird, ist die Personalisierung.

Der Captur dürfte deshalb nicht nur mich ansprechen (no na, sonst wäre er 2016 wohl nicht mehr als 215.000-mal in Europa verkauft worden), auch andere Geschmäcker fühlen sich vom wandlungsfähigen Franzosen angezogen. Die fünf Ausstattungsvarianten des Renault decken so einiges an individuellen Bedürfnissen ab, auch die verschieden großen Geldbörserln werden berücksichtigt. Vom billigsdorfer Renault, der mit 17.000 Euro Basispreis und 90 PS daherkommt (trotzdem noch super ist), bis zur Luxusvariante, die sich sowohl durch Innenausstattung, dezenten Chromeinsatz sowie 120 PS zu erkennen gibt. Mehr als 28.000 Euro muss man dafür dann schon hinblättern.



Farblich sticht der Renault aus der grauen Masse hervor und die Möglichkeiten zur Personalisierung nehmen auch hier kein Ende. Sowohl Interieur, als auch Exterieur lassen sich in diversen Farben ordern. Dass er zweifarbig ist, macht ihn zum Hingucker.

Ein weiterer Hingucker, zumindest für die Insassen, ist das etwas abstrus wirkende Handschuhfach. Anfangs begegnet man diesem noch recht skeptisch, nach längerer Zeit im Captur stört es aber kaum noch, dass es sich wie eine Schublade öffnen lässt. Schon gar nicht, wenn die billigen Plätze im Fond frei sind und der Beifahrer Platz en masse hat. Seien wir uns ehrlich, elf Liter Volumen sind schon eine feine Sache, ganz besonders, da das Potential voll ausgeschöpft werden kann, weil man einfach einen besseren Überblick hat und sich der Ramsch, der sich ins Handschuhfach verirrt, jede freie Ecke nutzt.




Das Überarbeiten der Front erweist sich ebenfalls als kein Fehler. Die Tagfahrlichter sehen grandios aus, auch hinten machen die 3D-LED’s einen jugendlichen Eindruck. Einzig und alleine der Unterfahrschutz, welcher Off-Road-Qualitäten vortäuscht, passt nicht hundertprozentig zum Captur. Am Ende des Tages ist dieses Auto nun mal ein Lifestyle-Auto. Ein Auto, das dich und deine Hawara raus ins Grüne bringt, wo ihr ein paar Bierchen zischt (nicht du mein Freund). Dann geht’s wieder rein in die City, ist ein Parkplatz gefunden, muss man lediglich auf das Gaspedal steigen und der Renault parkt sich wie von Zauberhand selbst ein.



Nicht nur Optik und Assistenten machen den Captur zu einem richtigen Stadtflitzer, er fährt sich auch so. Vor allem der 110 PS starke Diesel ist spritzig und macht Spaß, SUV-Charakter lässt sich dann bei der ersten übersehenen Temposchwelle erkennen. Diese schluckt der Franzose nämlich überraschend gut und beweist somit, dass er eben nicht nur ein wendiger Parkplatzheld ist.

Das Beste am Renault Captur ist aber der Verjüngungseffekt. Optik und Fahrgefühl tragen dazu bei, dass man sich hinterm Steuer frisch, wie Patrick Swayze in Dirty-Dancing, fühlt. Und dass einem dank Platzangebot, dem daraus resultierenden Komfort und der fabelhaften Federung nicht der ein oder andere Lendenwirbel tschari geht, ist die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

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Rapid auf der Überholspur

Komm vorbei mit deinem Skoda!

Rapid auf der Überholspur

Der Wiener hat eine Gaudi, wenn er den grünen Skoda Rapid begutachtet. Abstiegsgefährdet, ineffizient, und so geht das munter weiter. Es lassen sich so einige Assoziationen mit dem Traditionsverein herstellen, die negativen passen aber nicht zum Auto.



Text: Maximilian Barcelli

Beim Rundgang um den facegelifteten Rapid Spaceback sticht der aggressivere Look sofort hervor, der, zumindest was das Heck betrifft, durch diverse schwarze Elemente erreicht wurde. Auch wenn den Tschechen dieses Farbenspiel durchaus gelungen ist, schmerzt das Komiker-Herz ein wenig. Ein grün-weißer Rapid wäre doch zu schön gewesen, so werden wir uns nur mit dem Namen vergnügen müssen – und mit dem Auto!



Nach geschätzten fünf Stunden der Witzelei hat dann wirklich jedes lähmende Wortspiel Erwähnung gefunden und es wird der Arbeit nachgegangen. Schließlich möchte ich euch ja vermitteln, wie sich dieses Auto fährt und ob es den heutigen Anforderungen in der Kompaktliga (ha-ha) gerecht wird. Motorisch hat sich Skoda jedenfalls weiterentwickelt, denn die Tschechen schießen den nicht mehr ganz zeitgemäßen Vierzylinder ab und gönnen den facegelifteten Rapid einen neuen Dreizylinder Motor mit einem Liter Hubraum und Turbolader. Dieser leistet entweder 95 PS, steht der Fahrspaß beim Autofahren allerdings nicht komplett im Hintergrund steht auch ein 110 PS starker Tscheche zur Verfügung.

Innen gibt sich der Skoda Rapid edler, als der Preis es zugeben möchte. Komfort wird großgeschrieben, Peinlichkeiten sucht man hier vergebens. Alles ist auf seinem Platz und wirkt aufgeräumt, durch den Radstand von 2602 Millimeter (sowohl Kombi, als auch Limousine) mangelt es auch nicht an Platz. Die Simply Clever Lösungen – einige davon sind wirklich praktisch – tragen zur Sympathie des Autos bei. Neu sind die USB-Ports im Fond des Rapid, dank denen die Kiddies noch mehr Zeit mit dem Smartphone verbringen können. Bekannte Helfer wie der Tickethalter an der Frontscheibe oder der Eiskratzer in der Tankklappe sind zwar nicht neu, freuen tut’s mich trotzdem, dass diese wieder mit an Bord sind.



Und wie fährt er sich denn jetzt? So, wie sich das Auto optisch gibt. Unaufgeregt, komfortabel und sogar ein bisschen sportlich, wenn man es drauf anlegt. Der große Fahrspaß bleibt zwar aus, für rekordverdächtige Runden auf der Rennstrecke ist der Skoda Rapid aber auch nicht konzipiert. Und dank der großen Auswahl bei der Motorisierung, werden individuellen Bedürfnisse in hohem Maße erfüllt. Bissiger kann auch schon mal der 1,6 Liter-Dieselmotor werden, der 116 Pferde auf den Asphalt bringt und mittels Sportlenkrad signalisiert, dass du dich im Top-Modell befindest. Die knapp zehn Sekunden, die das Auto braucht, um auf 100 km/h zu beschleunigen, reichen zwar nicht um die Aufmerksamkeit des Nachwuchses weg vom Smartphone zu lenken (was würde da schon reichen?), bei Beschleunigungs- und Überholmanöver lässt einem der Rapid allerdings nicht im Stich.



Stichwort Kinder: Der Skoda Rapid ist ein hervorragendes Familiengefährt, auch wenn die Länge des Wagens dies erstmal skeptisch betrachten lässt. Mit einem Kofferraumvolumen von 415 Litern (Spaceback) beziehungsweise 550 Litern passt reichlich Gepäck für den nächsten Lignano-Urlaub rein. Auch das trägt zur grundsympathischen Art des Skoda Rapid bei. Was aber vor allem raussticht, ist weder die feine Optik, noch der hochwertige Innenraum, sondern die freundliche Art, mit welcher das Fahrzeug die Insassen aufnimmt. Im Rapid kommst du dir wie Zuhause vor.

Mini John Cooper Works Clubman ALL4_13

Mini John Cooper Works Clubman

Große Klappe, nichts dahinter?

Mini John Cooper Works Clubman

Hat schon der Start des Motors Großes erhoffen lassen, steigt die Freude beim Sichtkontakt mit der ersten Unterführung. Fenster hoch, Schiebedach via Knopfdrück öffnen und rauf aufs Gaspedal. Ein Konzert.



Text: Maximilian Barcelli

Keine Frage, der Mini John Cooper Works Clubman hört sich brutal an. Es zischt, es röhrt und wenn man’s provoziert, dann knallt’s auch ordentlich aus den zwei Endrohren. Allerdings beißen bellende Hunde, so sagt man ja, nicht. Um herauszufinden, ob das auf den JCW Clubman ebenfalls zutrifft, gibt es nur eine Möglichkeit – fahren.

Es geht in Richtung Höhenstraße. Noch wird der JCW nicht von der Leine gelassen, auch wenn es wider die Natur ist, diese 231 PS starke Schleuder im Green Mode so umweltfreundlich wie möglich zu fahren. Der ein oder andere Kilometer lässt sich dadurch schon gewinnen. Bei der ersten roten Ampel inklusive Pole-Position hat der umweltfreundliche Fahrstil allerdings abgedankt. Der Mini findet sich im Sport-Modus wieder und das Start-Stopp-System muss sich ebenfalls, via Toggle-Schalter, verabschieden.



Grünes Licht, rauf aufs Gas. 6,3 Sekunden bräuchte der Clubman um den 100er zu knacken, am Gürtel kann das leider nicht ganz ausgereizt werden. Mit bestialischem Sound legt der Mini los. Zwar tut sich der Clubman im unteren Drehzahlbereich noch ein wenig schwer, die Leistung auf die Straße zu bringen, hat man diesen allerdings überschritten, presst es einen ordentlich in die Sitze. Mit – ans städtische Gebiet – angepasstem Tempo geht es zur nächster Ampel. Langsam rolle ich hin, doch das Ampelsystem meint es gut mit mir. Grüne Welle, ich trete wieder voll durch und werde angenehm überrascht. In Sekundenschnelle schaltet die 8-Gang Automatikschaltung des Mini John Cooper Works Clubman runter, um in den optimalen Drehzahlbereich zu gelangen. Das in-den-Sitz-pressen nimmt kein Ende. Lärm um nichts fühlt sich so sicher nicht an.



Inzwischen habe ich im gemäßigten Fahrmodus die Höhenstraße erreicht, ein toller Ausblick über Wien bietet sich für eine kleine Pause an. Klein deshalb, weil ich es eigentlich gar nicht erwarten kann, den Clubman um die Serpentinen und Kurven der Höhenstraße zu schleudern. So schwer es mir auch fällt, geht es aus dem Fahrzeug raus, um es von außen zu betrachten. So schön der Ausblick auch sein mag, der Mini John Cooper Works Clubman zieht meine Blicke immer wieder auf sich. Relativ unscheinbar, eigentlich. Wenn man nicht versiert mit der Marke ist, kann man den Mini nur schwer als JCW identifizieren. Breitere Heckschürze und Lufteinlässe, welche den Nebelscheinwerfern den Todesstoß gaben und diese ins Abseits katapultierten, weißen darauf hin, dass es sich hier um das Top-Modell handelt. Die JCW-Logos sind eher dezent am Auto verbaut, zum Protzen ist der Clubman nicht gemacht. Zumindest nicht, wenn sich der Motor erholt.



Dieser pausiert allerdings nicht mehr lange, auf mich wartet der Abstieg. Rein in den Mini John Cooper Works Clubman, doch bevor der Wagen seiner nächsten Bestandsprobe näherkommt, wird das Cockpit gemustert. Ein Mini halt, wobei sich die Toggle-Schalter in einem JCW verdammt wohlfühlen und zur Kraft des Wagens passen. Der Touchscreen funktioniert hervorragend und ist sehr feinfühlig. Benutzen müssten wir diesen allerdings gar nicht, denn die Bayern gönnen dem Engländer einen iDrive-Controller.



Den Startschalter gedrückt, gibt sich der JCW auch für Unwissende als solcher zu erkennen. Raus aus dem Parkplatz und rein ins Vergnügen. Wechselt man in den Sport-Modus, fällt einem die direkte Gasannahme unmittelbar auf. Die erste Serpentine kommt auf mich zu, noch etwas verhalten bremse ich hin. Doch nach und nach steigt das Vertrauen in die Brembo-Bremsen, die den Mini John Cooper Works Clubman serienmäßig zum Stillstand bringen. Das Limit des Clubman auszureizen offenbart sich als Mammutaufgabe, selbst wenn Mitten in der Kurve der Gasfuß zu Blei wird, lässt sich das Fahrzeug nicht aus der Ruhe bringen und leitet mehr Kraft an die Hinterachse, um eventuelles Untersteuern zu unterbinden.

Wie auf Schienen schlängelt mich der JCW Clubman nach Klosterneuburg, von dort geht es in Richtung Donauuferautobahn, denn der Mini hat sich eine Pause am Wasser verdient. Die blassen Gesichter auf der Rückbank könnten ebenfalls eine gebrauchen.


:Infoporn
Hubraum: 1998 ccm
Leistung: 231 PS
Verbrauch: 6,8 l/100 km
Drehmoment: 350 Nm
Beschleunigung von 0-100 in: 6,3 Sek.
Spitze: 238 km/h
Gewicht: 1.565 kg
Preis: ab 41.367 Euro

McLaren 720S The Drive
World Copyright: ©McLarenAutomotive
Ref:  McLaren-720S-TheDrive-256.CR2

Mit dem McLaren 720S durch die ewige Stadt

Der Überflieger in der ewigen Stadt

Der McLaren 720S zeigt, was er kann


Statt den 720S auf einer Rennstrecke zu präsentieren, wie es sich für einen Supersportwagen gehört, beginnt die Testfahrt im neuen McLaren im Herzen von Rom. Im Schritttempo durch den Stau, durch verstopfte Kreisverkehre und über chaotische Kreuzungen strebt die Kolonne hinaus in den Norden und kann es kaum erwarten, bis der Verkehr sich lichtet: Nicht umsonst toben im Heck des ersten Vertreters der neuen „Super Series“ – nomen es omen – 720 Pferde, die nichts mehr wollen als endlich freien Auslauf zu bekommen.



Von Thomas Geiger

Aber natürlich hat sich McLaren bei dieser Zumutung etwas gedacht. Und selbstredend hatten die Briten mehr im Sinn, als mitten im Brexit an die Wiege der europäischen Verträge zurückzukehren und zugleich ihre wichtigsten Wettbewerber Ferrari und Lamborghini auf deren Hometurf zu provozieren. Sondern der Ritt durch die Rushhour von Rom war nichts weniger als die eindrucksvolle Demonstration, wie alltagstauglich ein Supersportwagen mittlerweile sein kann.



Das hat beim 720S, der in diesem Sommer als erster McLaren aus dem zweiten Modellzyklus nach der Rückkehr auf die Straße die Nachfolge des 650S antritt, gleich mehrere Gründe. Denn der Wagen lässt sich mit seinem adaptiven Fahrwerk nicht nur komfortabel selbst über Kopfsteinpflaster steuern. Bei allem Ungestüm des Achtzylinders kann man seine Kraft, dem rasend schnellen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe sei Dank, feinfühlig dosieren. Mit seinem neuen Aufbau bietet der Wagen so einen guten Ausblick, dass selbst das größte Chaos im Stadtverkehr seinen Schrecken verliert: Wo man die Welt aus Ferrari & Co oft nur wie durch Scheuklappen oder Schießscharen sieht und sich der Blick allein auf die Front fokussiert, wähnt man sich im McLaren in einem Glashaus auf Speed und mogelt sich deshalb fast so leichtfüßig durchs Gewühl wie in einem Mini. Und selbst das Parken verliert neuerdings seinen Schrecken. Nicht nur, dass man wie bisher die Nase anheben kann, um die teure Front vor dem Bordstein zu schützen, und dass auf dem großen Bildschirm über dem Mitteltunnel nun beim Rangieren eine Panorama-Anzeige auftaucht. Nein. Sondern weil die Flügeltüren jetzt beinahe in der Mitte des Daches angeschlagen sind, kann man nicht nur bequemer Ein-und Aussteigen, sondern braucht obendrein weniger Platz in der Parklücke. Und der Kofferraum ist zusammen mit der Ablage hinter den Sitzen auch noch gewachsen.



Aber irgendwann muss auch mal Schluss sein mit dem Gezuckel in der Großstadt – denn wir reden hier schließlich über einen McLaren und nicht über einen smart. Deshalb darf man sich von der Rushhour und Rom auch nicht täuschen lassen. Denn so zahm und züchtig er sich in der City bewegen lässt, so wild treibt er es draußen – und zwar egal, ob man auf der Autobahn, auf der Landstraße oder gar auf der Rennstrecke unterwegs ist. Schließlich ist der 720S nicht nur komfortabler geworden, sondern auch kräftiger und kompromissloser. Treibende Kraft ist dabei ein auf vier Liter aufgebohrter V8-Turbo, dem zwei neue, sehr viel schneller ansprechende Lader jetzt 720 PS und bis zu 770 Nm einblasen. Das ermöglicht Fahrleistungen, bei denen einem am Steuer der Atem stockt: Denn den Spurt von 0 auf 100 absolviert der 720S in gerade mal 2,9 Sekunden, die 200er-Marke erreicht er nach 7,8 Sekunden und wer tatsächlich mal ein freies Stück Autobahn findet, der kann seine Nerven mit einer Spitzengeschwindigkeit von 341 km/h auf die Probe stellen. Mehr noch als mit seiner Längsdynamik begeistert der Brite allerdings mit seiner Straßenlage. Denn das Auto ist so gut ausbalanciert und erzeugt so viel Abtrieb, dass einem beinahe alles zu gelingen scheint. Kurve für Kurve steigt man deshalb später auf die Bremse, lenkt schärfer und geht früher wieder aufs Gas und kommt aus dem Staunen kaum mehr heraus. Natürlich wird der Grenzbereich immer schmaler, je weiter man die beiden Schalter für Antrieb und Fahrwerk im wunderbar aufgeräumten Cockpit nach rechts in Richtung Rennen dreht.
Doch mit jeder Kurve wächst die Erkenntnis:

Bevor dieses Auto die Grenzen der Physik erreicht, hat der Fahrer die seinigen längst überschritten.



Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten probt der McLaren bei all der Raserei allerdings einen eher leisen Auftritt: Das kann man wörtlich nehmen, weil man den Motor schon quälen und vorher auch noch in den Trackmode schalten muss, wenn man den V8 durch seinen Sportauspuff brüllen und wenigstens hin und wieder mal die Böllerschläge der Fehlzündungen hören will. Und das gilt erst recht im übertragenen Sinn. Denn so ein Spektakel das Auto auch ist, macht es keine große Show. Sondern alles, was den Blick an diesem Boliden fängt, hat einen tieferen Sinn. Das gilt für die Karosserie mit den unter einer Art zweiten Haut versteckten und nach innen gewandten Spoilern und Schwellern für die Luftführung genauso wie für die weit ins Dach gerückten Flügeltüren und sogar für das Cockpit, das man auf Knopfdruck so weit wegklappen kann, dass nur noch ein schmales Anzeigeband hinter dem Lenkrad zu sehen ist. Denn damit lässt sich nicht nur der Beifahrer beeindrucken. Sondern vor allem verbessert sich so noch einmal der Blick auf die Strecke und man kann den Tiefflieger noch enger an der Ideallinie führen.



Man muss deshalb schon tief im Menü versinken, bis man irgendwann die Variable Drift Control findet, die den Supersportwagen dann doch als Spielzeug outet. Denn statt das Stabilitätssystem wie ein Könner einfach abzuschalten, kann sich der ambitionierte Rennfahrer damit peu à peu an den Grenzbereich herantasten, das Heck immer weiter ausstellen und sehr zur Freude seines Reifenhändlers Millimeter für Millimeter von den teuren Pirellis auf dem Asphalt hobeln. Schneller wird man damit nicht und sicherer auch nicht, räumen die Entwickler ein – aber es macht mehr Spaß und schindet mehr Eindruck, wenn man die Kurven quer nimmt und diabolischer Qualm aus den Radkästen quillt.



Aber Adrenalin-Rausch hin und der Reiz des Rasens her: So sehr einem der McLaren auf der Rennstrecke den Atem raubt, so wenig er auf der Autobahn aufzuhalten ist und so schnell er die Landstraße zur Lustmeile macht – als die Jungfernfahrt nach einem Tag wieder in der Rushhour von Rom endet, sind es einmal mehr die Übersichtlichkeit und der hohe Restkomfort, mit denen der 720S einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Denn während es auf Strecke und Straße nur Nuancen sind, die den Unterschied zur Konkurrenz ausmachen, ist er seinen Wettbewerbern hier im Stau der Stadt um Klassen voraus. Natürlich ist das eine Disziplin, die für einen Sportwagen eher nebensächlich ist. Denn wer mindestens 247.350 Euro für so ein Tiefflieger ausgibt, der hat für den Alltag sicher noch ein anderes Auto. Doch man kann es auch genau anders herum sehen: Wenn man schon so viel Geld für ein Spielzeug ausgibt, dann will man es auch möglichst oft benutzen – selbst wenn es nur zum Bäcker und nicht in die Boxengasse geht.


Special-Edition-Gorenje-Retro-Kuehlschrank1

Gorenje Retro Kühlschrank im VW Bulli Look

Mit Parkplatz mitten in der Küche

Gorenje Retro Kühlschrank im VW Bulli Look



„Life Simplified” – so nennt Gorenje die Verschmelzung von moderner Technologie und dem Design der wilden 60er. Gemeint ist damit der Retro Special Edition-Eiskasten im VW Bulli Look.

by Patrizia Zernatto

Retro Chic

Im Moment ist Rückbesinnung auf die Vergangenheit besonders angesagt, denn der aktuelle Retro-Trend zieht sich durch beinahe alle Lebensbereiche, von Mode über Technik bis hin zu Lebensmitteln, Einrichtung und macht auch vor dem Automobil nicht halt. Letzteres surft ganz oben auf der Retro-Welle. Klassiker der Designgeschichte, wie der Ford Mustang, der VW Käfer (Beetle) und viele andere, kamen mit gewohnten Formen und neuer Technik zurück auf den Markt und verkaufen sich wie warme Semmeln. Wozu sollte man das Rad auch neu erfinden, wenn es sich doch so schön dreht. Retro bedeutet nämlich noch lange nicht, auch zurück zu den technischen Anfängen zu gehen.

Retro-Design erinnert an eine Zeit ohne Verpflichtungen und voller Möglichkeiten, denn ganz nostalgisch halten wir doch alle am Gestern ein wenig fest. Retro nimmt uns die Angst vorm ungewissen Morgen – all die schönen Erinnerungen und Seelentröster machen auf alt, damit wir uns wieder jung fühlen können. In den In-Vierteln der Großstädte öffnen immer mehr Cafés ihre Türen, deren Einrichtung aus den Überbleibseln von Omas Wohnzimmer zusammengewürfelt wurden. Doch vieles “Alte” ist nicht vom Flohmarkt, sondern brandneu und meist noch dazu ordentlich teuer. Aber wer will schon einen Preis an das Gefühl der Freiheit und Jugendlichkeit heften?





Auch beim Design von Möbeln spielt die Rückbesinnung eine wichtige Rolle und so kombiniert der größte europäische Haushaltsgeräte-Hersteller Gorenje Nostalgie und Moderne. Der überaus energieeffiziente Retro-Kühlschrank kombiniert den Geist und das Design der 50er und 60er Jahre mit den neuesten technischen Innovationen.

VW Fans können vorab online das Reservierungsformular ausfüllen und mit etwas Glück steht der Bulli vielleicht schon bald in der Küche und serviert das Bier eiskalt. Bei der Registrierung bekommt man außerdem die Gorenje Parkplatz Sticker aus dem Video und kann dann schon mal die Küchen-Parklücke für den legendären VW Bulli-Kühlschrank vorbereiten.







Photo & Video Credit: Gorenje Deutschland

TeslaModelS

Tesla Model S: Der begehrteste Gebrauchtwagen

Mit Respektabstand!

Tesla Model S: Der begehrteste Gebrauchtwagen



Ein Gebrauchter muss her, doch wo findet man das beste Angebot und welches Auto liegt im Moment besonders im Trend?

by Patrizia Zernatto

Tesla überholt sie alle

Der Gebrauchtwagenkauf kann sich schon Mal ordentlich in die Länge ziehen. Entweder es liegt am fehlenden Angebot oder das Angebotene ist zu teuer, zu alt, nicht genügend gepflegt und so weiter – die Liste der Probleme ist nicht selten äußerst lange. Man ist auch gut beraten, nicht beim erstbesten Modell zuzuschlagen, den das vermeintliche Schnäppchen kann sich schnell als finanzielles Grab herausstellen. Aber wie findet man nun den idealen Gebrauchten und welche Wagen liegen besonders im Trend? Die US-Plattform Autolist.com hat sich dieses Problems angenommen – zumindest in den USA.

Autolist geht an den Gebrauchtwagenkauf ran, wie wir es von der Reiseplanung bereits seit längerem kennen: Ähnlich wie Kayak, CheckFelix, Expdia, Swoodoo und Co. kombiniert Autolist all die Angeboten von den unzähligen Gebrauchtwagen-Pages und spuckt Angebote von Privatpersonen, aber auch Händlern gleichermaßen aus. Auch für Käufer, die sich nur auf ein Budget festlegen konnten, aber noch keine Ahnung haben, was für einen Wagen sie eigentlich gerne hätten, hat die Plattform die passende Lösung. Hier kann man zum Beispiel nach Familien-Fahrzeugen unter 5.000 US-Dollar suchen oder sich auch die Auswahl der Sportcoupés unter 10.000 US-Dollar ansehen.







Die US-Plattform hat unter anderem auch untersucht, welche Fahrzeuge im Moment besonders gefragt sind und das Ergebnis hat selbst uns überrascht. Teslas Model S übertraf alle anderen Werte bei Weitem. Am amerikanischen Markt sind Teslas trotz all ihrer Problemchen anscheinend nicht nur als Neuwagen gefragt, sondern machen sich auch am Gebrauchtwagen-Markt äußerst positiv bemerkbar. Das gebrauchte Model S verkauft sich laut der Studie, bei der über 10 Millionen Auto-Inserate über einen Zeitraum von 10 Monaten untersucht wurden, nicht nur schneller, sondern bringt dem Verkäufer auch einen besseren Verkaufspreis als vergleichbare andere Fahrzeuge. Selbst die in den USA beliebten Luxusmodelle von Ford oder GM liegen weit hinter dem erstplatzierten Elektroauto. Das Tesla Model S verkaufte sich zwischen 3% und 5% schneller und besser als der Audi A7, der 6er BMW oder der Mercedes-Benz CLS. Im Durchschnitt wechselte der gebrauchte Tesla in nur 87 Tagen den Besitzer.





“We would expect top-performing vehicles in a peer group to have prices [about] 2% above our adjusted expectations for the segment. But 3% to 5% above, and maintaining that level of performance over the past year? That’s surprising,” ist selbst der Vizepräsident von Autolist.com, Alex Klein, überrascht.

Einer der wichtigsten Gründe für diese Zahlen ist die hohe Nachfrage nach dem Model S. Ob sich das Model X in der SUV-Klasse und das Model 3, dass Ende des Jahres auf den Markt kommen soll, ebenso gut am Gebrauchtwagenmarkt eingliedern werden, wird sich allerdings noch zeigen. Wir warten derweil auf eine ähnlich praktische, universelle Gebrauchtwagensuchmaschine für Europa.

Photo Credit: Tesla, Autolist

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Die beste Car Show der Westküste

California, here we come…

Die beste Car Show der Westküste



Auch dieses Jahr kamen wieder Tausende, um die Good Guys-Hot Rods, -Custom Builds, -Classics, -Muscle Cars und -Trucks während der dreitägigen Tour in Del Mar an der Westküste von ihrer schönsten Seite zu bewundern und Motorblock war natürlich live dabei.

Bei den Good Guys Del Mar Nationals gibt sich wirklich alles die Klinke in die Hand, was in der amerikanischen Autoszene Rang und Namen hat. Was kann man sich denn als passionierter Automobil-Fan mehr wünschen? Obwohl Del Mar die erste Station der jährlichen Good Guys America Tour ist, ist und bleibt sie einfach die Beste. Die südkalifornische Sonne trägt ihren Teil dazu bei…





Reden ist Silber, Schweigen ist Gold und Bilder sind in diesem Fall verchromt:

Get social guys… ich bin da ja flexibel

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or mail to: pshunter@motorblock.at

Greetings from Sunny Southern California,
Pacey

Peugeot 3008 GT_01

Peugeot 3008 GT – Der brüllende Löwe

Quelle Voiture!

Peugeot 3008 GT – Der brüllende Löwe

Irgendwas machen die Franzosen gerade verdammt richtig! Wir durften das Auto des Jahres 2017 in der GT-Version testen und können uns der Jury fast kommentarlos anschließen.



Text: Maximilian Barcelli

Das Auto des Jahres ist also wieder ein Peugeot. Schon 2014 wies der 308 seine schärfsten Konkurrenten um die Auszeichnung, den bayrischen i8 und den Model S, in die Schranken. Drei Jahre später ist der große Bruder an der Reihe und auch diesem Franzosen ist das in-die-Schranken-weisen-der-Konkurrenz geblieben. Peugeot erfreut uns allerdings nicht mit einem 3008 von der Stange, sondern setzt uns in die sportliche GT-Variante. Optisch gibt sich diese durch die breiteren Kotflügel, die 19-Zoll-Räder und einer zweifarbigen Lackierung, zu erkennen.



Zweifarbig ist generell ein recht passendes Adjektiv, denn der Peugeot 3008 GT gibt sich auf der einen Seite als liebenswerte Familienkutsche, lässt man den Löwen allerdings von der Leine, sprintet der 180 PS-starke Diesel mit einem majestätischen Gebrüll los, welches dem Nachwuchs am Rücksitz das Fürchten lehrt. Den Sportmodus wieder deaktiviert, wird der Löwe gebändigt und verwandelt sich in eine Hauskatze zurück. Einer ziemlich luxuriösen Hauskatze allerdings, der sportliche Franzose trifft nämlich den Nerv der Zeit und empfängt die Zukunft mit offenen Armen. Das futuristische Armaturenbrett erinnert fast schon ein wenig an Tesla, würde der Löwe beim proletarischen Ampelsprint nicht so brutal aus den zwei Endrohren brüllen.

Das zweispeichige Lenkrad sieht sportlich aus, trotz, oder vielleicht gerade wegen der bei Peugeot standardgemäßen kleinen Größe. Das digitale Armaturenbrett (Brett ist ja fast schon beleidigend) lässt sich durch ein Rädchen am Lenkrad einfach und bequem bedienen und individuell einrichten. Sowohl der Minimalist wird hier fündig, als auch der aufs Navigationssystem angewiesene notorische Verfahrer. Wandert der Blick vom Armaturendisplay (!) zur Mittelkonsole, sticht einem nichts ins Auge – und das ist durchaus positiv zu verstehen. Alles wirkt aufgeräumt und ist dort, wo es hingehört. Dezente Klaviertasten verweisen auf die wichtigsten Funktionen. Heizung, Radio und Warnblinkanlage sind hier zu finden. Die weniger wichtigen Funktionen lassen sich dann am zeitgemäßen Touch-Display finden.



Das Außendesign lässt auch nicht viel zu wünschen übrig. Im Vergleich zum Vorgängermodell macht der Löwe einen gigantischen Sprung nach vorne. Die Rückleuchten erinnern ein wenig an ein anderes Tier, vorne gibt sich der Peugeot 3008 GT bullig und selbstbewusst.



Selbstbewusst ist auch das Gebrüll des Löwen beim Beschleunigen. Dass nicht nur heiße „Luft“ die Auspuffanlage verlässt, wird klar, wenn die werkenden Kräfte den Körper in den Sitz pressen, der gerade an einer schönen Thaimassage mit eventuellem Happy End arbeitet. 8,6 Sekunden braucht der Peugeot 3008 GT um den Hunderter zu knacken und mit einer Spitzengeschwindigkeit von 207 km/h ist man auch auf den deutschen Autobahnen gut aufgestellt.

Nun, so ganz kommentarlos wurde die Entscheidung der Kommission, welche alljährlich das Auto des Jahres kürt, schlussendlich doch nicht angenommen. Doch fällt mir wahrlich nichts Negatives ein, womit ich diesen Artikel eine kritische Note geben könnte. Der Peugeot 3008 GT ist ein ausgewachsener und mehr als nur zeitgemäßer SUV, der zumindest in der GT-Version, auch keinen Hehl um seine Stärke macht und wie Mufasa in sein Reich hinausbrüllt.


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Rolls-Royce Black Badge

Die schwarze Seele

Rolls-Royce Black Badge

Rolls-Royce bringt mit den neuen Black-Badge-Modellen des Wraith und des Ghost sozusagen Tuning mit royalem Anspruch ab Werk. My perfect match …




Text: Gregor Josel / Fotos: Hersteller, Tim Adler

Mein Leitspruch in Sachen Kleidung lautete schon im zarten Teenageralter: „Ich trage schwarz, bis ich etwas gefunden habe, das noch dunkler ist!“ Das bringt tatsächlich enorme Vorteile im Alltag. Man muss sich beispielsweise niemals wirklich überlegen, ob man passend gekleidet ist. Schwarz passt eigentlich immer. Weiters spart man Geld, denn schwarze Wäsche kommt nie aus der Mode. Dritter und wesentlichster Vorteil: Man sieht einfach irgendwie böser aus als der Dedicated Follower of Fashion, der in orangefarbener Karottenhose und hellblauem, hochgeschlossenem und lang ärmeligem Hemd durch die Hipster-Viertel irrt, auf der Suche nach Gleichgesinnten. Diese Peinlichkeiten muss man sich als Schwarz-Liebhaber nicht geben. Und noch viel besser: Man wird vom Karotten-Mann und seinesgleichen auch praktisch nie angesprochen. Man weicht den Schwarz-Lieb habern lieber aus, man weiß ja nicht, wie und was.



Rolls-Royce hat nun vorgesorgt für Menschen wie mich. Nämlich mit der neuen Black-Badge-Serie für das Luxus-Coupé Wraith und die Chauffeurs-Limousine Ghost. Die beiden Black Badges stellen so was wie die dunkle Seite der Macht dar, quasi die Mr.-Hyde-Version der edlen britischen Luxuskarossen. Hintergrund ist einerseits natürlich das Verjüngen des Markenimages, andererseits gibt es aber auch einen wesentlich trivialeren Erklärungsansatz, der nach zweimaligem Darübernachdenken durchaus schlüssig ist: Man kennt ja den Hip-Hopper von Welt, meist nordamerikanischer Herkunft, der auf gut Wienerisch „im Geld ist“. Selbiger greift gerne zu Wraith und/oder Ghost, um diese königlichen Fahrzeuge dann in den hochpreisigen Tuningstätten von Unterwelt mit zahlreichem Bling-Bling und unfassbar hässlichen 24-Zoll-Felgen im Glitzerlook verschandeln zu lassen. Das wird Rolls Royce mit den Black-Badge-Modellen zwar auch zukünftig nicht ganz ausschließen können, doch gibt es ja auch durchaus gebildetere und stilsicherere Rock-, Pop-, Hip-Hop- und RnBStars, die sich dank verschärfter Optik ab Werk den Weg in die Chrom- und Glitzer-Spelunke künftig ersparen.



„Black Badge ist das Alter Ego der Rolls-Royce- Modelle Wraith und Ghost: selbstbewusster, herausfordernder und kraftvoller. In der großartigen Geschichte unserer Marke ist Black Badge ein wegweisender Meilenstein“, so die ziemlich prägnante Erklärung der neuen Modelle von Torsten Müller-Ötvös, Chief Executive Officer von Rolls-Royce Motor Cars.



Wohin die Reise geht, verkörpert schon auf den ersten Blick die legendäre „Spirit of Ecstasy“-Kühlerfigur, die nun stolz und hochglänzend schwarz auf den mächtigen Motorhauben der beiden Black Badges durch die Nacht streift. Das hat was von Batman, nur eben very British, mit Stil. Auf die Straße übertragen wird die Kraft der Black-Badge-Fahrzeuge durch die neuen und einzigartigen zweiteiligen Carbonfaser-Aluminiumräder. Auch am Armaturenbrett findet man Carbon, und die Möglichkeiten zur Individualisierung des Innenraums sind nahezu grenzenlos. Doch nicht nur optisch hat man die beiden Black-Badge-Modelle auf böser getrimmt. Der Wraith leistet jetzt sagenhafte 632 PS, der Ghost 612 PS.


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Die Fahrwerke, Getriebe und Bremsen beider Schiffe wurden ebenfalls optimiert, um dem Fahrer mehr Feedback zu geben. Das Ergebnis: Black Badge willst du selbst fahren. Der Butler hat an diesen Tagen frei!




Und weil es so schön war, hier noch einmal die brachiale Beschleunigung des Wraith Black Badge von 0-250 km/h:

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Kraftzwerg und -zwerger

Ford Fiesta ST200 vs. Renault Twingo GT

Kraftzwerg und -zwerger

Darf’s ein bissl weniger sein? Ja, bitte! Wir stellen das Gemeinsame vor das Trennende und spüren in Ford Fiesta ST200 und Renault Twingo GT dem Reiz des Kleinen nach. Zum Glück sind sie vorher in den Zaubertrank gefallen.



Text: Bernhard „Verleihnix“ Katzinger / Fotos: Eryk Kepski

Die Kraftzwerge aller Couleurs haben nach wie vor ihre eingeschworene Fangemeinde unter den Autofreunden – und das nicht nur bei den Jungen. Zugegeben, im fortgeschrittenen Alter lernt der Mobilist Komfort zu schätzen, und so mancher opfert ein der Beschleunigung förderliches Verhältnis aus Gewicht und Kraft vollends einer die Wirbelsäule schonenden Einstiegshöhe. Weil wenn schon zur Feldenkrais-Therapie, dann gewissermaßen ganzheitlich, also riskiert man auch bei der motorisierten Fortbewegung keine unschönen und potenziell gesundheitsgefährdenden Verrenkungen. Blüht jedoch eines Märzens der zweite (oder dritte) Frühling, reizt vielleicht doch die Probefahrt, und mehr spaßhalber zunächst begibt man sich auf die Suche nach einer kleinen Giftspritze für die täglichen Wege, die einem zwar nicht den letzten Cent aus der Tasche ziehen, aber sehr wohl den Oberkörper beim Beschleunigen ordentlich in die Sitzlehne drücken soll.



Kein Vergleich, aber …

Dann stehen sie vor einem. Kraftzwerg und -zwerger. Schon der größere Fiesta ist höchstens als subkompakt zu bezeichnen, mittels 1,6-Liter-Dreizylinder-Benziner hoch passend fortgetrieben. Ecoboost nennt Ford seine kleinen Turbobenziner, mit Betonung auf „Boost“. Denn artgerecht bewegt, fällt der Abschied vom ausgewiesenen Normverbrauch von knapp über 6 Litern kurz und schmerzlos aus.



Der Twingo, unserer Nomenklatur folgend dann superkompakt, läuft ebenfalls serienmäßig auf drei Töpfen. Die Renault-Ingenieure haben das hinten sitzende TCe-90-Aggregat mittels modifizierten Ansaugtrakts und software-seitiger Kraftkur auf 110 PS und 170 Newtonmeter Drehmoment gepimpt. Und als ob das noch nicht Spaß genug verhieße, hat man auch an der Getriebeabstufung getüftelt und das Fahrwerk modifiziert. Das Ergebnis ist entsprechend, nix mit gemütlich mitschwimmen, sondern ausdrehen, schalten, ausdrehen … Noch vehementer fordert der Ford einen aktiven Fahrstil ein, sonst wären ja die feinen Sportsitze ganz umsonst.



Schneller Auftritt

Für optische Dynamik sorgen beim Franzosen die Lackierung in scharfem Pepper-Orange (andere Farben sind erhältlich, aber wozu?) ebenso wie die 17-Zöller, der zusätzliche Lufteinlass und die zwei Röhrln, aus denen neben dem Schlechten (Stichwort: Ende des Ölzeitalters) auch das Gute kommt, nämlich der Sound.



Auch die Ford-Karosse spricht vom ersten Anblick weg Klartext: Vorwärts! Unser Feldenkrais-Patient mag trotz des schicken Spoilers und der dynamischen Keil-Symbolik das Fehlen zweier Türen bemängeln, wegen der dadurch notwendigen Verrenkungen beim Verstauen des Harris-Tweed-Sakkos am Rücksitz, und zum viertürigen Twingo hinüberschielen. Aber die Klientel des ST200 lässt die Daunenjacke sowieso an beim Fahren – weil wenn man so schnell am Ziel ist, tut man sich keinen Garderobenstopp an. (Ist Ihnen das schon einmal aufgefallen, dass die jungen Menschen alle voll angezogen im Auto sitzen? Erst ab 40 wirft man die Jacke auf den Rück- oder Beifahrersitz, ehe man losfährt. Frühestens ab 50 benutzt man den Kleiderhaken am Haltegriff. Mysteriös, das.) Das Platzangebot in den beiden Autos ist verblüffenderweise durchaus vergleichbar – kein Zwicken, auch im Twingo, auch für Normalgroße.



Was hingegen als ein wenig unmodern auffällt: die vielen kleinen Knöpfe im Fiesta-Cockpit mit den vielen kleinen Beschriftungen sowie das kleine Display, das ein bissl an einen alten Gameboy erinnert. Sie sind aber zum Glück das Einzige, was den „Wiedereinsteiger“ mit dem Gleitsichtsehbehelf am dynamischen Ford-Kommen hindern könnte. Das Renault-Interieur ist deutlich aufgeräumter, moderner. Bis auf das etwas altbackene Cockpit ist im Fiesta jedoch alles auf Krawall gebürstet – der (etwas tief sitzende) Schaltknüppel, das griffige Steuerrad, das jederzeit gut Auskunft gibt über Vorhandensein und Beschaffenheit von Bodenhaftung, und die 200 Pferde, die sich kurzfristig noch 15 Artgenossen zu Hilfe rufen, wenn der Gasfuß einen Overboost anfordert und die Elektronik kurzzeitig mehr Ladedruck genehmigt. Das macht alles sehr, sehr viel Spaß – Verjüngungseffekt inklusive!



:Infoporn

Ford Fiesta ST200
Motor: 1,6 l Ecoboost Dreizylinder
Leistung: 200 PS
Beschleunigung von 0-100 in: 6,7 Sek.
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Verbrauch: 6,1 l/100 km
Drehmoment: 290 Nm
Gewicht: 1.160 kg
Preis ab: 28.500 Euro

Renault Twingo GT
Motor: TCe 110 Dreizylinder
Leistung: 110 PS
Beschleunigung von 0-100 in: 9,6 Sek.
Höchstgeschwindigkeit: 182 km/h
Verbrauch: 5,2 l/100 km
Drehmoment: 170 Nm
Gewicht: 1.076 kg
Preis ab: 15.990 Euro