
Renault Master Facelift: Neue Mittelkonsole und mehr Sicherheit
Das Wichtigste in Kürze:
- Renault frischt den Master (4. Generation) mit neuer Mittelkonsole, mehr Sicherheitsausstattung und optimierter Batterie auf.
- Neue, günstigere Chassis-Cab-Version mit 40-kWh-Batterie ergänzt das E-Tech-electric-Programm für den urbanen Einsatz.
- Bidirektionales Laden (V2G) soll je nach Markt ab Jahresende möglich sein, das 87-kWh-Modell erhält eine neue Batteriechemie.
- Höherer Recycling-Anteil im Armaturenbrett und neue „Converted by Renault“-Aufbauten runden das Update ab.
- In Österreich profitieren Nutzfahrzeuge dieser Klasse ohnehin von der NoVA-Befreiung, die elektrische E-Tech-Variante zusätzlich von der Befreiung der motorbezogenen Versicherungssteuer.
Der Renault Master hat sich als großer Transporter in Europa an die Spitze seines Segments gesetzt, und Renault legt nun nach: Mit einer Reihe an Detailverbesserungen sollen Fahrkomfort, Ergonomie und Alltagstauglichkeit der vierten Generation weiter steigen. Betroffen sind sowohl der vollelektrische Master E-Tech electric als auch die Benzin- und Dieselversionen mit Automatikgetriebe. Renault treibt die Elektrifizierung derzeit auf breiter Front voran, wie zuletzt auch beim Facelift des Megane E-Tech Electric zu sehen war.
Was ändert sich beim neuen Renault Master im Innenraum?
Herzstück des Updates ist eine neue Mittelkonsole, die um 90 Millimeter mehr Platz schafft und den Wechsel zwischen Fahrerkabine und Laderaum erleichtern soll. Auch der mittig sitzende Beifahrer profitiert laut Renault von mehr Bein- und Kopffreiheit. Eine Keycard ersetzt künftig den klassischen Schlüssel für Zugang und Motorstart, was im gewerblichen Alltag mit häufig wechselnden Fahrern Zeit sparen soll.

Bei der Sicherheit rüstet Renault mit einer Innenraumkamera in der A-Säule nach, die als Müdigkeits- und Aufmerksamkeitswarner dient. Eine elektrische Parkbremse mit Auto-Hold-Funktion soll künftig bei allen Fronttrieblern serienmäßig an Bord sein. Die E-Tech-electric-Version sowie die Automatikmodelle erhalten zudem eine adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Lenkradbedienung und ein überarbeitetes digitales Kombiinstrument.
Was bringt das Update für den elektrischen Master E-Tech electric?
Die 87-kWh-Batterie des vollelektrischen Master wird laut Renault in Europa gefertigt und im Werk Batilly verbaut. Ihre Kapazität bleibt unverändert, eine neue Batteriechemie mit mittlerem Nickelanteil soll aber das Wärmemanagement und die Ladeleistung verbessern. An Bord ist serienmäßig ein bidirektionales 11-kW-AC-Ladegerät, optional steht ein ebenfalls bidirektionales 22-kW-Ladegerät zur Verfügung. Je nach Markt soll der Master ab Jahresende zusätzlich mit Vehicle-to-Grid-Funktion (V2G) kompatibel sein, sodass sich das Fahrzeug als mobiler Stromspeicher nutzen lässt.
Neu im elektrischen Angebot ist eine Chassis-Cab-Variante mit kleinerer 40-kWh-Batterie, die das bestehende 87-kWh-Modell ergänzt. Als günstigere Einstiegsversion zielt sie gezielt auf Kommunen und den städtischen Verteilerverkehr. Sowohl im Fahrerhaus als auch im Laderaum steht zudem eine 220-Volt-Steckdose mit bis zu 3.500 Watt Leistung bereit, über die sich etwa Akku-Werkzeuge direkt im Fahrzeug laden lassen.

Mehr Recycling-Anteil und neue Aufbauten
Der sichtbare obere Teil des Armaturenbretts besteht laut Renault nun zu 20 Prozent aus recyceltem Kunststoff aus Altfahrzeugen, entwickelt im konzerneigenen Ökosystem „The Future Is Neutral“. Unter dem Label „Converted by Renault“ erweitert der Hersteller außerdem sein Angebot an Werksumbauten um neue Pritschen- und Kippervarianten aus Aluminium beziehungsweise Stahl der Karosseriebauer JPM und Gruau, dazu kommt ein Modell mit 20 Kubikmeter Ladevolumen samt Ladebordwand. Eine Busversion ist für einen späteren Zeitpunkt angekündigt. Recycling und Kreislaufwirtschaft spielen bei Renault derzeit generell eine größere Rolle, auch bei Nischenmodellen wie dem elektrischen Renault R5. Wohnmobilbauer wiederum profitieren von einer um 120 Millimeter verbreiterten hinteren Spurweite, die den Einbau eines Wohnbereichs erleichtern soll.
„Seit fast 50 Jahren unterstützt der Renault Master Geschäftskunden bei ihren täglichen Aktivitäten“, so Frédéric Clermont, Vice President LCV Product & Revenue bei Renault. 2025 zum „Van of the Year“ gewählt, erhalte der Master nun neue Varianten, Ausstattungsmerkmale und ein funktionaleres Armaturenbrett.
| Renault Master Facelift | Details (Herstellerangaben) |
|---|---|
| Batterie E-Tech electric | 87 kWh (Bestandsmodell, neue Zellchemie) / 40 kWh (neu, Chassis-Cab) |
| Laden | 11 kW AC bidirektional serienmäßig, 22 kW AC bidirektional optional, V2G ab Jahresende (marktabhängig) |
| Neue Ausstattung | Mittelkonsole (+90 mm), Keycard, Müdigkeitswarner-Kamera, elektrische Parkbremse mit Auto-Hold, ACC |
| NoVA / Steuer in Österreich | Nutzfahrzeuge dieser Klasse i. d. R. NoVA-befreit; E-Tech electric zusätzlich befreit von der motorbezogenen Versicherungssteuer |
| Preis | Zum Update noch nicht kommuniziert |
| Verfügbarkeit | Rollout der Neuerungen in den kommenden Monaten |
Motorblock-Fazit
Kein großer Modellwechsel, aber ein Update mit spürbarem Nutzwert: Mehr Platz an der Mittelkonsole, eine praktischere Keycard und zusätzliche Sicherheitstechnik dürften im gewerblichen Alltag ankommen, während die neue günstigere 40-kWh-Version dem E-Tech electric weitere Kundengruppen erschließen könnte. Ob und zu welchem Preis das Update auch in Österreich ausgerollt wird, muss der Marktstart erst zeigen.


