Stellantis BOW: Der Lieferwagen ohne Fahrer

4 Min. Lesezeit

Das autonome Konzeptfahrzeug BOW. von Stellantis Pro One auf der IAA Transportation 2026 in Hannover

Kein Fahrer, kein Lenkrad, dafür ein Laderaum auf Rädern: Stellantis Pro One hat mit „BOW.“ ein autonomes Konzeptfahrzeug für die letzte Meile entwickelt und stellt es diese Woche auf der IAA Transportation 2026 in Hannover erstmals vor.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Stellantis Pro One zeigt mit „BOW.“ (Box on Wheels) ein autonomes, vollelektrisches E-Lieferkonzeptfahrzeug für die letzte Meile.
  • Entwickelt gemeinsam mit dem chinesischen Robotik-Spezialisten UQI Robotics.
  • Weltpremiere am 14. September auf der IAA Transportation 2026 in Hannover, inklusive Live-Demo am Stellantis-Pro-One-Stand.
  • Fokus zunächst auf Europa, weitere Märkte sollen im Projektverlauf geprüft werden.
  • Serienstart, Preis und Verfügbarkeit für Österreich sind noch offen – BOW. ist aktuell ein Konzept- und Erprobungsfahrzeug.

„BOW.“ steht für Box on Wheels. Die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns, zu der unter anderem Citroën, Fiat Professional, Opel und Peugeot gehören, präsentiert das Konzeptfahrzeug am 14. September auf der IAA Transportation 2026 der Öffentlichkeit – auf dem Messestand ebenso wie live in einer dynamischen Demonstration im Freigelände.

Das Konzeptfahrzeug BOW. (Box on Wheels) von Stellantis Pro One und UQI Robotics

BOW. soll Logistikunternehmen in Städten und in Zonen mit Zufahrtsbeschränkungen entlasten. Foto: Stellantis

Was steckt hinter „BOW.“?

BOW. ist kein fertiges Serienfahrzeug, sondern ein Machbarkeitsnachweis: eine autonome, elektrische Logistikplattform, die Fahrzeugtechnik, Konnektivität und Serviceleistungen in einem System bündeln soll. Stellantis Pro One bringt dafür seine Erfahrung mit Nutzfahrzeugen und den betrieblichen Anforderungen gewerblicher Kunden ein, etwa bei Flottenintegration und Support. Zielumgebungen sind laut Hersteller dichte Stadtgebiete, Zonen mit Zufahrtsbeschränkungen und emissionsarme Innenstadtbereiche, aber auch kontrollierte Areale wie Werksgelände, Kliniken oder Flughäfen.

Wer ist UQI Robotics?

Die technologische Basis liefert UQI Robotics, ein 2020 von UBTECH und Miracle Automation gegründetes Joint Venture mit Sitz in China. Das Unternehmen bringt Know-how in autonomen Systemen, Wahrnehmungstechnologien und Software mit und hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 7.000 Roboter in 66 Städten und Regionen im Einsatz. Stellantis Pro One wiederum soll die Lösung für den europäischen Markt anpassen und skalieren.

Der autonome Lieferroboter BOW. von Stellantis Pro One am Messestand in Hannover

Erste Validierungsphasen sind laut Stellantis Pro One in Europa geplant. Foto: Stellantis

Wann kommt BOW. auf die Straße?

Einen Serienstart nennt Stellantis Pro One nicht. Erste Validierungsmaßnahmen sollen in Europa beginnen und Aufschluss über betriebliche Leistung, Kundennutzen und Skalierbarkeit geben, ehe über eine Ausweitung auf weitere internationale Märkte entschieden wird. Konkrete Angaben zu Österreich fehlen bislang – es handelt sich um eine strategische Kooperation, kein bestellbares Produkt. Zu Preis, Reichweite oder Ladeleistung äußert sich der Hersteller noch nicht.

Eric Laforge, globaler Senior Vice President von Stellantis Pro One, ordnet das Projekt als Ausblick ein: Man wolle prüfen, wie autonome Technologien, Konnektivität und Dienstleistungen zur Zukunft der gewerblichen Mobilität beitragen könnten, und die Rolle des Fahrzeugs vom reinen Transportmittel zur integrierten Logistikplattform erweitern. Eingebettet ist BOW. in die Konzernstrategie „FaSTLAne 2030“, mit der Stellantis unter anderem auf autonome Logistik, Elektrifizierung und neue Dienstleistungsmodelle setzt.

Stellantis Pro One BOW. Konzeptfahrzeug für die autonome Zustellung auf der letzten Meile

BOW. ist Teil der Stellantis-Strategie „FaSTLAne 2030“ für autonome und vernetzte Nutzfahrzeuge. Foto: Stellantis

In Hannover steht BOW. nicht allein: Stellantis Pro One zeigt in Halle 13 unter anderem auch den neuen Smart Compact Van, der unter vier Marken auf den Markt kommt. Auch andere Hersteller nutzen die IAA Transportation in Hannover diese Woche für Nutzfahrzeug-Neuheiten – ein Indiz dafür, wie sehr sich die Branche gerade zwischen Elektrifizierung und Automatisierung neu sortiert.

Motorblock-Fazit

BOW. ist (noch) kein Auto zum Bestellen, sondern eine Ansage: Stellantis will bei autonomer Stadtlogistik nicht nur zuschauen. Ob aus der Kooperation mit UQI Robotics ein europataugliches Serienprodukt wird, hängt von den nun startenden Testphasen ab. Für heimische Logistiker und Paketdienste bleibt das Projekt vorerst Beobachtungssache – spannend ist es trotzdem, weil es zeigt, wohin sich die Nutzfahrzeugsparten der Konzerne als Nächstes bewegen.

Datenblock: Stellantis BOW. (Box on Wheels)

Hersteller Stellantis Pro One (mit Citroën, Fiat Professional, Opel, Peugeot)
Technologiepartner UQI Robotics (China)
Kategorie Autonomes, vollelektrisches Logistik-Konzeptfahrzeug
Einsatzgebiet Urbane Zustellung, Low-Emission-Zonen, Werks-/Klinik-/Flughafengelände
Weltpremiere 14. September 2026, IAA Transportation Hannover
Fokusmarkt (Start) Europa
Preis noch nicht verfügbar
Marktstart offen
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