Porsche Sonderwunsch hat aus einem 911 GT2 RS ein straßenzugelassenes Flachbau-Einzelstück gebaut. Basis ist ein GT2 RS der Baureihe 991.2, den ein Kunde für den Umbau abgegeben hat. Die neue Front erinnert an den Le-Mans-Renner 935/78, besser bekannt als „Moby Dick“, ein Serienangebot ist das Auto nicht.
Das Wichtigste in Kürze:
- Basis: Porsche 911 GT2 RS (991.2), 700-PS-Biturbo-Boxer unverändert übernommen
- Umbau über das Sonderwunsch-Programm, Kategorie „Factory One-Off“, rund drei Jahre Entwicklungszeit
- Neue Flachbau-Front nach Vorbild des 935/78 „Moby Dick“, U-Grafik auf der Haube, Lackierung Grand Prix Weiß
- 31,6 kg leichter als der GT2 RS mit Weissach-Paket, bis zu 554 kg Abtrieb bei 340 km/h
- Straßenzulassung für ganz Europa, aber kein Listenpreis, da echtes Einzelstück

Was hat der Umbau mit „Moby Dick“ zu tun?
Der Spitzname „Moby Dick“ stammt vom Porsche 935/78, dem Le-Mans-Prototyp mit der extrem langgezogenen Flachbau-Nase aus den späten Siebzigern. Für das aktuelle Sonderwunsch-Projekt zeichnete Designer Grant Larson verantwortlich, der schon 2018 den modernen 935-Tribut-Rennwagen für die Rennstrecke gestaltet hatte. Die neue Karosserie des Porsche GT2 RS Flachbau übernimmt die charakteristischen Proportionen der Rennsport-Legende und überträgt sie erstmals auf ein alltagstaugliches, straßenzugelassenes Fahrzeug. Auch beim offenen 911 GT3 S/C hat Porsche zuletzt gezeigt, wie viel Spielraum die Marke sich bei Einzelstücken und Kleinserien lässt.

Wie viel Serien-GT2-RS steckt noch drin?
Am Antrieb hat Porsche auf ausdrücklichen Kundenwunsch nichts verändert: Der Biturbo-Sechszylinder-Boxer leistet weiterhin 700 PS. Verändert hat sich fast alles drumherum. Karosserie und Aerodynamik wurden neu entwickelt, das Einzelstück wiegt 31,6 kg weniger als ein GT2 RS mit Weissach-Paket, obwohl dieses Paket bereits die leichteste Werksversion darstellt. Bei 340 km/h soll das Auto bis zu 554 kg Abtrieb erzeugen. Am Projekt arbeiteten neben der Sonderwunsch-Manufaktur auch Style Porsche, die Entwicklungsabteilung in Weissach, die Motorsportabteilung und der Rennsport-Dienstleister Manthey mit. Vor dem finalen Einzelstück baute Porsche drei Testfahrzeuge, die Erprobung umfasste digitale Crashsimulationen, Windkanaltests, Hochgeschwindigkeitsläufe auf dem Flugplatz Mendig und einen 50-Runden-Ausdauertest auf der Nürburgring-Nordschleife mit Werksfahrer Lars Kern, bevor das Auto die Straßenzulassung für Europa erhielt. Wer sich für ungewöhnliche Porsche-Kapitel abseits der Hauptbaureihen interessiert, findet auch bei den Transaxle-Modellen 924, 928, 944 und 968 einige Überraschungen.

Was kostet ein Werksunikat wie dieses?
Einen konkreten Preis für dieses Fahrzeug nennt Porsche nicht, wie bei einem echten Einzelstück üblich. Die Kategorie „Factory One-Off“ ist die aufwendigste Stufe im Sonderwunsch-Programm. Laut internationalen Fachmedien bewegen sich Projekte dieser Größenordnung je nach Aufwand zwischen rund zwei und 15 Millionen Euro.
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Motorblock-Fazit: Ein Auto wie dieses kauft niemand aus der Preisliste, sondern bestellt es als Statement. Dass Porsche für ein einziges Kundenfahrzeug drei Testwagen baut und einen Nürburgring-Ausdauertest mit Werksfahrer Lars Kern absolviert, zeigt aber, dass Sonderwunsch kein reines Folierungsgeschäft ist, sondern echte Entwicklungsarbeit. Für die breite Masse bleibt der Flachbau-GT2-RS unerreichbar. Als Hommage an die 935/78 „Moby Dick“ ist er trotzdem ein Stück gebaute Markengeschichte.

















