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Hyundai i30 Facelift: Edeltechniker

Hyundai verteidigt seine Position auf dem Golf-Platz: Während der VW-Konzern seine Kompakten gerade komplett austauscht, rüsten sich die Koreaner mit einem gründlichen Update des i30 für den verschärften Wettbewerb. Fünftürer und Kombi und in Teilen auch der eigenwillige Fastback fahren deshalb jetzt mit aufgefrischtem Design und neuer Technik vor. Und mit neuen Preisen: Die beginnen bei 18.511 Euro für das Steilheck und 19.486 Euro (beides D) für den Kombi, und wer sich mit dem Fastback als Modejünger positionieren will, muss dafür mindestens 27.869  Euro anlegen.

Von Thomas Geiger

Bei der Modellpflege greifen die Koreaner die beiden Mega-Trends auf, die gerade durch die PS-Welt rollen: Elektrifizierung und Digitalisierung. Viel wichtiger als die retuschierten Schürzen und Schweller, der frisch geschminkte Grill oder die nachgezeichneten Scheinwerfer sind deshalb die Änderungen im Innenraum. Schließlich blickt der Fahrer jetzt in neue, komplett animierte Instrumente und lässt seine Finger daneben über einen großen Touchscreen gleiten, der freistehend über der Mittelkonsole thront wie ein Tablet. Darauf laufen eine erweiterte Online-Navigation und ein Infotainment-System, das permanent mit dem Internet verbunden ist.

Auch unter der Haube ist der Hyundai mehr denn je auf Draht. Denn vom neuen Basis-Benziner mit 1,5 Litern Hubraum und 110 PS abgesehen, sind alle Otto-Motoren nun mit 48 Volt-Technik und elektrischem Starter-Generator ausgestattet. Egal ob 1,0-Liter Hubraum und 120 PS oder 1,5 Liter und 159 PS – immer ersetzt ein E-Motor die Lichtmaschine, macht das Start-Stopp-System geschmeidiger, lässt den i30 im Leerlauf segeln, schiebt beim Losfahren mit an, gewinnt beim Bremsen Energie zurück und wirkt so gleich dreifach positiv: Er steigert die Laufruhe, verbessert die Dynamik und drückt den Verbrauch. Zusammen mit einem ausgewogenen Fahrwerk und einer feinfühligen Lenkung lässt das den i30 reifer und souveräner wirken als so manchen anderen Kompakten.

Wie ernst es den Koreanern damit ist, beweist ein weiteres Detail der Modellpflege: Die elektronische Kupplung. Wo andere Hersteller die Mild-Hybrid-Technik an eine Automatik oder Doppelkupplung koppeln, ermöglicht sie den wirkungsvollen Einsatz des Startergenerators auch beim Handschalter, weil damit der Motor auch ohne Zutun des Fahrers von Krafttrieb getrennt und entsprechend abgeschaltet werden kann.

Dagegen stinken die Diesel buchstäblich ab. Zwar hat Hyundai auch an denen nochmal gefeilt und sie mit viel Feintuning wieder etwas sauberer gemacht. Doch sind die Eckdaten unverändert und nach wie vor leistet der 1,6-Liter 115 oder 136 PS.

Aber so digital und elektrisch  der i30 auch werden mag mit der Modellpflege, so ganz und gar von der Vernunft regieren lässt er sich nicht. Denn am leidenschaftlichen i30 N geht das Facelift spurlos vorüber.

VW Tiguan Facelift: Bestseller reloaded

Sie definieren sich noch immer über den Golf und hoffen auf den ID.3 – doch das meistverkaufte Auto von VW ist längst ein anderes: Der Tiguan. In mittlerweile zwölf Jahren sechs Millionen Mal produziert, hat er sich mit seinen amerikanischen und chinesischen Derivaten am Golf vorbei auf den Thron von Wolfsburg geschoben – und will sich dort auch noch eine Zeit lang halten. Und dabei helfen soll ihm kein Geringerer als der Golf selbst. Denn wenn nach den Sommerferien im 35-Sekunden-Takt die überarbeitete Version aus den Fabriken in Wolfsburg, Mexiko, Russland und China rollt, dann profitiert der erfolgreichste Geländewagen Europas vor allem von den Innovationen, die mit dem Generationswechsel beim Golf eingeführt wurden. Und ein aufgefrischtes Design mit einem komplett neuen Gesicht und retuschiertem Rücken gibt es obendrein.

Von Thomas Geiger

Die Nähe zum neuen Golf erkennt man vor allem am neuen Lenkrad und den digitalen Instrumenten, den Assistenzsystemen mit erweitertem Verantwortungsbereich sowie dem Infotainment mit mehr Inhalten und besserer Vernetzung, bis hin zum Musik-Streaming und der kabellosen Smartphone-Integration.

Aber auch bei der Antriebstechnik spendet der Kompakte seinem hauseigenen Konkurrenten ein paar neue Gene: So übernehmen die TDI-Motoren des Tiguan das so genannte TwinDosing, das die NOx-Emissionen um bis zu 80 Prozent senkt und die 2,0-Liter-Diesel zu den saubersten Motoren ihrer Art macht, und für die Benziner wird es Schritt für Schritt neue Mild-Hybride geben.

In einem Punkt ist er Tiguan dem Golf aber sogar voraus. Denn noch vor dem Kompakten bekommt das SUV seinen ersten Plug-In-Hybriden und lockt als R-Modell mit reichlich Leistung. Der eHybrid genannte Teilzeitstromer hat eine Systemleistung von 245 PS und saugt seine Energie aus einem Akku, der mit 13 kWh Kapazität für bis zu 50 Kilometer reicht, und der Bodybuilder der Baureihe bekommt zum grimmigen Design eine 320 PS starke Version des Standard-Vierzylinders, die den Führungsanspruch des Tiguan auch auf der Überholspur durchsetzen soll.

Zwar haben die Niedersachsen tief ins Technikregal und in die Kasse gegriffen, um ihren Bestseller fit für die zweite Halbzeit zu machen. Doch für eine neue Karosserie-Variante hat  es offenbar nicht mehr gereicht. Der gestreckte Tiguan Allspace bleibt  zwar weiter im Programm und bekommt das gleiche Update, doch das lange kolportierte Coupé wird  es nicht geben.

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