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Dieser Supra hat 2.060 PS

Der Toyota Supra JZA80 wurde lange Zeit für den letzten Supra gehalten und dementsprechend ist er auch ein besonders kultiges Vehikel. EKanoo Racing hat eines dieser Sammlerstücke nun auf gemütliche 2.060 PS aufgeblasen.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Screenshot via EKanooRacingTV

Die Tuner kennen wir schon von Projekten wie diesem irren McLaren 720S. In dieser Werkstatt weiß man also, was man tut. Dem Supra-Versuchskaninchen haben sie über die Jahre ein paar Pferde zusätzlich angedichtet, sodass es nun statt 330 2.060 PS leistet. Ist okay. Ach, da waren ja noch die 1.767 Nm Drehmoment. Auch okay. Haben wir den Heckantrieb erwähnt? Äh …

Das wildeste an der Geschichte ist jedoch, dass dieser Supra tatsächlich noch immer straßentauglich ist. Aber so sehr wir sonst für das Ausfahren exotischer Boliden sind: Irgendwo muss es dann schon eine Grenze geben. Denn wenn man mit diesem Teil an der Ampel Vollgas gibt, zieht man dem restlichen Verkehr wohl den Asphalt unter den Reifen weg. Fraglich auch, ob sich dieses Monstrum dauerhaft unter 200 km/h fahren lässt. Wobei – die Frage ist wohl eher, ob dieser Supra überhaupt länger als ein paar Minuten lang durchhält, bevor er explodiert.

Toyota Supra 2.0: Weniger ist wirklich mehr

Es war ein Einstand nach Maß. Denn seit Toyota vor einem Jahr mit großzügiger Unterstützung von BMW den Supra zurück gebracht hat, nimmt man den Japanern endlich wieder ein bisschen Lust und Leidenschaft ab und akzeptiert die Massenmarke auch auf der Überholspur. Und jetzt legen sie noch einmal nach: Ein knappes Jahr nach der Premiere des rassigen Coupés schicken sie im Mai ein neues Einstiegsmodell ins Rennen. Zwar hat dieser Supra 2.0 zwei Zylinder weniger und büßt damit auch rund 90 PS ein. Doch erstens sinkt im Gegenzug der Preis um 8.000 auf 48.900 Euro (D). Und zweitens speckt der Supra so im besten Fall bis zu 100 Kilo ab. Weil zudem der Schwerpunkt weiter in die Fahrzeug-Mitte rückt, gilt hier das Motto „weniger ist mehr“ und der coole Keil wird gar vollends zum König der Kurven.

Von Thomas Geiger

Gierig hechelt der Vierzylinder nach Gas und sehnsüchtig zieht es das Coupé aus der Stadt hinaus aufs Land, wo die Straßen leer und die Kurven eng sind. Und während man auf dem Boulevard vielleicht noch das sonore Bollern des Sechszylinders vermisst hat, freut man sich hier draußen viel eher an der neuen Leichtigkeit, die das Coupé gar vollends zur Spaßgranate macht. Denn 100 Kilo mehr oder weniger durch die Kurven zu wuchten, das ist ein Unterschied, den man sehr wohl spüren kann.

Schon im Normalmodus gibt sich der Supra dabei stramm und verbindlich. Und wenn man in den Sportmodus wechselt, dann röhrt der Vierzylinder nicht nur noch verführerischer, sondern die Automatik schaltet schneller und das ganze Auto reagiert noch spontaner, schärfer, bissiger: Es krallt sich vorne fester in den Asphalt und das Heck erlaubt sich laszive Schwenks, bevor die Elektronik es wieder einfängt.

So bringt der Supra schon nach wenigen Kilometern das Herz zum Rasen und das Blut zum Kochen und verwandelt jede Landstraße in einen Abschnitt jener Strecke, auf der die Ingenieure den Supra maßgeblich abgestimmt haben: Die Nordschleife des Nürburgrings. Die hat es den Japanern so angetan, dass sie die Grüne Hölle sogar im Namenszug des Supra verewigt haben. Denn wer genau hinschaut, erkennt im S die Kurvenkombination von Wehrseifen.

Und so deutlich die Leistungseinbußen auf dem Papier sein mögen, so wenig bekommt man davon in der Praxis mit: Auch 258 PS sind mehr als genug für den Flachmann aus Fernost, und weil die achtstufige Automatik aus dem Hause ZF so rasend schnell schaltet, bewegt man sich fast immer ziemlich nah am Scheitelpunkt der Drehmomentkurve, die erst bei 400 Nm gipfelt. Entsprechend vehement quittiert der Supra deshalb jeden Gasstoß mit einem gewaltigen Satz nach vorne und entsprechend imposant sind die Fahrleistungen: Auch 5,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h stempeln ihn noch zu einem waschechten Sportwagen und das Spitzentempo ist bei Toyota ohnehin elektronisch auf 250 Sachen limitiert – ein Wert, den der Supra auch mit vier Zylindern mühelos schafft.

Neuer Motor für Toyota Supra: Weniger ist mehr!

Toyota erweitert die Motorenpalette des Supra. Wer sich auf einen verschärften Reihensechser gefreut hat, wird enttäuscht; der Japaner übernimmt das vierzylindrige Turbotriebwerk des Z4 30i. Warum die neue Motorisierung nicht nur für Sparfüchse interessant ist?

Text: Maximilian Barcelli

Bevor wir zur Beantwortung dieser Frage kommen, vorher noch die Hardfacts: der Vierzylinder, der auf den BMW-internen Code B48B20 hört, verrichtet seine Arbeit aktuell nicht nur im Münchner Roadster, sondern auch im neuen 3er, 6er GT und im 7er. Das Aggregat erarbeitet 258 PS und offeriert 400 NM – auch im Supra. Das sind rund 80 PS weniger als im Sechszylinder-Toyota. Dementsprechend ähnlich auch die Beschleunigungswerte: In 5,2 Sekunden wuchtet der neue Einstiegsmotor den Supra von 0 auf 100 km/h. Das Spitzenaggregat hingegen treibt den Japaner mit den deutschen Genen in 4,3 Sekunden auf Landstraßentempo.

Einverstanden, in der Längsbeschleunigung ist der kleine Supra dem großen Supra unterlegen – wäre auch seltsam, wenn nicht. Doch das macht er punkto Querdynamik wieder wett: weil der Vierender nicht so weit nach vorne ragt, verbessert sich die Gewichtsverteilung. Außerdem spart er satte 100 Kilogramm Gewicht ein. Wer also auf den etwas größeren Punch sowie den feinen Sechszylinder-Klang verzichten kann, dem könnte Toyota mit dem Supra 2.0 ein vielleicht verführerisches Angebot offerieren. Ob wir das „Vielleicht“ im vorangegangenen Satz streichen können, wird die Testfahrt zeigen.

Video: Toyota testet einen V8-Supra

Der neue Supra fährt sich auch dank seines Reihensechszylinders aus dem Hause BMW außerordentlich knackig, doch wir hätten alle gern einen echten Nachfolger für den 2JZ gesehen. Nun scheint Toyota schwere Geschütze aufzufahren und rüstet den Boliden in Tests offenbar gleich mit einem V8 aus.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Screenshot via Nenkatsu

Hier einbetten können wir das Video leider nicht für euch, da der Youtube-Channel Nenkatsu dieses Feature deaktiviert hat. Doch ihr könnt euch den aufgemotzten Supra natürlich direkt auf Youtube geben, nämlich hier:

ZUM VIDEO!

Kenner hören sofort heraus, dass unter dieser Haube weder der Reihensechser aus München noch der Vierzylinder aus dem angekündigten GT500-Modell steckt. Für dieses Level an Rotzigkeit sind in der Regel acht Töpfe vonnöten. Fragt sich nur, welchen Motor Toyota da einsetzt. Der Achtzylinder aus dem Lexus LC500 könnte es sein, jedoch klingt der normalerweise doch recht deutlich anders. Ob nun an diesem Aggregat herumgespielt wurde oder doch ein ganz neues sich die Seele aus dem Leib brüllt, können wir derzeit unmöglich feststellen.

Fakt ist jedoch, dass der Supra als GT300 betitelt wird. Das würde insofern Sinn machen, da den Teams in der japanischen GT300-Serie weitgehend freie Hand in Punkto Motor gelassen wird. Wenn Toyota also mit dem Supra teilnehmen möchte, warum dann nicht gleich mit voller Power? Wir sind und bleiben gespannt.

So baut man einen 1000 PS-Motor für den Supra

Vor einigen Wochen haben wir erfahren, dass Papadakis Racing plant, den neuen Toyota Supra auf 1.000 PS zu tunen. Und das mit dem serienmäßig verbauten Sechszylinder. Jetzt können wir die Überarbeitung des Aggregats in all ihrer Pracht bewundern.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Screenshot via Papadakis Racing

Nachdem die Tuner in der ersten Folge den Motor auseinandergenommen haben und in der zweiten Episode die neuen Teile vorgestellt haben, geht es jetzt ans Basteln. Denn auch wenn das Aggregat nicht ersetzt wird, müssen natürlich viel leistungsstärkere Zylinderköpfe und -kolben, Ventile, Pleuel sowie eine neue Kurbelwelle et cetera et cetera verwendet werden, damit das Auto die brutale Power überhaupt aushält. Schließlich verpasst Papadakis Racing dem Supra auch einen fetten Borg Warner-Turbo, der den Motor per Zwangsbeatmung auf die 1.000 Pferdestärken pushen soll.

Als nächstes Video in der Serie ist der Dyno-Test angekündigt worden, daher werden wir schon bald erfahren, ob die Tuner auf Anhieb erfolgreich waren, oder ob noch Nachbesserungsbedarf besteht. So oder so handelt es sich um geniale PR für die Firma, schließlich hat Episode 3 in nur drei Tagen schon fast eine Million Views auf YouTube. So macht man sich einen Namen in der Szene.

Once upon a time in Japan

Es war einmal vor langer, langer Zeit im Land der aufgehenden Sonne. Ein Jahr vor der Gründung des WIENER, also 1978, baute Toyota das erste Exemplar des Supra. Dieser Sportwagen sollte weltweit zur Legende werden, bevor er 2002 im Dornröschenschlaf versank. 2019 wurde er endlich wachgeküsst.

Text: Jakob Stantejsky

Man sollte meinen, wenn eine Ikone nach 17 Jahren wieder auf die große Bühne zurückkehrt, jubiliert man weit und breit. Aber nein, so manches Rumpelstilzchen fand ein Haar in der Suppe. Denn fast die komplette Hardware des neuen Supra stammt von BMW und er wurde mit dem Z4 gemeinsam entwickelt. Doch auch wenn Motor, Chassis etc. aus München kommen, unterschiedlicher könnten die zwei Vehikel kaum sein. Das lasse man sich gesagt sein, von einem, der sie beide ausgiebig testen durfte.
An der Abstimmung hat Toyota so viele Schrauben gedreht und die eigene Software ist so grundsätzlich anders als jene aus Deutschland, dass der Supra locker als eigenständiges Auto durchgeht. Abgesehen vom BMW-Interieur. Aber wer beschwert sich schon über einen knackigen Innenraum mit hochwertigen Materialien?

Außerdem fokussieren wir uns beim Toyota Supra liebend gern auf äußere Werte. Das Original wird gekonnt zitiert, was dem Traditionalisten Freude bereitet. Aber unser Testwagen hat auch einen eigenen, völlig unverwechselbaren Look. So geschwungen die Karosserie auch ist, so zackig steht sie da. Unser knallroter Japaner hat Lust auf Radau, das macht er unmissverständlich klar. In diesem Märchen frisst Rotkäppchen den Wolf, und wir sind live dabei.

Toyota ist sich offensichtlich bewusst, dass ein Supra ein Supra bleiben muss. Deshalb hat die sonst so auf Sicherheit fokussierte Marke ihrem Sportler auch ordentlich Spielraum mit auf den Weg gegeben. Vor allem dem Heck. Das schwanzelt nämlich so aufgeregt durch die Gegend, dass man schnell mit einem fetten Grinsen die Traktionskontrolle auf die etwas lockerere Stufe 2 dreht und den Kräften an der Hinterachse freie Bahn gewährt. Wo das DSC sich nämlich recht konservativ gibt und etwaige Quergänge blitzschnell abfängt – was ja normalerweise auch nichts Schlechtes ist –, radiert der Supra im Traction Control Mode fröhlich durch die Kurve und bleibt dabei perfekt beherrschbar. Er gibt dem Fahrer das Gefühl, alles zu können. So perfekt schaltet die Automatik und so präzise wird jeder noch so winzige Lenk- und Gasimpuls umgesetzt. Und wehe, jemand sagt jetzt „Go-Kart-Feeling“. Den dieser wilde Ritt durch den verwunschenen Wald hat mit dem Im-Kreis-Knattern auf der Kartbahn original genau gar nichts zu tun.

Zu souverän ist der Toyota Supra nämlich, trotz seiner leichten Aggressionsbewältigungsprobleme – die wir ganz besonders lieben. Hier sitzt man in keinem Spielzeug, sondern in einem ernsthaften Sportwagen. Vom Scheitelpunkt walzt der Japaner in furioser Rage auf die Gerade und die Geschwindigkeitsanzeige schraubt sich rasend schnell in die Höhe, während der digitale Drehzahlmesser eskaliert. Und so bewegungsfreudig das Heck auch ist, so haarscharf lässt sich der Supra auf der Ideallinie führen. Noch nie war ein Tanz auf Messers Schneide so verrückt und präzise zugleich. Dennoch bleibt stets die Leichtigkeit des Seins erhalten, neben dem Wort „mühelos“ sollte ein Bild dieses Wagens im Lexikon zu finden sein.

Nicht nur der Supra selbst, sondern auch die Subkultur rund um ihn ist glücklicherweise wieder­auferstanden. Überall auf der Welt wird schon fleißig getunt und modifiziert, auch Toyota selbst arbeitet teilweise mit ambitionierten Schraubern zusammen. Nachdem wir diesen nigelnagelneuen Supra gefahren sind, wissen wir auch warum. Dieses Auto entfacht Leidenschaft beim Fahrer und Furcht beim (ungeübten) Beifahrer. Da ist ganz egal, wie genau dieses Fahrzeug entstanden ist und wer was beigesteuert hat. Der Toyota Supra ist hundert Prozent echt, das Märchen hat ein Happy End. Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er noch heute.

Und wenn doch, dann erweckt ihn Toyota einfach wieder zum Leben. Und wieder. Und wieder. Denn genug werden wir von diesem geilem Auto nie kriegen.


Toyota Supra GR
Hubraum: 3.0 Liter
Leistung: 340 PS
Verbrauch: 7,5 Liter
Drehmoment: 500 Nm / 1.600–4500 U/min
Beschleunigung: 0–100: 4,3 s
Spitze: 250 km/h
Gewicht: 1.495 kg
Preis: ab 71.900 Euro

Den neuen Supra gibt es jetzt auch mit Handschaltung!

Dass Toyota den neuen Supra nur als Automat ausliefert, sorgt vielerorts für lange Gesichter. Jetzt schafft der amerikanische Tuner European Auto Garage Abhilfe.

Text: Jakob Stantejsky

In bester Tradition ist auch der aktuelle Supra schon zahlreichen hochambitionierten Tuningunternehmungen zum Opfer gefallen, doch bisher durfte er seine Automatik stets behalten. In Texas ist jetzt Schluss mit schaltfaul, wenn EAG für 12.000 Dollar eine Umwandlung auf Handschalter anbietet. Im Gespräch mit CarBuzz gab Art Bartosik, Besitzer der in Knoxville ansässigen Werkstatt, zu Protokoll, dass die Arbeiten schon begonnen und auch bereits erste Bestellungen aufgenommen wurden.

Verwendet werden BMW-Teile, da es den aus München stammenden Sechszylinder dort ja schon in diversen Modellen manuell zu schalten gibt. In Punkto Arbeitszeit müssen Interessenten 30 bis 45 Tage voller Harren und Bangen überstehen, bevor sie ihr nun handgerissenes Baby wieder abholen können. Wer möchte, kann bei der Gelegenheit auch die Power von 340 auf 420 PS hochschrauben lassen. Sicher ist sicher.

Als Schalthebel will EAG ein besonderes Schmankerl verbauen. Auf dem Knauf soll sich unter einer Abdeckung ein Knopf verbergen, der den Sportmodus aktiviert. Damit auch wirklich echtes Kampfjet-Feeling aufkommt.

Übrigens: Toyota selbst hat einen manuellen Supra noch nicht ausgeschlossen. Es hinge von der Nachfrage ab, so vernimmt man aus Japan. In diesem Sinne fragen wir mal ganz offiziell nach: Wo bleibt der handgeschaltene Toyota Supra?!

Toyota Supra: Fahr zur Hölle!