Cupra Tavascan: Spanischer Rassestromer

VW macht ernst mit dem MEB: Um möglichst schnell auf größere Stückzahlen und damit kleinere Preise zu kommen, muss nahezu jede Konzernmarke den Modularen E-Antriebsbaukasten nutzen und darauf einen Stromer nach dem anderen präsentieren. Diese Verpflichtung macht selbst vor dem neuen Seat-Ableger Cupra nicht Halt. Noch nicht einmal zwei Jahre alt, zeigen die schnellen Spanier deshalb jetzt in Frankfurt schon ihr zweites Showcar und rollen nach dem Plugin-Hybriden Formentor aus Genf nun den Tavascan als ersten designierten Stromer der Marke.

Von Thomas Geiger

Der Tavascan ist zwar ein wenig stärker überzeichnet, spielt mit seinem offenen Bug bewusst mit der Aerodynamik, die auch bei Elektroautos wichtig ist, leistet sich verführerische Hüften und ein gewöhnungsbedürftig hohes Heck. Doch im Grunde folgt die Studie, die sich im Format am Seat Ateca orientiert, dem anhaltenden Trend zum SUV-Coupé und passt mit ihrem sanft nach hinten abfallenden Dach perfekt in den Trend.

Dazu gibt es ein betont ruhiges Interieur mit tief ausgeschnittenen Schalensitzen und einem komplett digitalen Cockpit, stellt Seat in Aussicht. Der Clou ist dabei der 13 Zoll große Touchscreen in der Mittelkonsole. Der dreht sich bei Bedarf zum Beifahrer und bindet den besser denn je ins Geschehen ein.

Angetrieben wird der Tavascan von zwei E-Motoren, die zusammen 306 PS leisten und an je einer Achse montiert sind. So fährt das SUV-Coupé, wenn’s sein muss, auch auf allen Vieren und hat genügend Grip für schnelle Sprints. Nicht umsonst beschleunigt der Cupra binnen 6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und dürfte locker mehr als 200 Sachen schaffen. Dass er trotzdem langsam fahren wird, liegt an der Rücksicht auf die Reichweite, die Seat bei 77 kWh Akkukapazität auf 450 WLPT-Kilometer taxiert.

Zwar ist der der Tavascan offiziell noch eine Studie und mit seinem gar zu wilden Design dürfte es mit einer allzu genauen Serienübernahme ein bisschen schwer werden. Doch nachdem Seat unmittelbar nach Genf bereits grünes Licht für den Formentor gegeben hat, ist eine Freigabe für die IAA-Studie ebenfalls denkbar. Erst recht wenn die liebe Konzernmutter Druck macht.